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Der Papst, die fünf Weisen und der PR-Berater

24.06.2012 | 18:26 |  Von unserem Korrespondenten PAUL KREINER (Die Presse)

Benedikt XVI. hält Kriegsrat. Es geht um die geklauten Dokumente und um Personalentscheidungen. Damit in Zukunft keine "Medienpannen" mehr passieren, hat er sogar einen amerikanischen TV-Journalisten engagiert.

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Im Vatikan herrscht akuter Beratungsbedarf. Dass das auch noch öffentlich zugegeben wird, zeigt: Die Lage ist ernst. Vergangenen Samstag versammelte Benedikt XVI. zuerst einmal seine „Minister“ um sich, die Chefs der Kurienbehörden also. Das geschieht höchstens jedes halbe Jahr. Am Abend bestellte er, eine Neuheit, auch noch „fünf Weise“ ein: fünf Kardinäle aus aller Welt.

Der Papst, sagt Vatikansprecher Federico Lombardi, wolle auf die „durch die Veröffentlichung geheimer Dokumente entstandene Lage“ reagieren und seine „Überlegungen vertiefen“ im Kreis von Personen, „die mit ihm die Verantwortung für die Kirchenleitung teilen“. Lombardi und zuvor schon der stellvertretende Chef des Staatssekretariats, Erzbischof Angelo Becciù, räumen ein, „dass sich der Papst sehr um die Glaubwürdigkeit der Kirche und das Vertrauen gegenüber der Kurie sorgt“.

Ferner legt sich der Vatikan nun einen hochprofessionellen „Kommunikationsberater“ zu. Der amerikanische Fernsehjournalist Greg Burke (52) soll – nach direktem Vorbild der Kommunikationschefs und „Spin Doctors“ in Barack Obamas Weißem Haus – dafür sorgen, dass „Medienpannen“ wie die Veröffentlichung geheimer Dokumente nicht mehr vorkommen und dass das Erscheinungsbild von Papst & Co. in den weltlichen Medien wieder strahlend weiß wird.

Schon in den vergangenen Wochen sind auffallend viele hohe Vatikanfunktionäre mit Interviews an die Öffentlichkeit getreten, in denen sie die Geschlossenheit der Kurie um den Papst betonten oder – wie Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone – gegen eine Art Journalistenverschwörung von außen polemisierten und jeglichen internen Fehler leugneten.

Bei den Beratungen dieser Tage geht es, nicht nur in Zusammenhang mit dem Dokumentenskandal, um schwierige Personalentscheidungen: Bleibt der umstrittene Bertone? Wie lange noch? Oder braucht man den neuen „Kommunikationsberater“ auch dazu, eine Zwangspensionierung zum ehrenvollen Abschied umzudefinieren?

Die nächste Frage: Wer wird Chef der Glaubenskongregation? William Joseph Levada (76), der farb- und glücklose Amerikaner auf dem einstigen Stuhl von Joseph Ratzinger, will seit geraumer Zeit in Pension gehen.

Die Suche nach einem Nachfolger aber zieht sich bereits außergewöhnlich lange hin.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2012)

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24 Kommentare
Gast: Einer von Vielen
25.06.2012 19:09
8 0

nur ein PR-Problem?


Die Menschen rennen diesen Leuten sicher nicht davon, weil sie keine gute PR machen.

Die Menschen rennen diesen Leuten davon, weil sie die Inhalte der Lehre Christi pervertieren.


Gast: Teuferl
25.06.2012 10:21
2 0

Das 2. Vatikanische Konzil zurückdrehen?


Für die Glaubeskongregation am besten einen Erzkonservativen einsetzen?

Da hätten wir doch einige..... vor kurzem noch exkommuniziert..... die wissen es am besten!

Nur ja alles geheim halten und hinter vorgehaltener Hand unter Freunderln regeln....

Und alle anderen ausschliesen (bis auf's Beitrag zahlen). Die Laien, die verstehen ja nichts. Und die Geschiedenen die so blöd waren ehrlich zu heiraten (geheim und im Zölibat ist doch objektiv besser!).

Nach gut 2000 Jahren wird der Karren wohl endgültig gegen die Wand gefahren....
Etwas langsam.... zuletzt hat es eine Ideologie in 80 Jahren geschafft.... (bis auf ein paar Nachzügler...)

Auch Geduld erschöpft sich...

"hände falten, goschn halten!"


das einzige große problem ist offenbar, dass etwas nach aussen gedrungen ist !
nachdem man den/die überbringer der botschaft kalt gestellt hat ist die einzige überlegung, wie man die luken in zukunft noch dichter machen kann.

gibt es überhaupt ein medium das es wagt, die ungeheuer schwerwiegenden vorwürfe INHALTLICH aufzugreifen...?!!

ad >>> gibt es überhaupt ein medium das es wagt, die ungeheuer schwerwiegenden vorwürfe INHALTLICH aufzugreifen...?!! <<<


Die Presse ist im Besitz der römisch-katholischen Kirche:

„98,33 % der Anteile sind im Besitz der Katholischer Medien Verein Privatstiftung (vormals Katholischer Preßverein Privatstiftung) und zu 1,67 % im Besitz des Katholischen Medien Vereins (vormals Katholischer Preßverein)“

„…Meilensteine der Unternehmensentwicklung waren … die schrittweise Übernahme der österreichischen Traditionszeitung Die Presse ab 1991.“

vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Styria-Verlag

vgl. http://diepresse.com/unternehmen/sales/online/532662/Offenlegung-fuer-Die-Presse-Digital



Antworten Antworten Gast: smilodon
25.06.2012 23:14
0 0

Re: nicht schon wieder!!!!

