Kardinäle, die während des Konklaves für die Wahl des Nachfolger Benedikts, per Twitter Informationen über den Ablauf der Papst-Wahl an die Öffentlichkeit bringen sollten, drohen schwere Sanktionen und sogar die Exkommunikation. Das berichtete der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten, Bischof Juan Ignacio Arrieta, bei einer Pressekonferenz am Freitag im Vatikan.
Den 116 Kardinälen, die sich an der Papst-Wahl beteiligen, sei es verboten, Handys ins Konklave mitzunehmen. Sollten sie mit einem Handy entdeckt werden, würde das Mobilfunkgerät sofort konfisziert werden, berichtete Arrieta. Er unterstrich, dass die apostolische Verfassung "Universi dominici gregis", die die Wahl des Pontifex regelt, schwere Strafen für den Bruch der Schweigepflicht bezüglich der Abläufe im Konklave beinhalte.
Twitter erfreut sich bei den Kirchenmännern im Vatikan zunehmender Beliebtheit. Nicht nur der Papst twittert seit Dezember seine Botschaften in die Welt. Neun der 116 Kardinäle, die den Nachfolger des zurückgetretenen Benedikts XVI. wählen werden, nutzen Twitter regelmäßig für Mitteilungen und den Austausch mit den Gläubigen.
Papst-Twitterkonto macht Pause
Mit dem Rücktritt von Benedikt XVI. am 28. Februar wird auch der Twitter-Account des Papstes vorübergehend eingestellt. Aus Vatikan-Kreisen verlautete, dass während der Sedisvakanz ein Kommunikationssystem für die Massen wie Twitter schweigen müsse, berichtete die Tageszeitung "La Stampa".
Seit dem 12. Dezember twittert der Papst Botschaften. Benedikt XVI. hat mit seinen neun Sprach-Accounts inzwischen mehr als 2,6 Millionen Follower. Unter "#pontifex" verschickt er Kurznachrichten auf Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Polnisch und Arabisch. Seit kurzem twittert er auch auf Lateinisch.
(APA)
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