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Missbrauch: Wilhelminenberg-Endbericht verzögert sich

28.06.2012 | 11:50 |   (Die Presse)

Kommission zur Klärung der Vorwürfe im Kinderheim Wilhelminenberg beklagt „Erinnerungslücken“ bei früheren Heimangestellten. Bei anderen wiederum sei aus Datenschutzgründen bisher noch keine Akteneinsicht erfolgt.

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Wien/KB. Der Endbericht der Kommission zur Klärung der Vorwürfe im früheren Wiener Kinderheim Wilhelminenberg wird sich verzögern. Aus bisherigen Gesprächen mit Angestellten „konnte nicht allzu viel gewonnen werden, weil die Erinnerungen lückenhaft geschildert werden oder fehlen“, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht der Kommission unter der Leitung von Richterin Barbara Helige.

„Zudem haben sich bis auf wenige Personen keine weiteren Bediensteten gemeldet, obwohl bereits mehrere öffentliche Aufrufe erfolgten“, beklagt Helige im Gespräch mit der „Presse“. Bei anderen Mitarbeitern komme es zu Verzögerungen. Die MA 2 (Personalservice) müsse erst die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen prüfen. Die Unterlagen würden erst im Laufe des Monats zugänglich gemacht werden. „Mit einem endgültigen Bericht ist daher nicht wie geplant Ende 2012, sondern im ersten Quartal 2013 zu rechnen.“

Dennoch zeigt sich Helige mit dem Arbeitsfortschritt zufrieden. „Personalakten sind nun einmal sensible Daten, ich habe Verständnis dafür, dass sie nicht so ohne Weiteres ausgehändigt werden“, so die Richterin. „Und obwohl die Angaben der ehemaligen Heimkinder schlüssig und nachvollziehbar sind, möchten wir in unsere finale Beurteilung auch die Sicht der Angestellten zur Gänze einbinden.“
Die Kommission wurde im Dezember 2011 eingerichtet, um zu prüfen, ob im Heim Wilhelminenberg systematischer Missbrauch stattgefunden hat. Untersucht wird der Zeitraum von 1948 bis zur Schließung der Anstalt im Jahr 1977. Im Raum stehen unter anderem die Vorwürfe zweier Frauen, die von Kinderprostitution und Serienvergewaltigungen berichteten.

„Bild wird immer konkreter“

Mit den beiden steht die Kommission mittlerweile in Kontakt, Helige: „Die Gespräche mit den Damen sind noch nicht abgeschlossen. Wir werden sie noch weiter befragen.“ Details über die Inhalte könne sie nicht verraten, aber das sich nach ihren Vorwürfen abzeichnende Bild der Geschehnisse werde „immer konkreter“. „Grundsätzlich ist jede Dimension eines Missbrauchs, mit dessen Folgen die Opfer ihr Leben lang zu kämpfen haben, schrecklich. Und dass Missbrauch stattgefunden hat, steht außer Zweifel.“

Insgesamt hat das Gremium bisher 74 ehemalige Heimkinder und 15 Angestellte befragt. Die in den Interviews berichtete brutale physische und psychische Gewalt, der sexuelle Missbrauch und die systematische Demütigung der Kinder seien Vorwürfe, die sich nicht auf Wilhelminenberg beschränken, lautet eine Schlussfolgerung im Bericht. Laut Helige wurden die Anstalten Hohe Warte, Hütteldorf und Biedermannsdorf besonders häufig genannt. Beim Heim Wilhelminenberg werde jedenfalls in die Tiefe geforscht, „eben, weil die Vorwürfe so monströs waren“. Aus den Gesprächen mit Heimkindern konnten zahlreiche Erzieher, Lehrer sowie weiteren Beschäftigte ermittelt werden. „Jetzt gehen wir aktiv auf die Personen zu, wir haben Namen.“

Generell sei aber die Quellenlage nicht optimal, da es keine Kinder- und Personallisten vom Wilhelminenberg gebe: „Das heißt, man muss die Personen, die dort als Kinder gelebt und als Erzieher gearbeitet haben, teilweise auf sehr großen Umwegen und mit dem Versuch, kreativ zu forschen, herausfinden.“

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19 Kommentare

War

die gute Frau Bock auch am Wilhelminenberg beschäftigt? Das würde ihr "ach so gutes Image" sehr beschädigen. Oder macht sie ihren derzeitigen Job aus als Schadenswiedergutmachung an den Heimkindern?

Antworten Gast: WolfgangWanz
19.06.2012 11:09
1 0

Wieviel Entschädigung bekommen die Opfer vom Wilhelminenberg?

