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Graz: Vierjährige stirbt nach Zahnoperation

19.06.2012 | 13:41 |   (DiePresse.com)

Nach dem Eingriff im LKH Graz wachte das Mädchen nicht mehr aus der Narkose auf. Wenige Tage später verstarb es. Das Landeskriminalamt ermittelt.

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Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt haben Ermittlungen wegen des tragischen Todes einer Vierjährigen im Landeskrankenhaus Graz aufgenommen. Das Mädchen habe während einer Zahnoperation einen Lungenkrampf erlitten und sei aus der Narkose nicht mehr aufgewacht, berichteten die verantwortlichen Ärzte am Dienstag. Das Kind war am vergangenen Wochenende gestorben. "Es handelte sich um eine Komplikation, wie sie mir noch nie untergekommen ist", meinte ein Anästhesist.
 
Das Mädchen wurde am vergangenen Dienstag wegen einer Zahnsanierung in der Kinderchirurgie des LKH Graz behandelt und für den Eingriff in Narkose versetzt. Bei der Vierjährigen war ein massiver Kariesfall gegeben, zehn Milchzähne mussten extrahiert werden. Ein "Routineeingriff", wie der ärztliche Leiter des LKH-Uni-Klinikums Graz, Gernot Brunner, sagte.

Kind an Sauerstoffmangel gestorben

"Es ist im Verlauf der Operation zu einem schweren Lungenkrampf gekommen, zu einem Spasmus, bei dem es auch mittels künstlicher Beatmung nicht möglich war, die Lunge ausreichend zu versorgen." Man verlegte das Kind zwar sofort auf die Intensivstation, dennoch starb es einige Tage später an den Folgen des Sauerstoffmangels, ohne wieder aufgewacht zu sein.

Propofol sei zur Einleitung verwendet worden, es gebe aber keinen zeitlichen Zusammenhang mit dem Lungenkrampf, weshalb ein Vergleich mit einem Fall in Tirol aus jüngster Vergangenheit nicht zulässig sei. Eine Allergie oder eine andere Vorerkrankung sei bei der Vierjährigen auch nicht festgestellt worden.

"Schicksalshafter Verlauf"

Eine interne Untersuchung habe keine Hinweise auf Fehlverhalten oder Fahrlässigkeit erbracht, so Brunner, es handelte sich "allem Anschein nach um einen schicksalshaften Verlauf." Man sei um volle Aufklärung bemüht, wie üblich sei sofort eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft ergangen, die Patientenombudsstelle wurde informiert. "Gegenüber den Eltern haben wir von Anfang an ein aktives Informationsmanagement betrieben, ein Kriseninterventionsteam wurde beigestellt", betonte Brunner.

Seitens der Staatsanwaltschaft Graz wurde bestätigt, dass die Ermittlungen aufgenommen wurden, wie in solchen tragischen Fällen üblich, wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Umständen, so Sprecher Hansjörg Bacher. Zur Feststellung der genauen Todesursache wurde eine gerichtsmedizinische Obduktion angeordnet, das Landeskriminalamt führt Erhebungen durch.

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43 Kommentare
 
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Rund um die Uhr Krankenpflege - Realität

Diplomschwestern werden versprochen und sind auch vorgeschrieben: kommen tun über diverse Vereine oft nur Betrüger - oder sind die Vereine die Betrüger?

Wenn etwas schiefgeht, verschwindet die Pflegemappe vor der Übergabe.

Die Grauzone der tödlichen Pflegefälle ist vermutlich sehr groß.

Ich spreche aus Familienerfahrung und weiß, wie leicht es wäre, mit der Überdosierung von Schmerzmitteln eventuell auch im Sinne von Erben schnell aus dem Weg zu räumen.

Es gibt keine Kontrolle, es gibt keine Anzeigen und der jüngste Fall der zwei Arsenopfer der selben Pflegerin sagt sehr viel über die staatliche Qualitätkontrolle aus, so wie die Korruptionsfälle auch über die politisch Verantwortlichen.

