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Ungebremste Lust auf die Stadt

19.06.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

5,5 Millionen Österreicher leben im städtischen Umfeld, die Landeshauptstädte verzeichnen hohen Bevölkerungszuwachs. Verlierer sind das nördliche Waldviertel und ehemalige steirische Industrieregionen.

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Wien/Stög. In einer Großstadt arbeiten und in einer „Satellitenstadt“ am Rand wohnen – dieser Trend wird auch in den nächsten Jahren anhalten. Wie eine am Dienstag präsentierte Statistik des Städtebunds zeigt, leben derzeit rund 5,5 der 8,4 Millionen Einwohner Österreichs in einer der 34Stadtregionen. Diese befinden sich rund um die Landeshauptstädte, aber auch in vermeintlich „ländlichen“ Gebieten wie Lienz, Vöcklabruck oder Weiz. Diese sogenannte „Binnenimmigration“ ins Umland werde weiter anhalten, erklärte Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Statistik Austria.

Einen besonders hohen Bevölkerungszuwachs weisen die Ballungszentren Wien, Graz und Linz auf. So verzeichnete die Bezirkshauptstadt Gänserndorf knapp 20 Kilometer nordöstlich von Wien von 2001 bis 2011 ein Bevölkerungsplus von 28 Prozent, die Gemeinde Vösendorf südlich von Wien ein Plus von fast 26 und das direkt an der Stadtgrenze gelegene Gerasdorf ein Plus von 23,4Prozent. Ähnlich ist die Entwicklung in der Stadtregion Graz: In Seiersberg – mit knapp 7500 Einwohnern eines der größten „Dörfer“ Österreichs“ – wuchs die Bevölkerung von 2001 bis 2011 um 22, in Gratkorn um 13 Prozent. Am Stadtrand von Linz wiederum legte Leonding, an jenem von Innsbruck Hall/Tirol besonders zu.

 

Graz ist nicht „Pensionopolis“

Weniger erfreulich ist die Lage in den ehemaligen steirischen Industrieregionen. Hier gibt es einen Bevölkerungsschwund. Die Stadt Eisenerz zählte 2001 noch knapp 6500 Einwohner, 2011 waren es nicht einmal mehr 5000. Zum Vergleich: 1950 lebten noch ca. 13.000 Menschen in Eisenerz. Aber auch anderen steirischen Städten wie Mariazell (-12,5 Prozent) oder Murau (-10,1) geht es nicht besser. Ein Sorgenkind in puncto Abwanderung ist auch das nördliche Waldviertel: Litschau und Heidenreichstein verzeichnen ebenfalls starke Bevölkerungsrückgänge.

Das obersteirische Eisenerz hält aber auch einen anderen Rekord: Mit 51,4 Prozent hat die Stadt den geringsten Anteil an Personen im klassischen Erwerbsalter (20 bis unter 65 Jahre). Jene Landeshauptstadt mit dem höchsten Anteil an Einwohnern im erwerbsmäßigen Alter ist das vielfach als „Pensionopolis“ gescholtene Graz. Die steirische Metropole hat zudem mit einem Bevölkerungsplus von 15,6Prozent in den vergangenen zehn Jahren am stärksten zugelegt. Dagegen ist St. Pölten die Landeshauptstadt mit dem höchsten Anteil an Pensionisten. Vorarlbergs politisches Zentrum Bregenz ist mit einem Anteil von 21,5 Prozent der 0- bis 19-Jährigen die „jüngste Landeshauptstadt“ Österreichs.

Menschen mit Migrationshintergrund lassen sich bevorzugt in Großstädten nieder. Wenig überraschend hat daher auch Wien mit einem Anteil von 21,5 Prozent, gemessen an der Wohnbevölkerung, den höchsten Ausländeranteil, gefolgt von Salzburg und Bregenz. Am geringsten ist dieser in Klagenfurt (10,6) und Eisenstadt (9,4).

Analysiert wurden auch Ausgaben der Städte, vor allem in puncto Bildung. „Die Bereitstellung von Bildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen gehört zu den wichtigsten Infrastrukturleistungen der Städte“, erklärte Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger. So beliefen sich die jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben für vorschulische Erziehung 2010 in Landeshauptstädten auf durchschnittlich 5700 Euro pro Kind, beim allgemeinbildenden Unterricht bei 3300 Euro pro Schüler.

Für das laut Weninger „städtische Investitionsprogramm schlechthin“, einen Bildungscampus, sieht er aber schwarze Wolken aufziehen: Im Rahmen des Konsolidierungspaketes sei die Möglichkeit des Vorsteuerabzuges für Bildungseinrichtungen eliminiert worden. Dadurch würden sich Investitionen für Bauprojekte um 20Prozent verteuern.

