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Aus alten Schriften: Forscher stückeln Ur-Bibel zusammen

07.08.2008 | 15:18 |   (DiePresse.com)

Den Originaltext des Neuen Testaments wollen deutsche Wissenschafter rekonstruieren. In den Kirchen kursieren unterschiedliche Versionen. Im 4. Jahrhundert gab es deshalb sogar eine erste Kirchenspaltung.

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Mit einer neuen Methode wollen Wissenschafter in Münster Verfälschungen biblischer Handschriften aufdecken. Die sogenannte Kohärenzmethode ermögliche es, "die vorliegenden 5000 Handschriften des Neuen Testaments zu sortieren und zu vergleichen", erläuterte der Direktor des Instituts für Neutestamentliche Textforschung der Uni Münster, Holger Strutwolf, zum Abschluss eines Kolloquiums am Mittwoch in Münster laut Kathpress. Das sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur "Editio Critica Maior" des Neuen Testaments. Das Institut will bis 2030 den Ausgangstext der neutestamentlichen Überlieferung möglichst ursprungsnah rekonstruieren.

Das Vorhaben wird seit Jänner bis zunächst 2020 von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften mit 4,5 Millionen Euro gefördert. Das von Institutsmitarbeiter Gerd Mink entwickelte Verfahren stand im Mittelpunkt der Tagung, die das Institut und die Deutsche Bibelgesellschaft in Münster durchführten. Beteiligt waren Bibelexperten aus mehreren europäischen Ländern, aber auch aus Australien, den USA, Kanada, Brasilien und China. Ziel der neuen Methode sei es, die jeweils älteste Textvariante herauszufinden, erläuterte Mink. Aus vielen Lesarten entstehe dann ein Stammbaum von Texten, der ein Gesamtbild ergebe.

Kirchenspaltung wegen eines Iota

Die unterschiedlichen Versionen des Neuen Testaments hatten in der Vergangenheit zu Streiteren und sogar zu einer Kirchenspaltung geführt: Beim Konzil von Nicäa im Jahr 325 stritten die Geistlichen, ob Jesus mit Gott "wesensgleich" oder "wesensähnlich" ist. Zwei Textarten unterschieden sich nur in einem Buchstaben - einem Iota. Die offizielle Kirche entschied sich für die Version mit "wesensgleich" ("homoousios"). Die Arianer spalteten sich ab, weil sie Jesus nur für "wesensähnlich" ("homoiousios") erachteten.

Das Neue Testament
Die Texte des Neuen Testaments entstanden im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus. Verfasst wurden sie auf griechisch - die damalige Sprache der Gelehrten. Erst gegen Ende des zweiten Jahrhunderts wurde der - nicht unumstrittene - Kanon des Neuen Testaments festgesetzt. Zahlreiche christliche Texte landeten nicht in der Bibel. Sie sind heute als Apokryphen bekannt.

Über 1500 Jahre lang wurde die Bibel handschriftlich weitergegeben. Erst durch den Buchdruck von Johannes Gutenberg wurde die Schreibweise vereinheitlicht. Die Bibel war der erste Seriendruck der Welt.

Schwierige Quellenlage

"Das ist wie ein Puzzle, das immer mehr vervollständigt wird", veranschaulichte Mink die Vorgangsweise. Das Problem bestehe darin, dass manche Handschriften von zwei oder drei Vorlagen abgeschrieben hätten: "Auch kann eine Handschrift sehr jung, der abgeschriebene Text selbst aber sehr alt sein". Durch die große Anzahl von inzwischen gefundenen Handschriften sei die Rekonstruktion der Texte komplexer geworden. Es gebe aber auch mehr Möglichkeiten, zu ihnen zu finden, so Mink, der als Akademischer Direktor am Institut für neutestamentliche Textforschung arbeitet.

Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Jan Bühner, betonte, die Erkenntnisse würden nicht allein für die Wissenschaft erhoben. Die Bibelgesellschaft werde als eine Art Dienstleistung den Kirchen die Ergebnisse anbieten. Die wiederum müssten sie an die Gläubigen vermitteln. "'Bomben' sind von den Forschungen allerdings nicht zu erwarten", erklärte Bühner. Die Kirchen stünden aber ständig in der Gefahr, die historisch-kritische Forschung zu ignorieren. Bühner kündigte an, dass sich voraussichtlich in drei Jahren erneut ein internationaler Kongress in Münster mit Problemen der Textforschung befassen werde.

(APA/REd.)

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11 Kommentare
Gast: allgäuer
25.05.2009 22:42
0 0

nix neues

nun , die ersten schriften wurden in griechisch verfasst , doch war die Umgangs Sprache damals das Galliläische west Aramäisch.
Günter schwarz hat mir seiner Rückübersetztungs Methode die gesuchten Fehler schon gefunden .

Gast: Gargano
09.08.2008 08:44
0 0

Frage:

hat Jesus von sich je behauptet, Gott zu sein?
Die Katholi verstossen permanent gegen das erste Gebot, Du sollst nur einen Gott haben: sie beten insgesamt vier Götter an (von den sog. Heiligen gar nicht zu reden)
Und kann mir jemand die Frage beantworten: seit wann hat Gott eine Mutter? Schließlich beten die Katholi zu einer Mutter-Gottes.
alles klar?

Fragender
08.08.2008 20:01
0 0

Was würde Jesus zur katholischen Kirche sagen?


.

Fragender
08.08.2008 20:01
0 0

Was hat der Katholizismus noch mit dem Urchristentum zu tun?


.

Antworten Gast: meineMeinung
08.08.2008 20:25
0 0

Re: Was hat der Katholizismus noch mit dem Urchristentum zu tun?

na ja, nicht viel!
eigendlich gar nix !

www.chick.com/de/reading/tracts/0769/0769f_01.asp?dist=DE0100

Fragender
08.08.2008 20:01
0 0

…


.

Denker
08.08.2008 09:14
0 0

Was hat der Theologenstreit

"wesensgleich" - "wesensähnlich" mit dem Urtext der Bibel zu tun ? Die beiden Worte kommen sicher weder im Alten noch im neuen Testament vor.

Antworten Gast: Gast
09.08.2008 08:33
0 0

@ Theologenstreit


für solche „Theologenstreits“ habe schon viele Menschen sterben müssen…


Antworten Gast: ein Schelm
08.08.2008 17:16
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Sie Häretiker ;o)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))


0 0

Rückschritt

Sind wir jetzt wieder im frühen 19. Jahrhundert, dass die Leute glauben, es hätte irgendeine Relevanz, die sogenannten "unverfälschten Urtexte" literarischer Sammlungen zu extrapolieren? Wir sind ja nicht bei den Brüdern Grimm.

Gast: HerrAbisZ
07.08.2008 14:47
0 0

Die Bibel wurde manipuliert

steht im Band 1 von Neal Donald Walsh "Gespräche mit GOTT"