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Was wir über Mohammed sagen dürfen

14.09.2012 | 18:49 |  THOMAS KRAMAR UND NORBERT MAYER (Die Presse)

Der Amateurfilm "The Innocence of Muslims", der Moslems zu Protesten treibt, ist eine Provokation. Wieso funktioniert sie? Was darf man über Mohammed sagen, ohne den Zorn seiner Anhänger auf sich zu ziehen?

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Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf der Erde, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist.“ Dieses oft verkürzt wiedergegebene „Bilderverbot“ aus der Thora, das Freud als „Triumph der Geistigkeit über die Sinnlichkeit“ gewürdigt hat, gilt – einer verbreiteten Meinung entgegen – im Islam nicht. Im Koran steht es nicht. Mohammeds Himmelfahrt war ein beliebtes Motiv islamischer Kunst, im Iran werden Darstellungen des Propheten heute als Postkarten und Poster verkauft.

Es ist also nicht die Empörung darüber, dass Mohammed dargestellt wird, was islamische Massen auf die Straßen treibt, sondern, wie er in dem Amateurfilm „The Innocence of Muslims“ dargestellt wird. Allein in dem auf YouTube erhältlichen 15-Minuten-Ausschnitt wird er als vaterloser Geselle gezeigt, der peinliche Schlapfen trägt, an Ripperln nagt, sich von einer Frau „Sitz!“ sagen lässt, der einen Esel zum „ersten muslimischen Tier“ erklärt, die Pädophilie seiner Gefährten akzeptiert, den Koran je nach seinen Gelüsten umschreibt...

„Das Leben des George“?

Der Eindruck ist klar: Dieser Film wurde gedreht, um Moslems zu verletzen. Nun hat eine Schauspielerin, die nicht namentlich genannt werden will, erzählt, die Hauptperson des Films hätte zunächst gar nicht Mohammed heißen sollen, sondern George. Zumindest habe man das den Schauspielern erklärt. Das erinnert an „Das Leben des Brian“ (1979) der britischen Komikertruppe Monty Python, der das Leben eines Zeit- und Schicksalsgenossen Jesu zeigt, der durch ein Missverständnis zum Messias und gekreuzigt wird. Der Film ist derb und zugleich so subtil, dass man ihn als Persiflage auf die Jesus-Erzählung (und aufs Christentum) sehen kann, aber nicht muss. Doch bald nach Anlaufen des Films protestierten jüdische und christliche Gruppen; in Columbia, South Carolina, verschwand „Das Leben des Brian“ auf Betreiben eines republikanischen Senators aus den Kinos.

Die Frage liegt nahe: Was wäre, wenn „Innocence of Muslims“ in der angeblichen Urversion mit George statt Mohammed geblieben wäre? Als „Leben des George“ sozusagen? Ein Unterschied ist offensichtlich: Das Leben Jesu ist im heiligen Buch der Christen zentral, ist zugleich die Botschaft – oder der Mythos – vom Sohn Gottes, vom Erlöser. Der Koran dagegen handelt nicht von Mohammed, er hat ihn laut islamischem Glauben nur von Allah entgegengenommen.

Was darf man über Mohammed sagen, ohne den Zorn seiner Anhänger auf sich zu ziehen? Er hatte mindestens neun Frauen, er kam wahrscheinlich zwischen 547 und 570 auf die Welt, wurde bald Waise, Halbwaise oder eben nicht. Entscheidend für seine Karriere: die Heirat mit einer reichen, älteren Kaufmannswitwe. Sie bot ihm die Möglichkeit zu reisen, den Glauben zu verbreiten. Als Lieblingsfrau nach dem Tod der Witwe wird Aisha genannt, je nach Überlieferung war sie sechs, neun oder 18 Jahre alt, als sie Mohammed versprochen wurde. Über den Vollzug der Ehe weiß man nichts, nur dass es 623 gewesen sein soll, ein Jahr nach Mohammeds Flucht nach Medina. Litt er an Epilepsie? Das wurde lange nach seinem Tod von christlichen Historikern behauptet. Sicher scheint, dass er kriegerisch war. Der erste Waffengang galt Mekka, das er mit Truppen aus Medina erobern wollte. Dann ging es bald gegen die halbe Christenheit.

