Zwei Wochen hat das Warten gedauert: Am Montag hat der Vatikan offiziell bestätigt, dass er den Verzicht von Gerhard Maria Wagner auf das Amt des Linzer Weihbischofs akzeptiert. Eine entsprechende Mitteilung wurde im Bulletin des vatikanischen Presseamtes abgedruckt. "Der Heilige Vater hat Gerhard Wagner von der Pflicht entlastet, das Amt des Weihbischofs von Linz anzunehmen", hieß es darin. Eine mögliche Apostolische Visitation in der Diözese Linz dürfte endgültig vom Tisch sein.
Vor zwei Wochen hatte Wagner, derzeit Pfarrer in Windischgarsten, überraschend seinen Rückzug bekannt gegeben. Die schriftliche Erklärung hat er allerdings erst mit einigen Tagen Verspätung an den Vatikan geschickt.
"Es ist eine sehr klare Mitteilung, es gibt über den Fall nichts mehr zu sagen", kommentierte der vatikanische Pressesprecher, Pater Federico Lombardi, den Beschluss von Papst Benedikt XVI., Wagners Verzicht auf das Amt des Linzer Weihbischofs anzunehmen. Noch unklar ist, wann ein neuer Weihbischof in Linz designiert werden soll. "Wir haben über die neue Ernennung nichts zu sagen", sagte Lombardi lakonisch.
Keine Visitation
Damit dürfte ein Schlussstrich unter eine lange Reihe von Spekulationen gezogen worden sein. Konservative Kreise hatten nach wie vor gehofft, dass Wagner doch noch zu höheren Weihen kommen könnte. Diözesanbischof Ludwig Schwarz betonte in einer ersten Reaktion, dass nun "diese für die Diözese Linz und die österreichische Kirche turbulente Zeit einen offiziellen Schlusspunkt bekommen hat. Jetzt heißt es, wieder an einem Strang zu ziehen und die Einheit als gemeinsames Anliegen zu verwirklichen".
Schwarz war am Freitag überraschend zu einem Kurzbesuch in Rom. Die konservative Plattform kath.net hatte gemutmaßt, dass der Diözese eine Apostolische Visitation, also ein Kontrollbesuch eines Vatikan-Vertreters, bevorstehen könnte. Das sei von Anfang an reine Spekulation gewesen, so der Leiter des diözesanen Kommunikationsbüros, Ferdinand Kaineder. Schwarz sei auch nicht nach Rom zitiert worden, sondern man habe lediglich im persönlichen Gespräch erörtern wollen, wie man die Lage in Linz wieder beruhigen könne. Das Ergebnis: Es soll verstärkt Gespräche innerhalb der Diözese geben, in die verschiedene Gremien eingebunden werden - etwa auch die Dechantenkonferenz, die Wagner mit deutlicher Mehrheit abgelehnt hatte.
(APA/Red.)

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