Muslime drohten: „Wir bringen euch Christen um“

Ein katholischer Priesteramtsstudent wurde im niederländischen Utrecht von radikalen Muslimen attackiert.

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Symbolbild – (c) REUTERS (EDGARD GARRIDO)

Den Haag. Ein katholischer Priesteramtsstudent aus Kolumbien ist in der Bischofsstadt Utrecht von radikalen Muslimen bedroht und bespuckt worden: Bruder Jaider Chantré Sanchez kam am Wochenende gerade aus der Kirche und ging allein durch den Stadtpark, als zwei Muslime begannen, ihn zu verfolgen, zu verfluchen und zu bespucken. Sie sollen gerufen haben: „Wir werden euch Christen alle umbringen.“

„Ich hatte solche Angst. Es ist das erste Mal, das mir so etwas passiert ist“, erzählte Chantré Sanchez jüngst in der Zeitung „De Telegraaf“. „Mir wurde in Kolumbien erzählt, die Niederlande seien ein tolerantes Land. Aber dem scheint nicht so zu sein“, erzählt der Student, der fliehen konnte, weiter. Die Angreifer seien offenbar unterwegs zu einer Anti-Israel-Demonstration gewesen. Wieso sie so aggressiv geworden seien, dafür glaubt Chantré Sanchez indes, eine Erklärung zu haben: „Ich trug ein T-Shirt mit dem Nasrani-Logo. Das benützt die IS-Terrorgruppe im Irak, um Häuser von Christen zu markieren. Viele Christen tragen solche Shirts jetzt aus Solidarität mit ihren Glaubensbrüdern im Irak. Das Logo muss auf die beiden Muslime wie ein rotes Tuch gewirkt haben.“

Soziales Klima aufgeheizt

Der Vorfall schlägt hohe Wellen. „Wenn man so ein T-Shirt trägt und deswegen bedroht wird, ist das unakzeptabel“, sagte Hans Zuijdwijck, Sprecher des Erzbistums Utrecht. Der Vorfall zeigt, wie aufgeheizt die soziale Atmosphäre in den Niederlanden ist. So kam es in Den Haag in den vergangenen Tagen zu Demos, erst von Fans der IS-Terroristen, die im Irak morden und brandschatzen, sie riefen Parolen wie „Tod allen Juden!“. Als Bürger zu einem Marsch gegen die Terror-Sympathisanten antraten, wurden sie von diesen angegriffen. (htz)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2014)

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