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Papst: "Der Glaube nimmt nichts von eurem Genie"

22.11.2009 | 10:46 |   (DiePresse.com)

Zum zweiten Mal in der Geschichte hat ein Papst Künstler in den Vatikan eingeladen. Das Treffen in der Sixtinischen Kapelle soll den Dialog zwischen Kirche und Künstlern neu beleben.

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Papst Benedikt XVI. setzt auf die Kulturschaffenden, um den Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise und eines schwindenden gegenseitigen Vertrauens "Begeisterung und Hoffnung" zurückzugeben. Bei einer Begegnung mit mehr als 250 Künstlern aller Glaubensrichtungen mahnte Benedikt am Samstag in der Sixtinischen Kapelle, die Kunst solle die Begegnung mit der Religion dabei nicht scheuen: "Mit eurem künstlerischen Talent macht ihr gleichsam das Schöpferwirken Gottes sichtbar", erklärte er bei dem Treffen mit der Welt der Kultur: "Der Glaube nimmt nichts von eurem Genie weg."

In seiner reich mit Zitaten gespickten Rede zum Verhältnis von Kirche und Kunst ging Benedikt auf Schriftsteller wie Fjodor Dostojewski und Hermann Hesse sowie auf die Künstler Michelangelo und Georges Braque ein. Er rief alle Kulturschaffenden unabhängig von ihrem Glauben dazu auf, dankbar zu sein für die ihnen geschenkte Gabe und im Bewusstsein der großen Verantwortung zu wirken, "die Schönheit zu vermitteln sowie Verkünder und Zeugen der Hoffnung zu sein". In den Zeiten verstärkter Resignation, Aggressivität und Verzweiflung unter den Menschen könne "wahre Schönheit" wohl einen heilsamen Ruck geben.

Das Treffen in der Sixtinischen Kapelle des Vatikans sollte den Dialog zwischen Kirche und Künstlern neu beleben, wie ihn vor zehn Jahren Papst Johannes Paul II. mit einem Brief an Kulturschaffende angestoßen hatte. Überwiegend italienische Künstler kamen zu dem Treffen mit Benedikt, darunter der Sänger Andrea Bocelli, der Schauspieler Terence Hill und der Filmemacher Nanni Moretti, der gerade an einem Streifen über einen Papst arbeitet. Aber auch die Architekten Daniel Libeskind (USA) und Zaha Hadid (Großbritannien) hatten sich zu der Begegnung unter Michelangelos Fresken angekündigt.

(Ag.)

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4 Kommentare
Gast: gastx
23.11.2009 20:01
0 0

Anbiederung der Kirche an die Künstler

wird von Künstlern sicher auch ausenützt.
Wer sagen kann, ich war bei dieser Audienz, bekommt - falls der Auftraggeber katholisch nahestehend ist - auch wieder eher einen Auftrag.

Gast: ich
23.11.2009 16:04
0 0

"Der Glaube nimmt nichts von eurem Genie"

Wieviele Genies (Künstler und Wissenschaftler) hat den die Kirche auf dem Gewissen?

Welch verlogene Gesellschaft...

Gast: Bösewicht
22.11.2009 17:07
0 0

Bitte nicht noch so einen "Dialog"!

Kann man den Heiligen Vater nicht zu einem Besuch im Dommuseum in Wien überreden, damit er sieht, welche Schlangen da am Busen der Kirche genährt werden?

Gast: Gast
22.11.2009 16:31
0 0

Kunstauftrag

So kann man es natürlich auch sehen. Aber unsere Staatskünstler, die gewohnt sind die Kunst in den Dienst einer politischen Weltanschauung und keinesfalls in den Dienst einer katholischen Weltsicht zu stellen. Kennen diese Option gar nicht mehr. Alle christlichen Positionen sind mittlerweile auch von Uniprofessoren, nur als Negativbeispiele gut, katholische Unis beeilen sich den Anschluss zu finden. Also mit Nitsch, lasst uns die Ekelschwelle heben, damit nicht ob dieser Einseitigkeiten das Kotzen kommt.