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Kapellari will Islam-Einsatz für Menschenrechte

09.10.2012 | 08:35 |   (Die Presse)

Der Grazer Bischof Egon Kapellari wendet sich gegen ein Schönreden von Problemen zwischen Religionen. Muslime müssten sich genauso wie Christen und Juden „für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzen“.

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Graz/Kap/Mal. Muslime müssten sich genauso wie Christen und Juden „für Menschenrechte und Religionsfreiheit nicht nur im eigenen Land, sondern auch international einsetzen, wenn sie inmitten einer säkularen Gesellschaft glaubwürdig sein wollen“. Dies erklärte der Grazer Bischof Egon Kapellari bei einer Feier zum 100-Jahr-Jubiläum des Islamsgesetzes in Österreich.

Die Regeln zum Verhältnis von Staat und Religionsgesellschaften seien durch ein „positives Verständnis von Neutralität“ geprägt. Grundlage sei die Pflicht des Staates gegenüber dem Wohl seiner Bürger, auch die Freiheit der Religionsausübung rechtlich zu sichern. In diesem Sinn seien weder das Gesetz für die Israelitischen Kultusgemeinden noch das Islamgesetz noch das Konkordat zwischen Österreich und dem Heiligen Stuhl betreffend die Katholische Kirche Privilegien.

 

Steiermark: Nein zu Pfarrsperren

Kapellaris Diözese Graz-Seckau begeht das vom Papst ausgerufene „Jahr des Glaubens“ auf dem „Diözesanen Weg“. 2012–2018 wolle man den „Blick nach vorn richten und Ziele für die Zukunft formulieren“, wie Kapellari am Montag sagte. Eckpunkte des Weges sind die Jubiläen „50 Jahre Vatikanisches Konzil“ sowie 800Jahre Diözese 2018. Fragen, wie etwa Seelsorge in Zukunft ausschauen oder ob man Glauben zur Sprache bringen könne, stehen im Mittelpunkt. Die Kirche habe Probleme, das wolle er nicht verschleiern, so Kapellari. „Aber die Kirche ist auch lebendig und nimmt mit diesem Weg die Aufgabe war, für eine Stabilisierung einer labilen Zivilgesellschaft zu sorgen“ – auch mit Widerstand gegen „von Meinungsumfragen bestätigte Wünsche“, meinte Kapellari Richtung Pfarrerintiative. In einem Punkt ist man mit der Initiative einig: Anders als in Wien sollen Pfarren nicht aufgelöst werden. Das Seelsorgenetz soll engmaschig bleiben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2012)

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24 Kommentare
Gast: Fred Frenzel
09.10.2012 15:17
24 16

Der Vatikan wird Vollmitglied der UNO und ..

hält sich an Artikel 2* (Nichtdiskriminierung) sowie
Artikel 16* (Heirat-auch für Priester/innen). Dann
könnten sich viele islamische Vollmitgliedsstaaten
daran ein Beispiel nehmen.So wie damals Deutschland unter Hitler von außen befreit werden
mußte, könnte vielleicht die UNO dem Vatikan
befreiend zur Seite stehen.*HUMAN RIGHTS* !!

Antworten Gast: aberwitzig
23.10.2012 20:05
1 0

Absurder Vergleich. Der Vatikan ist ein anachronistischer Zwergstaat, der v.a.

von geistlichem Personal bewohnt wird. Aber selbst dort haben die Frauen mehr Freiheiten und Rechte als in den Golfstaaten!

Der Kirchenstaat ist völlig irrelevant. Niemand muss dort leben oder gar hinziehen. Anders schaut es mit jenen bevölkerungsreichen isl. "Vollmitgliedsstaaten" aus, wo Frauen keine gleichen Rechte und Freiheiten haben.
Warum wollen Sie, dass die isl. "Vollmitgliedsstaaten" sich ein Beispiel am Vatikan nehmen? Im Vatikan leben keine Millionen Menschen und die wenigen die es tun, machen das freiwillig.

Ihre Worte sind der blanke Hohn für Hunderte Millionen Frauen, die Menschen 2. Klasse sind - aber nach ihren Worten muss ja der winzige Vatikan mit "gutem Beispiel vorangehen"...

Antworten Gast: beispielgeber
10.10.2012 07:55
8 0

Re: Der Vatikan wird Vollmitglied der UNO und ..

Vor lauter Vergangenheits-bewältigungsversuchen sehen die Menschen nicht mehr, was sich dzt in Europa verändert. Buschkowski lesen.

