Giftmorde: Zwei Männer starben durch Arsen

11.06.2012 | 18:08 |   (Die Presse)

Ein toxikologisches Gutachten der exhumierten Leichen bestätigt die Vermutung. Die verdächtige 51-jährige Polin wird weiter belastet. Sie soll die Männer getötet haben, um an ihre Vermögen zu kommen.

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Wien/Red. Der Wiener Herbert A. und der Niederösterreicher Alois F. sind jeweils an den Folgen einer Vergiftung durch Arsen gestorben. Das haben die toxikologischen Untersuchungen der exhumierten Leichen ergeben, deren Ergebnisse nun vorliegen, wie die Staatsanwaltschaft Krems am Montag bekannt gegeben hat.

Gemäß diesem Gutachten wurde den 68- bzw. 62-jährigen Männern über einen „Zeitraum von mehreren Monaten“ Arsen verabreicht. Das Gift sei in Nägeln und Organen der Verstorbenen nachgewiesen worden, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

 

Verdächtige leugnet

Als Verdächtige gilt eine 51-jährige Polin, die seit Ende März in Untersuchungshaft sitzt. Sie soll die Männer getötet haben, um an ihre Vermögen zu kommen. Die Frau, die sich auf Kontaktanzeigen der Männer gemeldet hatte, bestreitet sämtliche Vorwürfe und gibt an, bei den Männern als Pflegerin, bzw. als Putzfrau gearbeitet zu haben. Die Polin hat als Pflegerin in der Wohnung des im Oktober 2010 verstorbenen Herbert A. gewohnt, er hatte ihr seine Eigentumswohnung als Vorausleistung für Pflegedienste überschrieben. Im November 2010 nahm die Polin Kontakt mit Alois F. auf, besuchte ihn, führte den Haushalt und kochte für ihn. Im Februar 2011 verstarb F.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2012)

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13 Kommentare

Qualität der Pflege in Österreich oft unter Gürtellinie

Aus eigener Beobachtung mit Pflegevereinen in Österreich kann ich nur sage:
Es werden Krankenpfleger versprochen, dieses Versprechen wird aber sehr selten eingehalten.

Nicht nur das die Damen oder Herren kein Ausbildung haben, oft können Sie nicht einmal lesen.

Natürlich spielen das die Vereine herunter.

Österreich braucht dringend eine zentrale Datenbank, nur so können Pfuscher und organisierten Vereinen die sich nicht um die Standards kümmern das Handwerk gelegt werden.

Auch diebische Kräfte gehören angezeigt oder sagen wir gemeldet.

Und wenn dann noch die Sachwalterschaft dazukommt, dann kann man sich vorstellen wie "unkontrolliert" da manche ihre materiellen Begehrlichkeiten gegenüber hilflosen, kranken Menschen ausleben können.


Gift war und ist die

effizienteste Waffe der Frauen!

Nach einer Studie in Deutschland vor einigen Jahren mit nachträglichen Obduktionen wurde hochgerechnet,dass 1/3 der Todesfälle,die vom Arzt bei Männern als Herzinfarkt diagnostizirt waren,

eigentlich Vergiftungen über das Essen

durch Ehefrauen bzw. Lebensgefährtinnen waren,

besonders wenn diese Männer reich waren.

Deshalb gibt es ja soviele reiche Witwen auf Kreuzfahrten,in Casinos usw.

Also besser selber kochen, als sich bekochen oder einkochen zu lassen!

Antworten Gast: Talbot
12.06.2012 08:46
0 0

Re: Gift war und ist die

Ich kenne ältere Männer, die sich selbst "vergiften". Trotz chronischer Krankheiten wird nicht auf Alkohol und ungesundes Essen verzichtet. Damit verkürzen diese Herren ihre Pension um Jahre. Die Ehefrauen, meist einige Jahre jünger, leben vergleichsweise gesund.
Eine Kreuzfahrt bekommen sie heute ab 600€, das kann sich heute so gut wie jeder leisten, wen man will.

Alkoholismus

ist nicht männlich.

Gast: ungeliebter Heike
11.06.2012 14:28
3 0

Die Quelle stinkt

Kurier = Gossenboulevard … beruft sich das Blatt auf einen nicht näher genannten Insider.

soso

Gast: solan
11.06.2012 13:24
0 0

eine frage

an die rechtsexperten hier. beide männer wurden vergiftet, angenommen die verdächtige hatte zugang zu dem gift...so ist das noch nicht der beweis dass sie die männer vergiftet hat.
und dieser umstand dürfte eigentlich nicht für eine verurteilung reichen oder? auch wenn es auf der hand liegt dass sie schuldig ist?!

Antworten Gast: yoshi1
11.06.2012 14:24
4 0

Re: eine frage

Nur in den wenigsten Fällen kann man ausschließen, dass im ungünstigsten aller Momente ein Unbekannter aus dem Nichts erscheint, Menschen umbringt und dann ohne etwas anderes zu tun wieder verschwindet. Wenn sich eine alternative Hypothese wirklich nur darauf stützt, dass sie physikalisch Möglich wäre, wird das dem Angeklagten der ein Motiv hat, der das nötige Wissen hat, der einen Zugang zur Mordsubstanz und die Möglichkeiten zum Einflößen hatte nicht wirklich entlasten können.

Im besagten Fall hatte die Angeklagte ja auch die glohrreiche Idee ihre Tat in sehr ähnlicher Weise zu wiederholen. Ein Umstand der es dem Staatsanwalt nicht gerade schwerer machen wird.

Ausschlaggebend ist eben das Gesamtbild. Und wenn das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit und nach objektivem abwägen sämtlicher Gesichtpunkte und Alternativmöglichkeiten gegen den Angeklagten spricht wird es eine Verurteilung geben.

Re: Re: eine frage

Trotz allem wird es vermutlich nicht leicht sein.

Gast: Talbot
11.06.2012 12:38
1 0

Kreativ...

...war die Mordverdächtige nicht. Arsen lässt sich noch nach Jahren nachweisen.
Bei "versehentlich" falsch dosierten Medikamenten ist es schon schwieriger Absicht zu unterstellen.

Antworten Gast: matt03
11.06.2012 15:23
6 0

Re: Kreativ...

und denoch wenn die Tochter eines der Opfer nicht zu Resetarits gelaufen wäre und auch sonst nicht aufgehört hätte Druck in der Sache auszuüben,dann wäre die Beschuldigte damit wohl duchgekommen.

Antworten Antworten Gast: Salzberger Franz
11.06.2012 21:24
0 0

Re: Re: Kreativ...

die Grauzone in der Pflege ist dicker, als man sich das vorstellen kann.
Es gibt ja keine Datenbanken für unerklärbare seltsame Vorkommnisse.

Ansonsten hätte der Fall von selber auffliegen müssen.

Datenschutz falsch angewendet.. weder Ärzte noch Plfegepersonal wollen kontrolliert werden

Antworten Antworten Gast: Salzberger Franz
11.06.2012 20:59
0 0

Re: Re: Kreativ...

die Grauzone in der Pflege ist dicker, als man sich das vorstellen kann.
Es gibt ja keine Datenbanken für unerklärbare seltsame Vorkommnisse.

Ansonsten hätte der Fall von selber auffliegen müssen.

Datenschutz falsch angewendet..

Antworten Antworten Gast: milla
11.06.2012 19:03
0 0

Re: Re: Kreativ...

vermutlich haben Sie Recht - und das hinterlässt ein sehr ungutes Gefühl

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