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Asylbescheid droht Familie zu zerreißen

15.06.2012 | 18:41 |  MARTINA LEINGRUBER (Die Presse)

Weil der Vater Kosovo-Albaner und die Mutter Ukrainerin ist, droht einer Familie mit vier Kindern die Abschiebung in zwei unterschiedliche Länder.

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Denis Spahija ist acht Jahre alt. Stolz zeigt er einen Ausweis mit seinem Foto und seinem Namen. Darüber steht „Kinderpolizist“. Den Ausweis hat Denis bei einem Schulausflug zur Hartberger Polizei bekommen. Wenn er von der Polizei aufgehalten wird, solle er diesen Ausweis vorzeigen. „Dann muss ich keine Strafe zahlen, sagte der Polizist“, erzählt Denis. Als er von dem Schulausflug nach Hause gekommen war, zeigte Denis den Ausweis seinen Eltern. Er sagte: „Ihr braucht euch keine Sorgen machen, wir dürfen nicht mehr abgeschoben werden. Ich bin jetzt nämlich Kinderpolizist.“

Familie Spahija lebt seit zweieinhalb Jahren in Österreich. Vor wenigen Wochen wurde ihnen der negative Asylbescheid in zweiter Instanz zugestellt. Gegen diesen gibt es keine Rechtsmittel mehr. Die Erteilung des humanitären Bleiberechts ist die einzige Möglichkeit für die sechsköpfige Familie. Den Antrag haben Sherif und seine Frau gestellt, die Entscheidung liegt bei der Bezirkshauptmannschaft Hartberg.

„Ich bin am Ende“, sagt Vladislava. „Wenn sie unsere Familie teilen, dann weiß ich nicht, wie unser Leben weitergehen soll.“ Denn im Falle der Abschiebung würde die Familie getrennt. Weil Sherif und Denis die kosovarische Staatsbürgerschaft haben, müssten sie in den Kosovo ausreisen. Vladislava und die zwei Töchter Naxhie, 13, sowie Melinda, zehn, sind Ukrainerinnen. Sie würden mit dem zweijährigen Darian, der in Österreich geboren ist, in die Ukraine abgeschoben werden.

 

Illegal in Österreich

Der Kosovo wird von der Ukraine nicht anerkannt, also können Sherif und Denis nicht einreisen. Im Kosovo werden Ukrainer als Verbündete von Russland und Serbien angesehen – und deswegen bedroht. „Das war ja der Grund, wieso wir vor zweieinhalb Jahren nach Österreich geflohen sind“, erzählt Sherif. „Auf der Straße habe ich mit meiner Frau Deutsch gesprochen, damit niemand erfährt, woher sie kommt.“ Die Familie wurde bedroht, sie mussten Schutzgeld zahlen, Vladislava konnte das Haus kaum verlassen.

Seit März dieses Jahres wohnt Familie Spahija in St. Johann in der Haide. Pfarrer, Bürgermeister, Lehrer – sie alle setzten sich für die Familie ein. Die Dachgeschosswohnung, die die Caritas der Familie zur Verfügung stellt, können Vladislava und Sherif dennoch kaum verlassen. Denn seit dem negativen Asylgerichtsbescheid halten sie sich illegal in Österreich auf. Werden sie von der Polizei kontrolliert, müssen sie Strafe zahlen. Alltägliche Dinge wie Lebensmittel einkaufen werden zum Spießrutenlauf. Auch arbeiten dürfen sie nicht. Pro Person bekommt die Familie nun 150 Euro monatlich.

