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"Ungehorsam": Erste Konsequenz gegen Pfarrerinitiative

26.06.2012 | 15:39 |   (DiePresse.com)

Ein niederösterreichischer Dechant wurde vor die Wahl gestellt, seinen "Ungehorsam" oder sein Amt aufzugeben. Er hat sich für die Pfarrerinitiative entschieden.

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Nach der Ankündigung von Disziplinarmaßnahmen scheint Kardinal Christoph Schönborn nun tatsächlich gegen Mitglieder der Pfarrerinitiative durchzugreifen: Peter Meidinger, Dechant des Dekanats Piesting im südlichen Niederösterreich, sei vor die Wahl gestellt worden, sein Amt oder seinen "Ungehorsam" aufzugeben. Er habe daher sein Amt abgegeben, bestätigte Meidinger am Dienstag gegenüber der APA.

Das Gespräch mit Schönborn sei bereits am 11. Juni erfolgt. "Dabei habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass 20 Jahre gediegene Dekanats-, Vikariats und Diözesanarbeit nicht ausgereicht haben, das Vertrauen des Herrn Erzbischofs zu gewinnen", so Pfarrer Meidinger in einem Schreiben an seine Mitbrüder. "Vor die Wahl gestellt Amt oder die Pfarrer-Initiative zu verlassen, habe ich mich für die Initiative entschieden, weil mir dieser Vorschlag unmoralisch erscheint und mit meinem Gewissen nicht vereinbar ist."

"Der Name muss von der Liste weg", habe Schönborn in dem Gespräch unmissverständlich klargestellt, so Meidinger im Gespräch mit der APA. "Alternativen" seien für den Pfarrer nicht vorstellbar gewesen: So hätte der Dechant vor dem Priesterrat oder der Dekanatskonferenz klarstellen sollen, Probleme mit dem Wort "Ungehorsam" zu haben. In seinem Schreiben heißt es: "Ich habe daher für mich die Konsequenzen gezogen und heute Morgen (12. Juni 2012) dem Herrn Erzbischof mitgeteilt, dass ich für das Amt als Dechant nicht mehr zur Verfügung stehe."

(APA)

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82 Kommentare
 
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Grundsätzliches

Ein Dechant ist die Institution die das Gehorsam zur Obrigkeit im Fall der Fälle einverlangen muss. Wie kann er das tun, wenn er selber den Ungehorsam vertritt? Damit ist er einfach Fehl am Platz.

Gast: fk
27.06.2012 13:18
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Das kann Gott nicht gewollt haben...

Es ist uns ein Anstoß wenn "Andere" das "Buch" höher stellen als die Vernunft, die Bevormundung höher stellen als eigene Entscheidungen, den "schnellen Weg ins Pradies" höher stellen als Nächstenliebe....
(dabei ist das alles nur Bequemlichkeit und Faulheit... wie es schon Kant vor 1/4 Jahrtausend erkannt hat...)

Man möge sich doch (auch "oben") an die Bergpredigt erinnern, nachdenken, in sich gehen - und die Konsequenzem ziehen....

Für Opus Dei, Piusbrüder, Kindersch.. - da ist Platz und da gibt es Pfründe! Für ehrliche, redliche, vernünftiger und hilfsbereite "Arbeiter im Weinberg" gibt es aber keinen Platz....
(und z.B. auch keiner für die (noch) brav Kirchensteuer zahlenden wiederverheirateten Geschiedenen...)

Viele posten dass Ungehorsam in jeder Privatfirma zur Entlassung führe. Dagegen gilt:
- Die Kirche ist keine Firma!
- Kirche sind wir alle zusammen! Haupt und Glieder zusammen!
- Denken wir doch an die Vergangenheit bei uns (gilt in manchen Weltgegenden auch heute) und fragen wir uns: Wer ist moralischer, wer ist gerechter?: Der Mitläufer - oder der Denker der seinem Gewisen folgt?

Wir wissen alle dass nichts gerechter verteilt ist auf der Welt als die Intelligenz und Verstand. Niemend klagt er hätte zu wenig davon oder einen Mangel daran.....
Mit dem Hl. Geist scheint es in der Verteilung ähnlich zu sein: Keiner vermag selbst den Mangel zu sehen und sich um mehr zu bemühen....

Schade.
Ich bin (noch) optimistisch dass steigender Leidensdruck hilft.

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Re: Das kann Gott nicht gewollt haben...

"Wer ist moralischer, wer ist gerechter?: Der Mitläufer - oder der Denker der seinem Gewisen folgt?"
Erstens: Problematisch wird es, wenn der Denker, der dem "Gewisen" folgt, allen anderen unterstellt, kein Gewissen zu haben.
Zweitens: Schüller & Co berufen sich nicht so sehr auf ihr Gewissen, sondern auf die Resultate diverser Meinungsumfragen, also auf Mehrheitsverhältnisse. Wer ist da der Mitläufer?


Antworten Antworten Gast: Bruder Kain
27.06.2012 17:04
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das macht natürlich einiges klarer...

