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Die teuren Raucher

21.01.2010 | 18:16 |  MIRJAM MARITS (Die Presse)

511,4 Millionen Euro pro Jahr beträgt der volkswirtschaftliche Verlust, der durch Raucher verursacht wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die staatliche Einnahmen mit den Ausgaben verglichen hat.

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Für Nichtraucheraktivisten ist es ein weiteres, starkes Argument gegen ihr Feindbild, die Raucher: Diese kommen den Staat ziemlich teuer. Konkret verursachen Österreichs Raucher jedes Jahr einen volkswirtschaftlichen Verlust von 511,4 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie des Instituts für Höhere Studien und der Medizinischen Universität Wien.

Dabei haben die Studienautoren die Kosten, die dem Staat durch den rauchenden Teil der Bevölkerung entstehen, dem volkswirtschaftlichen „Nutzen“ des Rauchens gegenübergestellt. Das Ergebnis: Zwar nimmt Österreich durch die Tabaksteuer jährlich eine Milliardensumme (2008: 1,4 Mrd. Euro) ein. Pensionsversicherungen sparen sich durch die geringere Lebenserwartung von Rauchern – diese sterben zwischen 4,5 und 6,1 Jahren früher als Nichtraucher – Pensionsauszahlungen.

„Aber“, so Ko-Autor und Mediziner Manfred Neuberger (Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Uni Wien), „die Kosten, die dem Staat durch Raucher entstehen, überwiegen deutlich“. Dazu zählen die Behandlung von Folgeschäden (Asthma, Herzinfarkt, Lungenkrebs etc.) sowie die laut Studie „signifikant höhere Wahrscheinlichkeit für Pflegebedürftigkeit unter Aktiv- und Exrauchern“. Miteinberechnet wurden auch Krankenstände und Invalidität von Rauchern. Der errechnete Verlust von 511,4 Mio. Euro sei aber „eine sehr konservative Rechnung“, sagt Neuberger. Denn andere Aspekte, etwa die geringere Produktivität von Rauchern (durch Rauchpausen während der Arbeitszeit), wurden gar nicht mitgerechnet.

Die teuren Raucher also. Ein Argument, mit dem Neuberger, der auch Vizepräsident der Initiative „Ärzte gegen Raucherschäden“ ist, seine Forderung nach einem strikten Rauchverbot in der Gastronomie unterstreicht. „Das wäre die billigste Lösung für alle Beteiligten.“ Die außerdem dazu führen würde, dass die Herzinfarktrate in der Bevölkerung um zehn bis 20 Prozent sinkt. In Schottland ist die Zahl der Herzinfarkte einer Studie zufolge ein Jahr nach Einführung des Rauchverbots in Lokalen um 17Prozent zurückgegangen. Untersuchungen aus anderen Ländern kämen zu ähnlichen Ergebnissen. „Mit keiner anderen Maßnahme“ als komplett rauchfreien Lokalen, sagt Neuberger, könnte man einen derartigen Rückgang an Herzinfarkten erreichen.

 

Feinstaubbelastung in Lokalen

Rauchfrei – davon ist man in Österreich trotz des (theoretischen) Rauchverbots in der Gastronomie seit Anfang 2009 weit entfernt. Wegen vieler Ausnahmen und mangels Überprüfung – eine behördliche Kontrolle gibt es nicht, Gäste müssen Verstöße beim Magistrat melden – wird vielerorts weitergeraucht. Mindestens 60 Prozent der Wirte würden sich nicht an das Gesetz halten, sagte Robert Rockenbauer von der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit der Ärzteinitiative. Im ländlichen Bereich sei der Anteil sogar noch höher, da hier die Hemmschwelle vieler Gäste, den Wirt, den sie persönlich kennen, anzuzeigen, höher sei als in Städten. Rockenbauer fordert „endlich Kontrollen nach Schweizer Vorbild“: Im Kanton Zürich wird die Polizei ab Mai 2010 bei Verstößen direkt Geldstrafen einheben. In Österreich sind Kontrollen durch die Polizei im Tabakgesetz allerdings explizit nicht vorgesehen.Doch selbst in Lokalen, die getrennte Raucher- und Nichtraucherräume geschaffen haben, ist der Schutz vor Nikotin nicht garantiert. Wie eine Schweizer Studie zeigt, ist die Belastung durch den Feinstaub (PM 2,5 oder kleiner), der durch Nikotin entsteht, auch in Nichtraucherbereichen beträchtlich. So ist die Belastung in Nichtraucherbereichen (110,4 ?/m) gleich hoch wie in reinen Raucherlokalen (110,3 ?). Und selbst, wenn der Nichtraucherbereich durch eine Tür abgetrennt ist, liegt die Feinstaubbelastung mit 43,9 ?/m immer noch deutlich über dem „akzeptablen“ Wert von 35 ?. „Diese Werte sind so hoch, dass sie für Asthmapatienten oder Herzkranke eine akute Gefahr darstellen.“ Messungen der Ärzteinitiative in Wiener Lokalen seien zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