Melinda, die die vierte Klasse der Hauptschule besucht, will hier bleiben. Sie hat in St. Johann in der Haide neue Freunde gefunden. Sie erzählt, dass sie Angst hat, abgeschoben zu werden. Denn vor wenigen Wochen wurde die Familie, die unter ihnen gewohnt hatte, von der Polizei abgeholt. „Sie sind um 5.30Uhr gekommen. Die Männer haben Masken getragen. Zwei Stunden wurde geschrien.“ Sherif sagt sehr leise: „Meine Kinder haben mich gefragt, ob das bei uns auch so sein wird.“ Er schüttelt den Kopf. „Was soll man darauf sagen, wie soll man ihnen das erklären.“ Seit 16 Jahren sind Sherif und Vladislava verheiratet. Kennengelernt haben sie sich in Deutschland. Getrennt war die Familie schon einmal. 1998, Vladislava war gerade schwanger mit ihrem ersten Kind, flüchtete sie wegen des Kosovokrieges in die Ukraine. Monatelang wusste sie nicht, ob ihr Mann noch am Leben war. Naxhie, seine erste Tochter, sah Sherif im Alter von sieben Monaten das erste Mal. Sherif hofft, mit seiner Familie in Österreich bleiben zu können. Sie fühlen sich wohl hier. Doch wie sie von den Behörden behandelt werden, versteht er nicht. „Ich habe den Krieg im Kosovo erlebt, dort wurden Menschen mit Gewehren getötet“, sagt Sherif. „Hier führt man Krieg mit Kugelschreibern.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2012)

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143 Kommentare
 
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Gast: Tränendrüse
18.06.2012 14:01
0 1

USA, Kanada, Australien, Neuseeland freuen sich

auf solch tüchtige Zuwanderer. Barack hat ein großes Herz. Notfalls bleibt die boomende Türkei, die gerne alle Hilfebedürftigen aufnimmt. Ebenso die menschenrechtsaffinen islamischen Länder, allen voran Saudi Arabien und die Ölscheichs der Golfstaaten. Der Dalai Lama würde sie mit Blumen empfangen. Und weite Teile Afrikas freuen sich auf tüchtige Siedler. Es ist also fast überall ein Griß um solche Bereicherungen! Nur im bööösen, bööösen Österreich ist man rassistisch diskriminierend hartherzig stur: doch warum bloß alle zuerst zu uns kommen? Komisch?

Um dem nicht zuletzt migrationskostenverursachten Abgabendruck in Österreich zu entgehen, müssen immer mehr österr. Ehepaare mit Kindern in verschiedenen Ländern 80 Stunden pro Woche arbeiten und sehen einander als Weekendpartner nur 1-2 Mal pro Monat. Leidtragende sind vor allem die bei den Großeletern oder im Internat aufwachsenden Kinder. Doch darum schert sich kein österr. Politiker und keiner der meist von der Sozialhilfe lebenden oder bei den Migranten-NGOs hohe Gehälter verdienenden Gutmenschen. Es handelt sich ja nur um Zahlknechte: Österreicher. Für viele Jungfamilien, die sich erst eine Existenz aus eigener Kraft aufbauen müssen, ist dies wegen der relativ niedrigen österr. Realeinkommen und der rasch steigenden Lebenshaltungskosten oft die einzige Möglichkeit zur Finanzierung der dringend notwendigen Wohnraumbeschaffung. Daher: null Mitleid. Es geht vielen so (Konzernmitarbeitern, Technikern, UniProfs, Forschern).

MENSCHENRECHTE EINHALTEN!!!

blaubraune stimmen sollen ihre zungen dort wetzen wo die reste meines gestrigen essens zum vorschein kommen.

Antworten Gast: Linienschiff
17.06.2012 22:49
0 0

Re: MENSCHENRECHTE EINHALTEN!!!

Das mach mal selber kleiner Pirat.

"Kennengelernt haben sie sich in Deutschland. "

Dann sollen sie genau dort hin auswandern. Was will der Typ mit dem Auspruch „Hier führt man Krieg mit Kugelschreibern.“ in Österreich machen? Tschüsss!!!

Also die Begründung

für ein "humanitäres Bleiberecht" in diesem Fall würde ich nun doch gerne kennen.

Antworten Gast: Ainig
17.06.2012 08:36
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Re: Also die Begründung

Der Caritas-Sprecher hat es in der ZIB auf den Punkt gebracht: "Wir haben psychiatrische Gutachten."
Es geht beim Bleiberecht nicht mehr um "gut integriert", es geht nur noch darum, möglichst viele psychisch kranke und traumatisierte Kinder zu haben.
Für die österreichischen Kinder gibt es ohnehin Privatschulen.

