Rauchverbote senken Kohlenmonoxid-Belastung deutlich

Während in den anderen EU-Ländern die CO-Belastung seit 2006 abnahm, gab es in Österreich eine Zunahme.

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(c) ASSOCIATED PRESS (MICHAEL PROBST)

Umfassende Rauchverbote an Arbeits- und öffentlichen Plätzen - einschließlich der Gastronomie - führen laut EU-weiten Untersuchungen zu einer deutlichen Abnahme von Kohlenmonoxid (CO) in Atemluft und Blut. Innerhalb von zwei Jahren wurden 223.050 Messungen bei aktiven und passiven Rauchern durchgeführt und ausgewertet. Während in allen anderen Ländern die CO-Belastung seit 2006 abnahm, habe es in Österreich eine Zunahme gegeben.

Insgesamt habe die CO-Belastung seit 2006 bei Nichtrauchern um 28 Prozent, bei Tabakkonsumenten um sechs Prozent abgenommen, so der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger über die EU-weiten Ergebnisse der Messungen. Zurückzuführen sei das Ergebnis auf Verbote und Einschränkungen, die viele andere Staaten beim Tabakkonsum in den vergangenen Jahren eingeführt hätten. Auch Maßnahmen wie die Preispolitik, Präventionsprogramme, Werbeverbote und Therapiemöglichkeiten hätten einen Einfluss auf die CO-Konzentration.

Ist das Qualmen in der Öffentlichkeit absolut Tabu, finden sich in den Lungen von Nichtrauchern 2,5 ppm (Teile pro Millionen Teile) Kohlenmonoxid, so die Studie. Bei der bloßen Einschränkung des Rauchens ist der Wert im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch (5,2 ppm). Zum Vergleich: Die CO-Konzentration in der Außenluft darf per Gesetz 8.5 ppm nicht überschreiten. Bei Rauchern übersteigt der Gehalt der Atemluft diese Wert um mehr als das Doppelte (17,5 ppm).

Der Unterschied zwischen Passiv- und Gelegenheits-Rauchern (5,5 ppm) sei gering, betonte Neuberger. Beide hätten ein vergleichbar hohes Risiko einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall zu erleiden oder an Lungenkrebs zu erkranken. Personen, die nur durch Umwelteinflüsse wie den Straßenverkehr belastet seien, würden eine um ca. 30 Prozent geringere Konzentration aufweisen. Grund für dieses Ergebnis ist der - im Vergleich zum direkt inhalierten Zigarettenrauch - besonders schädliche Passivrauch. Dieser enthalte Schadstoffe völlig ungefiltert und transportiere mehr Feinstaub in die Lungen.

Angesichts dieser Ergebnisse sei das mit 1. Jänner 2009 in Kraft tretende neue Tabakgesetz mit strengeren Verboten in der Gastronomie "zu wenig effektiv", kritisierte Christine Klien, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin. Die Situation werde sich nur für einen Teil der Lokalmitarbeiter ändern.

(APA)

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