AUF EINEN BLICK

511,4 Millionen Euro pro Jahr beträgt der volkswirtschaftliche Verlust, der durch Raucher verursacht wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Höhere Studien und der Med-Uni Wien, die die staatliche Einnahmen (Tabaksteuer) mit den Ausgaben (medizinische Kosten etc.) verglichen hat.

www.aerzteinitiative.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2010)

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103 Kommentare
 
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Max B.
12.02.2010 05:07
0 0

200 euro pro raucher.

wahnsinn. da muß man wirklich dringend was unternehmen,
und wie glaubhaft ;-)
geht¿s noch lächerlicher?
sogar die reinen kontrolltermine beim arzt und die tabletten für cholesterin und blutdruck kosten pro jahr mindestens so viel.

komisch auch, daß sonst meistens eine verkürzte lebenserwartung von 10 bis 15 jahren angegeben wird.
da wird aus dem minus von 200 euro pro jahr aber sehr schnell eine gewaltige ersparnis von vielen, vielen tausend euro. dank rauchens.
wie in unabhängigen studien ja schon längst nachgewiesen wurde.

Antworten Gast: jakov
23.04.2010 11:42
0 0

viele tausend euro

woraus errechnen Sie Ihre "vielen, vielen tausend euro"? etwa daraus, dass die Raucher schneller verrecken? Das stimmt so nicht! Raucher sterben früher, aber nicht langsamer, sondern schneller. Was Sie meinen ist vielleicht eine Ersparnis wegen nicht zu zahlender Pensionen, aber wo sind Ihre unabhängigen Studien? Bitte posten!

Pflanze
26.01.2010 15:03
0 1

Peinlich

Was Illcit hier aufführt, ist wirklich peinlich!

WARUM tut der Admin nichts gegen solche Rabauken?

Antworten Illicit
26.01.2010 16:21
0 0

Re: Peinlich

Peinlich sind immer die, die keinerlei Argumente haben, Gernot.

0 0

Re: Re: Peinlich

Richtig, womit du dich wieder mal selbst entlarvt hast...


Antworten Gast: O. Albrecht
26.01.2010 13:27
1 1

Re: Nichtraucher schlägt zu!

Man muss ja nicht jedes Gschichterl aus Deutschland glauben

Ein zertrümmerter Bierkrug hätte mit Sicherheit einen Schädelbruch verursacht. Wieso hier nicht?

Lag es wirklich an der Zigarette, dass es zu solchen Handgreiflichkeiten kam?

Wieso konnte der Täter nicht gefasst werden? Er war einer von offensichtlich "mehreren" Gästen.

Keiner weiß es, keiner hats gesehen...

Non credo!

Antworten Antworten Illicit
26.01.2010 16:25
0 0

Re: Re: Nichtraucher schlägt zu!

!) Wie kommen sie auf einen Bierkrug? Im Artikelsteht lediglich Bierglas..
2) Hätte man die Polizei rufen können.
3) Wer sagt ihnen, dass der Täter nicht gefasst werden kann?

Illicit
25.01.2010 21:55
0 0

Denunzianten unter uns. Sehr grauslich.....

"Im Internet (www.facebook.at) haben sich 78.000 Sympathisanten für ein Rauchverbot eingetragen. Und bundesweit wurden über 4000 Anzeigen gegen Wirte, die das aktuelle Tabakgesetz (räumliche Trennung über 50 ) ignorierten, eingebracht."

