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Der Vatikan - ein Finanzparadies mit angelehnter Tür

18.07.2012 | 18:36 |  Von unserem Korrespondenten PAUL KREINER (Die Presse)

Der Vatikan will, nach immer wiederkehrenden Versprechungen, der Finanzkrimininalität und der Geldwäsche wirklich einen Riegel vorschieben. Man sehe darin eine "moralische Aufgabe".

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Rom. Die jüngste Schlagzeile zum Thema ist erst zwei Tage alt: Am Dienstag ist ein römischer Priester in Untersuchungshaft gelandet. Er soll einem professionellen Versicherungsbetrüger geholfen haben, 151.000 Euro Schwarzgeld in der Vatikanbank IOR zu verstecken. Der Fall reicht bis in die organisierte römische Unterwelt, und er ist nicht der einzige: Ermittlungs- und Gerichtsverfahren laufen.

Jetzt aber will der Vatikan, nach immer wiederkehrenden Versprechungen, der Finanzkrimininalität und der Geldwäsche wirklich einmal einen Riegel vorschieben. Man sehe darin eine „moralische Aufgabe“, sagte Staatssekretär Ettore Balestrero am Mittwoch in Rom. Anstrengungen dieser Art, so zitierte der Kurienbischof den Papst, hülfen der Kirche auch, ihre Mission zu erfüllen.

 

Hälfte der Kriterien erfüllt

Anlass für Balestreros Auftritt war der gleichfalls am Mittwoch veröffentlichte Bericht von „Moneyval“, der vom Europarat eingesetzten Kommission gegen Geldwäsche und Finanzierung des internationalen Terrorismus. Der Vatikan bekommt von den Experten nach gut einjähriger Untersuchung eine gemischte Note. Mit seinen neuen Gesetzen habe der Kirchenstaat „in sehr kurzer Zeit eine lange Wegstrecke zurückgelegt“; „viele Bausteine“ für den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung lägen bereit, lobt der 240-seitige Bericht. Aber die Kontrollen seien faktisch schwach; ihre Wirksamkeit in der Praxis sehen die Experten eher skeptisch. Von 45 international standardisierten Prüfkriterien hat der Vatikan, laut Moneyval, 22 ganz oder teilweise erfüllt, bei 23 hapert es.

In Prozentzahlen ausgedrückt lautet das Fazit 49 zu 51. Aber bevor jemand auf die Idee kommt, der Vatikan habe die Prüfung knapp nicht bestanden, merken Kurienbischof Balestrero und Moneyval an, etliche inzwischen eingeleitete Verbesserungen hätten im Bericht aus zeitlichen Gründen nicht berücksichtigt werden können. Die in ihrer Brutalität spektakuläre Entlassung des IOR-Präsidenten Ettore Gotti Tedeschi vom Mai 2012 habe jedenfalls keinen Einfluss auf das Ergebnis der Prüfung gehabt – behauptet jedenfalls Balestrero.

Anlass für die Untersuchung waren die chronischen Skandale um die IOR, in deren Folge die Behörden zuletzt monatelang 23 Millionen Euro wegen unklarer Herkunft blockiert haben. Die Vatikanbank sollte nach Anweisung der Italienischen Notenbank nicht behandelt werden wie eine europäische Bank, sondern wie ein Geldjonglier-Institut aus einem exotischen Finanzparadies. Aus dieser misslichen Grauzone wollte der Vatikan heraus und veranlasste die Prüfung durch Moneyval.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2012)

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17 Kommentare
Gast: Pinoy
19.07.2012 17:55
3 0

hier schießt sich der Vatican ein Eigentor

repräsentiert in aller Welt könnte sie eine führende Institution und Bank für eine seriöse Gesellschaft sein.

7 3

...

ein guter christ tritt sowieso aus der kirche aus !

Moralische Aufgabe?