Re: Re: Also die Begründung

Der letzte Satz ist etwas unscharf fomuliert. Für die österreichischen Kinder ("österreichisch" dürfte man politisch korrekt eigentlich gar nicht mehr schreiben... ;-) ), DEREN ELTERN ES SICH LEISTEN KÖNNEN, gibt es Privatschulen. Die anderen interessieren die Entscheidungsträger ja sowieso nicht...

Nun haben wir alle geweint...lol

Wenns net fähig sand das gemeinsam gehen müssen´s halt getrennt fertig werden.

Gast: dasewiggleichethema
16.06.2012 18:26
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schluss endlich mit dieser verlogenen

humanitätsduselei. wie kommen wir dazu diese familie zu erhalten? abschieben. punkt.aus.

Antworten Gast: ungeliebter Heike
16.06.2012 19:06
11 9

Länder müssen fremde Staatsangehörige

nicht aufnehmen, und sie tun es auch nicht.
Nur Soziopathen kann es ein-fallen und ge-fallen, dass eine Kernfamilie aus FORMALEN Gründen in zwei verschiedene Länder abgeschoben wird und der Asylgerichtshof der Republik "glaubt", dass die schon irgendwie wieder "zusammenkommen" werden. Und die Innenministerin aus der ÖVP-Familienpartei bringt wieder mal den Mund nicht auf.

*fremdschäm*

Antworten Antworten Gast: oiskipoiski
17.06.2012 22:39
1 0

Re: Länder müssen fremde Staatsangehörige

"Länder müssen fremde Staatsangehörige
nicht aufnehmen, und sie tun es auch nicht" -interessant, warum muß Österreich?!

"fremdschäm" -für fremde Länder die fremde Staatsangehörige
nicht aufnehmen?

Gast: Gusti W.
16.06.2012 17:34
14 6

Wenn die Familie freiwilli8g gemeinsam ausreist, dann wird sie nicht zerrissen.

Also, wo liegt das Problem?

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Kennengelernt haben sie sich in Deutschland

in einem Land also, das mit Flüchtlingen sehr human umgeht. Warum sind sie nicht dort geblieben?

Zwangs-Abschiebung, Familien auseinandergerissen, Schutzgeldzahlungen.

Alles, was das rote Journalistenherz höherschlagen lässt.

Gast: Altemanze
16.06.2012 15:48
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frau wünscht sich, irgendwo

ein ruhiges Platzerl für `solche`Menschen...irgendwie ausserhalb der jetzigen `Staatswirtschafterei`...!!!

Sowas ist einfach nur mehr UNMENSCHLICH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Bittebitte, (un)liebe Staatsführungen; hörts endlich auf, lebende Menschen wie euer EIGENTUM zu behandeln!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Re: frau wünscht sich, irgendwo

Ein paar weniger Rufzeichen hättens auch getan.

Antworten Gast: Die Staatsführung
16.06.2012 16:22
20 6

Re: frau wünscht sich, irgendwo

Wir wünschen dieser Familie auch ein ruhiges Platzerl ausserhalb unserer Sozialstaatsgrenzen. Denn wenn dieses Beispiel Schule macht können wir für die Aufrechterhaltung der Sozialleistungen für unsere eigenen Bürger nicht mehr garantieren.

Re: Re: frau wünscht sich, irgendwo/Die Staatsführung

"Denn wenn dieses Beispiel Schule macht können wir für die Aufrechterhaltung der Sozialleistungen für unsere eigenen Bürger nicht mehr garantieren."

Wären Sie wirklich eine "Staatsführung" und kein "Nick", wüssten Sie, dass für unsere eigenen Bürger*I*nnen und -außen schon jetzt nichts mehr garantiert werden kann!

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da spinnen wohl alle hier

unabhängig von gründen für die anwesenheit hier ist die idee, die teile der familie in getrennte länder zurückzuschicken zum kotzen.
in solchen fällen sollte zumindest der gesunde menschenverstand über die sture gesetzesmaterie siegen (eigentlich sollte er das immer, aber das zu hoffen habe ich aufgegeben).
lasst sie hier leben, lasst sie hier arbeiten, gebt ihnen die chance auf erziehung und bildung - basta.
bin kein sozialistischer gutmenschgrünling, sondern ein christlich konservativer, der meint, noch denken zu müssen.

