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Katholische Kirche legt erstmals Finanzen offen

07.09.2012 | 14:17 |   (DiePresse.com)

Sämtliche Einnahmen und Ausgaben der römisch-katholischen Kirche in Österreich sind nun im Internet einsehbar. Sie nimmt etwa 500 Millionen Euro jährlich ein, der Großteil stammt aus dem Kirchenbeitrag.

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Die römisch-katholische Kirche in Österreich hat erstmals ihre Finanzgebarung offengelegt. Sämtliche Einnahmen und Ausgaben sind ab sofort via Internet unter kirchenfinanzierung.katholisch.at abrufbar, berichtete die "Kathpress" am Freitag. Laut Offenlegung betrug das Gesamtbudget der Diözesen für 2010 rund 500 Millionen Euro pro Jahr, wobei den Großteil der Kirchenbeitrag ausmacht. Die Ausgaben überstiegen laut Bilanz 2010 die Einnahmen geringfügig um rund 2,8 Millionen Euro.

Rund 107 Millionen Euro an Einnahmen stammen laut Kirchenangaben aus Miet- oder Pachteinnahmen sowie aus staatlichen Leistungen zur Abgeltung von NS-Schäden. Letztere betragen rund 44 Millionen Euro. Haupteinnahmequelle für die neun katholischen Diözesen ist der Kirchenbeitrag: Er erbrachte im Jahr 2010 rund 393 Millionen Euro - was einem Anteil von rund 80 Prozent am kirchlichen Gesamtbudget entspricht. Daraus werden laut Website "die Kernaufgaben der Kirche" in den Bereichen Soziales, Bildung, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit finanziert.

Fast 300 Millionen Euro Personalkosten

Aufgeschlüsselt werden auch die Ausgaben. Den größten Anteil daran haben die Personalkosten für die Tausenden Beschäftigten - Laien wie Priester - im kirchlichen Dienst. Die Personalkosten belaufen sich insgesamt laut Statistik auf rund 295 Millionen Euro - was einem Anteil an den Gesamtausgaben der Kirche von 59 Prozent entspricht. Die Bau- und Erhaltungskosten belaufen sich demnach auf 56 Millionen Euro oder 11 Prozent der Gesamtausgaben.

Eine ausgeglichene Bilanzierung sei Grundsatz in der Haushaltsführung der Kirche, sagt der Mediensprecher der Bischofskonferenz, Paul Wuthe. Das jährliche geringe Minus werde durch Rücklagen gedeckt. Eine Bilanz für 2011 liege noch nicht vor, da noch nicht alle Daten der Diözesen ausgewertet seien.

1600 hauptamtliche Mitarbeiter in Wien

Über das größte Budget verfügt die Erzdiözese Wien mit einem Gesamtvolumen von rund 109 Millionen Euro. Der Anteil des Kirchenbeitrags beläuft sich dabei auf rund 92 Millionen Euro. Laut Rechenschaftsbericht bilanziert die Erzdiözese Wien ausgeglichen, den größten Anteil an den Ausgaben haben auch hier mit 62 Millionen Euro die Personalkosten für die rund 1600 hauptamtlichen Mitarbeiter.

Mit der Offenlegung der Finanzgebarung will die römisch-katholische Kirche offensichtlich auch der Präsentation des Buchs "Gottes Werk und unser Beitrag. Kirchenfinanzierung in Österreich" von Carsten Frerk und Christoph Baumgarten zuvorkommen. Dieses soll am Montag in Anwesenheit von Vertretern der "Initiative gegen Kirchen-Privilegien" un der Grünen vorgestellt werden.