Meinungsumfragen sind demokratische Entscheidungsfindungsprozesse und also solche dann wohl "teuflisch". Religionen lieben nun mal die Diktatur - mit "Gott" als oberstem Boss, der die Macht stufenweise nach unten verteilt, so dass die "Auserwählten" genussvoll mitmischen können.

Wer Diktaturen liebt, der ist bei den traditionellen Religionen stets willkommen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Bruder Kain
27.06.2012 19:36
0 0

na dann, halt weiter...

Der "Himmel" ist ein einziger faschistischer Staat, mit bedingungslos gehorsamen Engelarmeen und einem obersten "Führer". - Und dann beten diese Gläubigen, dass alles so werden soll, "wie im Himmel so auf Erden". - Ned wirklich.

Gast: Heiliglandpilger
27.06.2012 11:34
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Die Sorgen...

Ich bin gerade von zwei Wochen Aufenthalt im Westjordanland zurückgekehrt, wo sich junge katholische Priester den A..... aufreissen, trotz Schikanen und mitunter bei Lebensgefahr. Die haben keine Zeit über Laienpredigt, Frauenpriestertum etc. nachzudenken, weil sie schlicht und einfach auch mehrere Pfarren, krankenhäuser und Familien zu betreuen haben, allerdings ohne etliche Funktionäre und Gremien. Die wären dankbar für die Sorgen österreiischer Priester, die schon bei der zweiten Messe überfordert sind.

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Re: Die Sorgen...

Danke für diese notwendige Korrektur. Die österreichischen Katholiken betreiben wieder einmal Nabelschau, während andernorts Christen verfolgt werden oder verhungern. Lieb von uns. Danke, Schüller! Danke, ihr vielen Rechthaber und Wichtigmacher!

Gast: Tempoverteiler
27.06.2012 11:26
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Alter Blärrer

Buähhhh....der Kardinal ist so gemein zu mir........

Und jetzt blärrt er im Standard über "Nötigung". Alles Selbstdarsteller, am meisten in sich selbst verliebt.

Gast: mens sana
27.06.2012 11:15
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Und wieso bleibt der Mann dann Pfarrer?????


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Re: Und wieso bleibt der Mann dann Pfarrer?????

vielleicht fühlt er ja tatsächlich eine Berufung, das will ich ihm nicht absprechen. Die Frage ist vielmehr, warum er in der katholischen Kirche Pfarrer bleibt und nicht zu einer anderen christlichen Gemeinschaft überwechselt. Aber da gibt es keine jobs. Die RKK sollte Priestern, die nicht mehr wollen, beim Ausstieg helfen. Damit würde sie sich selbst sehr viele Scherereien ersparen. Ist ja auch christlich begründet und wünschenswert.

Gast: Leia
27.06.2012 10:41
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Lächerliches Theater

Das Theater der Pfarrerinitiative widert mich langsam an: Ja, es ist ok, wenn sie in gewissen Dingen nicht mit dem Lehramt können. Aber bitte, dann zieht die Konsequenzen, werdet altkatholisch oder evangelisch, dann könnt ihr öffentlich die - im Übrigen einst frei gewählte - Lebensform revidieren, heiraten, etc. Aber bewußt "ungehorsam" zu predigen und dann wehleidig von mangelndem Vertrauen zu jammern und sich zum Opfer stilisieren zu lassen, das ist einfach jämmerlich und unehrlich.

Gast: Karrierechancen nur für Sicherln?
27.06.2012 10:34
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Hut ab vor dem exDechanten!

Warum traut sich Feigling Schönborn nicht an dem international bestvernetzten Schüller ein Exempel zu statuieren?


Antworten Gast: Der Minator
27.06.2012 11:28
0 3

Re: Hut ab vor dem exDechanten!

Ja, total super vernetzt: Voller Saal auf dem links-linken Katholikentag in Mannheim und eine Handvoll Besucher bei den Vorträgen in den USA. Schreien lediglich die Medien auf, wenn Schüller weg wäre.

Antworten Antworten Gast: sachlichbleiben
28.06.2012 12:44
0 0

Re: Re: Hut ab vor dem exDechanten!

Haben Sie keine Argumente?

Gast: xxxx
27.06.2012 10:19
0 1

Man muss nicht für die RKK arbeiten. Denselben Gott gibt es bei den Juden und den Moslems

Und das Alte Testament kennens auch.
Oder machens eine neue Kirche z.B. die FKK - Fortschrittliche Kath. Hirche anstatt der bisherigen RKK - Rückständigen Kath. Kirche.
Oder ists verboten?