Die Privatstiftung namens "Katholischer Medien Verein Privatstiftung" ist nicht die römisch-katholische Kirche, sondern eben die "Katholischer Medien Verein Privatstiftung". Wenn ein bekennender Katholik eine Tischlerei aufmacht, ist die Tischlerei ja auch nicht im Besitz der RKK.
Und außerdem: Was für ungeheuer schwere Vorwürfe sind denn bei Vatileaks aufgetaucht? Dass es Kardinäle gibt, die nicht miteinander können? Dass man registriert hat, dass Präsident Napolitano nur standesamtlich verheiratet ist? Dass in einem Dokument eine bissige Bemerkung einer Protestantin als "bissige Bemerkung" bezeichnet wurde?
vgl. auch http://www.welt.de/kultur/article106389008/Warum-der-Vatikan-bei-Angela-Merkel-protestierte.html
Man kann sich auch aus anderen deutschen Zeitungen informieren. Dabei wird man feststellen, dass deshalb nichts INHALTLICH aufgegriffen wird, weil die Inhalte einfach nichts hergeben.

Re: ad >>> gibt es überhaupt ein medium das es wagt, die ungeheuer schwerwiegenden vorwürfe INHALTLICH aufzugreifen...?!! <<<



http://derstandard.at/1339638841583/ChurchWatch-Die-Presse-als-Papst-Postille



Gast: porto5
25.06.2012 09:20
3 0

Beratungsbedarf

Kommt denn von oben nichts?

4 0

Der Kampf der alten Männer


Medienprofi hin oder her - der Vatikan, als eine der weltumspannensten "Firmen" überhaupt, hat mit dem "Kerngeschäft" des Christentums nichts mehr zu tun. Er ist nur noch Symbol und eine Verwaltungszentrale wie jede andere auch. Nur, dass die Gebarungen dort, kein gutes Licht auf die Firma werfen.

Möglich, dass das auch nie anders war.

Nachdem aber die Wissenschaft das Gespenst der Hölle und des bitter strafenden Gottes außer Kraft gesetzt hat, wäre es halt nach 1500 Jahren an der Zeit, sich ein anderes Konzept zu überlegen um die Menschen zu erreichen.

Die christl. Lehre hat nichts an Aktualität verloren.


17 0

@ Vatikansprecher Federico Lombardi räumt ein, „dass sich der Papst sehr um die Glaubwürdigkeit der Kirche und das Vertrauen gegenüber der Kurie sorgt“






welche Glaubwürdigkeit und welches Vertrauen…?






Antworten Gast: ein Gast
25.06.2012 20:03
3 0

Re: @ Vatikansprecher Federico Lombardi räumt ein, „dass sich der Papst sehr um die Glaubwürdigkeit der Kirche und das Vertrauen gegenüber der Kurie sorgt“

treffend…!

Re: @ Vatikansprecher Federico Lombardi räumt ein, „dass sich der Papst sehr um die Glaubwürdigkeit der Kirche und das Vertrauen gegenüber der Kurie sorgt“

meines

Antworten Antworten Gast: nur neugierig
25.06.2012 14:02
0 2

Re: Re: @ Vatikansprecher Federico Lombardi räumt ein, „dass sich der Papst sehr um die Glaubwürdigkeit der Kirche und das Vertrauen gegenüber der Kurie sorgt“

Pass nur auf, Darabimo, dass du dem Kyniker nicht zu sehr widersprichtst. Solche Postings lässt die Zensur nämlich sehr schnell wieder verschwinden.

16 0

@ der Vatikan legt sich „Ferner legt sich der Vatikan nun einen hochprofessionellen „Kommunikationsberater“ zu“, damit „das Erscheinungsbild von Papst & Co. in den weltlichen Medien wieder strahlend weiß wird“






also wird in Zukunft nicht etwa die Annäherung an die kruden Pius-Brüder überdacht, sondern, wie man so etwas den Schäfchen beibringt…






16 0

@ „Die nächste Frage: Wer wird Chef der Glaubenskongregation? William Joseph Levada (76), der farb- und glücklose Amerikaner…“






dabei hat er doch so linientreu gegen die Homoehe gestritten und versuchte Missbrauchsfälle zu vertuschen…






Gast: Römische Kabalen
25.06.2012 06:39
12 0

Benedettos schweres Los: die Tyrannei der Machtpolitik

Dem derzeit überstrapazierten Jesuiten Federico Lombardi wird also für ein perfektes Window-dressing und zum dringend notwendigen Wogenglätten, sprich Vertuschen, ein dynamischer, bestvernetzter Aufpasser vom mit den Jesuiten in Dauerkonkurrenz stehenden medienversierten "Opus Dei" zum Händchenführen als "big brother" ins Genick gesetzt. Da wird der Vatikan sicherlich bald fein raus sein.

