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Bundestag: Resolution für Recht auf Beschneidung

19.07.2012 | 08:41 |   (DiePresse.com)

Union, FDP und SPD wollen die deutsche Regierung auffordern, rasch mit einem Gesetz die Straffreiheit religiöser Beschneidungen sicherzustellen.

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Mit einer gemeinsamen Resolution wollen sich in Deutschland die Fraktionen von Union, FDP und SPD im Bundestag für das Recht auf religiöse Beschneidung einsetzen. Darin fordern sie die deutsche Regierung auf, rasch mit einem Gesetz die Straffreiheit solcher Eingriffe bei Buben sicherzustellen, wie aus dem Antrag hervorgeht, der der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag. Der Text solle dem Bundestag am Donnerstag vorgelegt werden, hieß es in Fraktionskreisen.

In dem Antrag heißt es, das Gesetz müsse gewährleisten, dass "eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Buben ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist". Diese Frage müsse "so schnell und so gründlich wie möglich geklärt werden". Der Antrag grenzt die Beschneidung aus religiösen Gründen ausdrücklich ab von "sittenwidrigen Eingriffen" wie etwa die weibliche Genitalverstümmelung.

Unsicherheit bei Ärzten und Gläubigen

Die Fraktionen begründen ihre Forderung nach einem Gesetz mit dem Urteil des Kölner Landgerichts, das die Beschneidung eines vierjährigen Buben als rechtswidrige Körperverletzung gewertet hatte. Zwar habe diese Entscheidung über den konkreten Fall hinaus keine rechtliche Bindungswirkung, wird in dem Entschließungsantrag klargestellt. Sie habe aber "für große Verunsicherung vor allem bei jüdischen und muslimischen Gläubigen gesorgt". Unsicherheit gebe es auch bei den Ärzten. "Jüdisches und muslimisches Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein", heißt es in dem Antrag.

Umstrittenes Urteil

Fast die Hälfte der Deutschen ist unterdessen für ein Verbot ritueller Beschneidungen von Buben. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa sprachen sich 45 Prozent dafür aus, der Jahrhunderte alten islamischen und jüdischen Tradition einen Riegel vorzuschieben. 42 Prozent waren gegen ein Verbot, 13 Prozent hatten keine Meinung zu dem Thema.

Ende Juni hatte das Kölner Landgericht die Beschneidung als strafbare Körperverletzung gewertet und damit international einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Deutsche Bundestag will am heutigen Donnerstag eine Resolution beschließen, in der die Regierung aufgefordert wird, ein Gesetz zur Legalisierung der Beschneidung vorzulegen. Union, FDP, SPD und Grüne sind gegen ein Beschneidungsverbot, die Linke ist als einzige Fraktion unentschlossen.

Angesichts der internationalen Empörung über das Kölner Urteil glauben 33 Prozent der Befragten, dass ein Verbot Deutschlands Ansehen in der Welt schaden würde. 55 Prozent glauben das nicht. 83 Prozent meinen, Religionen sollten mit der Zeit gehen und nicht um jeden Preis an alten Traditionen festhalten. Nur 9 Prozent meinen, eine Modernisierung religiöser Bräuche sei nicht nötig.

 

(APA/AFP)

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53 Kommentare
 
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Gast: Wer überprüft das?
04.08.2012 06:43
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Dass die Religionsfreiheit..

.. für den Bundestag Vorrang vor menschlichen Grundrechten hat, habe ich nun verstanden. Auch, dass die Sinnhaftigkeit von alten Riten dafür nicht zuerst überprüft werden muss. Auch die Meinung von Neurologen, was bei einer Beschneidung überhaupt passiert, ist dazu nicht von Belang. Soweit alles klar für mich! Was mich jetzt aber noch wurmt ist: Wie wird überprüft, ob im Einzelfall bei den Eltern eine religöse Motivation für den Eingriff vorhanden ist? Denn da könnte ja jeder kommen..? Und wenns nicht religiös motiviert war, und das Kind kommt später drauf, was passiert dann, wen kann das Kind klagen?

Menschenquälerei

Bei Haustieren wäre es verboten, bei Menschen ist es erlaubt: kranke Mentalität!

