Der „Ägypter Moses“ und seine Folgen

01.02.2013 | 18:25 |  ANNE-CATHERINE SIMON (Die Presse)

Sind monotheistische Religionen „von Natur aus“ gewalttätig? Der Ägyptologe Jan Assmann gilt seit Jahren als ein Kronzeuge für diese These: Nun wehrt er sich öffentlich.

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Den monotheistischen Religionen sei Gewalttätigkeit inhärent, den polytheistischen Religionen sei es die Friedfertigkeit: Diese Behauptung wird seit über einem Jahrzehnt dem deutschen Ägyptologen Jan Assmann zugeschrieben. So wird sein Buch „Moses der Ägypter“ gern gelesen, das vielleicht einflussreichste Werk Assmanns. Seit es im englischen Original vor 15 Jahren erschien, ist die Debatte darüber kaum je zur Ruhe gekommen, zumal Assmann einige seiner Thesen 2003 noch einmal im Buch „Die mosaische Unterscheidung“ aufarbeitete.

Religionskritiker aller Art berufen sich auf Assmann. „Moses der Ägypter“ handelt nämlich davon, wie die Unterscheidung zwischen „wahr“ und „unwahr“ in die Religion kam: Assmann zufolge begann diese Entwicklung mit dem ägyptischen Pharao Echnaton. Er habe als Erster die Verehrung eines einzigen Gottes, nämlich Aton, durchsetzen und die übrigen Götter beseitigen wollen. Damit sei an die Stelle des polytheistischen „Sowohl – als auch“ ein „Entweder – oder“, also die Idee der Unvereinbarkeit getreten. Obwohl historisch bei Echnaton zum ersten Mal bezeugt, nannte Assmann diese Idee aber „mosaische Unterscheidung“: weil sie in der Tradition mit Moses verbunden worden sei.

 

Die „heilige Rücksichtslosigkeit“

Muss das „Entweder – oder“ in der Religion zwangsläufig zu Gewalt führen? Die Bücher Moses scheinen das zu bestätigen, sie sind voll davon. Einer, der „Moses der Ägypter“ offenbar aufmerksam gelesen hat, ist der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk. Er zitiert in seinem Buch „Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen“ eine der schockierendsten Stellen der Thora (2. Mose 32,28), nämlich einen Befehl des Moses: „Ein jeder gürte sein Schwert um die Lenden und gehe durch das Lager hin und her von einem Tor zum andern und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten.“

Assmann und Sloterdijk – sie beide landeten daraufhin gemeinsam auf der Anklagebank, und zwar im scharfsinnigen Buch „Sind Religionen gefährlich?“ des deutschen Theologen Rolf Schieder. Er attackierte beide scharf, Assmann warf er einen verfehlten Zugang zur Exodusgeschichte vor, er genüge weder exegetischen, literaturwissenschaftlichen noch geschichtswissenschaftlichen Standards. „Die letzten Erfahrungen mit polytheistischer Symbolik haben wir in Deutschland mit den Symbolen der auf germanische Götterwelten zurückgreifenden Blut-und-Boden-Religion der Nationalsozialisten gemacht“, schreibt Schieder. „Ihr sind sechs Millionen Monotheisten zum Opfer gefallen. Glaubt man aber den Erfindern und Verkündern der Monotheismusthese, waren es ausgerechnet die Juden, die den Monotheismus erfunden und so religiöse Gewalt in die Welt gebracht haben.“

Vier Jahre alt ist das Buch nun schon, aber dem Ägyptologen Assmann hat es offenbar keine Ruhe gelassen. Er fühlt sich missverstanden von allen, die ihn zum Kronzeugen einer „gewalttätigen monotheistischen Religion“ machen. Mit einem großen Essay unter dem Titel „Monotheismus und Gewalt“, veröffentlicht auf der Internet-Plattform „Perlentaucher“, versucht er nun, seine Position zu klären und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: „Wenn es wirklich so ist, dass ich in ,Moses der Ägypter‘ und ,Die mosaische Unterscheidung‘ bei einigen meiner Leser den Eindruck erweckt habe, dass dieser Monotheismus die Gewalt in eine bis dahin friedfertige polytheistische Welt gebracht hat, dann möchte ich diesen Unsinn hier in aller Deutlichkeit widerrufen.“

 

Nur „inhärent“ gewalttätig

Was für Assmann freilich noch lange nicht heißt, dass Gewalt und Monotheismus nichts miteinander zu tun haben. Assmann wehrt sich nämlich nur gegen die Interpretation, dass Gewalt die logische Folge von Monotheismus sei. „Inhärent“ gewalttätig seien die monotheistischen Religionen aber sehr wohl insofern, als die Gewalt in ihnen als Möglichkeit angelegt sei.

