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Israelitische Kultusgemeinde errichtete "Eruv" in Wien

14.09.2012 | 12:09 |   (DiePresse.com)

Die symbolische Umzäunung der Innenbezirke bringt Juden Erleichterungen am Sabbat. Man dürfte sonst etwa nicht mit Kinderwagen außer Haus gehen.

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Die von der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) seit Jahren geplante symbolische "Umzäunung" der Wiener Innenbezirke ist fertiggestellt worden: Es gibt nun einen sogenannten Eruv, schreibt die "Wiener Zeitung" am Freitag. Dieser besteht aus natürlichen wie auch künstlichen Begrenzungen und soll Erleichterungen für Juden am Sabbat bringen. Wie die Streckenführung im Detail verläuft, will die IKG nicht bekanntgeben, um Vandalismus vorzubeugen.

Streng gläubigen Juden ist es grundsätzlich nicht erlaubt, in der Zeit des Sabbats (Freitagabend bis Samstagabend) etwas vom privaten in den öffentlichen Raum zu tragen. Das inkludiert auch die Benutzung von Kinderwagen oder Rollstühlen. Durch die Schaffung einer symbolischen Stadtmauer wird dieses Verbot jedoch umgangen, da ein Eruv das innerhalb seiner Grenzen liegende Areal ebenfalls zum privaten Bereich erklärt. "Ein Eruv ist eine virtuelle Stadtmauer", erklärte IKG-Präsident Oskar Deutsch in der "Wiener Zeitung".

Bahntrassen, Donau, Schnüre

Gebildet wird die "Umzäumung" in der Bundeshauptstadt vor allem durch natürliche Grenzen wie die Donau, aber auch Stromleitungen oder Bahntrassen wie der ÖBB und der Wiener Linien, heißt es in der "Wiener Zeitung". Dort, wo es Lücken gab, wurde die Begrenzung durch das Spannen zum Beispiel von Schnüren geschlossen. Insgesamt ist der Wiener Eruv rund 25 Kilometer lang und umschließt den ersten bis neunten Bezirk sowie den 20. Gemeindebezirk, "Die Presse" berichtete.

Die Kultusgemeinde kontrolliert regelmäßig, ob der Eruv intakt ist. Denn nur unbeschädigt gilt er als koscher. Errichtet wurde die virtuelle Mauer mittels Spenden. Die genauen Kosten will Deutsch nicht bekanntgeben, nur so viel: "Es wurde hier kein Cent öffentliches Geld aufgewandt", wird er im Zeitungsbericht zitiert. Auch die Instandhaltung wird mit Spendengeldern finanziert.

Neun-Jahre-Projekt

Das Projekt nahm bereits vor neun Jahren seinen Anfang. "Die Planung hat lange gedauert", begründete Deutsch gegenüber der Austria Presse Agentur den durchaus langen Zeitraum bis zur Umsetzung. Zudem meinte er auch: "Wir sind es gewohnt in Wien, dass viele Projekte viele Jahre dauern. Das hat hier Tradition. Hauptsache, es kommt zu einem guten Ende."

Dabei erinnerte Deutsch auch, dass dies nicht der erste Eruv in der Bundeshauptstadt sei. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs hat es bereits eine derartige Installation gegeben. Virtuelle Stadtmauern gibt es auch in Antwerpen und London sowie in zahlreichen Städten in den USA.

(APA)

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81 Kommentare
 
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Gast: Blankensteiner Husar
16.09.2012 18:22
0 3

Da haben es meine Nachbar einfacher!

Da ist das Kind von einem anderen und der Kinderwagen gestohlen.
Tja, die sind halt helle.
Kennen aber den Sabbat auch nicht; sind getauft und zahlen keine Kirchensteuer.

Hahahaha!

Gast: 123qwe
15.09.2012 18:27
3 0

Endlich...

kann ich im 1.Bezirk beruhigt spazieren gehen. Beschützt von einem "Eruv".;)

Gast: AltGast
15.09.2012 14:19
8 2

Zäune ...

... sind ein anderes Wort für Religionen und werden in den Gehirnen der Menschen errichtet, damit diese nur ja nicht anfangen, eigenständig zu denken.

Gast: Karamba
15.09.2012 13:57
7 0

Leben lassen

Die einen mögen es als Spleen sehen, anderen erleichtert es offenbar ihr Leben. Wären nur alle religiösen Irrationalitäten so unblutig.

Re: Leben lassen

Der war nicht schlecht!

Zur Erinnerung: "Streng gläubigen ... nicht erlaubt, ... (etwas zu tun)".

"Streng gläubig", das ist das Schlüsselwort, vor dem sie sich in Acht nehmen müssen, egal ob Christen, Muslime oder Juden! Vom "streng Gläubigen" zum Fundamentalisten ist es ein kurzer Weg!

Hüten sie sich vor den "streng Gläubigen"!


Gast: Gast67
15.09.2012 13:29
10 0

Sündenvermeidung.

Wirklich schlau.

Ich Bau mir auch so einen virtuellen Zaun innerhalb dessen ich die StVO und die USt aussetze ;-)

Re: Sündenvermeidung.

ich helfe gerne mit! ;-)

wenn die...