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Bruck, Kapfenberg fusionieren

Unterdessen wurde am Dienstag bekannt, dass die obersteirischen Städte Bruck/Mur und Kapfenberg fusionieren. Die Zusammenlegung soll 2015 erfolgen, aus der jetzt dritt- und viertgrößten Stadt würde dann die zweitgrößte Stadt der Steiermark entstehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2012)

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92 Kommentare
 
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es ist erstaunlich, wie die speckgürtelbewohner

sich Wien schlecht reden bzw schreiben - denken müssen oder besser gesagt wollen!? es gibt in Wien jede Menge lebenswerter "Ecken" die mehr oder weniger leistbar sind! Wien ist eine weltklasse Weltstadt! passt bloß auf, das eure speckgürtel-Siedlungen keine geisterstädte a la USA werden, wenn die Pendler sich das Benzin nicht mehr leisten können!

Re: es ist erstaunlich, wie die speckgürtelbewohner

dann gehen die dummen Wiener nämlich zu Fuß oder fahren 15 min mit der u-bahn in die Arbeit oder zum Arzt oder ins kino oder in die Oper oder auf die alte Donau oder nach Schönbrunn ....

Antworten Antworten Gast: gäst
20.06.2012 22:01
1 1

Re: Re: es ist erstaunlich, wie die speckgürtelbewohner

Das interessiert den Kommentarschreiber hier nicht.
Ich bin ja kein Soziologe, aber mir scheint...
Der durchschnittliche Semperer hier ist:
-> Männlich
-> Mitte 35 -45
-> Arbeitet viel in einem Job der ihn nicht interessiert, war immer brav und ist unglaublich wütend dass er doch kein + ins Klassenbuch kriegt (und nicht mal befördert wird) und sich die hübsche Kollegin für ihn nicht interessiert.
-> Ist daher extrem frustriert - Schuld sind aber sicherlich die anderen (auf jeden Fall alle, die glücklicher sind als er und besonders diese "Linken", die vielleicht noch in Wien wohnen, vielleicht sogar in einem Innenbezirk und sicherlich total viel schlimme Sache machen, die er sich aufgrund seines inneren Polizisten nie trauen würde)
-> Ganz schlimm auch die Ausländer. Wo er 5 auf einmal sieht ist auch automatisch die Kriminalität ganz, ganz schlimm, zumal er die Geschichte von der X, die hat einen der Y ganz zu schweigen von z. Und überhaupt, die ganzen Ausländer die da dort drüben herumsitzen. Einfach so.
-> Hat schlimmstenfalls eine Scheidung hinter sich und zahlt womöglich immer noch Raten für das Haus im Speckgürtel.
Der nette Gemeindebau oder die leistbare Genossenschaftswohnung war dann doch zu wenig für "sein Österreich", weil total viele Ausländer und so.
Beinahe bekommt man Mitleid.

Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
20.06.2012 23:57
1 0

Re: Re: Re: es ist erstaunlich, wie die speckgürtelbewohner

Löscht das. Es ist eigentlich zu blöd. Für sowas gibts doch eigentlich eine Zensur?

3 0

Wenn wundert's

Für den Gegenwert einer ~ 60 m² Eigentumswohnung (sagen wir im 9.) kann man sich schon ein Haus im Grünen bauen (mit wesentlich mehr als 60 m² Wohnfläche).

Antworten Gast: Yxer7
20.06.2012 18:46
1 0

Und dennoch wollen alle weg vom Land.

Weil ein Haus alleine nunmal keine Lebensqualität darstellt.

7 0

kein wunder.

wer will in wien schon leben?
die österreicher ziehen aufs land, zurück bleiben die bildungsfernen in - und ausländer.

Antworten Gast: svv Z2
20.06.2012 19:49
1 2

Artikel

nochmal lesen.

Antworten Gast: gäst
20.06.2012 13:11
1 6

Re: kein wunder.

Nur blöd dass es haargenau andersrum ist. Die "bildungsnahen" leben konzentriert in den Großstädten. Und was noch schlimmer ist: Konzentriert in den grünen Gegenden. Und damit meine ich nicht den Wienerwald.

5 0

Re: Re: kein wunder.

ach, darum hat wien so eine hohe arbeitslosigkeit und braucht die nö um zu überleben.
darum steigt in wien die kriminalität, das verbrechen, die korruption usw.......
sind ja alle so bildungsnahe.
lol.......

Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
20.06.2012 14:10
1 3

Re: Re: Re: kein wunder.

Jede Stadt hat ein Umland. Man möchte ja glauben: Das eine gibt es nicht ohne das Andere.
Dass in Städten Kriminalitätsraten und Arbeitslosigkeit höher liegen ist auch nicht verwunderlich.
Nichtsdestotrotz ist die formale Bildung in den Städten deutlich höher als außerhalb und innerhalb der Städte sind es wiederum Bezirke wie 6,7,8.
Sieht man hier:
http://www.statistik.at/web_de/static/hoechste_abgeschlossene_ausbildung_2001_akademikerquote_nach_politischen_b_025462.gif

und hier:
http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/grundlagen/stadtforschung/gis/karten/images/akademikerquote-2001-gr.jpg

Und was Kriminalität angeht gibt es wohl kaum eine andere Stadt vergleichbare Größe in Europa die derart "sicher" ist.