Kennzahlen der weiteren Diözesen

  • Diözese Linz: 88 Millionen Euro Einnahmen, davon 76 Millionen aus dem Kirchenbeitrag, Bilanz ausgeglichen
  • Diözese Graz-Seckau: 84 Millionen Einnahmen, davon 58 Millionen aus dem Kirchenbeitrag, Ausgaben in Höhe von 80 Millionen Euro.
  • Diözese St. Pölten: 51 Millionen Einnahmen, davon 41 Millionen aus dem Kirchenbeitrag, Ausgaben von rund 55 Millionen Euro
  • Diözese Salzburg: 45 Millionen Euro Einnahmen, davon 38 Millionen aus dem Kirchenbeitrag, Bilanz ausgeglichen
  • Diözese Innsbruck: 40 Millionen Euro Einnahmen, davon 28 Millionen aus dem Kirchenbeitrag, Bilanz
    ausgeglichen
  • Diözese Gurk-Klagenfurt: 34 Millionen Euro Einnahmen, davon 24 Millionen aus dem Kirchenbeitrag, Bilanz ausgeglichen
  • Diözese Eisenstadt: 25 Millionen Euro Einnahmen, davon 16 Millionen aus dem Kirchenbeitrag, Ausgaben von rund 28 Millionen Euro
  • Diözese Feldkirch: 22 Millionen Euro Einnahmen, davon 19 Millionen aus dem Kirchenbeitrag, Bilanz ausgeglichen

(APA)

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95 Kommentare
 
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Re: Endlich! "fair play" ...

... ist nur zulässig, wenn Sie sich von "Episkopat" trennen.

Dt. zu sprechen, Denglisch zu blödeln und Latein vorzugeben = ist die plumpe Nachahmung der Dreifaltigkeit!

Antworten Antworten Gast: Hoffnungsschimmer
08.09.2012 22:57
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Re: Re: Endlich! "fair play" ...

Die "Bischofskonferenz" wird als "Episkopat" bezeichnet. Diese hat den Schritt der kath.Kirche zu mehr Transparenz veranlaßt (siehe oben).

Ich verstehe daher Ihre Kritik nicht: ???
Daher bitte um Erklärung!

Re: Re: Re: Endlich! "fair play" ...

"... Ich verstehe daher Ihre Kritik nicht?" Dafür kann ich aber nichts; Sie sollten versuchen, mit unserer Sprache sorgfältiger umzugehen und dazu gehört auch, dass "die Satzzeichen" den Regeln entsprechen - wenn Sie verstehen, was ich meine: es schimmert am Horizont, "Hoffnungsschimmer" und das gibt Hoffnung! "Episkopat" genehmige ich der r. k. Kirche, aber mit "fair play" versetzt ihnen die anglikanische Päpstin doch einen Tiefschlag?

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Re: Endlich! Eine sehr begrüßenswerte Initiative! Ein mutiger Schritt des Episkopats!

Also ich bin katholisch, zahle Kirchensteuer und mich interessiert sowas überhaupt nicht. Wenn es irgendwas geben sollte, das verschwiegen werden soll, dann geht das auch bei offengelegten Finanzen.

Und die Grundsteuer ihrer gigantischen

Besitztümer,die durch das Konkordat nicht bezahlt werden muß,diverse Förderungen,Ausbildung und Lehrtätigkeit ihrer Vertreter in den Schulen etc.??????

Da kommen noch mindestens 3-4 Milliarden Euro dazu.

Gast: Argesauge
07.09.2012 15:59
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interessant

Sind da die Daten der Orden enthalten ?

wie hoch ist der Grund- Immobilien und sonstige Besitz???

Danke!

Re: interessant

nein, Orden / Stifte etc. sind nicht "Kirche" sondern eigene Rechtsträger

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Sparen ist halt leichter, wenn man keine Steuern zahlt...

Was würde Jesus über diese Kirche sagen?

Müssen nicht alle ihren Beitrag leisten?

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Re: Sparen ist halt leichter, wenn man keine Steuern zahlt...

"Was würde Jesus über diese Kirche sagen?"

na, so weit ich mich erinnere, hat er damals das ganze Gesocks aus dem Tempel gejagt - Zeit wird´s....

Re: Sparen ist halt leichter, wenn man keine Steuern zahlt...

gute frage , was würde christus dazu sagen , der arme kann sich nichteinmal im grab umdrehen!

Re: Re: Sparen ist halt leichter, wenn man keine Steuern zahlt...

Richtig, kann er nicht; weil er das Grab am dritten Tage naemlich verlassen hat.