25 7

Islam erkennt universelle Menschenrechte NICHT an

Im Islam wurden extra eigene Menschenrechte geschaffen (z.B. Kairoer Erklärung1981), da die universalen Menschenrechte, die für alle Menschen gelten im islam NICHT anerkannt werden.

Da der Koran das ewig-gültige Wort Gottes für alle Zeiten für alle gläubigen Moslems darstellt, werden eher die Menschenrechte an den Islam angepasst als umgekehrt.

Kapellaris Aufruf ist notwendig, wird aber nur erreichen,dass die Betroffenen reflexartig wie immer reagieren: BELEIDIGT.

Antworten Gast: _gast_
09.10.2012 22:40
19 14

Re: Islam erkennt universelle Menschenrechte NICHT an


genauso wie die Kirche :o(


Antworten Antworten Gast: Bruder Kain
11.10.2012 15:56
6 0

ein wenig muss man schon differenzieren.

Der Islam heute und die Kirche heute präsentieren sich schon "in Nuancen" unterschiedlich, oder??

Gast: Analyst
09.10.2012 09:26
39 30

Der Bischof sollte , bevor er ...

... Andere zur Beachtung der Menschenrechte auffordert, zuerst vor der eigenen Türe kehren. Frauendiskriminierung, Missbrauch etc. wie auch der politische Einfluß widersprechen der "christlichen" Menschenrechtsfreundlichkeit ebenso wie die Nichtratifizierung der Menschnrechtskonvention durch den Vatikan. Das Ganze ist nichts als ein Ablenkungsmanöver!

Antworten Gast: Analyst2
09.10.2012 12:38
7 0

Re: Der Bischof sollte , bevor er ...

Ich denke der Vatikan kann die europäische Menschenrechtskonvention nicht unterschreiben, denn dann müsste er sich der weltlichen Gerichtsbarkeit des europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte unterordnen. Religionen beruhen auch darauf, dass es eine absolute Wahrheit gibt, und, ein "Prophet" oder "Heiliger" der ein Sprachrohr Gottes sein soll kann seine Erkenntnisse die er von Gott bekommt nicht von einem weltlichen Gericht nachträglich bewerten oder gar abändern lassen. Ob der Papst ein echter Heiliger einer authentischen Religion ist, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden (Religionsfreiheit).

Das heisst aber nicht, dass Vertreter von Religionen zwingend gegen die Menschenrechte sein müssen - im Gegenteil, gerade die Menschenrechtskonvention räumt ihnen - wie auch jeden anderen Bürger - ausdrücklich die Freiheit ein ihre Religion "durch Gottesdienst, Unterricht, durch Ausübung und Betrachtung religiöser Bräuche auszuüben".

Vertreter der katholischen Kirche in Österreich sind nicht Teil der Staatsgewalt - daher können Bräuche ihrer Religion Frauen betreffend nie rechtlich als Frauendiskriminierung gelten. Religiöse Bräuche dürfen in einem Rechtsaat das die EMRK unterzeichnet hat im Sinne der Religionsfreiheit an sich nicht verboten werden, solange durch sie keine Rechtsvorschriften verletzt werden.

Antworten Gast: Bruder Kain
09.10.2012 11:19
8 1

Der Herr Bischof wird sich ein bisserl schwer tun

bei einer Religion, die Menschenrechte nur für "Rechtgläubige" definiert.


der traut sich was

Das habe ich noch kaum einmal von jemandem in der Öffentlichkeit stehenden Menschen gehört. Na, so was!

Menschenrechte

Die Europäische Menschenrechtskonvention wurde vom Vatikan nicht unterschrieben, geht auch nicht, weil die eigenen Gesetze dagegen sprechen.
Die r.k. Kirche kann doch nicht Religionsfreiheit fordern, wenn sie der Meinung ist, die einzige Wahrheit zu vertreten. Alle anderen kommen in die Hölle. Die Vorhölle (Limbus) hat der Papst ja so zwischen Frühstück und Jause abgeschafft. Dem Papst sei Dank haha. Egon K. bitte nicht anderen Religionen Vorschriften machen!

Antworten Gast: Paz
09.10.2012 09:08
16 2

Re: Menschenrechte

Dies ist längstens durch das II. Vaticanum überholt.
Darüber hinaus enthalten das 5. und 6. Gebot menschenrechtliche Grundsätze. Der Islam kennt diese 10 Gebote nicht!
Die Drohung mit der "Hölle" ist leider insbesondere in den monotheistischen Religionen von gewissen Geistlichen üblich und zwar in der Regel dort wo die Argumente ausgehen!

