Wien (APA/red.). War Natascha Kampusch des einzige Opfer von Wolfgang Priklopil? Gibt es Hinweise auf andere Verbrechen? Um diese Fragen möglichst lückenlos beantworten zu können, nimmt die Polizei nun punktuelle Grabungen im Garten des (durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen) Täters vor. Das Grundstück liegt ebenso wie das bereits durchsuchte Einfamilienhaus in Strasshof (NÖ).
Auch gehen die Ermittler nach wie vor diversen Hinweisen aus der Bevölkerung nach - möglicherweise existiert doch ein Mitwisser bzw. Mittäter.
Indessen hat Ludwig Koch, der Vater des Entführungsopfers, am Montag in einem Interview mit dem italienischen Staatssender RAI 2 Kritik an Jugendpsychiater Max Friedrich geübt. Dieser betreut Natascha Kampusch.
Laut Koch sei das TV-Interview zu früh erfolgt: "Es war offensichtlich, wie sehr Natascha dieser Auftritt anstrengte. Friedrich hatte kurz nach der Befreiung behauptet, dass Natascha Zeit zur Erholung brauchte. Ich hätte ihr mehr Zeit vor einem Auftritt gelassen, mindesten einen oder zwei Monate. Sie hätte es sich verdient." Und: "Mehrere Psychiater haben mir versichert, es wäre das Beste, wenn Natascha sich bei ihrer Familie erholen würde." Friedrichs Reaktion: "Der Vater redet grundsätzlich kritisch gegen alles und jeden."
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