King erhielt später eine Entschädigung von 3,8 Mio. Dollar,

http://diepresse.com/home/panorama/welt/766865/Rodney-King_Ertrunken-im-Swimmingpool?from=gl.home_panorama

Re: War

nein - in einem anderen Heim, wo es auch Watschen gegeben hatte ...

es ist eine Schande, wie

mit Heimkindern umgegangen wurde

eine größere Schande, wie nach Jahrzehnten mit Opfern und Tätern offiziell umgegangen wird

aber die größte Schande ist, dass Übergriffe - wenn möglicherweise auch in einem geringeren Ausmaß - noch immer passieren

Gast: globetrotterneu
19.06.2012 01:30
11 0

zeit für gerechtigkeit

sozialisten schützen sozialisten ist nichts neues.

Datenschutz

Interessante Ausrede.
Wenn die Daten relevant sind für einen möglichen Tatbestand, werden sie nicht geschützt. Die Kriminalpolizei schaut ja auch in den Sozialversicherungscomputer, um herauszufinden, wer wann wo gearbeitet hat.
Wird hier ermittelt oder nicht?
Hier müsste eigentlich nach dem Tierschutzparagraphen angeklagt werden.

10 0

Datenschutzrechtliche Grundlage

Welche Sozialisten da wohl geschützt werden müssen?

Interessant wie schnell ein Bericht über aktuellste Misshandlungen bei den Wiener Kinderfreunden (ein Widerspruch in sich) wieder aus den Medien verschwand.

1 5

Wer die Fr.Dr. Helige kennt, weiß auch dass Sie äußerst gründlich in Ihrer Arbeit ist, daher würde ich abwarten und Sie arbeiten lassen, bevor man oberflächliche Kritik nur so in die Luft sprudelt. Sie weiß schon was Sie tut. Sie braucht nur Zeit und man muss Sie arbeiten lassen. Sie hat mehr als 25 Jahren Berufserfahrung und kann sehr genau unterscheiden was Sache ist. Finde den sensiblen Umgang mit den Opfern viel wichtiger als das mediale Kleingeld hier!


Gast: gasti
18.06.2012 20:30
9 0

da kann man doch die bute ock fragen

die kennt sich da aus

Re: da kann man doch die bute ock fragen

Bock bröckelt.
Wenn sie jetzt nicht redet, verliert sie jede Glaubwürdigkeit.
An ein paar Namen wird sie sich hoffentlich noch erinnern können.

Antworten Gast: Gast: Angela
18.06.2012 22:17
2 0

Re: da kann man doch die bute ock fragen

Sie meinen wohl Ute Bock .... eine gute Idee, wenn sich die "Dame" noch erinnern kann.

wann werden die täter und verantwortlichen genannt?

oder ist das dann wieder verletzung der "opferrechte"

12 0

Re: wann werden die täter und verantwortlichen genannt?

Wenn an den Gerüchten irgend etwas dran ist, nie.

Re: Re: wann werden die täter und verantwortlichen genannt?

Es hängt zwar viel dran, sicher einige im Moment noch aktive höhere Dienststellen, aber ich habe den Eindruck, die müssen schon sämtliche Kräfte aufbieten, um dem Druck standzuhalten. Ein unaufmerksamer Moment, eine kleine Illoyalität, und alles bricht zusammen.
Vorsorglich sollte man das Jugendamt ersatzlos schließen, denn das waren ja keine Einzelfälle, und es ist höchstwahrscheinlich damit nicht vorbei, sondern damals dürfte das die Grundeinstellung zu Kindern gewesen sein, und man muss schon ein großer Optimist sein, um zu glauben, dass jetzt alles in Ordnung ist und sowas nicht mehr vorkommt, auch bei den aufopfernden und allergütigsten Pflegeeltern.

Re: Re: wann werden die täter und verantwortlichen genannt?

gab es da nicht unlängst ein buch, in dem die täter mit tierhälften zusammengenährt worden sind?

Gast: Tomb
18.06.2012 18:23
14 1

Langsam

Ja liebe Genossen, bitte nicht zu schnell aufkären,ist ja keine kirchliche Einrichtung, wo man mit Schuldsprüchen sofort bei der Hand ist

Interviews, Hütteldorf ...

1) Interviews:
das klingt sehr nach Mediensprache. Warum wurden die Personen nicht "befragt", warum führt man ihnen kein "Gspräch"...?
2) Anstalt Hütteldorf:
wird doch am Ende nicht die Stadt des Kindes - seinerzeit Wiener Aushängeschild" gemeint sein -oder?

Wird wohl erst nach der Wiener Wahl passieren!

....

Re: Wird wohl erst nach der Wiener Wahl passieren!

Sie meinen, wenn die Roten bei der Wahl, abigschoben und möglicherweise im Rathaus nicht mehr die Mehrheit haben?