Haben jene, die in Assmann einen Kronzeugen für die Gefährlichkeit von (monotheistischer) Religion sehen, ihn nun grundsätzlich missverstanden oder nur in Nuancen? „Was in einem auf Offenbarung gegründeten Sinne als wahr gelten soll, schließt alles aus, was damit unvereinbar ist“, schreibt er in seinem Essay. „Im Horizont eines solchen Wahrheitsbegriffs entfaltet sich eine Orthodoxie, die das Falsche festlegt und ausmerzt. Dass das Gefühl der Unvereinbarkeit unter bestimmten Umständen in Intoleranz, und Intoleranz in Gewalt umschlagen kann, ist kaum zu bestreiten. Das ist der Punkt, in dem ich das ,Risiko‘ bestimmter Religionen sehe.“

 

Moses als Echnaton-Schüler?

Es gibt noch einen weiteren Punkt, in dem das Buch „Moses der Ägypter“ häufig missverstanden wird: Assmann beschrieb dort, wie Moses im kollektiven Gedächtnis zum „Ägypter“ wurde (Aufklärer etwa leiteten den biblischen Monotheismus von Ägypten her). Er selbst glaubte jedoch nicht, dass Moses wirklich Ägypter war – im Gegensatz zu Freud, der diese These in „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ (1939) popularisiert hat. Freud berief sich etwa darauf, dass Moses als das ägyptische Wort für „Sohn“ (wie in Ramses, Sohn des Ra) gelesen werden kann. Er hielt Moses für einen Schüler Echnatons, der sich, als in Ägypten dessen Reformen rückgängig gemacht wurden, die Israeliten als „sein“ Volk nahm.

Der „Perlentaucher“, der Assmanns Text veröffentlicht hat, plant demnächst weitere Beiträge zu „Monotheismus und Gewalt“ – so will auch Peter Sloterdijk auf Rolf Schieders Vorwurf antworten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2013)

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26 Kommentare
 
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Probleme mit den "ich"- konstruierten Bildern

Könnt sein, dass das alles "innere, selbstkonstruierte Bilder" sind, über die da diskutiert wird? Die Wirklichkeit ist vielleicht ganz wo anders. Allein die unglaublich komplexen Beschreibungen der Natur in den letzten Jahren lassen vermuten, dass wir von einer echten Deutung, geschweige Verständnis, noch "Lichtjahre" entfernt sind. Und eines scheint erkennbar: Ethik zum (über) Leben der Menschheit ist ein "Muss". sonst geht alles de Bach runter. Ob diese Ethik auf selbstkonstruierten(?) Axiomen oder auf Offenbarungen eines Gottes beruhen, ist zunächst sekundär. Leben muss man sie. Und da stehen manche Religionen (Buddha, Jesus mit seiner "weltlichen" Nachfolge,..) durchaus folgenswert da...

Die Presse Mitarbeiter schämen sich,


denn sie verstecken Artikel zum Thema Kirche/Religion, sodass sie unter „Religion“ nicht auffindbar sind:

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1341537/Missbrauch-in-Kremsmuenster_Entscheidung-ueber-Prozess

http://diepresse.com/home/panorama/welt/1341393/Irland_Frauen-in-katholischen-Waeschereien-ausgebeutet

etc.


