Votivkirche bleibt "besetzt": Nur kurze Pause für Messe

19.12.2012 | 09:50 |   (DiePresse.com)

Aktivisten des "Refugee Camp Vienna" protestieren in der Votivkirche. Polizei und Caritas verhandelten bis spät in die Nacht ohne Ergebnis mit ihnen.

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Asylwerber aus Traiskirchen, die seit mehr als drei Wochen in Zelten im Sigmund-Freud-Park gegen die Asylpraxis protestieren, wollten am Dienstag mit einem "Ausflug" in die angrenzende Votivkirche auf ihre Anliegen aufmerksam machen und blieben auch über Nacht. Pfarrer Joseph Faruggia wertete die Aktion des "Refugee Camp Vienna" im "Kathpress"-Interview allerdings nicht als Schutzsuche, sondern als Besetzung. Er forderte die rund 60 bis 70 Demonstranten auf, die Kirche zu verlassen. Es soll weitere Gespräche geben.

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Die Besetzung der Votivkirche hat die ganze Nacht über angedauert. Bis 3 Uhr früh waren der Pfarrer, Bischofsvikar Dariusz Schutzki sowie Vertreter der Caritas bemüht, eine Lösung zu finden. Die gab es zumindest fürs erste nicht. Die Flüchtlinge waren nur bereit, die Kirche Mittwochmorgen für einen Schulgottesdienst zu verlassen. Im Anschluss wollten sie wieder in das Gotteshaus zurückkehren und sich in einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit wenden.

Ein Angebot, eine gemeinsame Pressekonferenz außerhalb der Votivkirche zu machen, sei jedoch abgelehnt worden, berichtete Schwertner. Nunmehr wird die Caritas ein eigenes Pressegespräch im Club Stephansplatz 4 ansetzen, bei dem auch Vertreter der Flüchtlinge willkommen seien.

Bei den Verhandlungen habe man sich mit Kirchenvertretern und Caritas darauf geeinigt, über nächste Schritte zu diskutierenm, berichtet der ORF. Ein Polizeieinsatz stand nicht im Raum.

"Die Kirche ist ein Ort der Zuflucht"

"Die Kirche ist ein Ort des Schutzes, ein Ort der Zuflucht", hieß es von der Caritas Dienstagabend. Dafür garantiere man. Verhandelt werde mit Vertretern der Asylwerber nun so lange, bis ein Durchbruch erzielt sei. "Wir nehmen die Ängste und Sorgen wahr." In einer Ecke der Kirche wurde ein Bettenlager aufgebaut sowie Verpflegung bereitgestellt.

Faruggia erklärte, mit Beginn des Zeltlagers habe er angeboten, Kirchengrund rund um den Neugotikbau an der Ringstraße zu verwenden und auch die Kirche selbst zum Gebet zu nützen. Dass sich plötzlich eine Protestgruppe mit Transparenten in der Kirche eingefunden habe, komme für ihn überraschend und sei nicht abgesprochen gewesen.

Die Asylwerber begründeten die Aktion damit, dass die Politik ihre Forderungen nicht gehört habe. Deshalb hätten sie "Schutz in der Votivkirche gesucht". Als ihre Forderungen nannten sie unter anderem Grundversorgung für alle Asylwerber unabhängig von ihrem Rechtsstatus, freie Wahl des Aufenthaltsortes sowie die Anerkennung von sozioökonomischen Fluchtmotiven neben den bisher anerkannten Fluchtgründen.

Das kleine "Flüchtlingscamp" steht mittlerweile seit 24. November. Es war im Anschluss an einen Asylwerber-Marsch von der damals noch stark frequentierten Erstaufnahmestelle Traiskirchen nach Wien errichtet worden. Die Asylwerber fordern unter anderem einen Austausch sämtlicher Dolmetscher in Traiskirchen sowie bessere Verköstigung.

(APA/Red.)

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170 Kommentare
 
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alle Kirchen zusperren

die Lösung die sich hier abzeichnet: um diverse Diebstähle, Brandstiftungen oder sonstigen Unfug abzustellen sollten alle Kirchen außer zu den Messezeiten versperrt sein

Vorschlag

Die AktivistInnen mögen doch bitte die Moschee an der Alten Donau oder das neue Saudiarabische Dialogzentrum besetzen.

Eventuell könnte auch eine Fact-Finding-Mission ins gelobte Ankara organisiert werden (Rückreise auf eigene Kosten).

Die Kirche ist kein Ort der Zuflucht sondern leider nur mehr ein Ort der Flucht!


Nützliche Idioten

Die Verantwortlichen schwitzen sich wohl vor einem Polizeieinsatz aufgrund der dann zu erwartenden Mediendresche an und schaden der röm.kath.Kirche mit ihrer Politik des lieber alles gefallen lassens und den Kasperlköpfen Küberl und Landau lieber weiterhin.

Hausrecht

Eigentlich ist nach dem Kirchenrecht der Ortsordinarius (= Pfarrer) der Hausherr der "Kirchenfabrik". Ganz sicher nicht ein Funktionär der Caritas!

Wenn sich der zuständige Pfarrer gegen die Besetzung ausspricht, so leisten höfliche Menschen diesem Ersuchen Folge.

Die Polizei muß übrigens nicht auf eine ausdrückliche Einladung warten, weil es das Kirchenasyl nur mehr in der Fantasie von Gutmenschen und Gesetzes-brechern gibt.

Die Votivkirche wurde seinerzeit errichtet, weil der Kaiser einem Attentat eines halben Ausländers knapp entkommen ist.