Gast: nur neugierig
09.10.2012 00:06
12 6

Wie macht das der Kyniker?

Warum bleiben seine Leerzeilen ewig im Forum stehen, ohne dass sie, im Gegensatz zu kritischen Kommentaren zu diesen Statements, gelöscht werden? Warum kriegt er in kürzester Zeit viele, viele grüne Stricherln, obwohl andere kirchenkritische Kommentare wesentlich mehr Hand und Fuß haben? Warum stricheln die Strichler trotzdem hauptsächlich für ihn? Hat er vielleicht ein zweites Konto, von dem aus er sich selber grün bestrichelt?

Antworten Gast: Penzinger
09.10.2012 19:43
4 7

Re: Wie macht das der Kyniker?

Er bringt die Dinge auf den Punkt!

Antworten Antworten Gast: Kyniker-Ersatz
10.10.2012 14:26
6 1

Re: Re: Wie macht das der Kyniker?




Na, wenn du so anspruchslos bist...




Re: Wie macht das der Kyniker?

Ja - solche Dinge fragt man sich in diesem Forum oft. Ich habe eineinhalb Zeilen Kommentar geschrieben - nicht beleidigend, nicht gemein, mit kaum Kommentar - verschwindet. andere dürfen Frechheiten schreiben und kommen damit durch. Schreibt man der Presse, kriegt man NIE eine Antwort und den nick kann man auch nicht wechseln. Diktatur pur.

Gast: frommerwünscher
08.10.2012 23:38
4 0

grundlagen schaffen

Feier zum 100-Jahr-Jubiläum des Islamsgesetzes - das wäre doch Anlass für eine Information über Verbindendes und Unterschiedliches bei den 3 großen Religionen.
Die Unwissenheit ist groß und gefährlich.

Gast: netzwerker5
08.10.2012 23:30
5 0

beachtenswert

...gegen ein Schönreden von Problemen zwischen Religionen. Zitatende.
Es gilt abzuwarten, ob neben Bischof Kapellari auch ein maßgeblicher Vertreter der Muslime das Diskussionsangebot aufnimmt. Österreich hat angesicht der großen Zahl von Muslimen die gesellschaftliche Position des Islam in unserer westlichen Demokratie zu klären. Bisher war nur das Schweigen rundum zu vernehmen - warum?

34 20

@ „Muslime müssten sich genauso wie Christen und Juden „für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzen“






nur hat der Vatikan die Menschenrechte bis heute nicht anerkannt…






Antworten Gast: Penzinger
09.10.2012 19:42
5 7

Re: @ „Muslime müssten sich genauso wie Christen und Juden „für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzen“

Treffend auf den Punkt gebracht!

28 14

@ „Die Regeln zum Verhältnis von Staat und Religionsgesellschaften seien durch ein „positives Verständnis von Neutralität“ geprägt.“






was sich etwa in den Subventionen des Staates für die Kirche (Finanzierung der Religionslehrer, Finanzierung der konfessionellen Schulen, Finanzierung der Gebäudekosten…) äußert…






27 14

@ „Aber die Kirche ist auch lebendig und nimmt mit diesem Weg die Aufgabe war, für eine Stabilisierung einer labilen Zivilgesellschaft zu sorgen“






sehr viel Lebendiges ist in der Kirche von Ratzinger, Opus Dei & Co nicht wahr zu nehmen – vielleicht sollte sich der alte Mann eher um den Zustand der Kirche, als den der Zivilgesellschaft sorgen…






Gast: Be-obachter
08.10.2012 21:06
13 10

Was Sie im zweiten Absatz beschreiben,

trifft vielmehr noch auf den Islam zu.

Gast: Tantum ergo...
08.10.2012 20:28
51 19

Gut, okay, aber...

... wie wäre es, wenn eine Religionsgemeinschaft zuerst die eigene Jauchegrube ausschöpft, bevor sie andere anschüttet?

Die Ausgrenzung und Unterdrückung von Frauen, die Lust- und Leibfeindlichkeit, die immer wieder aufflammende Homophobie, eine ganze Latte von Mißbrauchsfällen, vertuschten Priesterkindern...

Genug zu tun, Herr Kapellari!

PS: Im übrigen wäre es ein netter Zug vom Vatikan, einseitig auf das Konkordat und die laufende millionenhohe Subventionierung des eigenen Betriebes aus Steuergeldern zu verzichten. Träumen wird man ja dürfen.