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Gekreuzigter Frosch wird abgehängt

21.09.2008 | 17:55 |   (DiePresse.com)

Hungerstreik, Unterschriften-Liste und ein Mahnbrief des Papstes: Das Kunstobjekt von Martin Kippenberger regte in Südtirol auf. Nun wird es seinem Besitzer zurückgegeben.

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Jener umstrittene Frosch, der in politischen Kreisen für Diskussionen gesorgt hatte und als Blasphemie bezeichnet wurde, wird im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, dem "Museion", in Bozen abgehängt. Das Werk "Zuerst die Füße" des inzwischen verstorbenen deutschen Künstlers Martin Kippenberger wird am Ende der viermonatigen Ausstellung "Peripherer Blick und kollektiver Körper" seinem Tiroler Besitzer zurückgegeben, teilte eine Sprecherin des Museums.

"Pervertierung des christlichen Kreuzes"

Das rund einen Meter hohe Kunstwerk zeigte einen grünen ans Kreuz geschlagenen Frosch, der die Zunge herausstreckt und in einer Hand einen Bierkrug und in der anderen ein Ei hält. Bereits bei der Eröffnung der Ausstellung am 24. Mai wurde der Vorwurf der Gotteslästerung laut. Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) hatte das Objekt als Respekt- und Geschmacklosigkeit bezeichnet.

Zwei Monate später war der SVP-Politiker und LAbg. Franz Pahl, in den Hungerstreik getreten, um gegen das Werk zu protestieren. Laut ihm sei das Objekt eine "Pervertierung des christlichen Kreuzes". Eine Woche später hatte ein Schwächanfall Pahls der Protestaktion ein Ende gesetzt.

Am 28. August hatte der Politiker angekündigt, nicht auf der SVP-Liste für die am 26. Oktober stattfindende Landtagswahl anzutreten. Diese Entscheidung war eine Konsequenz des Abstimmungsergebnisses des Museion-Stiftungsrates gewesen: mit 6:3 hatte sich dieser nach einer Abstimmungsforderung vonseiten des Landes Südtirol für den Verbleib des Frosch-Kunstwerkes ausgesprochen. Pahl hatte gemeinsam mit einem zweiten Politiker eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Verletzung religiöser Gefühle angekündigt, die Union hatte 10.263 Unterschriften gegen das Kunstwerk gesammelt.

"Übersiedelung" in dritten Stock

Ende Juli wurde schließlich das 1990 geschaffene Kunstwerk vom Eingangsbereich in den dritten Stock des Museion "übersiedelt". Das Museum hatte gehofft, mit dieser Aktion die Diskussionen über das Kunstwerk beendet zu haben.

Kritisch hatte sich auch der Papst während seines Urlaubes im Südtirolerischen Brixen in Form eines Briefes an Pahl geäußert. Darin hatte Benedikt XVI. betont, dass das Kunstwerk "die religiösen Gefühle vieler Menschen verletzt hat, die im Kreuz ein Symbol der Liebe Gottes und unserer Rettung sehen".

(c) Museion

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Der Künstler als Gekreuzigter

Die Kuratorin des Museions, Letizia Ragaglia, hatte zur Erläuterung gemeint, Kippenberger habe sich selbst in der Schaffensphase als Gekreuzigter gefühlt. Der Künstler hatte zum Zeitpunkt der Entstehung einen Alkohol- und Drogenentzug gemacht.

(Ag.)

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20 Kommentare
GHS
22.09.2008 09:52
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Blasphemie???

Schon witzig: Wenn in einer Zeitung mit infantilen Karikaturen die wichtigste Symbolfigur des Islam verhöhnt und lächerlich gemacht wird und die Gläubigen dieser Religion dagegen protestieren steht das gesamte christliche Abendland geschlossen auf und insistiert, Pressefreiheit und Freiheit der Kunst seien wohl wichtiger als irgend welche mittelalterliche religiöse Befindlichkeiten. Und kaum gibt es eine Satire auf ein christliches Symbol, schreien die selben Leute wehleidig "Blasphemie" und "Gotteslästerung" und "Verletzung religiöser Gefühle". Gibt es da wohl einen Doppelstandard?

Antworten Gast: heiliger bimbam
22.09.2008 18:34
0 0

Re: Blasphemie???

KIPPENBERGER WAR VERDAMMT GUT
UND EIN RICHTIGER KÜNSTLER DURCH UND DURCH EBEN

ER HÄTTE SICHER NOCH TAUSENDE WUNDERBARE KUNSTWERKE SCHAFFEN KÖNNEN

SCHADE


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Re: Blasphemie???

