Muzicant warnt vor "Versuch einer neuerlichen Schoah"

Im Zuge der Debatte über ein Beschneidungsverbot zieht der Ehrenpräsident der Israelitischen Kultusgemeinde einen drastischen Vergleich.

Archivbild: Muzicant im Jänner.
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Archivbild: Muzicant im Jänner.
Archivbild: Muzicant im Jänner. – APA/HANS KLAUS TECHT

Einen drastischen Vergleich zieht Ariel Muzicant, Ehrenpräsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), angesichts der laufenden Debatte über ein Verbot von religiös motivierten Beschneidungen. In der "Kleinen Zeitung" stellte er ein mögliches Verbot mit der Vernichtung der Juden gleich. Ein solches "wäre dem Versuch einer neuerlichen Schoah, einer Vernichtung des jüdischen Volkes, gleichzusetzen - nur diesmal mit geistigen Mitteln", wird er zitiert.

Ausgelöst hat die aktuelle Debatte ein Gerichtsurteil in Deutschland: Das Kölner Landgericht hatte im Mai die Auffassung vertreten, die Beschneidung von Buben aus religiösen Gründen sei als Körperverletzung strafbar. Das für andere Gerichte nicht bindende Urteil stieß vor allem bei islamischen und jüdischen Verbänden im In- und Ausland auf scharfe Kritik.

Zuletzt hat die Diskussion auch Österreich erreicht. Gesundheitsminister Stöger hält die Diskussion für "nicht wichtig". Laut Justizministerium ist die Rechtslage klar. Trotzdem herrscht in der Praxis Verunsicherung. Lesen Sie mehr dazu in "Rituelle Beschneidung: Ärzte fordern Klarstellung".

 

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