3 0

Re: Re: Re: Re: kein wunder.

bildung hat nichts mit ausbildung zu tun.
das ist ein unterschied.
und die kriminalität steigt und steigt.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: bua
20.06.2012 20:58
0 2

Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

Erklären Sie mal den Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
20.06.2012 15:47
1 3

Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

Dafür gibt es absolut keinen Hinweis außer das Dafürhalten sich unsicher fühlender Personen.

2 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

lesens mal die kriminalitätsstatistik und dann reden wir weiter.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Sturo
20.06.2012 18:48
0 3

Die steigt

vor allem in NÖ kräftigst an. Dagegen ist Wien ein sicheres Platzerl.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
20.06.2012 16:36
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

Die fluktuiert seit Jahren völlig unabhängig vom subjektiven Sicherheitsgefühl.
Meiner Meinung nach spricht das sowohl gegen das "Sicherheitsgefühl" (von dem man z.B. weiß, dass sogar scheinbar unverbundene Dinge wie Dreck auf den Straßen oder Geräuschbelästigung damit zu tun haben) wie auch gegen die Statistik. So oder so stehen hier zwei Behauptungen gegeneinander die so nicht beweisbar sind. Man müsste sich z.B. ja erst einmal einigen, über was man überhaupt bei Kriminalität spricht. Gibt auch einen ganzen Haufen Unersuchungen, die nahe legen, dass Kriminalität überall in etwa gleich verteilt ist, der Umgang damit nur ein anderer ist.

0 0

Re: Re: Re: Re: kein wunder.

die ausbildung sagt nichts über die bildung aus.
das ist ja das problem in den bezirken innerhalb des gürtels.
deswegen braucht wien ja die nö zum arbeiten.
wien ist nicht sicher, das ist eine propanda der sozis.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: einBildung und so...
20.06.2012 20:38
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

ein studium ist ja nur ausbildung. genau die kriminalitätsstatistik zu kennen ist die wahre bildung.
alles andere ist propanda der sozis...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: baosichawohl
20.06.2012 15:54
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

die grünen Bezirke 6,7,8

gleich einen lachkrampf bekomme

die selbsternannte elite wohnt in stätischen bereichen mit bis zu 90%
verbauter fläche und will grün -ökologisch sein .

also wer den widerspruch findet
hat schon mal nachgedacht

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
20.06.2012 15:49
0 2

Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

Na dann klären sie alle doch bitte auf: Was sagt dann etwas über Bildung aus?
Und natürlich braucht es Pendler. Jede Großstadt braucht Pendler.
Welche Propaganda der Sozis? Direkt aus der roten Hochburg in der Herrengasse?
Es gibt, wie oben geschrieben, keinen Hinweis. Ich wohne seit Geraumer Zeit in Wien, in einer auch nicht gerade optimal beleumundeten Gegend. Und mir ist nie - nie- was passiert.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

bildung ist was anderes als ausbildung.
ist der das so schwer zu kapieren?
eine ausbildung/schulbildung sagt nicht darüber aus, ob einer sich für kunst, kultur, musik usw........ interressiert.
schön das noch nie was passiert ist, bei mir hats auch noch nie gebrannt und deswegen schaffen wir die feuerwehr auch nicht ab.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
20.06.2012 16:41
1 2

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: kein wunder.

Daher schrieb ich auch "formale Bildung". Dann ist Ihr Beitrag aber schlichtweg eine Unterstellung. Oder worauf basiert denn bitte die Annahme, dass sich das niederösterreichische Wiener Umland im Durchschnitt mehr für "kunst, kultur, musik usw" interessiert zumal auch hier ja nicht einmal klar ist, was damit gemeint sein soll (fällt Graffiti oder "krocha" darunter? Oder bloß "E- Musik"?).
Worauf ich hinauswollte, ist dass persönliche Sicherheit eine sehr subjektive Sache ist. Sie sind der Meinung, Wien wäre unsicher, ich bin der Meinung, Wien wäre sehr sicher, überhaupt verglichen mit anderen Städten vergleichbarer Größe. Dass dazu Daten vorliegen ist bekannt, nicht umsonst geht die Stadtregierung damit Jahr für Jahr hausieren.

Gast: austria wien
20.06.2012 09:24
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bevölkerung

wenn man teilweise die bevölkerung am land sieht - ist es kein wunder wenn eine stadtflucht einsetzt.
Vereinsmeierei in reinkultur, jeder weis über den anderen etwas usw. .....

Antworten Gast: Vereinsmeier
20.06.2012 15:32
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Jetzt könnte ich darauf antworten:

...und die Wiener fahren am Wochenende aber schon ganz gerne zu den ganzen Veranstaltungen außerhalb.

Da wären Weinlesefeste, Prozessionen, Kirtage, ...

Jetzt, als gelernter Österreicher, dürfen Sie dreimal raten, wer das veranstaltet?

Antworten Antworten Gast: Leopold Himemrweiger
20.06.2012 19:51
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Als Landbewohner

wundere ich mich, wie Sie draufkommen, dass viele Städter bei unseren Prozessionen und Kirtagen teilnehmen würden. Das stimmt doch gar nicht.

 
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