Rauchen wird in den Niederlanden zur Religion: Um das seit Juli geltende Rauchverbot in Gaststätten zu umgehen, will ein Wirt aus Alkmaar aus seinem Beisl die "Kirche der Raucher Gottes" machen. Wie die Nachrichtenagentur ANP am Dienstag meldete, soll dort künftig die heilige Dreifaltigkeit "Rauch, Feuer und Asche" angebetet werden. Wer seiner Religionsgemeinschaft beitrete, solle einen Ausweis bekommen und in allen angeschlossenen Gaststätten rauchen dürfen, wurde Pub-Besitzer Cor Bush zitiert. Demnach haben sich bereits ein Dutzend Lokale gemeldet, die sich der "Raucher-Kirche" anschließen wollen.
Neu ist diese Idee allerdings nicht: Bereits im Jänner hat ein bayrischer Wirt die Gründung einer Raucher-Religion angekündigt, um das dortige Rauchverbot zu umgehen. Es gehe um das rituelle Verbrennen von Tabak: "Bei den Katholiken ist es der Weihrauch, bei den Buddhisten sind es Räucherstäbchen, bei uns die Zigaretten", sagte Gastronom Dirk Bruckner.
In niederländischen Gaststätten darf seit dem 1. Juli nur noch in abgetrennten Räumen geraucht werden. In den berühmten Coffeeshops darf weiter zum Joint gegriffen werden - vorausgesetzt, er besteht aus purem Marihuana oder Haschisch ohne die übliche Tabak-Beimischung. Die Behörden kündigten strenge Kontrollen zur Überwachung des Verbots an. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 2400 Euro. Laut Statistik hängt bisher knapp ein Viertel der Niederländer an der Zigarette.
(Ag./Red.)

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