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Mailand bestattet "seinen Papst" Carlo Maria Martini

02.09.2012 | 18:23 |  Von unserem Korrespondenten PAUL KREINER (Die Presse)

Der verstorbene Mailänder Kardinal Martini hat eine selbstkritische, weltoffene Kirche verkörpert. Er warb mit persönlichem Beispiel, mit Argumenten und mit Einladungen zum Denken für den Glauben.

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Am Montag, wird in Mailand Kardinal Carlo Maria Martini beerdigt. Er war am späten Freitagnachmittag im Alter von 85 Jahren verstorben. Die katholische Kirche hat mit Martini einen ihrer größten Bischöfe, Intellektuellen und Autoritäten verloren: Von 1980 bis 2002 leitete der Jesuit und Bibelwissenschaftler nicht nur die Erzdiözese Mailand – er galt immer auch als einer der menschlich überzeugendsten Anwärter auf das Papstamt.

 

Rückzug aus Papstwahl

Die entsprechenden Hoffnungen gerade des liberalen, offenen Flügels der Kirche zerstoben im Konklave 2005: Martini, schon damals von Parkinson gezeichnet – derselben Krankheit, an der kurz zuvor Johannes Paul II. gestorben war –, erhielt weniger Stimmen als erwartet, zog sich zurück und machte den Weg für Joseph Ratzinger frei.

Das Begräbnis, das Mailand „seinem“ Kardinal bereitet, wird von der Festlichkeit und vom Publikumsandrang her dennoch eine Art „Papstbegräbnis“ werden; schon am Wochenende defilierten viele Zehntausende von Gläubigen im Mailänder Dom an Martinis Leichnam vorbei. Der gebürtige Turiner verkörperte in Mailand, im wirtschaftlichen, finanziellen und bürgerlichen Zentrum Italiens, eine bescheidene, selbstkritische, dialog- und weltoffene Kirche. Diese kam bei ihm nicht als Dogmen- und Verbotsgebäude von oben: Martini warb mit persönlichem Beispiel, mit Argumenten und mit Einladungen zum Denken für den Glauben.

 

Dialog mit Atheisten

Ausdrücklich bezog er andere Konfessionen, den Islam, Kirchenferne und Atheisten mit ein; sein zusammen mit dem bekennenden Agnostiker und Schriftsteller Umberto Eco geschriebenes Buch „Woran glaubt, wer nicht glaubt?“ ist auch in Deutschland zum Bestseller geworden.

Dass er bei aller Loyalität zum Papst die harten, ausschließenden Positionen Roms – zum Beispiel gegenüber nicht ehelichen Lebensgemeinschaften, Homosexuellen, wiederverheirateten Geschiedenen oder zum Gebrauch von Kondomen – nicht teilte, das verhehlte Martini nie. Seinem Ansehen im Vatikan tat das keinen Abbruch: Martini war als Person zu stark.

 

„200 Jahre zurückgeblieben“

In seinem letzten, drei Wochen alten Interview, das der Mailänder „Corriere della Sera“ am Samstag veröffentlichte, verlangte Martini von seiner Kirche eine „Bekehrung“. Um das „Herz der Menschen“ wieder zu erreichen und nicht eine ganze „künftige Generation“ zu verlieren, müsse sie „ihre eigenen Irrtümer eingestehen und einen radikalen Wendekurs einschlagen, beginnend beim Papst und den Bischöfen“: „Die Kirche ist 200 Jahre zurückgeblieben. Warum rüttelt sie sich nicht selbst auf? Haben wir so viel Angst?“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2012)

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11 Kommentare
Gast: Hoffnungszeichen
03.09.2012 22:17
0 0

Restaurative Kräfte verhinderten auch beim letzten Konklave einen Frühling der Kirche

Eine Empfehlung für Interessierte:
Kardinal Martinis Buch "Woran glaubt, wer nicht glaubt?" - ein Diskurs zwischen Kardinal Martini und dem Atheisten Umberto Eco, spannender zu lesen als ein Krimi.