Sie verwechseln vermutlich das "christliche" mit dem laizistischen Abendland. Die seinerzeitigen Mohammed-Karkaturen waren in einer dänischen Zeitung erschienen, die ihn ähnlicher Weise früher auch die christlichen Kirchen kritisierte.

Zudem muß man schon unterscheiden, auch WELCHE WEISE Kritik an einer Religion betrieben wird. Die sog. "Mohammed"-Karikaturen haben ja nicht explizit auf den Gründer des Islam Bezug genommen, sondern auf die Gewaltfantasien islamischer Gelehrter, die in ihren Haßpredigten den "Ungläubigen" generell den Krieg erklären.

Hätte sich besagter und zum Glück bereits verstorbener "Künstler" in ähnlich legtim-kritischer Weise über die christlichen Kirchen geäußert, so wäre kaum etwas dagegen einzuwenden gewesen. Aber so kam es ihm mehr auf den provokanten Effekt als über nachdenkenswerte Inhalte an.

Und eines steht wohl wieder einmal fest: Gegen den Islam hätte sich Martin Kippenberger ÄHNLICHES zu fertigen nicht getraut. Soviel zur "mutigen Kunst"...

Antworten Gast: N:N
22.09.2008 11:06
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Re: Blasphemie???

Es ist ja hierzulande nicht verboten solche Frösche ans Kreuz zu nageln. Es wurde ja auch nur aus dem Museum entfernt. Wenn ich als Museumsbetreiber das Bild nicht (mehr) will, dann hänge ich es eben ab.
Das ist nämlich auch mein gutes Recht.

Denn merke: Die Freiheit des einen reicht immer nur zur Freiheit des anderen.

Wenn ich ein Bild in meiner Wohnung nicht mehr haben will, hänge ich es ab. Das tangiert nicht die Freiheit des Künsters solche Bilder herzustellen und auszustellen

Paul Katz
22.09.2008 08:47
0 0

na und?

Wenn der Westen zu Recht von den Muslimen verlangt, dass sie Karikaturen des Proheten aushalten können müssen, dann sollte nicht im christlichen Fall gleich mit der Zensur kommen. Ein Hungerstreik ist mir zwar symphatischer als ein Anschlag (oder hat er nur Motivation für eine Abmagerungskur gebraucht?), aber dann sollen Gegener halt Hungern, wenn sie meinen. Und vielleicht könnte Herr Pahl auch einmal eine Buß- und Sühnewoche für die Un- und Bluttaten seiner Kirche abhalten (wenn er sich schon so für sie verantwortlich fühlt).

0 0

Kippenberger habe sich selbst in der Schaffensphase als Gekreuzigter gefühlt.

Da hat wohl einer zuviel Nietzsche gelesen. Mittelschüler“kunst” auf dem Niveau einer Matura- oder Bierzeitung. Über solchen Humbug auch noch zu diskutieren, heißt ihm entschieden zuviel Ehre anzutun.

Fragender
21.09.2008 22:50
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Was ist das für ein “Glaube“, der durch einen Frosch ins Wanken kommt?



.

Antworten Gast: Bösewicht
22.09.2008 13:28
0 0

Re: Was ist das für ein “Glaube“, der durch einen Frosch ins Wanken kommt?

Der einzige, der hier wankt, scheinen Sie zu sein. Warnung: Zuviele Vierterln stören den Gleichgewichtssinn.

Unter dem Bericht "Kirchen in Indien abgefackelt: Polizei fasst 78 Extremisten" fehlen übrigens noch Ihre Fragen.

Fragender
21.09.2008 22:50
0 0

Sollen Fundamentalisten vor der Meinungsfreiheit oder die Meinungsfreiheit vor Fundamentalisten geschützt werden?



.

Fragender
21.09.2008 22:49
0 0

Was hätte Jesus dazu gesagt?



.

0 0

Kippenberger, dieser Feigling,

hätte sich eine blasphemische Aktion in Bezugnahme auf den Islam sicher nicht getraut. Warum? Weil er es vermutlich nicht überlebt hätte. Soviel zur Authentizität seiner kindischen Provokation.

Austritt



zuständige Behörde:

die BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT (in Städten mit eigenem Statut: der Magistrat, in Wien: das Magistratische Bezirksamt)

erforderliche Unterlagen:

1. amtlicher LICHTBILDAUSWEIS
2. NACHWEIS DER MITGLIEDSCHAFT in der Glaubensgemeinschaft z.B.:

* Taufschein
* Trauschein, Firm- oder Konfirmationsbestätigung etc.
* sonstige Bestätigung über die Mitgliedschaft
* Zahlungsnachweis
* Zahlungsaufforderung

für den Austritt fallen KEINE GEBÜHREN an.

