Wien/Jerusalem/sal. Neue Runde im Streit um Dokumente aus Wien: Das Israelische Staatsarchiv (ISA) will die nach dem Zweiten Weltkrieg erhaltenen Dokumente nicht zurückgeben. So lautet die Stellungnahme der ISA, die das Bezirksgericht Jerusalem am Montag zur Klage der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien gefordert hatte.
Eine Rückgabe sei nie beabsichtigt gewesen, da die Dokumente als permanente Leihgabe ins Zentralarchiv aufgenommen wurden. Das ISA will damit das kulturelle Gewicht des jungen Staates Israels als Zentrum des jüdischen Volkes stärken. Die Leihgabe sei eine gängige Praxis von Museen und Archiven, bei der die Eigentümer kulturelle Artefakte an Institutionen für immer weitergeben, aber die Verbindung zu ihnen aufrechterhalten.
Die Klage läuft seit über einem Jahr und geht auf den ExPräsidenten der IKG, Ariel Muzicant, zurück, der die Dokumente für das 1816 gegründete Archiv, das die Geschichte der Juden in Wien seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert, zurückholen wollte. „Die Dokumente gehören uns“, so Muzicant im Mai 2011. Erika Jakubovits von der IKG zeigt sich angesichts der jüngsten Entwicklung wenig überrascht: „Die Verhandlungen gehen weiter. Wir sind absolut zuversichtlich.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2012)
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