Auffallend die Präferenz des Schöngeistes Ratzinger für gutaussehende Männer, was dem Fokus der Regenbogenpresse gewiß nicht entgehen wird.

Die Schwierigkeit bei der Suche nach einem Kapo für die Glaubenskongregation könnte nicht zuletzt deshalb enervierend diffizil und daher zeitaufwändig sein, weil in der Schlangengrube Vatikan keiner mehr mit weißer Weste und noch dazu glaubwürdigem Glauben zu finden ist bzw. der noch glaubt, was er zu schützen hätte.

Heilige findet man nurmehr machtlos und unauffällig in der Peripherie, genau dort, wo einst Jesus wirkte. Ob der jemals dem geheimniskrämerischen Macht- und Finanzpolitik treibenden "Opus Dei" beigetreten wäre? Gott wußte nur zu gut, warum er seinerzeit seinen Sohn nicht als Senatorensproß mitten in Rom menschwerden ließ...

Der anscheinend schon enervierte, müde Benedetto will sich mit diesem Schachzug den Rücken frei halten und die Loyalität der "Opus Dei"-Milliarden für alle Eventualitäten sichern. Denn schon braut sich in Mailand das nächste teure Fiasko zusammen.

Oder sollen nur die renitenten US-Nonnen bevormundet werden?

Antworten Gast: Männerkennerin
25.06.2012 13:58
0 0

Re: Benedettos schweres Los: die Tyrannei der Machtpolitik

Ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass Bertone, Levada, Scola, Lombardi oder G. Marini gut aussehen.

Antworten Antworten Gast: Vatikanbeobachter
25.06.2012 15:19
5 0

Sie verheimlichen uns genießerisch Ihren Gänswein, cara bella?


Antworten Antworten Antworten Gast: Männerkennerin
25.06.2012 22:43
0 0

Re: Sie verheimlichen uns genießerisch Ihren Gänswein, cara bella?

Das ist aber schon der einzige weit und breit. Und bist du der Meinung, dass man einen Mann nur deshalb nicht für einen Job nehmen soll, weil er gut aussieht?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Adieu Tristesse
26.06.2012 15:38
0 0

Re: Re: Sie verheimlichen uns genießerisch Ihren Gänswein, cara bella?

Ah, Sie halten es wie die kluge Françoise Sagan: "Man sollte nur schöne Männer anstellen, sonst hat man keine Aussicht, sie wieder loszuwerden."

Angesichts des Unterganges des Abendlandes halte ich es pragmatisch mit Friedrich Torbergs legendärer Tante Jolesch: „Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus.“

"Gutaussehende Männer gibt es in warmen Ländern an jeder Ecke", sagte Gott und formte die Welt lieber rund.

Und die Vatikanmänner scheinen es im Geheimen mit Oscar Wilde zu halten: „Die Sünde ist der einzige erquickende Farbtupfer, der im modernen Leben noch existiert.“


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Männerkennerin
26.06.2012 17:38
0 0

Re: Re: Re: Sie verheimlichen uns genießerisch Ihren Gänswein, cara bella?

Bitte lesen Sie mein Posting nochmals SORGFÄLTIG durch. Ich habe den sogenannten Vatikanbeobachter gefragt, ob er tatsächlich der Meinung ist, dass gutes Aussehen ein Ausschließungsgrund für einen Job ist, auch wenn die Qualifikation dafür vorhanden ist. Ich meine, das Aussehen darf keine Rolle dafür spielen. Man sieht so aus, wie man aussieht, und ein fescher Mann kann nichts dafür, dass er fesch ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Adieu Tristesse
26.06.2012 15:32
0 0

Re: Re: Sie verheimlichen uns genießerisch Ihren Gänswein, cara bella?

Ah, Sie halten es wie die kluge Françoise Sagan: "Man sollte nur schöne Männer anstellen, sonst hat man keine Aussicht, sie wieder loszuwerden."

Angesichts des Unterganges des Abendlandes halte ich es pragmatisch mit Friedrich Torbergs legendärer Tante Jolesch: „Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus.“

"Gutaussehende Männer gibt es in warmen Ländern an jeder Ecke", sagte Gott und formte die Welt lieber rund.

Und die Vatikanmänner scheinen es im Geheimen mit Oscar Wilde zu halten: „Die Sünde ist der einzige erquickende Farbtupfer, der im modernen Leben noch existiert.“


Gast: Bube
24.06.2012 23:47
1 0

Der Papst, die fünf Weisen und der PR-Berater......

.....das hört sich irgendwie an, wie eine Kartenpartie!

Gast: Johann S
24.06.2012 20:15
2 1

Kriegsrat?

Er wird doch nicht,mit Hilfe der Schweizer Garde,
in Italien einmarschieren wollen?
Eine sehr martialische Schlagzeile

Personalentscheidungen?

Geht vielleicht der liebe Gott oder gar der Heilige Geist in Pension?