Westbahn schließt Raucherlounge in Zügen

Erst wenn die Rechtslage klar ist, dürfen die Fahrgäste der Westbahn wieder rauchen. Die Strafen kämen zu teuer. Aus den Raucherlounges werden gewöhnliche Sitzplätze. Bei den ÖBB dürfte man sich indes freuen.

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(c) DiePresse.com (Bernhard Lichtenberger)

Wien/Cim. Seit Montag darf in den Zügen der Westbahn nicht mehr geraucht werden. Die Hinweisschilder werden abgenommen, aus den Raucherlounges werden gewöhnliche Sitzplätze. Zu groß ist die Angst der Betreiber vor erheblichen Verwaltungsstrafen.

Schließlich hat der selbst ernannte Raucher-Sheriff Dietmar Erlacher Klagen und Anzeigen angekündigt, wenn in den Zügen weiterhin geraucht wird. Das könnte teuer werden. Im Wiederholungsfall könnte so eine Verwaltungsstrafe jedes Mal wieder 10.000 Euro kosten, sagt Manfred Mader, Sprecher der Westbahn.

Solange die Rechtslage nicht klar ist, darf in den Zügen nicht geraucht werden. Das Unternehmen will diese Frage aber bis in die letzte Instanz ausfechten. In erster Instanz, so Mader, werde man vermutlich aber verlieren. Schließlich hat das Gesundheitsministerium in einem Schreiben an die zuständigen Behörden festgestellt, dass man trotz unklarer Rechtsgrundlage der Ansicht sei, dass das Rauchen in der Westbahn nicht zulässig ist, weil es sich dabei um öffentliche Orte handle. In erster Instanz werde das Gericht vermutlich dieser Sichtweise folgen, so Mader.

ÖBB: Zahl der Fahrgäste stabil

Bis zu einer Entscheidung werde mindestens ein halbes Jahr vergehen. Bei den ÖBB dürfte man sich freuen, dass die Westbahn nun keine Raucher mehr lockt. Auch bisher sei die Zahl der Fahrgäste trotz neuer Konkurrenz im Dezember „stabil“ geblieben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2012)

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