Nein, das sollte fuer echte Christen eigentlich eine Selbstverstaendlichkeit sein.

Gast: Bankbesetzer
19.07.2012 10:17
3 5

Hui,

da geht's aber wieder ab im Forum! Die Guten sind da! Alles Insider!

es passt schon, dass die katholische weltanschauung bei uns dominiert.

so heuchlerisch und verlogen wie deren vertreter sind die bürger allemal: je mehr jemand betont, wie anständig und ehrlich er/sie ist, umso mehr dreck ist am stecken.

Gast: _gast_
19.07.2012 08:25
7 2

Neuigkeiten

aus dem Reich des Bösen :o(

7 2

Neuigkeiten

Eigentlich nicht, das übliche Tagesgeschäft.....

nachdem kein blitz von oben kommt,

ists IHM so recht.

18 3

@ „Die Vatikanbank sollte nach Anweisung der Italienischen Notenbank nicht behandelt werden wie eine europäische Bank, sondern wie ein Geldjonglier-Institut aus einem exotischen Finanzparadies.“






immerhin erfüllt sie schon die Hälfte der Mindestkriterien…






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@ „Anstrengungen dieser Art, so zitierte der Kurienbischof den Papst, hülfen der Kirche auch, ihre Mission zu erfüllen.“






welche Mission…?






Antworten Gast: _gast_
19.07.2012 20:20
0 0

Re: @ „Anstrengungen dieser Art, so zitierte der Kurienbischof den Papst, hülfen der Kirche auch, ihre Mission zu erfüllen.“

aus dem Reich des Bösen :o(

12 3

@ „Am Dienstag ist ein römischer Priester in Untersuchungshaft gelandet. Er soll einem professionellen Versicherungsbetrüger geholfen haben, 151.000 Euro Schwarzgeld in der Vatikanbank IOR zu verstecken.“






ein Bauernopfer haben wir schon…






18 3

@ „Der Fall reicht bis in die organisierte römische Unterwelt, und er ist nicht der einzige: Ermittlungs- und Gerichtsverfahren laufen.“






bin gespannt, ob mehr als bei den Missbrauchsfällen herauskommt…






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@ „Jetzt aber will der Vatikan, nach immer wiederkehrenden Versprechungen, der Finanzkrimininalität und der Geldwäsche wirklich einmal einen Riegel vorschieben.“






jetzt aber wirklich…






Re: @ „Jetzt aber will der Vatikan, nach immer wiederkehrenden Versprechungen, der Finanzkrimininalität und der Geldwäsche wirklich einmal einen Riegel vorschieben.“

Sie nehmen mir das posting aus dem Mund!

Grüß Gott!


Herr … Sie sind mit der Bezahlung ihres Kirchen-Beitrages schon lange im Rückstand. Ihr Rückstand für … beträgt … Euro, der Betrag für … ist mit Euro … vorgemerkt.

Wir müssen die Sache nun unserem Rechtsreferat übergeben.

Nutzen Sie daher die Möglichkeit der „Entschuldung“. Bitte folgen Sie unserem Angebot und handeln Sie in den nächsten 4 Wochen. Uns liegt vor allem daran, mit Ihnen in Zukunft ein gemeinsames Einvernehmen über den Kirchen-Beitrag herzustellen. Änderungen oder Wünsche können Sie uns selbverständlich mit dem nebenstehenden Mitteilungsblatt bekannt geben.

Denn wir wollen nicht, dass der Kirchen-Beitrag zum Problem für Sie wird.

Mit freundlichen Grüßen




Antworten Gast: L. Patschino
19.07.2012 01:28
5 0

"Uns liegt vor allem daran, mit Ihnen in Zukunft ein gemeinsames Einvernehmen über den Kirchen-Beitrag herzustellen"......

....das horcht sich irgendwie an, wie in einem Mafiafilm.....nur die würden noch
gemeinsames "GESUNDES" Einvernehmen andeuten!