Diese 78.000 Sympathisanten setzen sich zur Hälfte aus Bundesdeutschen Aktivisten zusammen, die eher kontraproduktiv wirken. Der Rest sind Unmündige Kinder, die sich einen Spass machten.

Noch grauslicher finde ich die Unterstützung dieser faschistoiden Gruppe von Namhaften Ärzten. Die sollten sich wirklich überlegen, mit was für einem Pack sie sich da ins Bett legen.
Aber die Pharmalobby fördert natürlich die Aktionen gegen die Demokratie.
Leute passt auf, wo wir mit solchen Elementen hinsteuern! Das ist kein Spass mehr!

Antworten Gast: jakov
23.04.2010 11:49
0 0

Re: Denunzianten unter uns. Sehr grauslich.....

Wo bitte verdient die Pharmalobby am Nichtrauchen? Ist diese Behauptung nicht etwas paranoid?

0 0

Re: Denunzianten unter uns. Sehr grauslich.....

diese Gruppe besteht aus mündigen Menschen die das Diktat der Raucher satt haben.
Und diese Gruppe wird demnächst federführend beim ersten großen Volksbegehren gegen das Rauchen sein (über die Hälfte der nötigen Unterstützungserklärungen wurden schon abgegeben, und die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer).

Stimmt, es ist kein Spaß mehr, wir Nichtraucher machen jetzt ernst.

Lieber Illicit, du kannst dich warm anziehen!

Illicit
25.01.2010 21:38
0 1

Die Methoden der Antis:



- Multinicken
- Dialoge faken
- Manipulieren

Aus Facebook:

Erika Werner Die Frage, die wir (Nicht-Österreicher) uns gestellt haben: wenn zu viele von uns hier bei euch rumhüpfen, ist das dann für euch eine Unterstützung oder eher nicht? Also, ich dachte, dass euere Strategie war, mit den 100.000, die sich hier eintragen, gleich 100.000 Leute für Unterstützungserklärungen zu haben. Das klappt natürlich nicht, wenn zu viele hier gar nicht wahlberechtigt in Österreich sind.

Gast: Thomas
25.01.2010 19:45
1 0

Was ist denn hier los?

Was bitte ist mit dem User "Illcit" los?

Radikaler gehts ja gar nicht mehr! Null Argumente, nur Verunglimpfungen und Beschimpfungen! Hab jetzt mal auf derstandard.at geschaut und kanns gar net fassen was dort von den Rauchverbotsgegnern veranstaltet wird!

Antworten Illicit
25.01.2010 21:43
0 1

Re: Was ist denn hier los?

Tja, Thomas, da hast du aber nur die eine Seite gelesen. Schau mal wie hetzerisch und fanatisch die Nichtraucher, oder was sie sein wollen, dort veranstalten. Ein einziger mit gezählten 186 Nicks täuscht eine Mehrheit vor und fakt Komentare die er mit sich selbst führt.

"Lieber" Thomas, schaus dir an, bevor du weiter hier auf mich los gehen willst.

Antworten Antworten Gast: Thomas
26.01.2010 11:15
1 0

Re: Re: Was ist denn hier los?

Dein Post verdient es gar nicht beantwortet zu werden! Ich tu's dennoch kurz!

Ich verfolge die Diskussion mit Distanz und muss sagen, dass mich das Verhalten so mancher sehr irritiert (du miteingeschlossen)! Das, was auf derstandard.at passiert, spottet jeder Kritik!

Ich frage mich daher ernsthaft, wer hier manipulativ und radikal vorgeht!

Das Ganze ist einfach nur mehr erschreckend lächerlich!


Antworten Antworten Antworten Illicit
26.01.2010 13:06
0 0

Re: Re: Re: Was ist denn hier los?

Ich frage mich daher ernsthaft, wer hier manipulativ und radikal vorgeht!

Tu das Thomas, oder wie soll ich dich nennen?

Antworten Antworten Antworten Illicit
26.01.2010 11:52
0 1

Ich frage mich daher ernsthaft, wer hier manipulativ und radikal vorgeht!