Anmerkung: Die Presse ist im Besitz der römisch-katholischen Kirche



Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Unsinn wid nicht zur Wahrheit, auch wenn z.B. Herr Assmann ihn hartnäckig vertritt.
Ich verweise auf Platon und Aristoteles, die die logische Notwendgkeit eines Urprinzips bewiesen, zur Unterscheidung von richtig/falsch und gut/böse. Der Judaismus und das aus ihm hervorgegangene Christentum kommen -wenn auch über andere Wege- zum selben Schluss, dass Gott das oberste Gut und Maß aller Dinge ist.
Der vorchristliche Sokrates ist für dieses Prinzip gestorben, denn seine Mitbürger wollten nicht, dass er "dem Gotte mehr gehorchen will als Euch".
Gerade die Orientierungslosigkeit, die Vielgötterei, das Heidentum enden in Unfrieden und Gewalt, weil ohne ein gemeinsames Maß keine Verständigung möglich ist. Siehe das Gleichnis vom Bau des Turms zu Babel.
Wenn, wie bei Protagoras und unseren freiwillig dummbleibenden Fortschrittsgläubigen "der Mensch das Maß aller Dinge ist" und "ein jedes ist, wie's jedem scheint", erst dieser Zustand wird zwangsläufig im Chaos und Gewalt enden, da er jede Verständigung verhindert.
Kommen wir zum "headcount": Die meisten Opfer haben die Gegner eines Gottes/Urprinzips auf dem Gewissen: Beginnend bei der weltlichen!!! Hexenverfolgung, über Lenin, Stalin, Hitler zu Mao und Pol Pot.
Herr Assmann ist sicherlich ein kluger Mann und schreibt "kundenorientiert" nur das, was er heute (man lebt ja nur einmal) maximal verkaufen kann,dh. für die heutige Masse. Sein Verkaufserfolg steht somit zwangsweise im umgekehrten Verhältnis zur Intelligenz seiner Kunden

Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Sokrates ist gestorben, da er statt eine mäßige Bestrafung für sich vorzuschlagen, die über das Strafausmaß zu befinden Befugten damit arg vergrault hat, für sich als "Strafe" gratis Kost und Logis auf Lebzeit in der edelsten Staatsunterkunft auf der Akropolis zu verlangen.
Diese Ironie war tödlich.
Fluchtversuchmöglichkeit ignorierte er.

Re: Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Die Aussage "der Strom kommt aus der Steckdose" ist -verkürzt- genau so richtig wie Ihre Kurzinterpretation.
Warum log er nicht (wenn auch nur zum Schein) und warum floh er nicht, obwohl seine Freunde alles zur Flucht vorbereitet hatten? Weil er dann seine Prinzipien und seine Glaubwürdigkeit verloren hätte, er wäre halt nur ein weiterer Lügner und Feigling unter so vielen. Weil er seiner richtigen Erkenntnis treu blieb, nur deshalb kennen wir ihn auch heute noch - und das ist gut so.

Re: Re: Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Wäre Sokrates geflohen, Plato hätte nicht wesentlich weniger über ihn hinterlassen.

Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Werter Onkel Alex!

Mit Verlaub, der Verweis auf die Hexenverbrennungen ist ein bisschen ein Schuss in den Ofen - es handelte sich dabei hauptsächlich um Gewalt gegen Frauen, die von gläubigen Christen ausging - eben wegen Teufelsanbetung und "Abweichung vom Glauben".

Und sie haben zwar Recht, dass eine Religion ein einheitliches Gerüst bietet, vernachlässigen aber die Hauptstoßrichtung von Assmann: Der Umgang der Religion mit "Abweichlern" bzw Leuten, die eben einer anderen Religion folgen. Eine Religion (gerade monotheistische) hat einen ANspruch, alleine "richtig" zu sein - was dazu führt, dass es eben auch Leute gibt, die "falsch" liegen (Abweichler, Heiden, etc). Und darin (sowie der "göttlichen Legitimation") liegt der Nukleus der Gewalttätigkeit.

Hinsichtlich der Ihrerseits erwähnten Diktatoren ist hinzuzufügen, dass die Haltungen der Herrschaften zur Religion durchaus immer unterschiedlich war, jedoch die augfgebauten Systeme durchaus auch "religiösen" Charakter hatten (Alleingültigkeitsanspruch, Zeremonien, etc).

Der Schluss, dass Religion alleine Gewalt verursacht, ist natürlich falsch. Aber davon auszugehen, dass gelebte Frömmigkeit ein Hindernis für Gewalt ist, ist ebenso falsch. Oder möchten sie allen Ernstes behaupten, Selbstmordattentäter sind zB nicht tiefgläubig? Wie hielt es denn Mose mit den "Ketzern", die das goldene Kalb anbeteten?

