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Religion in Österreich: Zahl der Atheisten verdoppelt

14.07.2009 | 13:15 |   (DiePresse.com)

Weniger als die Hälfte aller Österreicher unter 30 Jahren bezeichnet sich selbst als religiös. Vier Prozent sind bekennende Atheisten - doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Das ergibt die "Europäische Wertestudie 2008".

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Immer weniger Österreicher bezeichnen sich selbst als religiös. Das ergibt die "Europäische Wertestudie" für das Jahr 2008. 79 Prozent der Bevölkerung geben demnach in Österreich an, religiös zu sein. Von den bis zu 30-jährigen sind es allerdings nur noch 43 Prozent - vor zehn Jahren waren es in dieser Gruppe noch 66 Prozent.

Zugleich gibt es ein Ansteigen der Nicht-Religiösen und der "überzeugten Atheisten". Der Anteil der bekennenden Atheisten hat sich in Österreich verdoppelt - von zwei Prozent im Jahr 1999 auf vier Prozent im vergangenen Jahr.

Vor allem im ländlichen Raum ist laut der Studie eine zunehmende "Entkirchlichung" zu beobachten, sagt der Theologe Paul Zulehner. Eine Ursache dafür sieht er im Priestermangel.

93 Prozent der Polen "religiös"

In der "Europäischen Wertestudie 2008" liegen die Polen in Sachen Religiosität nicht überraschend an der Spitze. Rund 93 Prozent bezeichnen sich dort als religiös, beim Schlusslicht Schweden sind es nur 39 Prozent.

Den höchsten Anteil an überzeugten Atheisten gibt es in Frankreich mit 15 Prozent. Auf der anderen Seite liegt Frankreich beim Anteil der Personen, die sich selbst als religiös bezeichnen, mit 46 Prozent im unteren Feld.

Die Europäische Wertestudie wurde 2008 zum insgesamt vierten Mal durchgeführt. Die erste Erhebung gab es 1982, dann 1990, 1999 und nun 2008. Waren 1981 lediglich 13 Staaten vertreten, wuchs diese Zahl zuletzt 46 Länder an.

(APA)

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61 Kommentare
 
1 2
Gast: Schmidtmann
02.08.2009 10:22
0 1

zu schnell und verwechselt

Mehr Atheisten ? Die hier geannte Erkenntnis ist flasch und geht verkehrt mit dem begriff Atheismus um. Mehr Menschen sind nun konfessionslos oder von der Kirche los. Deshlab ist man aber noch nicht ein Atheist. Der Atheist macht eine Absage an Kirche/Konfession/ Gott und zugleich eine Ansage zu seiner Gottlosigkeit. Genau diese Ansage aber geben viele nciht ab, die nur aus der Kirche austreten oder nie Formen des Glaubensleben kennen lernten. Und: Zur Idee, was wäre, wenn es keine Taufe gäbe und jedr sich mit 18 neu entscheiden müsse .... Das kann man in Indien oder auch im nahen Russland und Estland sehen. In jeder Dorfkirche gibt es mehr Erwachsenentaufen als Kindertaufen dort - und das schon seit Jahren!
Woher kommt es nur, das so viele unbedingt das Ende von Religion und Gottesbeziehungen noch heute herbeiwünschen? Jenen empfehle ich mal die Lektüre deer letzten Bücher von J. Habermas, der nun kein christlicher Missionar ist ....

dnt
20.07.2009 01:09
4 0

Einstein war aus seiner Glaubensgemeinschaft bereits in seiner Jugend ausgetreten...

@jungerleser ,zu deiner Information

Gast: gast01
14.07.2009 22:58
4 0

Wenn der Anteil der indoktrinierten Religion zurückgeht,

dann können die Menschen mehr von sich aus über den Sinn des Lebens (wozu lebe ich, was ist nach dem Tod etc) nachdenken.
Eine Suche, die nicht automatisch die bestehende Tradition als gegeben annimmt, bringt mehr.


derpradler
14.07.2009 18:33
0 0

Religion

hat nichts mit GLAUBEN zu tun, daher ist diese Statistik ,wie meistens das Papier nicht wert auf der sie steht!

Peregrin
14.07.2009 17:59
2 10

Diese Entwicklung korreliert ironischerweise ...

... mit zunehmender Verrohung, sittlichem Verfall und allgemeiner Verdummung. Offenbar steht, wie schon zur Zeit der sogenannten "Aufklaerung", wieder einmal ein Rueckfall in ein dunkles Zeitalter bevor.

Antworten Victor B.
15.07.2009 01:00
6 0

Wer hats geschrieben?

"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."

Antworten Antworten Gast: Gast
17.07.2009 22:04
0 3

Re: Wer hats geschrieben?

Schön, dass sie so berühmte Männer aus der Blütezeit der griechischen Kultur zitieren.