Dieser kriegerische Aspekt, nicht nur im Koran reichlich belegt, ist vielleicht ein Grund, warum das Sprechen über den Islam rasch heikel wird. Man könnte ihn als Religion der Eroberung bezeichnen, während das Christentum zumindest zu Beginn ein Glaube der Außenseiter war. Der Kreuzestod Jesu war der schmähliche Tod eines Verbrechers. „Jetzt aber hoch schimpfiertet“, heißt es im Kirchenlied „O Haupt voll Blut und Wunden“: Schmähungen sind dieser Heilsgeschichte inhärent. Das Christentum ist nichts für Stolze. Es ist paradox, wenn sich Christen etwa über die Schändung des Kreuzes empören, von dem Paulus sagte, es sei „den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit“.

Im Vergleich dazu sind Moslems leicht zu kränken, wie nicht nur die Affäre um die Mohammed-Karikaturen 2005 gezeigt hat. Genau mit diesem Schema des „Leicht-beleidigt-Seins“ spielt der Skandalfilm „The Innocence of Muslims“. Er baut auf mangelnde Aufklärung. Also, was ist wahr an Mohammed? Was können wir über ihn sagen? Er selbst schien recht gelassen, wenn es um Authentizität ging. Navid Kermani schreibt in „Gott ist schön“, einer Hymne auf den Koran: „Der Prophet soll selbst erklärt haben, dass jede ihm zugeschriebene Aussage, die im Einklang mit dem Koran steht, tatsächlich von ihm selbst stamme, ,gleich, ob ich es wirklich gesagt habe oder nicht‘.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)

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182 Kommentare
 
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Den Griechen eine Torheit

Paulus schreibt nicht, daß das Kreuz den Christen eine Torheit sei, sondern den Griechen (Heiden). Ein peinlicher Fehler!

Gast: TOM22
17.09.2012 22:00
3 1

sagen was wir wollen

wir dürfen natürlich über eine kritsche historische Person sagen oder schreiben was wir wollen. Wir sind an die diversen religiösen Gebote/Verbote nicht gebunden!

Gast: Goiserer H
16.09.2012 22:41
1 0

Danke Herr Kramar

endlich ein unaufgeregter Artikel wie ich es von einr westliche Zeitung - der neuen freien Presse - erwarte! An dem Filmchen ist nix aufregender als wir hier seit Jahrzehnten sehen. Es ist sogar gut über weltweit bekannte kritische Führer halblustige Filme zu drehen - genau daran erkennt man die Freiheit in der wir leben.

Gast: ebene
16.09.2012 20:54
0 0

as

Aufklärungsprozess für Europa ist in Gang . Das ist auch gut so.Von Fehler lernt man

Gast: biersauer
16.09.2012 16:17
4 1

Lehre, Kritik und Meinung ist frei,...

freier als jegliche Religionsfreiheit, weil diese kennt nur den Religionszwang.
Offenbar wurde dieser Film schon überall verboten?

Gast: die gedanken sind frei
16.09.2012 13:33
10 0

was wir sagen dürfen, etc.,

aber was wir darüber denken, kann niemand verhindern!

Gast: lauter
16.09.2012 00:48
7 3

Wie funktioniert das?

Was darf man über Mohammed sagen, ohne den Zorn seiner Anhänger auf sich zu ziehen?

Was darf man über Juden sagen? Ich finde es interessant.

Gast: Daniel_Ch
16.09.2012 00:23
2 8

Freiheit

Um ich vollig frei zu sein, muessen alle andere Leute frei sein. Sogar die amerikanische Idiote, die ihr Radikalismus lieben. Ja, der Preis der Freiheit und Demokratie es hoch. Aber Freiheit zaehlt zu meinen liebligsten Werten.

Ich werde Muslime nie verletzen, aber est ist wichtig zu wissen, dass ich das mit Worten darf.

Gast: Unrasierter Interessierter
15.09.2012 21:45
4 0

wäre interessant....

