Das am Samstag vergangener Woche am Grazer LKH-Universitätsklinikum nach einer Zahnoperation verstorbene vierjährige Mädchen hat einen Hirntod erlitten, wie die Staatsanwaltschaft Graz am Mittwoch bekannt gab. Weitere medizinische Gutachten sollen in den nächsten zwei Wochen erstellt werden. Der Leichnam des Mädchens wurde mittlerweile zur Beerdigung freigegeben.
Seitens des Krankenhauses war eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden, diese hatte – wie in solchen Fällen üblich – Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Umständen aufgenommen. Noch müssten einige Zeugen und Ärzte sowie medizinisches Personal befragt werden.
Indessen hat der zahnärztliche Leiter im Landeskrankenhaus Graz, Norbert Jakse, gegenüber orf.at angegeben, dass die Zahl der Kariesbehandlungen bei Kindern unter Vollnarkose gestiegen sei; jährlich würden im LKH bis zu 150 Kinder behandelt. Zu einem derartig schweren Zwischenfall sei es allerdings noch nie gekommen.
Lungenkrampf bei Zahnoperation
Das Mädchen war am vergangenen Wochenende gestorben, nachdem es während der Operation einen Lungenkrampf erlitten hatte und aus der Narkose nicht mehr aufwachte. Das Mädchen war wegen zehn hochkariöser Zähne operiert worden.
Laut interner Untersuchung des Landeskrankenhauses habe kein Fehlverhalten festgestellt werden können. "Es handelte sich um eine Komplikation, wie sie mir noch nie untergekommen ist", erklärte ein Anästhesist am Dienstag in einer Pressekonferenz des LKH. Auch Wiener Experten haben am Dienstag von sehr seltenen Komplikation gesprochen.
(Ag./Red.)
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