Und tatsächlich hatten die Herren Recht, ist doch auch jene Hochkultur wegen ihrer Dekadenz in die Bedeutungslosigkeit versunken.

Antworten general
14.07.2009 18:06
0 0

Re: Diese Entwicklung korreliert ironischerweise ...

Eine volksbanale Aussage auf Grund von was?

Vielleicht der von Ihnen angesprochene Verdummung?

Begeben Sie sich einmal z.B.: in ein kriminal-historisches Museum (Uni-Graz oder Wien) und Sie werden eines Besseren über die guten alten Zeiten belehrt.

Gedankenspiel

Mal stelle sich mal vor, es gäbe keine Taufe und jeder Mensch könnte sich mit 18 Jahren selbst entscheiden ob er der Kirche beitritt oder nicht.
Man müsste also aktiv eintreten und nicht wie jetzt aktiv austreten um seinen Status zu ändern.

Wie viele "Katholiken" würde es dann geben ?

Antworten Gast: Kiebitz
14.07.2009 22:20
1 0

Re: Dummes Gedankenspiel

Wahlalter 16 Jahre.
Austrittsrecht aus Religionsgemeinschaft bzw. auch Abmelderecht vom Religionsunterricht mit 14 Jahren.

Warum hier mit 18 Jahren argumentieren?

Antworten Gast: Nachdenklich
14.07.2009 18:33
1 7

Re: Gedankenspiel

Wenn nur katholiken die katholischen
feiertage konsumieren dürften und allen anderen würden diese vom gehalt oder vom urlau agezogen. Wieviel nichtkathoiliken würde es dann geben?

Antworten Antworten Gast: Kiebitz
14.07.2009 22:28
7 0

Re: Re: Dummes Gedankenspiel

Es gibt in Österreich für alle die gesetzlichen Feiertage; darüber hinaus für Evangelische AB und HB (für Altkatholische, Methodisten auch etc.) den freien Karfreitag per Gesetz. Für Juden gibt es außer den gesetzlichen Feiertagen einen speziellen beweglichen freien Feiertag per Generalkollektivvertag mit dem ÖGB.
Römisch-katholische Christen haben keine Feiertagsvorteile gegenüber Konfessionslosen und sind gegenüber manchen anderen Religionsgemeinschaften sogar diesbezüglich im Nachteil.

Antworten general
14.07.2009 17:52
0 1

Re: Gedankenspiel

Steht ja allen Eltern offen ihre Kinder NICHT taufen zu lassen (Auch wenn Omas dann weinen müssen). Erbsünde? Nein, danke.

0 0

verhältnisse

man muss die verhältnisse sehen: 79% der österreicher geben sich als religiös an- nur 4% sind atheisten. es gibt also fast 20 mal mehr gläubige als atheisten.
und an die, die areligiosität mit humanismus gleichsetzen und sagen,je intelligenter, desto ungläubiger:
zitat einstein:" Meine Religiosität besteht in einer demütigen Bewunderung des unendlich überlegenen Geistes, der sich in dem wenigen offenbart, was wir mit unserer schwachen und hinfälligen Vernunft von der Wirklichkeit zu erkennen vermögen."
es sei nicht verschwiegen, dass er sich auch kritisch zur religion äusserte.
interessant ist, dass sich, mal nur die naturwissenschaftler betrachtend, unter physikern (und auch mathematikern) wesentlich mehr gläubige finden als unter genetikern und chemikern, auch medizinern. anscheinend hängt bei akademikern der glaube oft mit ihrem betätigungsfeld zusammen. ist dies für die menschen (mehr oder weniger) beherrschbar (genetiker)--> ist für sie kein gott "notwendig". ist dies nicht der fall (das weltall, astrophysiker) ist man oft fasziniert von den regeln, nach denen das universum scheinbar perfekt funktioniert.
ich als jusstudent sag gerne: ich glaube strikt an die naturgesetze- aber auch, dass es für diese einen gesetzgeber geben muss.

Antworten dnt
20.07.2009 00:42
0 0

Re: verhältnisse

Einstein ist aus dem Judentum ausgetreten (bereits als Jugentlicher) ,also ganz schlechtes Beispiel.

(weiteres Zitat von Einstein : Ich bin ein gläubiger Ungläubiger)

Antworten Antworten dnt
20.07.2009 15:39
0 0

Re: Re: verhältnisse

"ich glaube strikt an die naturgesetze- aber auch, dass es für diese einen gesetzgeber geben muss."

Das ist ein Widerspruch was Du da sagst.

Genauso wie die Blitze und Krankheiten,alles hat Gott gemacht.
Typisch alles was man nicht versteht ,simplistische Erklärung der Gläubigen : "Es war Gott"

Mit deiner Mentalität wäre die Menschheit heute noch im Mittelalter.

