Papst Benedikt XVI. ist am Freitag in seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo mit einem bayerischen Spektakel zu Ehren seines 85. Geburtstages im April bedacht worden. An die Tausend Trachtentänzer schwangen zu Blasmusik für den Papst das Tanzbein.
Angeführt wurde die Delegation aus dem Erzbistum München-Freising von Kardinal Reinhard Marx. An der Aufführung nahmen unter anderem 450 Mitglieder der Gruppe "Bayerische Gebirgsschützen" teil, sowie mehrere hundert Männer, Frauen und Kinder vom "Trachtenverein Hinterskirchen". Die Veranstaltung sollte an die Kindheit von Benedikt XVI. erinnern, der 1927 in Marktl am Inn, zwischen München und Passau, geboren wurde.
Die Kompanie Tegernsee der Gebirgsschützen durfte den Ehrensalut schießen - der Papst ihr Ehrenmitglied. Die Gebirgsschützen bezeichnen sich selbst als "Hüter und Verteidiger bayerischer Volkskultur". Ursprünglich wurden sie vor Jahrhunderten gegründet, um das Land mit Waffengewalt zu verteidigen, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Bayernweit gibt es 47 Kompanien.
Das römisch-katholische Kirchenoberhaupt war sichtlich gerührt über das nachträgliche Geschenk zum 85er: "Vergelt's Gott. Ich war richtig daheim", sagte er im Innenhof seines Sommersitzes Castel Gandolfo zu Volksmusikanten, Trachtlern und Schützen. Für die Darbietung war eigens ein Sonderzug mit den rund 1000 Pilgern angereist. "Gott hat uns eine schöne Welt geschenkt", aber den Bayern habe es Gott besonders leicht gemacht, ihre Heimat zu lieben, sagte der Papst in seiner kurzen Ansprache. Lächelnd verfolgte er das rund einstündige Programm.
"Wir schenken dem Papst Musik aus Bayern", sagte Erzbischof Marx. Das Programm sei eine musikalische Reise durch das Erzbistum, dem der Pontifex immer noch sehr verbunden sei. "Er ist im Herzen ein Bayer." Dass der Papst bereits im April 85 Jahre altgeworden war, der Abend aber nun erst Anfang August stattfindet, stört Marx nicht: Das sei eben wie bei der englischen Königin. Die habe auch schon im April Geburtstag, feiere aber auch erst im Sommer, sagte der Kardinal schmunzelnd.
(APA/AFP/dpa )
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