Sein VERMÄCHTNIS an uns:
http://www.katholisch.at/content/site/home/article/102844.html
http://www.dernotizblog.com/2012/09/das-geistliche-testament.html
Letztes Interview des österr.Jesuiten Georg Sporschill
http://derstandard.at/1345165896066/Kardinal-Martini-Kirche-200-Jahre-hinter-ihrer-Zeit

Begnadeter Bibelwissenschafter auf inspirierender Spurensuche vor Ort:
http://www.youtube.com/watch?v=joo7UP_31L8&feature=related Ephesos: auf den Spuren des Hl. Paulus
http://www.youtube.com/watch?v=joo7UP_31L8&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=1DBDCxpxbnU&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=2HAxW2lREig
Biographie

http://www.youtube.com/watch?v=hXOWTg9sCyk
La Vita

http://www.youtube.com/watch?v=qgmOAixUTC8&feature=relmfu
Konzil

http://www.youtube.com/watch?v=mAuFqeuWCXs
mit Frère Roger

Kardinal Martini war mit Frère Roger/Taizé in tiefer Freundschaft verbunden (Jugendtreffen/Pilgerweg in Mailand 2005/2006):

http://www.youtube.com/watch?v=QAG7Y-J3aio&feature=relmfu

http://www.youtube.com/watch?v=ESM-gyZJsQA

http://www.youtube.com/watch?v=S8JYA6EJC8A&feature=related


Herzenerfrischend hat er segensreich gewirkt.

Er bleibt unvergeßliches Hoffnungszeichen!

Und Wegweiser einer echt kathol.Kirche!

Eine fröhlichbunte Kirche hätte er uns geschenkt...


Gast: Kirche als Blumenwiese
03.09.2012 15:25
0 0

Kardinal Martini, ein Kontemplativer der den Kampf mit feinsinniger Klinge und Esprit nicht scheute, engagierte sich als Bibelwissenschafter für Frieden und Versöhnung

Die Rolle der Christen sei es, als Vermittler zwischen den Fronten zu fungieren.

Christsein bedeutete für ihn Gastfreundschaft, Teilen und fröhlich-bunte Feste zu feiern.

Mit großen Herzen engagierte er sich für die Nöte.

Einer der letzten ganz großen der katholischen Kirche hat uns verlassen:

http://www.youtube.com/watch?v=rkcidx1Gxos
Vermächtnis
http://www.youtube.com/watch?v=aOfkp3kxYMQ&feature=relmfu

Italian Cardinal Carlo Maria Martini, who passed away at age 85 on Friday, said that the church was "200 years behind the times" in his final interview.

Italian newspaper Corriere della Sera did an interview with the liberal Cardinal in August, which they published Saturday.

"The Church is tired... our prayer rooms are empty," Cardinal Martini told the paper.

"Our culture has grown old, our churches are big and empty and the church bureaucracy rises up, our religious rites and the vestments we wear are pompous," the Cardinal said.

"He was a man of dialog, a pastor who tried to knock down walls," said a citizen who came to the Cathedral.

http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-19451439

http://www.huffingtonpost.co.uk/2012/09/01/carlo-maria-martini-roman-catholic-church-interview_n_1848943.html

http://www.youtube.com/watch?v=1DBDCxpxbnU&feature=related

Wären "Opus Dei"-Getreue nicht wieder einmal Regisseure der Papstwahl gewesen, wie man in Rom munkelt, wäre Kardinal Martini wahrscheinlich statt Ratzinger Papst geworden ...

Unsere Wüste würde blühen!

