"kreuz.net"-Nachfolge: Trittbrettfahrer aus Österreich?

07.01.2013 | 13:39 |   (DiePresse.com)

Nachdem die Website "kreuz.net" abgeschaltet wurde, gibt es nun eine Seite mit ähnlichem Namen und Inhalt. Der Betreiber dürfte in Wien sitzen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Eine Nachfolgerin der umstrittenen Plattform "kreuz.net" sorgt für Aufsehen. Die neue Webseite "kreuz-net.info", psoitioniert sich nach Angaben von Gegnern mit ähnlichen Inhalten, der Betreiber soll aus Österreich stammen. Nach kritischen Berichten, unter anderem auf der deutschen Nachrichtenseite "Spiegel Online", ging sie am Wochenende vorübergehend offline.

Das nach eigener Darstellung katholische Nachrichtenportal "kreuz.net" war im Vorjahr wegen rassistischer, homophober und antisemitischer Inhalte ins Visier der deutschen und österreichischen Behörden geraten. Sie war nach jahrelangem Betrieb Anfang Dezember abgeschalten worden. Der österreichische Verfassungsschutz und die deutschen Behörden ermitteln gegen die Betreiber wegen Verhetzung und nationalsozialistischer Wiederbetätigung. Ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Wien ist anhängig. Auch die neue Webseite "kreuz-net.info" sei dem Verfassungsschutz bekannt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Karlheinz Grundböck, am Samstag. Laufende Verfahren wolle man nicht kommentieren.

Kritik an prominenten Katholiken

Auf "kreuz-net.info" wird unter anderem Kritik an prominenten Katholiken aus Österreich betrieben. So ist vom "Anti-Rom-Geist" in der Erzdiözese Wien zu lesen. Dieser zeige sich in der Unterstützung von Caritas-Direktor Michael Landau für "Modernisten-Pfarrer" Helmut Schüller.

Als Ursache für die Brandstiftung in drei Kirchen in Amstetten vor Weihnachten wird die "antiklerikale Medienhetze in Österreich" gewittert. In einem Text werden überdies Gottesdienste für Schwule und Lesben in Großbritannien als "Sodomitenmessen" bezeichnet.

Trittbrettfahrer aus Österreich

Nach Angaben der Initiative "Stoppt Kreuz.net" handelt es sich bei der neuen Webseite jedoch nicht um das Werk der Betreiber von "kreuz.net", sondern um Trittbrettfahrer. Die Seite hat demnach ihren Server in Deutschland. Als Medieninhaber, Herausgeber und Redaktion werde im Impressum ein "Mag. G. Schneeweiß-Arnoldstein" in Wien angegeben. Laut der Gegner-Initiative, die von der katholischen Nachrichtenagentur "Kathpress" zitiert wird, handelt es sich um einen Angehörigen einer katholischen Verbindung, der laut Impressum auch die rechtsgerichtete Seite www.couleurstudent.at verantwortet und durch "homophobe sowie antisemitische Ausfälle bekannt" geworden sei.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

16 Kommentare
0 3

Religions- und Meinungsfreiheit

eine Demokratie sollte die Religions- und Meinungsfreiheit aushalten.

"Der, der ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."

sprach Jesus und holte zum Wurf aus.

Deus lo vult!


Innenministerium säumig!

Der Abgeordnete der Grünen fordert deshalb Staatsanwaltschaft und
Verfassungsschutz auf, hier rasch Ermittlungen aufzunehmen. Das
Innenministerium hat nämlich in einer Anfragebeantwortung noch im
Dezember 2012 erklärt, dass es trotz Anzeige bislang keine
Ermittlungen in Sachen kreuz.net in Österreich gebe. Öllinger:"Jetzt
gibt es ein Nachfolgeprojekt mit Namen und Anschrift in Österreich
und weitere Hetze! Höchste Zeit, dass ermittelt wird!"

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130107_OTS0074/oellinger-nachfolger-der-hetzseite-kreuznet-aufgetaucht

18 8

Gibt es überhaupt noch andere außer fundamentalistische Spinner in dieser Kirche?