19 4

Re: da spinnen wohl alle hier

Eine Abschiebung ist die letzte Konsequenz einer aufenthaltsbeendenden Maßnahme. Keiner wird abgeschoben, der freiwillig ausreisen möchte. Das wird sogar staatlich gefördert, weil um einiges billiger als eine Abschiebung. Zu verurteilen sind meiner Meinung nach dubiose Vereine, die meist im linken Umfeld angesiedelt sind, die diesen Menschen falsche Hoffnungen machen und auf ihren Rücken politische Propaganda betreiben. Sicherlich sind viele Menschen arm dran, aber wer kann es sich leisten, abertausende an Schlepper abzudrücken, um ins gelobte Land zu kommen? Die ärmsten der Armen sicherlich nicht! Und bei aller Nächstenliebe: 8 Millionen Österreicher können nicht die Welt durchfüttern.

Unsere Großeltern sind nach dem Krieg nicht emigriert, sondern haben das Land für uns aufgebaut und es zu einem der lebenswertesten Plätze der Erde gemacht. Hilfen gibt Österreich an das Ausland genug, weshalb mir das sprichwörtliche Feitl in der Hosentasche aufgeht, wenn ich "Wo soll ich denn hin, bei uns steht ja nichts mehr!" höre.

Antworten Antworten Gast: Ach ja...
16.06.2012 16:42
6 7

Re: Re: da spinnen wohl alle hier

Es gab aber vor und in dem letzten Krieg viele Menschen aus Österreich die froh waren in den USA aufgenommen zu werden, weil sie den Vorstellungen der damaligen Diktatur nicht entsprach.

So ganz nebenbei, Österreich hat dadurch auch mehr als nur einen Klugen Kopf verloren, wenn wir heute politisch anerkannte Flüchtlinge Aufnehmen, um diese Handelt es sich, so besteht auch eine gute Chance davon zu profitieren, so wie es die USA auch tat, ohne den Flüchtlingen wäre die Atombombe niemals vor Kriegsende Einsatzbereit gewesen. Über die Waffe kann man streiten, nicht aber über die dafür notwendige Intelligenz die wir mit Nassen Fetzten aus dem Land getrieben haben!

Und das macht die Ukraine nach wie vor, ihre Intelligenz die aus dem Land mehr machen könnte zu Ermorden und zu vertreiben!

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Re: Re: Re: da spinnen wohl alle hier

Da werden kräftigst Äpfel mit Birnen verglichen. Der Teil mit der Auswanderung der Intelligenz ist unbestreitbar. Die klassischen Auswanderungsländer nehmen jedoch ausschließlich und gezielt Emigranten auf, von denen das Land profitiert. Machen Sie die Probe aufs Exempel. Gehen Sie zu den Botschaften der USA, Kanada, Australien oder Neuseeland und versuchen Sie dort einen Aufenthaltstitel zu erhalten. Diese Siebung würde man in Österreich empört als rassistische Auswahl zurückweisen. Bei uns erfolgt die Einwanderung gezielt in die Sozialsysteme und auf einen erfolgreichen Migranten kommen hunderte, die Kosten verursachen. Deutschland, das in dieser Beziehung ehrlicher ist, hat errechnet, daß ein Migrant durchschnittlich erst nach einem Aufenthalt von 20 Jahren für den Staat positiv bilanziert.

Einwanderung ist allein schon aus sozialökonomischer Sicht notwendig. Es muß aber gezielt erfolgen. Es darf nicht weiter so sein, daß der Rahm von den anglophilen Ländern abgeschöpft wird und wir uns bildungs- und leistungswillige Ostasiaten entgehen lassen. Mit bildungsfernen Schafhirten werden wir den beinharten globalen Verdrängungswettbewerb verlieren.

kein Mensch ist illegal...

Mono & Nikitaman...
...zuhören bildet

Re: kein Mensch ist illegal...

...aber wenn er verbotenerweise in ein Land einreist ist er ein ILLEGALER Mensch!!!

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Re: kein Mensch ist illegal...

Typisch linke Sprücheklopferei. Denken bildet!

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Re: Re: kein Mensch ist illegal...

Das mit dem "Denken" sollten sich die inhumanen Rechten überlegen.

 
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