Kinderheime: Zweiter Prozess gegen Oberösterreich

01.06.2012 | 06:48 |   (DiePresse.com)

Ein ehemaliger Zögling erhebt Missbrauchsvorwürfe und klagt auf 1,1 Mio. Euro. In einem anderen laufenden Verfahren geht es um 1,6 Mio. Euro.

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Im Landesgericht Linz startet heute, Freitag, der zweite Millionen-Prozess gegen das Land Oberösterreich als Kinderheimträger. Ein ehemaliger Zögling, der schwere Missbrauchsvorwürfe erhebt, klagt auf 1,1 Mio. Euro. Der heute 44-Jährige berichtet von Prügel, sexuellem Missbrauch, Demütigungen, zu wenig zu Essen und Freiheitsentzug. Die zuständige Opferschutzkommission hat ihm bereits 20.000 Euro zugesprochen. Das Land geht von einer Verjährung aus.

Es ist bereits die zweite Millionenklage gegen das Land Oberösterreich als Heimträger. Ein 65-Jähriger verlangt 1,6 Mio. Euro, weil er nach dem Zweiten Weltkrieg fälschlicherweise als Vollwaise geführt worden war. Er soll zudem ebenfalls missbraucht und misshandelt worden sein. Dieses Verfahren läuft seit März. Es liegt derzeit wegen eines ausständigen Gutachtens auf Eis, eine Fortsetzung wird für Herbst erwartet. Auch hier geht es unter anderem um die Frage der Verjährung.

 

(Ag. )

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4 Kommentare
Gast: ungeliebter Heike
01.06.2012 13:32
7

so verjährt kann das nicht sein,

wenn JETZT (2012) alte Akten (Beweismittel) verschwunden werden.

Verschwundene Akten

Die Anwälte von Jenö Molnar, dem Kläger im ersten Verfahren gegen das Land Oberösterreich, der in seiner Kindheit fälschlich als Waise geführt wurde und so Kindheit und Jugend in Heimen verbringen musste, fordern nach wie vor Einsichtnahme in Akten, die als Beweismittel dienen ... der Akt ist also Beweismittel in einem laufenden Prozess.

Monatelang hieß es seitens des Landesgerichtes Linz und des Landesarchivs, der Akt sei „nicht oder nicht mehr“ vorhanden, zuletzt auch am 9. Jänner 2012. Jetzt brachte ein Zufall einen Teil des Akts wieder ans Tageslicht. Er war in einem Aktenstoß, den das Landesgericht Linz dem Landesarchiv zur Vernichtung im März 2012 übergeben hatte. Ein Beamter des Landesarchivs fand eine Kopie des Urteils, die im Jahr 1972 erstellt wurde, und rettete dieses Papier vor der Vernichtung.

http://ooe.orf.at/news/stories/2535393/

Klage über 1,1 Mio. EUR (!) wegen Demütigungen

Der heute 44-jährige Mann erlitt sexuellen Missbrauch durch ERZIEHERINNEN ! (orf.at)
Geht's noch lächerlicher?
Früher kannte man solche Fälle nur aus Amerika und hat den Kopf dabei geschüttelt.

Re: Klage über 1,1 Mio. EUR (!) wegen Demütigungen

Was soll daran lächerlich sein? Es machen sich ja auch so Lehrerinnen über Schüler her. Das wird nur selten angezeigt, weil es die Buben wohl lustig finden. Ich kannte so jemanden, der wurde dafür freilich beneidet. Heute könnte er wohl klagen wegen Missbrauch.

Antworten Gast: globetrotterneu
01.06.2012 10:29
4

Re: Klage über 1,1 Mio. EUR (!) wegen Demütigungen

Was ist lächerlich bitte das einzige hier was wirklich lächerlich ist sind sie selber.

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