Ganz einfach: da wo nicht viel Geld gemacht wird, vom Arzt z. B., passiert in der Aufsicht viel zu wenig - eh logisch.

Und wen sogar in Unikliniken reihenweise Fehler unter den Teppich gekehrt werden können, dann sagt die Logik, ohne Geld keine Musik und Geld regiert dann unter unglücklichen Umständen Dein Schicksal.
Nichtwahr - ich schreibe aus persönlich gemachter Negativerfahrung.
Umgekehrt hätte man bei Anwendung von vorgegebenen Gesetzen aboslut zu wenige Pflegekräfte - so kann halt in der Praxis auch letzklassiges Personal ganz leicht zum Zug kommen - damit ist vieles möglich.


Gast: advo
20.06.2012 11:25
2 1

Wissenschaft

Die Medizin ist keine exakte Wissenschaft. Es kommt leider vor, dass die übliche medizin. Behandlung zu einem Mißerfolg führen kann. Dafür ist dem Arzt oder Krankenhaus keine Schuld zu geben, bei mangelhafter Aufklärung des Patienten hingegen schon!

weswegen muss der leserschaft erlaubt werden, bei solch einem todesfall das forum mit alltagstheorien und pseudo-expertenmeinungen zu fluten?


Re: weswegen muss der leserschaft erlaubt werden, bei solch einem todesfall das forum mit alltagstheorien und pseudo-expertenmeinungen zu fluten?

Schon mal was vom Recht auf freie Meinungsäußerung gehört? Nur so zum Nachdenken! Und vielleicht ist ein Artikel wie dieser dazu angetan, dass Menschen über operative Eingriffe mehr Informationen einholen!

Antworten Gast: UNHQ
20.06.2012 10:25
4 0

Re: weswegen muss der leserschaft erlaubt werden, bei solch einem todesfall das forum mit alltagstheorien und pseudo-expertenmeinungen zu fluten?

Weil zum Glück nicht sie bestimmen was andere Menschen denken bzw. sagen dürfen! Und hier sind schon einige interessante Theorien gepostet worden. Z.B. die Soja-Theorie finde ich persönlich durchaus nachvollziehbar und auch wert das ihr nachgegangen wird ...

Gast: pferdekopf
19.06.2012 22:47
0 4

was mir auffällt

wenn hier jemand gegen die ärzte postet,egal welche erfahrung man einbringt, so hat er/sie viele negative bewertungen.
wie kann das sein??
eigendlich genauso irrational wie die sich immer wiederholenden wahlergebnisse.
ist unsere gesellschaft schon so manipuliert?
bin gespannt,ob dieses posting erscheint.

11 3

Passiert alle Jahre mal

Die letzten zwei Male in Innsbruck, diesmal in Graz.

Das Beste ist immer noch, auf seine Gesundheit zu schauen (keine Süssigkeiten und süssen Säfte) und dadurch ärztliche Behandlungen weitgehend zu vermeiden.

Sojaöl.

Das ist jetzt nur eine Mutmaßung, aber ich hab gerade nachgeschaut: In allen derzeit verfügbaren Propofol-Präparaten ist Sojaöl drin, und Allergie gegen Soja und Erdnüsse sind eine Kontraindikation für die Anwendung.
Leider ist der Artikel mehr als unvollständig. Es ist unklar, ob das Kind intubiert oder nicht. Weiters gibt es keinen "Lungenkrampf". Was krampfen kann, sind lediglich die Bronchien. Sowas passiert aber eigentlich nur im Rahmen eines massiven anaphylaktischen Schocks.
Da müsste man schon fragen, ob bei den mit Propofol narkotisierten Patienten vorher zuverlässig geklärt wird, ob eine Sojaallergie besteht oder nicht. Bei einem vierjährigen Kind kann man das vermutlich nur testen, und ich möchte wetten, das ist nicht geschehen.