Gast: Beno
19.07.2012 19:04
0 1

--

Es gibt einige Regeln ob bei Hunden z.B. der Schwanz oder die Ohren beschnitten werden dürfen. Da ist vieles inzwischen verboten. Da gibt es Auseinandersetzungen wegen dem Stierkampf, dem Hahnenkampf. Beim Ablauf von religiösen Schlachtungen von Tieren gibt es auch strengere staatliche Regeln als bisher. Viele religiöse Riten sind für die einen ein lustiges Specktakel, Folklore, oder eine Machtdemonstration, wenn Du brav bist kann`st unter den „Schutzschirm“ der jeweiligen Religion schlüpfen. Ob die Menschen immer an ihre Religion glauben oder aus praktischen Gründen mitmachen ist die Frage. Die einzelnen Eltern haben es nicht leicht gegen diesen oder jenem Detail aufzutreten. Bestimmte Dinge kann und muss der Staat regulieren zeitgemäß regulieren( die Würde des Menschen ist unantastbar ).
Im Übrigen würde mich interessieren ob es in der Vergangenheit einen hygienischen gesundheitlichen Aspekt gab, oder war es immer nur ein „Brandzeichen“ für das „Eigentum“ der jeweiligen Religion.

Gast: lilly1222
19.07.2012 16:05
2 2

Gotteslästerung

Gott ist unfehlbar...warum soll er sich also gerade beim Penis vertan haben???
Tradition hin oder her ...Beschneidung ist und bleibt eine Verstümmelung wehrloser Kinder....
Die Eltern sollten sich im 21. Jahrhundert endlich von veralteten und sinnlosen Ritualen ihrer Religionen emanzipieren...die Entscheidung für eine Beschneidung kann nur ein mündiger Mensch für sich selbst treffen...
Kinder sind nicht euer Eigentum....
"Kinder sind nicht eure Kinder"...sie sind Ausdruck der Freude des Lebens an sich selbst...

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Gott sei Dank!


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Halte ich für falsch und gefährlich -

dadurch könnte eine Hintertür auch für weibliche Genitalverstümmelung geoffnet werden (Tradition!)

lasst´s die doch

an den Schniedeln rumschneiden wie sie wollen,
die machen das seit 1000 Jahr und mehr

also mir ist das vollkommen wurscht

Gast: axa
19.07.2012 11:04
1 1

Das Problem ist, dass die Beschneidung aus "religiösen" Gründen heute mehr Ritual als sonst was ist.


Herrührend von einem "Gesetz" aus einer früheren Zeit - an die diese Menschen festhalten, weil sie zu wenig Vertrauen in sich selbst und ihrer eigenen Religiösität haben, daher als Kompensation Rituale brauchen.

Echte Religiösität, die authentisch vom Herzen der Menschen kommt beruht nie auf Rituale.

Befolgung von Ritualen benötigen aber die heutige "Weltreligionen" als Teil ihres Machtsystems.

Christus musste an Ritualen festhaltenden Menschen unter anderem erklären, dass der Sabat für die Menschen da ist nicht der Mensch für den Sabat. An verscheiden Stellen in der Bibel kann man erkennen, dass gerade die "Schriftgelehrten" , die versuchen aus dem Inhalt religiöser Schrifften vergangener Zeiten für alle Zeit gültige Rituale zu schaffen diejenige sind die von Religion keine Ahnung haben. Sie flüchten in ritualistisches Denken.

Dass heute noch en masse beschnitten wird ist nichts anderes als ein Ergebnis der Machtausübung heutiger "Weltreligionen" und ihren "Schriftgelehrten"

Gott hat die Menschen nicht nur die Schriften gegeben sondern auch ein Herz und eine Seele. Herz und Seele führt uns besser als jede Schrift und sind wertvoller als jede Bibel, jeder Koran. Statt, die eigene lebendige Religiöstät in sich selber zu suchen und sein eigener Meister zu sein ziehen es offensichtlich viele noch immer vor nach dem Diktat anderer zu leben.

Wenn ich tief in mein Herz schaue komme ich persönlich zum Ergebnis, dass die Beschneidung auch aus "religiösen" Gründen heute nicht angebracht und nicht notwendig ist. Ein Gesetz aus vergangener Zeiten die heute nur noch Grundlage für ein Ritual sein kann.

Wer traut sich sein eigener Meister zu sein?

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Re: Das Problem ist, dass die Beschneidung aus "religiösen" Gründen heute mehr Ritual als sonst was ist.

Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie mich beschnitten und in der Tradition unserer Väter erzogen haben. Das war das Beste, was sie als verantwortungsvolle Eltern für mich tun konnten. Ich verbitte mir, das Sie sich um mein religiöses und physisches Wohlergehen Gedanken machen. Ich mische mich in Ihr und Ihrer Kinder Wohlergehen auch nicht ein. Ihre Pseudodefinition von Religion interessiert mich nicht die Bohne. Ich habe meine Religion.

Antworten Gast: Bingespannt
19.07.2012 15:45
0 2

Re: Das Problem ist, dass die Beschneidung aus "religiösen" Gründen heute mehr Ritual als sonst was ist.