R.I.P

worüber Die Presse nicht berichtet


Vorarlberg: Pfarrer legt aus Protest Priesteramt nieder [02.09.2012 um 19:29]
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3107227/vorarlberg-pfarrer-legt-protest-priesteramt-nieder.story

Ronald Waibel (54) geht, weil er Rom nicht mehr vertreten will. [2.09.2012 12:06]
http://www.vol.at/pfarrer-von-haselstauden-legt-aus-protest-priesteramt-nieder/3347169

Pfarrer pfeift auf Kirche [02.09. 2012]
http://www.news.at/articles/1235/10/340920/vorarlberg-pfarrer-kirche

Priester vermisst Reformen in der Kirche
http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2548261/

Priester sah in "zentralistisch regierter Kirche" keine "lebbaren Arbeitsbedingungen" [02.09. 2012, 16:46]
http://derstandard.at/1345165909771/Vorarlberger-Pfarrer-legt-aus-Protest-Priesteramt-nieder



Anmerkung: Die Presse ist im Besitz der römisch-katholischen Kirche




12 3

@ Kardinal Martini verkörperte „eine bescheidene, selbstkritische, dialog- und weltoffene Kirche.“






diese Kirche ist mit Kardinal Martini gestorben – das, was bleibt sind Ratzinger und seine Pius-Brüder…






12 2

@ „Dass er bei aller Loyalität zum Papst die harten, ausschließenden Positionen Roms – zum Beispiel gegenüber nicht ehelichen Lebensgemeinschaften, Homosexuellen, wiederverheirateten Geschiedenen oder zum Gebrauch von Kondomen – nicht teilte, das verhehlte Martini nie.“






und hatte damit die Menschen auf seiner Seite…






Gast: vlan
02.09.2012 20:28
3 7

Bei allem Respekt vor Martini oder früher König, es ist leicht "menschengefällige" Positionen zu vertreten, da hat man bald den Beifall vieler

Es wäre auch damals schon für Jesus ein leichteres gewesen zB in der Frage der Scheidung eine "menschengefällige" Lösung vorzugeben. Nein, er tat es nicht! Im Gegenteil, er verschärfte sogar die seit Mose geltende Regelung und fand dafür keinen Gefallen bei seinen Zuhörern, sondern sie kritisierten ihn und wollten anderes, sie bekamen aber nichts anderes und dies aus gutem Grund!

Nicht alte Regeln sind das Problem, sondern der Mangel an verständiger Glaubensunterweisung und dies vor allem in den wesentlichen Dingen. Zudem sind in dieser Gesellschaft die Leute vor allem oder ausschließlich mit sich selbst beschäftigt

Antworten Gast: justerix
03.09.2012 15:43
2 0

Re: Bei allem Respekt vor Martini oder früher König, es ist leicht "menschengefällige" Positionen zu vertreten, da hat man bald den Beifall vieler

Jesus hat aber auch hinsichtlich der Sünderin, die die Pharisäer zu ihm brachten gesagt, dass derjenige von ihnen den 1. Stein werfen solle, der ohne Sünde ist...

Antworten Antworten Gast: Su Nuraxi
03.09.2012 19:28
0 0

Re: Re: Bei allem Respekt vor Martini oder früher König, es ist leicht "menschengefällige" Positionen zu vertreten, da hat man bald den Beifall vieler

Und anschließend hat er zu ihr gesagt: "Geh und SÜNDIGE NICHT MEHR."

Antworten Gast: kein Piusbruder
03.09.2012 12:08
0 1

Re: Bei allem Respekt vor Martini oder früher König, es ist leicht "menschengefällige" Positionen zu vertreten, da hat man bald den Beifall vieler


Bist du es, Bruder Pius?


Antworten Gast: uibel
03.09.2012 10:02
1 1

Re: Bei allem Respekt vor Martini oder früher König, es ist leicht "menschengefällige" Positionen zu vertreten, da hat man bald den Beifall vieler

Woher wollen sie denn wissen, was dieser Jesus gesagt oder getan hat...

Re: Bei allem Respekt vor Martini oder früher König, es ist leicht "menschengefällige" Positionen zu vertreten, da hat man bald den Beifall vieler

wer weiß das schon was jesus sagte....?
das neue testament wurde über 300 jahre nach jesus geburt von dem römischen kaiser konstantin im feilschen um den inhalt mit diversen kirchen vertretern zusammengestellt. aus verschiedenen quellen die auch erst viele jahre nach jesus tod entstanden sind......