Spanien: Kiffende Hippies in Konflikt mit Rauchergesetz

Bei einer Aufführung des Musicals "Hair" rauchen die Schauspieler einen Joint - aus Zitronengras und Basilikum, wie die Produzenten beteuern. Ein Besucher hat sich bei den Behörden beschwert.

Musical Hair Joint
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Musical Hair Joint
Symbolbild – (c) AP (John D Mchugh)

Das strenge Anti-Rauchergesetz in Spanien betrifft nun auch die Kunst: Nach einer Aufführung des Musicals "Hair" im Apolo-Theater Barcelona wurden die Produzenten von einem Zuschauer angezeigt. Auf der Bühne werde geraucht, so die Begründung. Ein Schreiben der Stadtverwaltung mit der Drohung einer Geldbuße von 600 bis 10.000 Euro war die Folge.

Die Musicalmacher berufen sich auf die künstlerische Freiheit und betonen, dass das, was im Musical als Joint geraucht werde, kein Tabak sei, sondern eine Mischung aus Zitronengras, Basilikum und Nussbaumblättern aus einem Kräuterladen. "Insofern verstoßen wir gar nicht gegen das Gesetz", so Produzent Roger Pena. Die betreffende Szene werde deshalb auch nicht geändert.

Die Entscheidung der Stadtverwaltung steht noch aus. Gesundheitsministerin Leire Pajin sprach sich am Dienstag allerdings dafür aus, das Rauchverbot auch auf der Theaterbühne einzuhalten: "Das Rauchen kann ebenso gut gespielt werden. Die Morde im Theater sind schließlich auch nicht echt."

In Spanien gilt seit dem 2. Jänner ein generelles Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Raucherzimmer sind nicht zugelassen. In der Umgebung von Krankenhäusern, Spielplätzen oder Schulen darf ebenfalls nicht geraucht werden.

 

(Ag.)

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