Pfaffen und Kirche brauchen keine Forschung ,die wissen bereits alles:
" Es ist Gott"


Antworten Gast: Gast
14.07.2009 19:47
0 0

Re: verhältnisse

Koennten Sie bitte Ihre Quellen zum Thema Physiker/Mathematiker vs. Biologen/Chemiker nennen? Alle von mir bisher entdeckten behaupten naemlich das Gegenteil.

Vielen Dank!

0 0

Re: Re: verhältnisse

da sie sich nur als gast eingeloggt haben, tu ich mir schwer ihnen was zu schicken- werde selbstverständlich nachschauen. eine anmerkung dazu: die erklärungsversuche in meinem kommentar sind natürlich eine von mir zusammengereimte theorie, dafür gibt es keine quellen :)

Antworten Antworten Antworten Victor B.
15.07.2009 01:18
0 0

Re: Re: Re: verhältnisse

Ich kenne die Studie, die Sie da wohl anschneiden wollen, kann im Moment aber nur das hier auftreiben: http://www.stephenjaygould.org/ctrl/news/file002.html

Bilden Sie Sich aber besser nicht zuviel auf Ihre Theorien: Wenn meine Erinnerung nicht täuscht, war der Unterschied in den einzelnen Fachrichtungen statistisch kaum relevant (in der Größenordnung von 10% relativem Unterschied). Und selbst dann würde ich es eher damit erklären, dass Biologen in den letzten Jahrzehnten die volle Front an religiösen Spinnern zu spüren bekamen.

Genauso wäre der genaue Wortlaut Ihrer zitierten Umfrage interessant.

Da Sie Einstein zitieren, möchte ich den großen Albert für sich selber sprechen lassen: "Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzete Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann."

Einstein war also mit Ach und Krach bestenfalls ein Deist. Abgesehen davon ist mir sowieso nicht klar, was Sie mit Ihrem Zitat in Bezug auf Humanismus aussagen wollen.

Gast: gast
14.07.2009 17:04
8 0

Moderner Gottesbeweis!

Daß sich die Zahl der Atheisten verdoppelt hat ist für mich ein moderner Gottesbeweis!

Gast: dog
14.07.2009 16:15
0 0

Wie recht er hat...

"Wenn es Gott nicht gäbe, so müsste man ihn erfinden."

- Voltaire, Brief an den Autor der "Drei Betrüger"

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quatsch! wir haben fast 100 % streng religiöse fundamentalisten in diesem land.

angebetet wird halt nicht mehr so ein altmodischer opa mit bart samt 'kindischen' regeln.

der gott unserer zeit heißt konsum.
seine kathedralen sind die supermärkte und einkaufscenter.
seine priester die marketing- und verkaufsvorstände.

es ist der mächtigste gott, der je existierte. wer ihm huldigt, wird mit (irdischem) glück überhäuft.
denn: nur ein guter konsument ist ein guter bürger!

Antworten Gast: doesitmatter
14.07.2009 19:38
0 0

Re: quatsch! wir haben fast 100 % streng religiöse fundamentalisten in diesem land.

Und inwiefern beeinflusst dich das? Wirst du dadurch diskriminiert?

Justin
14.07.2009 15:51
0 2

Areligiosität != Humanität

Das sollte man nie vergessen. Ein Abwenden von jeglicher Religion ist nicht gleichbedeutend mti einem Zuwenden zu mehr Menschenrechten und Humanismus.
Beispiel Schweden, das Land mit der höchsten Nicht-Gläubigen-Rate war Vorreiter in Sachen Internetzensur, was einen klaren Verstoß gegen die Grundrechte darstellt.

Antworten Ophicus
14.07.2009 18:03
1 0

Re: Areligiosität != Humanität

Natürlich nicht.
Es gibt Wissenschaftlich kein Richtig oder Falsch. Moral ist nicht messbar, nicht ableitbar, nicht beweisbar.
An moralische Regeln kann man daher nur glauben, und damit sind wir im Bereich der Religion, wenn auch unter Umständen ohne den Glauben an einen (konkreten) Gott.

Antworten Antworten Justin
14.07.2009 18:59
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Re: Re: Areligiosität != Humanität

Teils stimme ich Ihnen zu, wenngleich Religion den Glauben an eine höhere Macht beinhaltet. Doch ist der Glaube an eine gute Menschheit mit unverhandelbarer Ethik für den Einzelnen von ähnlicher Bedeutung wie für den Christen der Glaube an Gott.

Darum darf es auch nicht sein, dass Atheisten gleichzeitig für nichts und alles stehen, auch sie müssen eine starke Linie in gewissen Fragen des Miteinanders einnehmen, soll aus dieser "Bewegung" wirklich etwas Großartiges entstehen. Denn um ehrlich zu sein: Ich glaube, seit es Menschen gibt (seit sie also Homo sapiens wurden), gab es immer auch Religion und irgendeine Gottheit.
Das könnte zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte die Epoche der gottlosen Zeit werden mit, von hier aus betrachtet, unbegrenzten Möglichkeiten.

 
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