Widerspricht Glaubenspräfekt dem Papst?

Kardinal Gerhard Ludwig Müller hält bei Geschiedenen an seiner Haltung fest.

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Kardinal Gerhard Ludwig Müller.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller. – (c) REUTERS (MAX ROSSI)

Wien. Der Chef der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat ein Buch verfasst. „Der Papst – Sendung und Auftrag“ lautet der im Herder-Verlag erschienene unverfängliche Titel. Interessant daran ist vor allem, wie er sich auch (sehr knapp) zum Umgang mit Geschiedenen äußert, die wieder geheiratet haben.

Mehr als vier Seiten nimmt seine Ansprache während der Bischofssynode über Ehe und Familie in Anspruch – im Kapitel über Franziskus, das insgesamt lediglich sechs Seiten umfasst. Müller bekräftigt darin die Unauflöslichkeit der Ehe. Mit Blick auf den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen heißt es, die Kirche würde die Menschen in einer falschen Heilsgewissheit wiegen, wenn sie die Sakramente der Buße und der Eucharistie anbieten würde, „nur um das Gefühl des Dazugehörens nicht zu stören, ohne auf die Überwindung des objektiven Hindernisses des Sakramentenempfangs aufmerksam zu machen“.

Demgegenüber hat der Papst in einem Lehrschreiben erklärt, in bestimmten Fällen könnten Geschiedene, die neu geheiratet haben, zu Sakramenten zugelassen werden. An anderer Stelle greift Müller die Forderung von Franziskus nach Dezentralisierung auf. Auch Bischöfe müssten größere Verantwortung wahrnehmen. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2017)

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