Votivkirche: Caritas und Diözese unterstützen Flüchtlinge

Ein Polizeieinsatz sei kein Thema, sagen Caritas-Direktor und Bischofsvikar. "Wenn die Flüchtlinge Schutz brauchen, werden sie Schutz finden."

Die Flüchtlinge bleiben vorerst in der Wiener Votivkirche.
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Die Flüchtlinge bleiben vorerst in der Wiener Votivkirche.
Die Flüchtlinge bleiben vorerst in der Wiener Votivkirche. – (c) APA/MICHAEL GRUBER/EXPA

Der Wiener Caritasdirektor Michael Landau und Bischofsvikar Dariusz Schutzki als Vertreter der Erzdiözese haben sich am Mittwoch in einer Pressekonferenz solidarisch mit jenen Flüchtlingen gezeigt, die die vergangene Nacht in der Votivkirche verbracht haben. Ein Polizeieinsatz zur Räumung sei kein Thema, betonte Caritas-SprecherKlaus Schwertner: "Wenn die Flüchtlinge Schutz in der Kirche brauchen, werden sie auch Schutz finden."

Zur Lösung struktureller Probleme im Asylbereich forderte Landau einen Runden Tisch mit Vertretern der Regierung, von NGOs und Vertretern der Religionsgemeinschaften. An die Flüchtlinge - einige kamen zur Pressekonferenz und setzten sich ans Podium - appellierte er, die von Bund, Stadt Wien und der Caritas gemachten Unterbringungsangebote anzunehmen.

"Menschen müssen gehört werden"

Es handle sich um Menschen in einer für sie verzweifelten Situation, die angehört werden wollten, so Landau. "Wir nehmen die Ängste und die Sorgen ernst. Das ist auch die Bitte an die Verantwortlichen in der Regierung." Es gehe um Grund- und Menschenrechte und einen humanitären Umgang Österreichs mit Flüchtlingen, nicht um Unterstützung einzelner Gruppierungen oder Aktivisten, betonte Landau und warnte vor Instrumentalisierungsversuchen.

Die Kirche stehe Seite an Seite mit den Flüchtlingen, sagte Bischofsvikar Schutzki und erinnerte an das bevorstehende Weihnachtsfest: "Die Herbergssuche 2012 ist ein wenig Realität geworden."

Caritas-Sprecher Schwertner versuchte Pfarrer Joseph Faruggia zu verteidigen, der am Dienstag via Kathpress den Abzug der Flüchtlingscamper aus der Votivkirche verlangt und von einer Involvierung der Polizei gesprochen hatte. Seine Aussagen seien "aus einer Überforderung heraus" entstanden. Seit die Caritas und die Erzdiözese sich eingeschaltet haben, sei ein Polizeieinsatz nie ein Thema gewesen, betonte Schwertner.

FPÖ fordert Ende der "Provokation"

Der Generalsekretär der FPÖ, Harald Vilimsky, sieht in der Besetzung eine reine Provokation von "zum Großteil aus Deutschland importierten linken Anarchisten, denen es nicht um die Sache" gehe, so die FPÖ in einer Aussendung. "Die Besetzung der Votivkirche durch linke Anarchos und aufgehetzte Asylsuchende ist sofort zu beenden", forderte Vilimsky.

(APA)

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