....was auf den 2 Seiten in den Buch steht , welches dieser Herr am Bild in die Höhe hält.....böses? liebes?....interessant finde ich auch noch den Kontrast zur dahinterliegenden Samsung-Werbung.....da das Buch sicher nicht die Bedienungsanleitung zum neuen Handy sein dürfte, kann das jemand lesen???

Gast: eso-policier
15.09.2012 19:30
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Zensur

Ich finde es interessant, dass selbst die zurückhaltendsten Kommentare von mir nicht veröffentlicht werden. Im Grunde ist es für mich gar nicht mehr möglich, zu diesem Thema zu schreiben.

Antworten Gast: Verständnis für Zensurowitsch
16.09.2012 11:54
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Re: Zensur

Als Betreiber könnte er ja mitverantwortlich gemacht werden.

Und in einem Staat, wo bereits Kritik an Migrantenkriminalität als Verhetzung angeklagt wird, ist das eine erhebliches Risiko.

Sozialleistungen und Aufenthaltsduldung für fremde Täter,

Maulkorb und Beitragspflicht für inländische Opfer.

Weit hammas bracht.

Aber in Innsbruck mit 92%

Warum soll man da den Helden spielen?


Antworten Gast: Schon Aufgewacht!
15.09.2012 19:47
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Re: Zensur

Schon Aufgewacht!
Es ist Dir nicht nur hier nicht mehr möglich über das Thema zu schreiben, sondern es ist dir überhaupt nicht mehr möglich über das Thema zu schreiben, ohne den Paragraphen der Volksverhetzung zu verletzen oder jenen Paragraphen der über die Verletzung von Religiösen Gefühlen urteilt!

So etwas nennt man staatlich angeordnete Gehirnwäsche, einen Historischen Vergleich zu führen würden den Paragraphen der Wiederbetätigung verletzen!

Und die ganze "Ironie" daran ist, das das alles samt "nur" geistige Verbrechen sind, dazu reiht sich dann auch ein der Strafbestand der Beleidigung, und üble Nachrede und ähnliches!

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Zensur

Über Sinn und Unsinn von Zensur:
Ach wenn alle einer Meinug sind, können alle unrecht haben. ( Bertrand Russell)

Was, meinst du, ändert sich leichter Ein Stein oder deine Ansicht darüber? - Bertolt Brecht

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Was wir über Mohammed sagen dürfen - natürlich ALLES!

Die Reaktionen bestätigen diesen Film - leider!

Religion (auch die Mohammeds) hört dort auf wo man anderen Lebewesen schadet bez. sobald man anderen auf die Nerven geht (stalking).

Auch haben die Gesezte für alle Menschen gleichermassen zu gelten, keine Ausnahmeregelungen für div. Religionsgruppen. Wir sind vor dem Gesetz alle gleich.

Religionsfreiheit muss genauer definiert werden. Darf man nicht entscheidungsfähige Kinder taufen bzw. beschneiden? Es muss auch eine Freiheit von Religion geben (ohne benachteiligt zu werden)

Und selbstverständlich muss man alles ansprechen dürfen, auch der Islam muss sich Kritik gefallen lassen, genau so wie die kath. Kirche, Buddhismus oder was auch immer. Dazu gehört auch die Karikatur.

Helfen wir doch den Islamisten sich weiter zu entwickeln, Dulden, unter den Tisch kehren, ist der falsche Weg, man muß Dinge in aller Klarheit ausdrücken.

Gewalt ist immer der falsche Weg. Den Dschihad, den heiligen Krieg muss man gegen die eigenen störenden Gefühle führen: gegen Zorn, Hass, Neid, beleidigt sein... wenn man diese Gefühle aufgeben kann dann hat man den heiligen Krieg gewonnen - man ist heil bzw. ganz geworden.

Antworten Gast: Das ist doch das Problem!
15.09.2012 19:35
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Re: Was wir über Mohammed sagen dürfen - natürlich ALLES!

Diese Religion verbietet ja diese Denkweise, und wer dennoch so denkt, der bitte Gott, das die Reise vom der Leben in die Ewigkeit schnell und schmerzlos geht!