Quelle:
http://www.help.gv.at/Content.Node/82/Seite.820003.html (Homepage der Bundesregierung)




Antworten Halka
23.09.2008 11:58
0 0

Eintritt



Zuständige Behörde:

Das jeweilige WOHNPFARRAMT

Erforderliche Unterlagen:

1. WIEDEREINTRITT in die Römisch-katholische Kirche:

Nachweis über den Erhalt christlicher Sakramente, z.B:

* Heiratsurkunde
* Taufschein
* Sterbeurkunde früherer Ehepartner oder Ehepartnerinnen

2. ÜBERTRITT von einer anderen christlichen Religionsgesellschaft zur Römisch-katholischen Kirche:

* Taufschein mit Austrittserklärung der zuständigen staatlichen Behörde
* Geburtsurkunde

3. ÜBERTRITT von einer nicht-christlichen Religionsgesellschaft zur Römisch-katholischen Kirche:

* Beitrittserklärung der vorhergehenden Glaubensgemeinschaft mit Austrittserklärung der zuständigen staatlichen Behörde
* Persönliche Dokumente im Original (z.B. amtlicher Lichtbildausweis, Geburtsurkunde)

Für den Eintritt fallen KEINE GEBÜHREN an.

Quelle:
http://www.help.gv.at/Content.Node/82/Seite.820201.html#katholisch
(Homepage der Bundesregierung)

Gast: ASVG-Sklave
21.09.2008 21:17
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Geschmackloser Ausfluss der neuen linken Aufklärung

Pfui Teufel!

Gast: Wir
21.09.2008 21:02
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Mit uns kann man es ja machen

Auf den Gefühlen der Christen kann man ja ruhig herumtrampeln. Was hat man schon zu befürchten, außer ein Verdienstkreuz von irgendwelchen "Kunstförderern" verliehen zu bekommen.

Beim Islam würde sich dieser "Künstler" das sicher nicht trauen. Da müßte man ihn sonst wahrscheinlich unter Polizeischutz stellen und Ausschreitungen befürchten.

Wo waren da die Grünen, die sonst jedes Kreuz abgehängt sehen wollen?


Antworten Lepanto
21.09.2008 21:23
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Re: Mit uns kann man es ja machen


Die sog. "Künstler" sind ja auch nur miese kleine Clowns des jeweiligen Zeitgeistes.

Die Heldenplatzler von heute sozusagen.

Gast: pour le merite
21.09.2008 19:04
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Ob sich die Grünen und die Heide Schmidt

darüber freuen, daß das Kreuz abgehängt wird?

Antworten topiltzin
21.09.2008 19:42
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Re: Ob sich die Grünen und die Heide Schmidt

Der war gut... :)

Aber wenn jetzt die ganzen "Toleranten" wieder kommen sollten von wegen "Zensur", dann sei darauf hingewiesen, dass der Mist 4 Monate lang hing und sei auch die Gegenfrage erlaubt, ob ein Schaukasten mit politisch unkorrektem Inhalt auch 4 Monate lang unbeschädigt in der Öffentlichkeit hängen könnte...

Gast: xxx
21.09.2008 18:33
0 0

Wo bleibt JETZT der Vorwurf, dass man es doch lassen sollte? Wo bleibt JETZT der Vorwurf, dass der Papst, der Politiker und die zahlreichen Beschwerdeführer einfach nur Fundamentalisten sind?! Nein, der Vorwurf kommt nicht, da es nichts mit dem Islam zu tun hat.


Antworten Gast: Bösewicht
22.09.2008 13:23
0 0

Ja eh!

Vor allem muss man bedenken, wie die Christen jetzt mit Selbstmordattentaten gegen das Museum gerannt sind.

Dann muss man sehen, dass überall in der Welt Südtiroler von rabiaten Christen verprügelt oder sogar umgebracht worden sind.

Vor Italienischen Botschaften in aller Welt haben sich Szenen der Verwüstung abgespielt, um die Entfernung des Frosches zu erwirken.

Keinesfalls darf man vergessen, dass der Papst alle Christen aufgerufen hat, den Museumsbetreiber sowie Journalisten, die über den Frosch berichten, umzubringen, wo immer man ihrer habhaft wird.

Ja und dann die vielen Reaktionen der Politiker: Alle haben beschwichtigt, und klar gestellt, dass das Christentum keine Religion der Gewalt ist. Vor allem Atheisten haben in großen Solidaritätskundgebungen und Lichterketten gegen Hetze gegen die Chrsten aufgerufen.

Bilder von Fröschen wurden in allen Staaten vorsorglich verboten umd die Christen nicht zu provozieren. etc. etc.