Re: Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Für den Anfang rate ich, bei wikipedia mit Stichwort "Hexenverfolgung" nachzuschauen.
Nicht alles, wass wir als "Wissen" so lieb gewonnen haben, hält den Vergleich mit der Realität stand. Auch in diesem Fall.
Hexenverfolgung ist ein Ausdruck oder eine Folge des Aberglaubens und passt somit eher zu Säkularen als zu den Christen... Die jüdischen oder christlichen Monotheisten wissen, dass es keine "Gegenspieler" zu G-tt gibt, zur Monade, von der nur Gutes ausgehen kann. Alles Böse ist immer die Abwesenheit (Ablehnung) des Guten, so Maimonides und Thomas von Aquin. Beide sind sich mit Aristoteles einig, dass ein Mensch immer nur das Gute will, allerdings kann er das verkennen. Das (den Irrtum in der Erkenntnis des Guten) nennen die Christen "Sünde".
Der Zusammenhang zwischen "den Katholen" und "der Hexenverfolgung" stammt aus Bismarcks "Kulturkampf" und später aus dem sogenannten III. Reich, die -protestantische- "Reichskirche" war zuletzt freudig daran beteiligt.

Re: Re: Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Ich habe bewusst verzichtet, der Kirche die Schuld an den Hexenverbrennungen zu geben, da dies nicht stimmt. Aber es passt, dass sie sich an einer Nebenfront verausgaben, und dabei den Kern ignorerien:

Dass ein Monotheistischer Glaube davon ausgeht, dass er "Recht" hat (und dies mit göttlicher Legitimation), was in weiterer Folge bedeutet, dass es Leute gibnt, die "falsch" liegen bzw nicht "Recht" haben.

Alleine dieser Absolutheitsanspruch hat das inhärente Potential in Intoleranz und Gewalt umzuschlagen.

Es freut mich somit, dass sie diesem Kernpunkt nichts hinzuzufügen haben - weil es sich um einen nicht leugenbaren Fakt handelt.

Re: Re: Re: Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Keine Angst vor mono-: Dies meint den Maßstab, nicht das Ergebnis. Wenn das Ergebnis ein logisches Resultat vernünftiger Überlegung ist, ist und bleibt daran nichts auszusetzen.
Die heutige Moderne ist lediglich eine Wiederkehr des Aberglaubens im Namen des übergroßen ICH (=selfism), einer ursprünglich britischen Krankheit, nur dort wird das "ich" als "I" groß geschrieben.

Re: Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Na ja, nicht alles, wa wir zu wissen glauben und nicht alles Wissen, das wir lieb gewonnen haben, ist auch richtig. Für den Anfang rate ich bei wikipedia zur "Hexenverfolgung" nachzuschlagen, besser als falsches Wissen ewig für wahr zu halten.
Des Pudels Kern liegt in der Unterscheidung poly- oder mono- ... Konflikte werden, völlig areligös, reduziert, je weniger "Mitspieler" beteiligt sind. Die "pax romana" oder heute "pax americana" waren und sind, bei allen Mängeln, Garanten für Stabilität (auch urch Abschreckung).
Ein erfolgreicher Diskurs setzt einen gemeinsamen Maßstab voraus, bei poly- fehlt dieser, so dass ein Diskurs nicht möglich ist, bei mono- mögen wir nach der Wahrheit streben "brüderlich mit Herz und Hand".

Re: Re: Unsinn wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit

Was war Moses denn auch für ein Trottel, dass er sein Volk rund sieben Wochen in Ungewissheit ließ, ob er überhaupt zurückkommt!?:-)

Nein, aber der Mensch ist von Natur aus gewalttätig ....

Die Menschen brauchten jeweils sehr, sehr lange - viele Generationen mit entsprechenden eigenen Erfahrungen, um sich langsam vom Animalischen zu entfernen und fast noch schwerwiegender, um den tiefsten Sinn der Religion ( welcher der monotheistischen auch immer ) zu realisieren
In den jeweiligen Anfängen wurden die Religionen stets als Machtmittel und Politik gesehen u.a. um das jeweilige Volk zu einen, ja, zu polarisieren aufgefaßt und dann war bzw. ist es immer noch ein weiter Weg zur gewaltfreien Gesellschaft - er ist bis heute noch bei weitem nicht erreicht ....

Re: Nein, aber der Mensch ist von Natur aus gewalttätig ....

