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Islam-Gemeinschaft und Aleviten auf dem Scheideweg

07.04.2009 | 12:47 |  Bernhard Lichtenberger (DiePresse.com)

Die islamische Glaubens-Gemeinschaft in Österreich begrüßt die Abspaltung der Aleviten, obwohl dies eine Schwächung bedeuten würde. Die Aleviten wollen als Religion anerkannt werden.

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Die Spannungen in der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGGiÖ) dauern schon Jahre an, nun wollen die Aleviten ausscheren und als eigenständige Religion anerkannt werden. Ein entsprechender Antrag ist am 23. März beim zuständigen Kultusamt eingegangen. Mit zwei Fragen steht und fällt der Antrag: Hat das Alevitentum genügend Mitglieder? Und ist der Glaube vom Islam getrennt zu betrachten?

Bei zweiterer Frage sind sich selbst die Aleviten nicht einig. Für Carla Amina Baghajati von der IGGiÖ ist allerdings klar: Das Alevitentum ist "eine selbständige, anatolische, von dem Weltislam weitestgehend unabhängige Glaubensrichtung". Einige Vereinsführer würden sich nicht als Muslime betrachten. "Wir wollen niemanden vereinnahmen", sagte sie zu "DiePresse.com". Daher begrüße die IGGiÖ den Antrag der Aleviten auf Anerkennung als religiöse Bekenntnisgemeinschaft, sagte Baghajati. "Eine auch juristische klare Trennung kann für alle Beteiligten nur vorteilhaft sein."

Bisher habe die IGGiÖ die Interessen der Aleviten "pragmatisch" vertreten, so Baghajati. Allerdings: Wirkliche Gemeinsamkeiten habe es weder auf der Ebene des Zugehörigkeitsgefühls noch in der gelebten Praxis gegeben. "Sowohl in der Glaubenslehre als auch in der Glaubenspraxis sind Islam und Alevitentum zwei verschiedene Religionen. Als Berührungspunkte bestehen nur minimale, eher äußerliche Merkmale."

16.000 Mitglieder? Möglich

Die Frage, ob die Aleviten genügend Mitglieder haben, um offiziell anerkannt zu werden, konnte Baghajati nicht beantworten. Derzeit sind dafür zwei Promille der Bevölkerung oder etwa 16.000 Mitglieder nötig. Diese Zahl sei durchaus möglich, glaubt Baghajati. Sagen könne man dies aber nicht, da die Aleviten bei der aktuellsten Volkszählung 2001 nicht gesondert erfasst wurden.

Der "Kulturverein von Aleviten in Wien", der den Antrag auf Anerkennung gestellt hat, schätzt die Mitglieder auf etwa 20.000. Allerdings zweifelt der Verein, dass der von ihnen gestellte Antrag durchgeht. Man habe bereits entsprechende Hinweise erhalten, erklärte Vorstandsmitglied Riza Sari. Man werde eine eventuelle Ablehnung aber anfechten und - wenn nötig - bis zum Europäischen Gerichtshof gehen.

Kritik an der IGGiÖ

Bei einer Pressekonferenz wurde der Konflikt mit der IGGiÖ als Motiv für den Antrag genannt. Diese vertrete nur den sunnitischen Islam, sagte Gunther Ahmed Rusznak, Generalsekretär des "Islamischen Informations- und Dokumentationszentrums Österreich" (IIDZ), das den Antrag unterstützt. Sari will mit der Abgrenzung von der IGGiÖ auch erreichen, dass in der Öffentlichkeit die liberalen Kräfte des Islam wahrgenommen werden. "Die anatolischen Aleviten akzeptieren den Koran als Glaubens-, aber nicht als Gesetzbuch", betonte er die laizistische Einstellung.

Sollten die Aleviten Erfolg mit ihrem Antrag haben, würde wohl mehrere tausend Gläubige von der islamischen zur alevitischen Glaubensgemeinschaft wechseln. Von einer Schwächung der IGGiÖ will Baghajati aber nicht sprechen: "Das glaube ich nicht."

(APA/Red.)

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4 Kommentare
Gast: Journalist
31.05.2009 15:42
0 2

Alevitentum und Judentum!

Aleviten und Juden haben vieles Gemeinsam, hier einige Beispiele:

Aleviten halten sich nicht an die 5 Säulen des Islams, somit ist es eine Ansichtssache ob Aleviten wirklich Moslems sind.

1) Aleviten essen kein Hasenfleisch, Moslems schon, Juden wiederum nicht.

Das Tier muss wiederkäuen und gespaltene Hufen haben

2) Aleviten sind eine ehnische Volksgruppe. Kein Alevit sagt, ich glaube an den Alevitentum, sondern ich bin ein Alevit. Tun das die Juden nicht auch? Beschneidungsrituale sind sehr ähnlich. Man kann nur als ein Alevit geboren werden.

3) Hz. Ali (Prophet) von die Aleviten wird als Löwe Gottes bezeichnet. Tora, Kapitel 49 Zeile 9. Gott zu Juda: Ein Junger Löwe bist du Juda, Wenn du vom Raub mein Sohn, empor dich reckst.

4) Aleviten verehren die 12 Imame (Famile von Hz Ali) wobei der 12 Imam, die Rückkehr von Messias ist. Tora: Kapitel 49-50, Als diese sind die Stämme Israels, zwölf an der Zahl

5) Jeder kennt das Bild von Haci Bektas (Religionsführer der Aleviten), wo der Löwe oder Tiger neben einem Böcklein liegt bzw. lagert. Tora: "Und es wohnt der Wolf mit dem Lamm, und der Tiger lagert neben dem Böcklein..." (11, 6).

6) Wenn Ihr unter Google: Haci Bektas ücler cesmesi eingibt (http://www.phototurkey.net/turkiye-fotograflari355.htm) , dann kommt unter Bilder der Davidstern, das ist der Siegel von Haci Bektas Tempel in Nevsehir. Die Jüdischen Aleviten in Israel und Türkei, sehen den mittleren Stern im Davidstern als Verbindung von Alevitentum zum Judentum.

gentax
07.04.2009 13:58
0 1

Gut so!

Menschen, die sagen, dass Alkohol erlaubt, die Pilgerfahrt keine Pflicht, dass Beten (auf die vorgeschriebene Weise) keine Pflicht, der Koran nicht das Gesetzesbuch Gottes ist usw. sind keine Muslime.

Daher können sie sich als was auch immer bezeichnen - aber nicht als Muslime.

Antworten Gast: Rolli Rollmops
07.04.2009 15:05
0 0

Re: Gut so!

Ja, das ist wirklich gut! Freilich sind die Aleviten genauso Muslime wie Sunniten oder Schiiten, Sie glauben an den Koran und an Mohammed als höchsten Propheten.

Dass sie sich dem Koran nicht sklavisch im Wortlaut, sondern kontextuell unterwerfen, spricht für deren hohes exegetisches Niveau.

Dass sie deshalb als nicht-Moslems, als Ungläubige usf. bezeichnet werden, zeigt wieder einmal, wie es tatsächlich um die Toleranz mancher (nicht aller!) Glaubensvertreter bestellt ist.....

modestus
07.04.2009 12:18
0 0

zerfall

die selbsterrichtete undemokratische pseudovertretung der muslime zerfällt. die aleviten sind nur der anfang.
türkische gruppierungen werden folgen, denn die türken werden sich nicht länger von den verhassten arabern bevormunden lassen.
das islamgesetz von 1912 ist und bleibt totes recht.
es war ausschliesslich für die sunnitischen bosniaken gedacht.