...römische kirche in jedem kaff einen kreuzweg hinstellt, wird dies stillschweigend zur kenntnis genommen.

bei so einem, offensichtlich kaum sichtbaren "eruv" geht sofort die pathologische antisemitische geiferei los.

als liberaler christ finde ich derartige judentum-basher eigentlich ziemlich unappetitlich, ungustiös und widerlich!

shabat shalom!

Gast: schreker
15.09.2012 13:25
6 3

IKG

Du meine Güte, die sind ja echt bescheuert. Und sowas darf noch in die Medien...

Re: IKG

du meine güte, es dürfen ja sie und andere hier auch posten;-)))

nebenbei: ob jetzt gott 3 sind einen sohn von einer jungfrau hat, dazu gibts einen hl geist, oder ein prophet wird erleuchtet oder einer erleuchtet sich selbst oder der gott ist ein 6 armiger elefant oder oder oder ich glaube, dass red bull wirkt, bzw. mein sternzeichen mein leben bestimmt oder oder
IST DOCH WURSCHT, SOLANGE ICHS NICHT LÖHNE, bzw löhne ich dazu lieber was ( einer schnur) als den banken, eurofighterkonsortien, dem grasser oder was auch immer....

Gast: triton
15.09.2012 12:50
3 0

das zu wissen, beruhigt ungemein.


Gast: Eruv
15.09.2012 12:45
11 2

Ein Gott, der sich durch die Tricksereien einiger Schildbürger zum Narren halten läßt, führt sich selbst ad absurdum.

Ein weiteres Beispiel, welch skurrile Blüten als "Religion" bezeichnete Glaubensschemata treiben können. Und Anhänger solcher Glaubensblüten soll man als moderner Europäer ernst nehmen müssen?

Begeistert von den einstigen jüdischen Intellektuellen, die Wien und die "Belle Epoque" bereicherten, müßte man sich jetzt seitens der IK schon einige Fragen gefallen lassen.

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Selig sind die geistig armen

Da fällt mir nur ein: Geht's noch?

Gast: Wasserlaeufer
15.09.2012 01:32
5 1

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich:

Einmal im Quartal gehe ich zum Arzt - der will schliesslich auch leben.
Der schreibt mir dann ein Rezept auf.
Das Medikamente hole ich mir anschliessend aus der Apotheke - die will schliesslich auch leben.
Zuhause werfe ich alles in den Müll - ich will schliesslich auch leben.

11 0

Man hat nicht den Eindruck,

im 21. Jahrhundert zu leben.

Gast: keterum kenseo
14.09.2012 23:37
12 0

Es ist komisch,

aber manchmal sind jüdische und moslemische Religionsvorschriften und -forderungen gleich seltsam und weltfremd.

Re: Es ist komisch,

Na, christliche sind oft auch nicht besser

8 0

Re: Es ist komisch,

Im Grunde ist es weltfremder, wenn man die andere Backe auch hinhalten soll. Auge um Auge, Zahn um Zahn ist da schon weniger weltfremd.

Juden missionieren aber nicht und sie behelligen niemanden mit ihrer Religion. Das ist ein sehr gravierender Unterschied. Die Inhalte einer fremdem Religion habe ich nicht zu kritisieren. Das sehe ich jedenfalls so.

Dass die Juden in Wien aber Teile von Wien als ihr Privatgebiet erklären - sie glauben es ja wirklich - ist allerdings abenteuerlich.

Antworten Antworten Gast: Bruder Kain
15.09.2012 12:39
6 1

"sie behelligen niemanden mit ihrer Religion"

nun ja, dass ausgerechnet nur sie "auserwählt" sein sollen und alle anderen nicht, - da kann man dann schon auch ein kleines bisserl beleidigt sein. ;-)

15 0

Da muss ich ja aufpassen,


dass ich nicht gedankenlos eine Wäscheleine wegräume

Gast: bergziege
14.09.2012 22:03
10 0

Ist das ehrlich und zeitgemäß?

Es kann jeder glauben woran er will, wenn andere damit nicht gestört werden. Religion sollte Stütze und Lebenshilfe sein. Den Sinn eines "Eruv's" verstehen wahrscheinlich nur orthodoxe Juden. Genauso wie es für Nichtmoslems kaum nachvollziehbar ist, weshalb Mädchen und Frauen dazu bereit sind, sich freiwillig mit einem Kopftuch abzuschwitzen. Das Leben ist zeitweise kompliziert genug, als dass man sich zusätzliche Qualen auferlegt. Was für alle Menschen gilt - egal ob sie mit oder ohne Religion aufgewachsen sind - ist Moral.

Gast: strate
14.09.2012 21:12
21 1

Juden spannen Schnüre, Moslems stürmen Botschaften.

Ich weiß, was mir lieber ist.

12 0

Umgehung religiöser Regeln

Wenn man austritt, hätte man diese Probleme nicht!

Anderes Beispiel: am Sabbat darf man kein Fahrzeug benutzen, außer über Wasser.

Was macht man? Man legt sich ein mit Wasser gefülltes Gefäß unter den Autositz. Kein Witz!


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Frage eines Grübelnden:


Geht eine nasse Windel auch durch ?

Gast: baumisms
14.09.2012 20:52
4 2

Es muss für die Herausgeber und Redakteure der "Presse"

eine wahre Freude sein, wenn sie an den Postings erkennen kann, WER ihre Leser sind...

Gast: Pressefreiheit?
14.09.2012 20:43
9 3

Hier wird fast alles WEGZENSURIERT!!!


 
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