Kompromisse und Anpassung sind nur Mittel zum Zweck und haben seine Gültigkeit nur solange, solange die Vertreter der Religion nicht an die Macht kommen, kommen sie an die Macht, werden sämtliche Werte und Zugeständnisse über Bord geworfen, da mache ich mir überhaupt keine Illusion das es anders kommen könnte!

The M-Word

...

Antworten Gast: Yo
15.09.2012 19:13
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Re: The M-Word

Und passend dazu das F-Wort

Gast: Anders rum!
15.09.2012 18:33
9 1

Offensichtlich scheint bei der diePresse.com die Wahrheit schon Volksverhetzung und Beleidigung der Religiösen Gefühle zu sein...

Also, andersrum, die USA sind keine Engel beim Thema Menschenrechte, anderseits hat es nicht die geringsten Probleme diverse Personen die dort Leben als Psychopaten zu bezeichnen.

P.S.: Wer schweigt, macht sich ebenso schuldig wie jene, die die Verbrechen ausführen, Nix Gewußte das funktionierte einmal mehr schlecht als Recht, aber ein zweites mal Garantiert nicht!

Gast: speibender regenbogen
15.09.2012 18:28
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man sieht es wiedermal...

wie stark und "richtig" eine religion ist, erkennt man an der anzahl der gläubigen, die mordbrennend auf die straße rennen, sobald jemand an ihrem glauben zweifelt. über den dingen stehen diese "menschen" allemal nicht.

religion ist prinzipiell etwas primitives, sie ist gleichzusetzen mit mangelndem selbstbewußtsein, unvermögen, sein leben selbst zu gestalten blindheit gegenüber der ealität und dümmlicher gutgläubigkeit gegenüber selbsternannten propheten, predigern oder ähnlichem. aber der islam ist mit abstand die primitivste unter den religionen. dort wird sofort in blindester wut gebranndschatzt und gemordet, man sucht in der massenhysterie sein seelenheil, sobald irgendwer den musln alternative lebenskonzepte nahelegt...

Gast: Bruno
15.09.2012 18:13
2 12

ich bin der Meinung.....

...dass dieses ganze Desaster von den Bilderbergern angezettelt wurde, um uns der "normalen Bevölkerung", von der finanziellen Krise, auf der die Bilderberger zu ihren Ziel fahren, ABZULENKEN.....Mächtige Menschen haben immer so regiert, IM HINTERGRUND!
be.es: was in den nächsten Jahren auf dieser Welt passiert, das wurde schon in den vergangenen Jahren festgelegt und geplant!

Gast: Free
15.09.2012 18:06
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Schwach von so einem "Gott" wenn er auf zündelnden Pöbel angewiesen ist um seine Probleme zu lösen....

Tja...

Re: Schwach von so einem "Gott" wenn er auf zündelnden Pöbel angewiesen ist um seine Probleme zu lösen....

Gott ist absolut nicht darauf angewiesen, wohl aber die Herrscher dieser Regionen. Keine Bildung und miserable wirtschaftl. Verhältnisse der großen Masse sind das Pulverfass dieser Regionen. Die Herrschenden sind dankbar, dass sich die Wut dieser Mensch nicht gegen sie, sondern gegen alles Westliche richtet.

Gast: Callisto
15.09.2012 18:05
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Konsequenz

Den Islam aus der westlichen Zivilsation vollständig entfernen und dort wo er angestammt ist einen Zaun herum machen.

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Re: Konsequenz


man kann keine probleme wegsperren
hat in der geschichte noch nie funktioniert

Antworten Antworten Gast: Callisto
15.09.2012 19:11
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Re: Re: Konsequenz

Das römische Imperium bestand Jahrhunderte weil es seine Probleme mit solchen Elementen ziemlich rigoros löste.
Alte Probleme - alte Lösungen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hutbürger
15.09.2012 20:18
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der Limes ("bis hierher und nicht weiter!"

scheint für die Römer recht gut funktioniert zu haben. Und die Chinesische Mauer ist auch nicht aus Jux und Tollerei gebaut worden.

 
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