ICH ACHTE UND SCHÄTZE DIE ENTSCHEIDUNG PETER MEIDINGER

ICH ACHTE UND SCHÄTZE DIE ENTSCHEIDUNG PETER MEIDINGER

Der Herr Kardinal soll bei Seinen künftigen Entscheidungen folgendes beachten .
Nach Seiner Einschätzung ist es das Gewissen der inneren Stimme die zum Guten ruft!
„Dem Gewissen verpflichtet: Jägerstätter als Vorbild und Mahner
Bei Franz Jägerstätter, dem Seligen und Helden des Gewissens, korreliert die
Gewissensbindung mit der Gewissensbildung, deren Wichtigkeit und Bedeutung ihm
sehr bewusst sind.
Die Wachsamkeit und sittliche Sensibilität Jägerstätters erfährt durch die
Intensivierung bzw. Intensität seiner Religiosität eine Schärfung, in welcher sich
letztlich der „Wille Gottes“ als Fundamentaloption seines Lebens immer deutlicher
herauskristallisiert.“ Dissertation von Mag. Thomas Schlager-Weidinger, Budweis 2008

Antworten Gast: gh
27.06.2012 14:22
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Re: ICH ACHTE UND SCHÄTZE DIE ENTSCHEIDUNG PETER MEIDINGER

jaja, das gewissen. es gibt ein verbildetes gewissen. manche können nicht unterscheiden zwischen befindlichkeit, meinung und gewissen. der jägerstätter hatte den tod vor augen, der ex-dechant den applaus der (kirchenfeindlichen) medien und der masse. also ich trau da eher dem jägerstätter ...

Gast: radius
27.06.2012 08:27
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Jeder, der hier postet, wie ungerecht es doch sei,

soll doch mal in seinem Betrieb versuchen, über den Medien seine Illoyalität für sein Unternehmen auszurichten. Der wird eine fristlose Kündigung erhalten.

Antworten Gast: C3PO
27.06.2012 10:00
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Re: Jeder, der hier postet, wie ungerecht es doch sei,

Die Kirche kann nicht wie ein weltlicher Arbeitgeber, ein weltliches Unternehmen reagieren. Es stimmt, sie ist eine simple weltliche Institution; gleichzeitig aber auch Raum des Glaubens an Gott und als solcher eine moralische Institution wo offene Diskussion und auch Kritik an der Kirchenleitung erlaubt sein müssen. Der Pfarrer ist in erster Linie seinem Glauben verpflichtet. Eine Kirche, die über die Jahrhunderte ihr Kirchenrecht so aufgebaut hat, um Macht zu bekommen und zu erhalten und einer absurden Doppelmoral folgt und dabei auf die Menschen und deren Lebensweise der Gegenwart vergisst, muss sich der Kritik stellen. Als Christ schäme ich mich einmal der katholischen Kirche angehört zu haben.

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Re: Re: Jeder, der hier postet, wie ungerecht es doch sei,

Hier irren Sie sich allerdings. Ein Pfarrer ist in erster Linie seiner Gemeinde verpflichtet und viele katholische Pfarrer, Ordensbrüder und Ordensschwestern kommen dieser Verpflichtung vorbildlich nach, wenn sie in Krisengebieten auch in gefährlichsten Situationen ihrer Gemeinde beistehen. Die katholische Kirche bleibt, wenn NGOs schon längst ihre Leute abziehen. Was sich hier in Österreich abspielt, ist nur ein Geplänkel reicher Pinkel. Ekelhaft!

Antworten Antworten Antworten Gast: C3PO
28.06.2012 12:28
0 0

Re: Re: Re: Jeder, der hier postet, wie ungerecht es doch sei,

Wo irre ich mich? Entspringt die Sorge um die Gemeinde und die oft tiefe Aufopferung von Gläubigen (nicht nur Pfarrer, Ordensleute etc.) für Ihre Gemeinde nicht der Verpflichtung gegenüber des Glaubens?

Re: Re: Jeder, der hier postet, wie ungerecht es doch sei,

Grundsätzlich ist es nun mal so, dass ich mich als Pfarrer/Rabbi/Pastor ect. an gewisse Regeln halten muss. Eine der Regeln in der Katholischen Kirche ist nun mal der Gehorsam und wenn man die Regeln bewusst bricht, dann muss man mit Konsequenzen rechnen!
Im übrigen schließe ich mich voll und ganz dem OP an.

Gast: dasoizbuaga
27.06.2012 08:24
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Arbeitgeberschutz

Wer seinen Arbeitgeber öffentlich kritisiert wird in der normalen Arbeitswelt gekündigt. Die Herren der Pfarrerinitiative können froh sein, dass sie ihren Job noch haben. Als Arbeitgeber würde ich sie ohne zu zögern entlassen.
Zitat aus dem Unternehmensservice Protal:

Angestellte nach dem Angestelltengesetz, wenn sie:

Im Dienst untreu sind oder sich einer Handlung schuldig machen, die sie des Vertrauens der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers unwürdig erscheinen lässt

Antworten Gast: Rosa Nostra
27.06.2012 10:29
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die Mafia

ist dann auch ein "Arbeitgeber".

Re: die Mafia

Mit ihrem Argument stellen Sie jeden Arbeitgeber mit der Mafia gleich.

Antworten Antworten Antworten Gast: Rosa Nostra
27.06.2012 11:33
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Nein, das tue ich nicht,

deshalb das Wörtchen "auch". Nicht alle Arbeitgeber sind Mafia, aber Mafia ist dann auch ein Arbeitgeber.

 
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