Gründonnerstag: Schönborn wäscht Flüchtlingen die Füße

Bei der liturgischen Fußwaschung am Abend im Wiener Stephansdom kommen unter anderem vier christliche Flüchtlinge zum Zug.

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Archivbild: Kardinal Schönborn – REUTERS

Nach dem Vorbild von Papst Franziskus wäscht Wiens römisch-katholischer Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn am heutigen Gründonnerstag christlichen Flüchtlingen die Füße. Auch vier Frauen, die aus Österreich, Vietnam, Peru und dem Irak stammen, wird die Demutsgeste zuteil, meldete die Nachrichtenagentur Kathppress.

Bei der liturgischen Fußwaschung am Abend im Wiener Stephansdom kommen unter anderem vier christliche Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak zum Zug. Insgesamt wird das vorösterliche Ritual an zwölf Personen in schweren Lebenssituationen vollzogen, die von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Krankheit oder auch Flucht betroffen sind.

Aufregung in konservativen Kreisen

Die Fußwaschung ging laut Johannesevangelium dem Letzten Abendmahl voraus, dabei wusch Jesus seinen Jüngern die Füße. Dass Franziskus in den vergangenen Jahren auch Frauen - und sogar einer Muslimin - die Füße wusch, hatte zu Aufregung in konservativen Kreisen gesorgt. Denn damit setzte sich Franziskus über das Kirchenrecht hinweg, das bis vor kurzem nur männliche Katholiken zu diesem Ritus zuließ. Auch Franziskus' Vorgänger Johannes Paul II. (1978-2005) und Benedikt XVI. (2005-2013) hatten in ihrer Amtszeit nur Bischöfen und Priestern die Füße gewaschen.

Franziskus änderte daraufhin die betreffende Vorschrift zu Jahresbeginn in einem Punkt: das Kirchenrecht lässt jetzt ausdrücklich auch Frauen zu. Eine entsprechende Änderung des Ritus wurde am 1. März auch in den Amtsblättern der deutschen Diözesen veröffentlicht.

Osterkerzen mit Stacheldraht

Speziell mit dem Flüchtlingsthema setzt sich die Erzdiözese Salzburg auseinander. Im Salzburger Dom und auch anderen Kirchen sollen die Osterkerzen mit Stacheldraht umwickelt werden. Damit soll gegen die rigorose Flüchtlingspolitik und die Schließung der Grenzen protestiert werden, hieß es am Mittwoch aus der Erzdiözese.

(APA)

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