Das alles ändert nichts an der grauenhaften Tragik dieses Falls, aber man soll nicht immer gleich von schicksalhaften Verläufen sprechen, sondern schon einmal zuerst hinschauen, was der Grund gewesen sein könnte. Abgesehen davon, dass es wohl eine Obduktion geben muss, mit der das hoffentlich geklärt wird.

0 1

Re: Sojaöl.

Schicken Sie das vielleicht an die Patienten-Ombudsstelle, wenn Sie sicher sind, dass das stimmt, was Sie schreiben. Die werden dem wohl nachgehen.

Re: Re: Sojaöl.

Wie soll man etwas melden wenn man sicher ist, obwohl man geäussert hat das es eine Mutmaßung ist?

Jedes weitere Kommentar zuviel

Mir, als ebenfalls von einem ähnlichen Fall Betroffenen, krampft das Herz wenn ich so was lese.
Es gibt nichts, was man da noch sagen könnte, daher schließe ich mich @Beyond Darkness an und bitte, in solchen Fällen die Kommentare zu deaktivieren!

Gast: Teddy
19.06.2012 14:09
24 1

...

... ich verstehe nicht ganz wieso Eltern zulassen das die Kinder so massive Karies bekommen (sodass im Endeffekt die Zähne extrahiert werden müssen), ich mein doch Milchzähne muss man ja genauso pflegen wie die zweiten, schliesslich haben die Kinder diese Zähne doch +- 5 oder 6 Jahre.

Re: ...

Die "Karies"-Fälle haben in den letzten Jahren so massiv zugenommen, dass ich stark bezweifle, dass das wirklich Karies ist. In vielen Fällen kommen die Zähne nämlich schon "kariös" heraus, und dann kann es keine mangelnde Pflege gewesen sein.

9 2

Re: ...

Ich habe einmal beim Zahnarzt einen 11jährigen Buben gesehen, der hatte komplett zerfressene Zähne. Das kam von zu viel "gesunden" Fruchtsäften und wohl auch zuwenig Pflege. In dem Fall waren das freilich schon die zweiten Zähne, der hat eine Prothese bekommen, die waren alle kaputt. Arg, was manche Leute mit ihren Kindern aufführen.

Was es in dem Fall war, weiß man aber nicht. Es muss ja nicht Karies sein.

Ärzte sind bei uns nie an etwas Schuld

Da ich ein Ärztepfusch Opfer (lebenslang behindert) in der Familie habe bin ich nicht ganz so nachsichtig mit den Weisskitteln.

De arme Familie. Nicht genug dass sie ihr Kind verloren haben müssen sie auch noch durch die medizinische Lügen- und Entschuldungsmaschine. Ich kenn das. Mein Beileid.

Re: Ärzte sind bei uns nie an etwas Schuld

Ich antworte mir hier einmal selber. Ich bin schon dabei dass Ärzte nicht immer Schuld sind aber Medizin ist ein beinhartes und sehr gefühlloses Geschäft. Der Arzt als selbstloser Menschenfreund ist doch nur ein überstrapaziertes Klischee. Solange sie nicht müssen werden Ärzte nie Verantwortung für ihr Tun übernehmen genausowenig wie Manager von Atommeilern Verantwortung für ihren Pfusch übernehmen.

Ich kenne den Fall nicht und ich schreibe hier Vorverurteilend aber ich durfte die Terrormethoden der Ärztemafia ja auch schon selber geniessen. Vielleicht denken Sie nachdem Sie das erlebt haben auch so. Ich finde es ebenfalls unverantwortlich von den Eltern solchen Kariesbefall zuzulassen.