Mir gefällt ihre persönliche Meinung sehr gut. Dazu möchte ich nur ergänzen, dass Religionsgemeinschaften, egal welche, kein Interesse daran haben, dass ihre Mitglieder persönlich Glaubensdogmen hinterfragen und nach Reflexion für sich selber zu einer persönlichen Meinung finden. Das finde ich sehr schade. Sie bringen es auf den Punkt: Es geht um Machtgefüge unterstützt durch Ritualisierung.mfg

Antworten Gast: axa
19.07.2012 12:01
0 0

Re: Das Problem ist, dass die Beschneidung aus "religiösen" Gründen heute mehr Ritual als sonst was ist.

Oops, die Grammatik- bzw. Schreibfehler bitte entschuldigen!

Jetzt im Ernst

wenn schon, dann unter hygienisch einwandfreien Umständen, in medizinischen Einrichtungen UND NICHT AUF KOSTEN DER ALLGEMEINHEIT, ALSO GEGEN ADÄQUATEN KOSTENERSATZ

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Re: Jetzt im Ernst

So war es ja auch schon bisher. Beschneidungen werden privat bezahlt.

Gast: Hans im Glück
19.07.2012 10:28
2 0

Gibt es nichts wichtigeres?


Re: Gibt es nichts wichtigeres?

Niemals vergessen.......

Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
19.07.2012 14:16
0 0

Re: Re: Gibt es nichts wichtigeres?

Ich habs vergesen!

Worum geht es?

Re: Re: Re: Gibt es nichts wichtigeres?

Um das JA beim Joker

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
19.07.2012 16:17
0 0

Re: Re: Re: Re: Gibt es nichts wichtigeres?

Danke. :-)

Gast: Ösi
19.07.2012 10:10
0 6

Tjo! Die Teutschen habens ja soieso mit dem Herumschneiden

war schon deren Mengele-Hawara ein "Star".

Gast: Bingespannt
19.07.2012 09:12
3 1

alles Gottes Wille ... um Himmels Willen

Egal welche Religion, jede behauptet gemacht wird das - was Gott fordert und will. Gott kann man wirklich "verwenden" ..... Dass hinter jeder dieser dogmatischen "Gottesgwolltheit" der Wille eines Menschen/mehrer Menschen steht - ist doch logisch. Also kann man die Beschneidung doch auch nicht mehr durchführen ... und dann begründen "so will es Gott...."

Gast: biersauer
19.07.2012 09:09
1 0

Natürlich auf Kosten der Allgemeinheit diesen religiösen Wahnsinn ..

bezahlen und damit das Verfassungsrecht auf Unversehrtheit unterlaufen!
RItiger grünroter Schwachsinn, weil die geistig Minderbemittelten wählen eh wieder!

Gast: lavater
19.07.2012 08:43
2 6

Deutschland ist vernünftig

... was man von den österreichischen Anti-Beschneidungsfanatikern nicht gerade behaupten kann.
Atheisten, die gegen die Beschneidung sind, sollten erkennen, dass wir und auch Deutschland in einer Demokratie leben. In einer Demokratie muss Atheismus aber auch Religion möglich sein.

Eine atheistisch-geifernde Beschneidungs-Inquisition brauchen wir nicht.

Antworten Gast: Trautmann
19.07.2012 10:56
3 0

Re: Deutschland ist vernünftig

Grundrecht: Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit
Mmn hat dieses Recht Vorrang vor dem Recht auf Religionsfreiheit.

Bei der Beschneidung wird ein Teil des Körpers amputiert. Die Handlung verändert den Körper und ist irreversibel.

Entsprechend hat mmn. der Gesetztgeber einzugreifen.

Im Übrigen wir auch in der jüdischen Glaubensgemeinschaft darüber diskutiert nur noch eine angedeutete Beschneidung innerhalb der ersten lebenstage durchzuführen und die tatsächliche erst dann durchzuführen wenn der Junge im mündigen Alter ist und sich dieser dafür entscheidt.

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Re: Re: Deutschland ist vernünftig

Sie traun sich was, die roten Stricherln sind Ihnen sicher. Gratulation zu Ihrem Mut.

Antworten Antworten Antworten Gast: Trautmann
19.07.2012 15:06
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Re: Re: Re: Deutschland ist vernünftig

Danke, aber das hat wenig mit Mut zu tun.
Die "Stricherl" sind mir egal. Ich habe mir meine Meinung gebildet und dazu stehe ich. Sollte daraus eine Diskussion entstehen ist das nur gut so, denn man kann dabei nur dazulernen...

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Re: Re: Deutschland ist vernünftig

Dieses angebliche Grundrecht wird immer wieder verletzt, ohne dass sich irgend jemand darüber alteriert. Würde es ohne Einschränkung gelten, so dürfte man Kinder nicht impfen, ihnen keine Zahnspangen verpassen, ja sie vermutlich nicht einmal herumlaufen lassen, denn sie könnten ja hinfallen.

 
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