Tja, lieber Thomas, du solltest vielleicht genauer lesen und nicht mit soviel Distanz. Wer Distanz übt, wird niemals den Unterschied sehen. Du solltest aber wissen, dass dort (Standard) EIN EINZIGER mit 186 Nicks eine Meinung vortäuscht, die so niemals ist. Mich stört es nicht im geringsten, wenn du meine Posts nicht beantwortest. Das zeigt mir eigentlich nur deine Überheblichkeit anderen Menschen und deren Meinungen gegenüber. Somit fällt alles, das du mir andichtest, auf dich zurück.
Deinem letzen Satz kann ich nur beipflichten.

Illicit
25.01.2010 12:26
0 3

die geringere Produktivität von Rauchern (durch Rauchpausen während der Arbeitszeit),

Was ist nun mit den Kaffeetrinkern und Klositzern?
Herr Professor? Sie sollten dringendst Kontakt mit einem Sozialhygieniker suchen!

Illicit
24.01.2010 18:05
0 2

Ein wahrer Spruch von brigitte gadnik jiskra auf einer Zeichnung, wo auf einem Zigarettenpackerl steht:

Fanatismus kann ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung beträchtlichen Schaden zufügen.

Wie recht du damit hast, Brigitte!

Illicit
24.01.2010 12:15
2 4

Ich behaupte.

Diese Diskussion dient nur dem Zweck, wieweit sich die Bürger vereinnahmen lassen, also quasi gegeneinander ausspielen lassen. Die Initiatoren lehnen sich bequem zurück und lassen kämpfen.
So kann man sehr schön feststellen, wieviel an potential die jeweilige Seite hat. Dazu streut man ein paar "Experten" ein, um der Sache ein bisschen Pfeffer zu geben, weil sonst befürchtet werden muß, das es niemanden interessiert.
Und so geschehen unbemerkt von allen, genau die Mechanismen, die uns in unserem Leben einschränken, ohne das aber die wahren Probleme gelöst werden. Das Deckweiß der Manipulanten sozusagen.
Verbote....und das zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte hatten noch nie einen langen Erfolg......
Die dienen höchstens dazu, diverse Fundamentalisten und Spinner au den Plan zu locken, wie man auch hier sehr schön beobachten kann. ich weiß schon, in einem Forum kann man ungenierter solche Sachen schreiben, als in der Wirklichkeit.

Gast: Felix Hasenbichler
23.01.2010 21:23
5 1

Nanu?

Da hat wohl ein militanter Raucher das Forum gespamt. So nach dem Motto: Ich stinke alles zu, dann werden die anderen schon weg gehen.

Also mich stößt das eher ab.

Antworten Illicit
24.01.2010 12:39
0 5

Zieht sie sowas eher an?

grimmelstein
antworten
permalink
24.01.2010 09:59
melden
bewerten
.
[4]
.

da raucher unbeteiligte mit krebserregenden abgasen nahezu ständig einrauchen, geht es den nichtrauchern sehr wohl etwas an. zumal raucher häufig ein asoziales verhalten an den tag legen, wenn es um die befriedigung ihrer sucht geht. da stellt sich schon die frage, ob der eine oder andere in einer anstalt nicht besser aufgehoben wäre.

Antworten Illicit
24.01.2010 11:51
0 5

Re: Nanu?

Fühlen sie sich wirklich angesprochen?
Liefern sie doch Argumente.

Illicit
23.01.2010 13:17
0 6

Von freier Meinungsäusserung hält die Presse scheinbar auch nichts.

Also, sind fast sämtliche Medien bereits instrumentalisiert. Von wem wohl?

Antworten local
24.01.2010 10:11
1 0

Re: Von freier Meinungsäusserung hält die Presse scheinbar auch nichts.

von der tabakindustrie. die haben schließlich das geld. wobei solche bescheinen leute wie sie, ohnehin keinen besonderen preis haben dürften

Illicit
23.01.2010 13:04
0 3

Schon witzig...

Wie die "Aktivisten" wie sie sich hier vornehm nennen, sich hier im Gegensatz zum Standard ausdrücken. Macht euch selbst davon ein Bild und seht euch die Postings an, sie sind von den selben Leuten wie hier verfasst worden.
Das nenne ich bewußt verlogen.

 
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