Vatikan weist Kritik an König-Abdullah-Zentrum zurück

24.11.2012 | 13:25 |   (DiePresse.com)

Das Zentrum für interreligiösen Dialog sei keine Einrichtung "für die Regierung von Saudi-Arabien allein", heißt es aus dem Vatikan.

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Der Vatikan hat Kritik an einem angeblich zu großen Einfluss Saudi Arabiens auf das Wiener König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog zurückgewiesen. Das Zentrum, das am kommenden Montag unter anderem von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in der Wiener Hofburg eröffnet werden soll, sei "eine unabhängige, internationale Institution" und "kein Zentrum für die Regierung von Saudi-Arabien alleine", erklärte der Sprecher des Vatikans, Federico Lombardi, am Freitag laut Kathpress in einer Pressemitteilung.

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Vatikan im Zentrum präsent

Lombardi trat damit zugleich der im Vorfeld der Eröffnung laut gewordenen Kritik am Zentrum entgegen, dies sei nicht mehr als ein Feigenblatt der saudischen Politik. Zu den Gründerstaaten zählten zudem auch zwei Länder mit alter christlicher Tradition. Es sei richtig, dass der Vatikan in dem Zentrum präsent sei und seine Erfahrung und Autorität auf dem Gebiet des interreligiösen Dialog einbringe, heißt es in der von Radio Vatikan verbreiteten Mitteilung.

Das "King Abdullah Bin Abdulaziz International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue" (KAICIID) wurde durch ein völkerrechtliches Abkommen zwischen Spanien, Österreich und Saudi-Arabien ins Leben gerufen. Finanziert wird die Einrichtung von Saudi Arabien. Ihr Generalsekretär ist der frühere stellvertretende saudische Bildungsminister Faisal Abdulrahman Bin Muammar, seine Stellvertreterin die ehemalige Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP).

Im neun Mitglieder zählenden "Board of Directors" sind alle fünf Weltreligionen vertreten. Der Heilige Stuhl wird durch den Sekretär des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Miguel Angel Ayuso Guixot, vertreten. Der Combonianer-Pater und Islamwissenschaftler hat in dem Gremium Beobachterstatus.

Forderung nach Zentrum in isalmischen Ländern

Zugleich kündigte Lombardi an, dass sich der Vatikan in dem Zentrum für die "fundamentalen Rechte" der christlichen Minderheiten in islamischen Ländern einsetzen wolle. Man werde als Beobachter die Sorgen über einen wirksamen Schutz dieser Rechte nicht verschweigen. Ziel sei eine Förderung der "Religionsfreiheit in ihren verschiedenen Ausdrucksformen". Das Zentrum biete dafür einen "geeigneten Raum".

(APA)

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21 Kommentare

9 0

Menschenrechte?

Saudi Arabien zählt zu jenen Ländern, die die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 noch immer nicht unterzeichnet haben. Die Regierung störte sich seinerzeit - und stört sich noch immer - hauptsächlich am Recht auf Religionsfreiheit. Was befähigt dieses Land zu einem interreligiösen Dialog?
Siehe den Kommentar auf: www.heiko-heinisch.net/wir-sind-dialog/

33 16

Re: Menschenrechte?


genauso wie der Vatikan… Gleich und Gleich gesellt sich gern…



Den winzigen Kirchenstaat mit Saudi Arabien zu vergleichen

ist aber schon hanebüchen. Der Vatikan hat eher musealen Charakter- dort leben grad einmal 900 Maxln, großteils geistliches Personal.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanstadt

Re: Re: Menschenrechte?

unterschrieben hat sie kein einziger Staat, sondern die Staaten ratifizierten diese unverbindliche Erklärung höchstens auf praktischer Ebene. Österreich hinkt da auch hinterher. Der Stimme enthalten haben sich 1948 laut wikipedia die Sowjetunion, Ukraine, Weißrussland, Polen, ČSSR, Jugoslawien, Saudi-Arabien und Südafrika. Der Vatika konnte nciht gültig mitstimmen, da er nur Beobachterstatus hatte.
Lernen Sie Geschichte!!!

17 15

Re: Re: Re: Menschenrechte?


Richtig.

Der Vatikan, hat bei den Menschenrechten mit Weißrussland oder Saudi Arabien seine Verbündeten…

Gleich und Gleich gesellt sich gern…




Re: Re: Re: Re: Menschenrechte?

Gelesen haben Sie das Posting, auf das Sie geantwortet haben, offensichtlich nicht.

Re: Re: Re: Re: Re: Menschenrechte?

Er hat wohl "Beobachterstatus" überlesen ...oder nicht verstanden?

2 4

Der A*heist Stalin war ja so tolerant.....


Ich würde solch Zentren in Ländern begrüßen,

wo keine Religionfreiheit herrscht und andersgläubige keine Rechte haben,nicht in einem Land wo Religionsfreiheit herrscht und Toleranz schändlichst von Islamischen Zuwanderern missbraucht wird.


0 8

positiv

durch dieses Zentrum lernen junge Saudis Demokratie und Menschenrechte kennen, mit diesem Wissen können sie dann ihr Land modernisieren

Ja, wenn dieses Zentrum in Saudi Arabien eröffnet worden wäre

In Wien nutzt das jungen Saudis nicht viel

Warum wird dass Zentum nicht in einem land errichtet,

wo es keine Religionsfreiheit gibt.

Warum macht sich da niemand stark?

45 2

fundamentalisten unter sich


13 0

Baut eine christliche Depandance...

... in Mekka, dann wirkt das alles auch etwas glaubwürdig. So ist es einfach nur eine Farce!

Dialog oder Toleranz?

"Haben wir eine andere Chance als Dialog?"
16.11.2012 | 18:31 | von CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)
Der Dialog wird viele gute Nachrichten bringen. Haben wir denn eine andere Chance als einen Dialog? Glauben Sie, dass man Menschen zur Veränderung zwingen kann? Zitatende.

die haben auch schon lange keinen dunst mehr was auf der welt abgeht.


43 3

Der Kampf gegen den Atheismus vereint Christen und Muslime.

Wir konnten das auch schon in der Beschneidungsdebatte erleben. Besser Kinder verstümmeln als religionslos glücklich werden lassen!

21 0

WARUM????

Wurde dieses Zentrum eigentlich nicht in Saudi Arabien eröffnet???

Im Land wo alle frei sind Kirchen neben Moscheen stehen und alle Religionen offen gelebt werden können.

Gott jetzt bin ich aufgewacht und das Bett war naß über so einen nie real werdenden Fiebertraum:-)))

Re: WARUM????

Gute Frage!

"Zugleich kündigte Lombardi an, dass sich der Vatikan in dem Zentrum für die "fundamentalen Rechte" der christlichen Minderheiten in islamischen Ländern einsetzen wolle"

Da kommens aber auch früh drauf...


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