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Re: Re: Sparen ist halt leichter, wenn man keine Steuern zahlt...

Jesus ist nicht tot. Nur so als Info, weil das ein katholisches Thema ist.

Gast: ME Again
07.09.2012 15:02
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Erbe der Vergangenheit

Die Zahlen sind sicher nicht vollstaendig, die Vermoegenslage war seit vielen 100 Jahren immer sehr hoch und wurde von Kaiser, Koenig und Vaterland gefoerdert. Die Kriche braucht sich nicht rechtfertigen - nur unsere Politiker sollten das Thema "Kirchenbeitraege" und "Subventionen und sonstige Kirchenbeguenstigungen" einer demokratischen Behandlung zufuehren. Aber davor haben alle Angst - es ja doch um Waehlerstimmen und Machtspiele im hintergrund....

Re: Erbe der Vergangenheit

was willst demokratisch entscheiden ob du beitrag zahlen sollst?

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Sie legt also "offen".

Legt sie auch offen, welche "NS-Schäden" das gewesen sein sollen, die heute noch (67 Jahre nach Kriegsende!) von der Republik Österreich mit jährlich 44 Millionen "abgegolten" werden müssen ?

Die geraubten Güter hat sie doch alle 1947 wieder zurückbekommen ?

Und wieviele von den 393 Millionen des "Kirchenbeitrages" refundiert der allgemeine Steuerzahler auf Grund des Steuerfreibetrages ?

Und wieviele Millionen zahlt ebendieser allgemeine Steuerzahler für Posten, die in den Kirchenbilanzen gar nicht aufscheinen, weil hier der Steuerzahler ohnedies laut Konkordat zu zahlen hat (z. B. Theologische Fakultäten) ?

Re: Sie legt also "offen".

Die geraubten Gueter wurden nicht vollstaendig zurueckgegeben. Konkret wurde der Religionsfonds nie restituiert.

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Re: Re: Sie legt also "offen".

Der Religionsfonds wurde von Hitler zum Kriegführen verwendet. Wieso muss ihn der österreichische Steuerzahler (und zwar heute noch!) in jährlichen Raten "zurückzahlen"?

Man realisiere, um welche Summen es hier geht: noch zur Zeit der Schillingwährung, ich glaube, die Zahl stammt vom Ende der 80er Jahre, zahlte der (allgemeine!) Steuerzahler pro Jahr 800 Millionen Schilling!

Welchen Anspruch erhebt die Kirche überhaupt auf diesen Fonds ?

Das war Ordensvermögen - Joseph II hat div. Orden aufgehoben, und ihr Vermögen zum Aufbau der modernen Territorialpfarreien verwendet - möglicherweise kann man sogar sagen: Er hat die Katholische Kirche in den k.k. Erblanden auf diese Weise gerettet.

Aber aus welchen Gründen braucht die Kirche heute dieses Vermögen überhaupt noch - es war doch den Orden im Vertrauen darauf gestiftet worden, dass für die Stifter/Erblasser Messen gelesen und für ihr Seelenheil gebetet werde, und aus keinem anderen Grund ?!

Werden seit 1945 so viele Messen für Personen aus der Zeit vor der Französischen Revolution gelesen ?

Und wie lange soll denn das noch dauern, bis sich alles für die Kirche amortisiert hat ?

Und vor allem: Warum soll ich als Atheist und Gegner aller Allmachtsfreaks ebendiesen ad infinitum Schadenersatz zahlen, weil ihnen der Hitler was weggenommen hat, das sie ihrerseits ursprünglich ihren Schafen abgelistet hatten ?



Tut das die

Finanzen offen legen, heißt nicht ...

Ein- und Ausgabenrechnung, liebe APA und alle schreiben's auch noch ab! :-(

Re: Finanzen offen legen, heißt nicht ...

Selbst der Staat veroeffentlicht nur die Einnahmen und Ausgaben.

Re: Re: @ Simon F.,

der Onkel des Leopold, wüsste dass Einnahmen/Ausgabenrechnung nur eine Verschleierung tatsächlicher Finanzgebahrung darstellt!

 
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