Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz hat in Rom offiziell um einen neuen Weihbischof angesucht. Das berichtet die "Kirchenzeitung" der Diözese in ihrer aktuellen Ausgabe. Schwarz habe den Schritt vor dem Linzer Pastoralrat, der am 30. und 31. Oktober tagte, bestätigt. Die Entscheidung liege jetzt in Rom.
Als möglicher Favorit wurde zuletzt der Pfarrer von Grieskirchen und Dechant von Kallham, Johann Gmeiner, gehandelt. Der wies dies stets zurück. Auf die Frage, wie er zum liberalen "Linzer Weg" stehe, der u.a. Ministrantinnen vorsieht und von konservativen Kirchenkreisen kritisiert wird, zeigte sich der Priester zurückhaltend und sagte lediglich, er sei darum bemüht, seine Aufgabe bestmöglich wahrzunehmen. Sein Maßstab sei das Evangelium bzw. das Zweite Vatikanum. Ob er gerne Weihbischof werden wolle, ließ er offen.
Vom konservativen Flügel
Gmeiner wird dem konservativen Flügel zugerechnet und galt schon bei der Nachfolge von Diözesanbischof Maximilian Aichern, dem Vorgänger des derzeitigen Linzer Oberhirten Ludwig Schwarz, als einer der Favoriten. Auch bei der ersten Bestellung eines Weihbischofs wurden ihm gute Chancen eingeräumt. Für das Amt wurde vom Vatikan dann aber der Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner, vorgesehen, der jedoch nach Protesten in der Diözese von der Weihe zurücktrat.
Johann Gmeiner wurde 1951 geboren und 1976 zum Diakon geweiht. Ab 1977 war er Kaplan in der Stadtpfarre Linz-Urfahr, später in Grieskirchen. Seit 1984 ist er Stadtpfarrer von Grieskirchen und seit Juli 2006 leitet er das Dekanat Kallham. Seinen Dienst hat er unter das Motto "Wir sind Helfer zu eurer Freude!" gestellt - ein Zitat aus den Zweiten Korintherbrief.
Bestellung von Wagner gescheitert
Die missglückte Bestellung eines neuen Linzer Weihbischofs im Februar dieses Jahres hatte in der Diözese viel Staub aufgewirbelt. Nach massiver Kritik an seiner Berufung hatte der erzkonservative Wagner einen Rückzieher gemacht.
Kardinal Schönborn kritisierte damals, dass der Vatikan bei der Ernennung Wagners ein "verkürztes Verfahren" gewählt habe. Während eines Rom-Besuchs gab es schließlich eine Aussprache der österreichischen Bischöfe mit dem Vatikan. Den von Wagner als freiwillig dargestellten Rücktritt akzeptierte der Vatikan erst Anfang März - mit mehr als zwei Wochen Verspätung. Seither hatte Schwarz mehrmals betont, sein Wunsch nach einem Weihbischof bleibe aufrecht.
(APA/Red.)

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