Erkenntnis ist (leider!) nicht erblich. Jeder, auch im 21. Jh. wird genau so dumm geboren, wie seine Vorfahren vor 100, 1000 oder 10000 Jahren. Im 21. Jh. hat zumindest jeder Europäer die Chance, an der aufgezeichneten Erfahrung von x-tausend Jahren Teil zu haben und so seine Vernunft auszubilden.
Die meisten tun's freilich nicht und bleiben gerne freiwillig (und untätig) dumm, wenn auch nicht immer glücklich.
Auch das ist nicht neu: Schlagt nach bei Kohelet: "Windhauch, alles nur Windhauch... viel Wissen, viel Sorge".

Was sagen die östlichen Philosophen?

Zitat: "Auf nur eine Nation bezogene Religionen neigen dazu, theistisch zu sein. Erinnern wir uns daran, dass das Christentum die theistische Sichtweise vom Judentum geerbt hat. Judentum, Shintoismus, Hinduismus und andere ähnliche Religionen sind ausschließlich auf eine Nation bezogene Religionen, die auch theistisch sind. Sie beinhalten ein jeweils bestimmtes Verständnis der Beziehung von "Diesem" und "Jenem", Himmel und Erde. Der nicht theistische Weg ist in einem primitiven Land, welches bereits einen Glauben, eine theistische Religion hat, sehr schwer zu präsentieren. Die Art und Weise, wie Menschen in jenen Ländern versuchen zu überleben, beinhaltet bereits ein Gefühl für die Beziehung der Erde gegenüber der Herrlichkeit des Himmels. Ihr Sinn für Verehrung ist bereits entwickelt."
vgl: Ch. Trungpa, Verrückte Weiheit, S65

Re: Was sagen die östlichen Philosophen?

Das katholische Christentum z.b. Versteht sich als universell und eben nicht national. Einige evangelische Kirchen sind ausdrücklich Landeskirchen (Anglikaner).

Re: Was sagen die östlichen Philosophen?

Das katholische Christentum z.b. Versteht sich als universell und eben nicht national. Einige evangelische Kirchen sind ausdrücklich Landeskirchen (Anglikaner).

Religionen sind per Definition zerstörerisch

D.h.:

Sind monotheistische Religionen „von Natur aus“ gewalttätig? Ja klar

wie die anderen auch

Historische Betrachtung

Entscheidend ist weniger der Monotheismus, sondern dass es sich bei diesen semitischen Religionen um Offenbarungsreligionen handelt.
Das heisst Gott offenbarte sich ihnen direkt und damit hatten sie die Wahrheit gepachtet. Als Überbringer mussten Propheten oder para-göttliche Figuren herhalten.
Alle drei semitischen Religionen haben einen ausgefeilten Bestrafungskatalog, der in Verbindung mit dem Wahrheitsanspruch schnell zu Exzessen führen kann.

Statt Theologie empfehle ich simples kritisch-historisches Herangehen: Sind die Verkünder überhaupt historische Figuren? Was wissen wir wirklich über sie?
Wie seht es denn mit dem Offenbarungsmaterial aus, etwa dem Koran? Sollte der etwa eine ganz ordinäre menschliche Entstehungsgeschichte haben (wie es aussieht) und was lässt sich wie nachweisen?

Allein diese wenigen Punkte ziehen den Offenbarungsreligionen den Teppich unter den Füßen weg.

Empfehle Herrn Assmann sich mit der Baha'i Religion zu beschäftigen.


Re: Empfehle Herrn Assmann sich mit der Baha'i Religion zu beschäftigen.

Und wieso?
Noch so ein Konstrukt das niemand braucht

Re: Re: Empfehle Herrn Assmann sich mit der Baha'i Religion zu beschäftigen.

Hätten Sie sich damit beschäftigt könnten Sie mitreden!

polytheistische mehr noch

Die Polytheisten wie etwa die Römer, Araber, Germanen, Maya etc waren natürlich sehr grausam. Jesus war hier revolutionär und seiner Zeit weit voraus. Die Ägypter waren nur ein paar Jahre Monotheisten. Moses am Hof des Pharao erzogen.

Re: polytheistische mehr noch

Noch mehr würde ich aber nicht unbedingt sagen...

alles, was mit Mono- beginnt

..ist einer genauen Betrachtung wert. Spezialisten haben oft den berühmten röhrenförmigen Blick.

Der Christen Heilige Göttliche Dreifaltigkeit

beginnt ohndies nicht mit "Mono-",
hat es aber auch in sich.

 
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