Antworten Antworten Gast: Fly Niki
20.06.2012 13:54
2 0

Re: Re: Ärzte sind bei uns nie an etwas Schuld

Nie käme jemand hierzulande auf die Idee, z.B. einen Piloten so zu verunglimpflichen, der einen Flieger in den Sand gesetzt hat. Aber Ärzte werden pauschalisiert und von einer hasserfüllten Neidgesellschaft zum Abschuss freigegeben, als unqualifizierte, unbarmherzige Megaverdiener hergestellt. Der Grossteil der Ärzteschaft arbeitet sehr hart und mit hoher Verantwortung zu allen möglichen Tages- Wochen- und Jahreszeiten, wird durchschnittlich entlohnt (möchten Sie für 20 Euro brutto in der Nacht im OP stehen?). Nicht alle Kinder haben Karies und nicht alle Ärzte sind Pfuscher. Ok?

Re: Re: Ärzte sind bei uns nie an etwas Schuld

100% richtig! Jeder, der schon durch Medzinfehler zu Schaden gekommen ist, weiß, wie sich Ärzte "abputzen"! Entweder ist der Patient selbst Schuld oder der Verlauf war schicksalshaft..... Das einzig Schicksalshafte ist wohl, dass ein Patient nicht weiß, ob ein Arzt ausreichend qualifiziert ist!

8 1

Re: Ärzte sind bei uns nie an etwas Schuld

Das ist freilich schrecklich. Aber eine Vorverurteilung in diesem Fall finde ich unangemessen. Sie wissen weder ob es die Schuld des Arztes war noch ob es durch einen vermeidbaren Fehler passiert ist.

Man vergisst halt gerne, dass Ärzte auch Menschen sind und Fehler machen können. Wenn es fahrlässige Fehler sind sollen sie selbstverständlich zur Rechenschaft gezogen werden.

13 1

Re: Ärzte sind bei uns nie an etwas Schuld

Nicht nie - aber auch nicht immer.
Ärzte sind nicht immer an allem alleine Schuld.
Der "Pfusch" beginnt oft schon daheim:
massiver Kariesbefall bei einem Kleinkind gehört dazu und ist bereits als Körperverletzung zu bewerten.

Antworten Gast: ido
19.06.2012 14:51
8 1

Re: Ärzte sind bei uns nie an etwas Schuld

nicht falsch verstehen - ich glaube auch nicht an die "Götter in weiß" - es ist aber nicht jeder Arzt automatisch, immer Schuld...

Beim Beileid schließe ich mich an!

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Restrisikoprozente

S.: "Es ist leichter zu verkraften, wenn sie in der Schlacht umkommen. Wenn mir jemand unter dem Messer wegstirbt, oder durch eine, eine Infektion, dann muss ich mir immer wieder klar machen, dass das die Schuld des Feindes ist, nicht meine."
[...]
J.: "Übel bleibt Übel."
(Dialog aus "Master and Commander" zwischen dem Schiffsarzt und dem Kapitän)

Mein Beileid den Eltern (und den Geschwistern ?).

Schuld - Wer kann sie tragen?

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Re: Restrisikoprozente

Vielleicht ist niemand schuld. Das gibt es schon auch. Momentan schaut es danach aus.

Gast: gast_nt
19.06.2012 13:05
6 0

tragischer Fall

keine Frage - ein Schock für die Familie. Aber bevor hier wieder über die Ärzte geschimpft wird - in ganz wenigen Fällen ist es nun mal leider so, das Menschen nicht aus der Narkose erwachen. Die Eltern wussten vermutlich auch bescheid über die geringe Chance, dass so etwas schlimmes passieren kann - nur keiner rechnet damit. Die Alternative wären vermutlich mehreré sehr schmerzhaft Behandlungen geweseb - und das wollte man vermutlich dem Kind nicht antun. Somit ein tragischer Fall, der leider ab und zu vorkommt.

An die Redaktion:

Bitte bei solch tragischen Ereignissen keine Kommentare ermöglichen!

Antworten Gast: Freisprechanlage
20.06.2012 10:30
3 2

Re: An die Redaktion:

Und warum nicht? Sind Sie das Wahrheitsministerium?

 
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