Saudiarbien wäre sogar noch toleranter.


Danke!

obwohl es bei uns so schrecklich ist, stürmen Fachkräfte aus aller Herren Länder unser Land, um uns Entwicklungshilfe zu leisten. Dafür gilt ihnen mein Dank!

PS: Man stelle sich vor, eine christliche Minderheit würde sich in einem muslimisch geprägtem Land verschanzen und dort Forderungen stellen.

Sauber!

Der Pfarrer lässt sich also von diesem Häufchen erpressen und auch noch vorschreiben, wie lange er die Kirche benützen darf, bevor ihn diese Präpotenten hinauswerfen?

28

Das ist Erpressung

Raus mit den Anarchisten und sogenannten Asylanten. Nur eine unfähige Reirung, lässt sich die Erpressung gefallen.
ABER WAHLTAG IST ZAHLTAG.

Könnten auch in einer Moschee

Ihr Anliegen vorbringen.Warum sies nicht auch machen ist schon komisch und ärgerlich.

Liebe Freiheitlichen, lieber blauer Messias HC! Wo seid Ihr denn nun?

Habt Ihr Angst

a.) vor der Witterung
b.) eeinen Glühwein zu versäumen
c.) vorm Weihwasser?

Nehmen Sie halt die Kirchenbesetzer auf!


23

Re: Liebe Freiheitlichen, lieber blauer Messias HC! Wo seid Ihr denn nun?

"FPÖ fordert Ende der "Provokation"

Der Generalsekretär der FPÖ, Harald Vilimsky, sieht in der Besetzung eine reine Provokation von "zum Großteil aus Deutschland importierten linken Anarchisten, denen es nicht um die Sache" gehe, so die FPÖ in einer Aussendung. "Die Besetzung der Votivkirche durch linke Anarchos und aufgehetzte Asylsuchende ist sofort zu beenden", forderte Vilimsky.

Re: Re: Liebe Freiheitlichen, lieber blauer Messias HC! Wo seid Ihr denn nun?

Von mir habens jetzt ein grünInnes Plus bekommen!
Weil Sie als Frau in dieser "elitäre" Runde noch posten!

Re: Liebe Freiheitlichen, lieber blauer Messias HC! Wo seid Ihr denn nun?

Ich glaube eher dass manche Politker und Partein in Österreich einfach totgeschwiegen und ignoriert werden von völlig neutralen Medien?
Um der Bevölkerung eben genau das vorzugaukeln was Sie grad geschrieben haben.
Über Faymann und Spindelegger hört man ja komischerweise jeden Tag (irgendeinen Mist). Bad News are better than no news ;)

Re: Re: Liebe Freiheitlichen, lieber blauer Messias HC! Wo seid Ihr denn nun?

So wie es jetzt läuft, gibt´s doch einen "Mehrwert" für beide Seiten! Die Asylwerber haben endlich eine geräumigere Unterkunft als in Traiskrchen und die Votivkirche ist "bevölkert" wie schon lange nicht! Während den hl. Messen vertreten sich die Besetzer halt eine Stunde lang draußen ein wenig die Füße. Ein bisserl frische Luft ist schließlch gesund...

..

Eine Pause für die Messe ist aber nett, hätten sie dabei bleiben können. Es wird verhandelt, es wird ein Forum geschaffen, raus mit ihnen und nicht mehr nach traiskirchen, direkt über schwechat heim mit diesem pack, samt caritasdirektor!

Herr BP, Herr BK, Herr BGM

Ist da jemand ? Ohrenbetäubendes Schweigen.

Wolle Sie wirklich, dass das Volk das in die Hand nimmt ?

Das ist eine vorsätzliche Gefährdung des sozialen Friedens !

Re: Herr BP, Herr BK, Herr BGM

Nicht nur das. Es zeigt jedem Österreicher, daß man sich an nichts mehr halten muß. Man sollte das als Präzedenzfall bei jedem Gesetztesübertritt verwenden. Es gibt für einen Österreicher einfach keinen Grund mehr, sich an Gesetze zu halten, wenn sie ganz offensichtlich von Linksextremen und Ausländern folgenlos ignoriert werden können.

Das hat mit den Zogajs begonnen, und jedes Jahr wird eine Schaufel nachgelegt.

Widerstand!

Nie wieder...

eine Spende an die Caritas!!!!!

Die Provokationen

sind bereits unerträglich!

Protestcamp

Es ist höchst an der Zeit, dieses Camp zu schließen; die Bedingungen zu diktieren, wie sie bei uns behandelt werden wollen. grenzt an eine nicht zu akzeptierende Unverfrorenheit, die ihnen ohne unseren linken und grünen Agitatoren niemals eingefallen wäre.
Eine Kirche, die sie in ihren Herkunftsländern am liebsten niederreissen würden, zu besetzen dürfte keineswegs toleriert werden. Wem es bei uns nicht gut genug geht, hat jeden Tag die Möglichkeit unser Land zu verlassen.

Re: Protestcamp

Interessant wäre, was passieren würde, wenn sich Gegner des Protestcamps ebenfalls in der Votivkirche einquartieren würden.

Putin, hilf!


Lösung?

Kein Cent mehr an die Caritas!

gibt genug Organisationen, die das Geld weise einsetzen!

Was gibt es da zu verhandeln?

Dieses Land ist kein Rechtsstaat mehr. Regierung und Importpöbel können sich alles erlauben, Gesetze gelten nur mehr für die Mittelschicht, die den Irrsinn auch noch finanzieren muß.

Der Bogen ist weit überspannt.

 
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