Menschen mit Herz und Verstand verlassen angewidert diese Kirche, übrig bleiben nur mehr solche fundamentalistischen Spinner!


6 10

Re: Gibt es überhaupt noch andere außer fundamentalistische Spinner in dieser Kirche?

Ja die gibt es. Es ist die große Mehrheit, aber diese kommt weder in die Zeitung, noch ins Fernsehen.

6 4

Re: Gibt es überhaupt noch andere außer fundamentalistische Spinner in dieser Kirche?

Falsch. Menschen mit Herz und Verstand überlassen diese geschichtsträchtige Institution nicht einfach irgenwelchen "Spinnern", sondern wollen sie ebenfalls und so schnell wie möglich los werden.

Die katholische Kirche ist, was man daraus macht. So wie jede Partei, Familie, Beziehung und Nachbarschaft auch.


17 4

Re: die unterstützer aus der szene applaudieren bereits


nun, das ist eben römisch-katholisch :o(


Sehr geehrter Pressesprecher der ED Wien, lieber Herr Prüller,



vor einiger Zeit gab es Berichte über die Ermittlungen des Verfassungsschutzes gegen Priester (auch der ED-Wien) wegen Verhetzung und Wiederbetätigung:

http://www.spiegel.tv/?t=1108.473#/filme/magazin-25112012/

Erst nachdem die Ermittlungen gegen die Priester publik wurden, wurde die gegenständliche Homepage „kreuz.net“ nach 8-jährigem Bestehen (!) vom Netz genommen.

Mich würde wirklich interessieren, welche Konsequenzen es gegeben hat, da sogar der Wiener Kardinal seit langem Vermutungen zu den Personen hatte:

http://diepresse.com/home/panorama/religion/1315256/kreuznet_Verfassungsschutz-ermittelt-wegen-Verhetzung-

Vor allem deshalb, weil seit kurzem – wie nun auch Die Presse berichtet – wieder solche „Katholischen Nachrichten“ unter einer neuen Adresse „kreuz-net.info“ verbreitet werden.

Diesmal sogar unverblühmt mit einem Impressum, das schnurstraks nach Wien führt.

Braucht es wirklich wieder die Polizei, oder gibt es irgendwelche Konsequenzen innerhalb der Kirche?

Danke im Voraus für Ihre Antwort!



Re: Sehr geehrter Pressesprecher der ED Wien, lieber Herr Prüller,

Ob der gelegentliche Gast auch weiß, dass Kreuznet keine katholisch- kirchliche Institution ist?

15 5

Re: Sehr geehrter Pressesprecher der ED Wien, lieber Herr Prüller,


Offensichtlich ist die Kirche mit solchen Hasspredigern durchsetzt! Was wird dagegen getan?


Re: Re: Sehr geehrter Pressesprecher der ED Wien, lieber Herr Prüller,

Die Hassprediger orte ich eher hier im Forum gegen die Katholische Kirche.

3 7

Tippe auf

false flag operation

2 2

Re: Tippe auf

Das wäre dann wohl eine der längsten Falseflagoperationen überhaupt. Im übrigen kritisieren die ja ebenso katholische Würdenträger.
Sowohl Basis als auch Alle aus der kirchlichen Hierarchie haben sich gegen diese widerliche Gruppierung ausgesprochen. Wenn es eine Falseflag-Operation war, dann keine Gelungene.
Eine Gelungene wäre gloria-TV, wenn es nicht offensichtlich keine wäre.

Re: Im übrigen kritisieren die ja ebenso katholische Würdenträger.


Also mit Verlaub, mit Kritik waren die katholischen „Würdenträger“ sehr zurückhaltend.

Erst als bereits die Polizei gegen die beteiligten Priester in Deutschland und Österreich ermittelt hat, ist kreuz.net flux vom Netz verschwunden.

Innerkirchliche Konsequenzen? Bis jetzt keine!


Wetter

  • Aktuelle Werte von
    00:00
    Wien
    19°
    Steiermark
    17°
    Oberösterreich
    17°
    Tirol
    14°
    Salzburg
    15°
    Burgenland
    19°
    Kärnten
    17°
    Vorarlberg
    17°
    Niederösterreich
    14°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden