Faymann trifft Dalai Lama: Heftiger Protest aus China

26.05.2012 | 17:35 |   (DiePresse.com)

Mit dem gemeinsamen Frühstück mit dem Dalai Lama wollte Bundeskanzler Werner Faymann ein "klares politisches Signal für Menschenrechte" senden.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat Samstag früh den Dalai Lama im Beisein von Kardinal Christoph Schönborn zu einem gemeinsamen Frühstück in Wien getroffen. Er wolle damit ein "klares politisches Signal für Menschenrechte, für Gewaltfreiheit, für den Dialog" und "gegen Unterdrückung" senden, sagte Faymann vor dem Treffen. Zudem sei es eine "persönlich interessante Möglichkeit", eine so "herausragende Persönlichkeit" wie den Dalai Lama zu treffen.

Mehr zum Thema:

Beziehungen zu China

Vor einer Verschlechterung der Beziehungen zu China habe er trotz Warnungen durch den chinesischen Botschafter in Wien, Shi Mingde, keine Angst. "Die Frage, wen ich treffe, entscheide ich selbst und das gilt auch für den Dalai Lama. Österreich ist ein Land, das immer gezeigt hat, dass es aufseiten der Menschenrechte steht und für meine Termine bin ich selbst verantwortlich", betonte der Kanzler. Vor allem trete er weiterhin für seine Werte ein - die "Stärkung der Menschenrechte überall auf der Welt".

Protest aus Peking

Wenige Stunden nach dem gemeinsamen Frühstück gab es einen offiziellen Protest aus Peking. In einer schriftlichen Stellungnahme des chinesischen Außenministeriums wurden die Treffen von Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger mit dem Dalai Lama "als schwere Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas" bezeichnet.

Ungeachtet mehrmaliger Demarchen seitens Chinas habe Österreich diese Treffen organisiert. "Die chinesische Seite bringt die äußerste Unzufriedenheit zum Ausdruck und ist entschieden dagegen. Das chinesische Außenministerium und die chinesische Botschaft in Österreich werden in Peking und Wien ernsthafte Demarchen führen."
 
Durch die Vorgangsweise würden die "Gefühle des chinesischen Volkes verletzt", hieß es in einer Aussendung, zudem würde "den Kräften der Unabhängigkeit von Tibet" ein falsches Signal gegeben." Der Dalai Lama sei ein Politiker im Exil, "der seit langer Zeit unter dem Deckmantel der Religion antichinesische und separatistische Aktivitäten betreibt."

Österreich pflegt interreligiösen Dialog

Kardinal Schönborn sei bei dem Frühstück mit dem Dalai Lama anwesend gewesen, weil "wir gerade zwischen den Religionsgemeinschaften in Österreich etwas haben, worum uns viele Länder beneiden", erklärte Faymann. Dies beinhalte eine "sehr respektvolle Zusammenarbeit, einen interreligiösen Dialog, wo einer den anderen achtet und respektiert. Daher treffen wir einander zum Frühstück".

Fischer hatte keine Zeit

Präsident Heinz Fischer fand keine Zeit für eine Begegnung mit dem Dalai Lama. Ein Treffen sei nie geplant gewesen, sagte Fischers Sprecher Bruno Aigner zur »Presse am Sonntag«.

(APA/Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

58 Kommentare
 
12
Gast: yayo zum frühstück
29.05.2012 15:53
0

Fayman trifft Dalai Lama: China jubelt, Ehrenmedaillie für Faymann

"Der Bundeskanzler erzielte, als er mit dem Tibestischen Staatsoberhaupt einen Jagdausflug machte einen Blattschuss. "Dick Cheney hätte das nicht besser hinebkommen", heisst es aus dem Kanzleramt."

Gast: tsaG
27.05.2012 14:18
0

Ich unterstelle Faymann

prinzipiell eher Populismus als innere Übezeugung, aber im Gesammten gesehen kann das auch mal was gutes sein...

Faymann sendet ein klares politisches Signal für Menschenrechte

Interessiert in China keine S.. was Faymännchen da senden will! Der Typ leidet an Selbstüberschätzung!

allzu chinaunfreudliche beitraege werden

geloescht :-(

Sind die unzähligen Schals die ...

... die der tibetische Jetsetter verschenkt eigentlich Made in China?

Re: Sind die unzähligen Schals die ...

Made in India

Schönborn war nur aus einem Grund dabei:

... damit er weiterhin seinen Diplomatenpass bekommt!

Antworten Gast: vor dem arlberg
27.05.2012 09:45
1

Re: Schönborn war nur aus einem Grund dabei:

Damit der Wahlschrunser jederzeit seine alte Heimat Tschechien besuchen kann.

Gast: Pharao
26.05.2012 22:25
4

Theokratie ok?

Ja sicher die Tibetaner werden unterdrückt. Aber ist der Lamaismus so toll wie alle tun? Ein undemokratisches System mit einer Priesterkaste und einem Gottkönig. Die ganzen Dalai Lama Fans kann man vergleichen mit Leuten die zur Zeit der Römer einen Pharao (genauso demokratisch gewählt wie der Dalai Lama) unterstüzt hätten, weil der hätte t sich ja auch für die Freiheit der Ägypter gegen die römischen Besatzer eingesetzt.

http://www.freidenker.at/index.php/blog/978-kundgebung-free-tibet-from-the-lamas.html

Re: Theokratie ok?

Es geht ja nicht primär um den Dalai Lama, sondern um Menschenrechte und die Auslöschung einer Kultur - ob man den DL gut findet oder nicht

Antworten Gast: skeptisch
27.05.2012 08:49
1

ja, kommt mir auch komisch vor.

Bei allem Verständnis für bedrohte Völker, Selbstbestimmungsrecht und Toleranz für andere Kulturen und Religionen: "muss" man deshalb gleich auf ein "Zurück ins asiatische Mittelalter" plädieren? Westliche Menschen hüllen sich in Kutten, lassen sich die Haare scheren, murmeln Mantren vor sich hin und tauchen tief ein in eine fremde Geister- und Dämonenwelt, - schön und gut. Aber, ist das nicht ein bisschen zu viel des Guten?

Gast: Da Schau Tzu
26.05.2012 21:21
1

Die Tasse Kaffee wäre ja noch gegangen,

aber das Buttersemmerl war eindeutig zu viel! Alles, was recht ist!

Gast: ADVOCATUS DI
26.05.2012 19:48
18

WAS FÜR EIN HELD-DER FAYMANN

Was für ein Held ser FAYMANN, könnte man sagen, aber noch mehr berechtigt wäre-WAS FÜR EIN UNINTELLIGENTER-ALBERNER MENSCH, der Faymann!!

Gast: INTELLEGO
26.05.2012 19:45
5

DER DALAI LAMA-im O-Ton

Bei einem Interviev in Österreich sagte der Dalai Lama:
"Manche Tibeter haben zu weinen begonnen-ALS SIE MICH SAHEN"!!
Dem Dalai Lama ins Stammbuch: Das verstehe ich sehr gut, denn kein lebender Tibeter hat-DEN TIBETERN MEHR SCHADEN ZUGEFÜGT-ALS ER SELBST, dazu kann man-NUR WEINEN!!

Re: DER DALAI LAMA-im O-Ton

Dann untermauern Sie einmal Ihre Behauptung mit fundierten Argumenten.

Antworten Gast: nurgerecht
27.05.2012 10:05
1

AW: DER DALAI LAMA-im O-Ton

Der Intellego ohne Intellekt, wie lebt es sich als KP-China-Propagandist? Die Leute glauben den Schwachsinn, den Peking verzapfen lässt, immer weniger!

Antworten Gast: kein Dalai Lama-Fan
26.05.2012 20:10
11

Re: DER DALAI LAMA-im O-Ton

Werter INTELLEGO alias ADVOCATUS DI!
Obwohl ich dem Dalai Lama nichts abgewinnen kann, meine ich, dass man doch bei den Fakten bleiben sollte. Derjenige, der das von dir Zitierte von sich gegeben hat, war nicht der Dalai Lama, sondern der Premierminister Lobsang Sangay (vgl. http://derstandard.at/1336698011906/Exilpremier-Manche-Tibeter-haben-zu-weinen-begonnen-als-sie-mich-sahen)

Gast: M. Wolf
26.05.2012 19:34
0

Der Dalai Lama sei ein Politiker im Exil, "der seit langer Zeit unter dem Deckmantel der Religion antichinesische und separatistische Aktivitäten betreibt."

Da haben sich aber zwei Kunstgrinser gfunden,
hat es davon ein Video ?

"Menschenrechte"

Dieses Wort wird nur zu gern von Politikern zu ihrem Nutzen gedehnt und gezerrt.

Gast: Joes World
26.05.2012 17:46
5

Bei all der Ignoranz für demokratische Verhältnisse wie einer strikten Trennung von Medien und Regierung, bei all seinem Unverständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, scheint Faymann aber doch etwas sehr wichtiges zu haben: ein gutes Herz.


Und so etwas ist viel Wert.

Loben wir ihn also heute. Gut gemacht, Werner.

Und, mach weiter so.

Re: Bei all der Ignoranz für demokratische Verhältnisse wie einer strikten Trennung von Medien und Regierung, bei all seinem Unverständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, scheint Faymann aber doch etwas sehr wichtiges zu haben: ein gutes Herz.

ich meinte china gegner...

Gast: gille
26.05.2012 17:14
14

zu Obamas NATO Treffen hat der Mann mit Rückgrat sich schon "überreden" lassen

Den Chinesen ist im übrigen zu sagen, dass es keine innere Angelegenheit ist, da Tibet kein Bestandteil Chinas.


Re: zu Obamas NATO Treffen hat der Mann mit Rückgrat sich schon "überreden" lassen

Tibet ist gleich Bestandteil von China,wie die ehemaligen deutschen Ostgebiete Bestandteil von Polen bzw.Rußland um Kaliningrad,

nur mit dem Unterschied,dass die Tibeter freundlicherweise von den Chinesen

nicht ausgesiedelt wurden.

Im frühen Mittelalter wurden große Teile Chinas von den tibetanischen Kriegs-Königen erobert und jetzt ist es eben umgekehrt.

Lob für Faymann

Ich bin wirklich kein Fan Faymanns. Aber dass er hier einmal ein bisschen Standfestigkeit bewiesen hat, spricht für ihn.

Re: Lob für Faymann

das ist doch nur anbiederung an die tibet gegner...

Gast: Sinologin
26.05.2012 17:08
3

Selten peinlich...

... da führt sich Politik an sich wieder ad absurdum. Tja, Herr Failmann, einfach das nachsagen, was ein paar traurige Demonstranten sagen, die ihre eigenen Opferpsychosen auf die weltpolitische Lage übertragen, anstatt sich mal mit chinesischer und vor allem tibetischer Geschichte auseinanderzusetzen. Free Tibet from the Lamas! http://www.freidenker.at/index.php/blog/978-kundgebung-free-tibet-from-the-lamas.html

 
12

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    11:00
    Wien
    Steiermark
    Oberösterreich
    Tirol
    Salzburg
    Burgenland
    Kärnten
    Vorarlberg
    Niederösterreich

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden