12.02.2012 03:54 | Meine Presse Merkliste0

Türkei will Kirche an Geburtsort von St. Paul wieder öffnen

05.01.2010 | 10:46 |   (DiePresse.com)

Das staatliche Religionsamt will die unter Denkmalschutz stehende Pauluskirche in Tarsus wieder als Gotteshaus öffnen. Derzeit dient sie als Museum.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Das türkische staatliche Religionsamt (Diyanet) hat sich dafür ausgesprochen, die Pauluskirche in Tarsus wieder als Gotteshaus zu öffnen. Diese Auffassung habe seine Behörde auch den zuständigen staatlichen Stellen übermittelt, sagte Diyanet-Leiter Ali Bardakoglu laut türkischen Medienberichten vom Montag, wie Kathpress berichtet. Die Kirche in Tarsus war während des Paulusjahres 2009 vorübergehend für Gottesdienste geöffnet. Sie dient seitdem aber wieder als Museum. Kurienkardinäle und Bischöfe aus zahlreichen Ländern haben die Türkei mehrmals aufgerufen, die Kirche im Geburtsort des Apostels Paulus wieder für Gottesdienste zu öffnen.

Bardakoglu sagte den Berichten zufolge, in der Türkei wie in der ganzen Welt habe die religiöse Toleranz möglicherweise nachgelassen. Sein Land müsse aber die Religionsfreiheit achten und etwaige Defizite beseitigen. "Wenn es an einem Ort eine christliche Gemeinde gibt und wenn diese eine Kirche einrichten will, dann müssen wir helfen", sagte der Leiter des Religionsamtes. Das gelte auch für die Pauluskirche.

Deutsche Kritik an der Türkei

Der deutsche Kardinal Joachim Meisner hatte der Türkei eine "unwürdige Behandlung" der Christen vorgeworfen, nachdem in Tarsus eine vorübergehend gelockerte Praxis für christliche Gottesdienste wieder aufgehoben worden ist. Damit gelte für die historische Pauluskirche wieder die gleiche eingeschränkte Praxis wie für alle Orte in der Türkei, in der gelegentlich christliche Gottesdienste erlaubt seien, kritisierte der Kölner Erzbischof.

Wo die Religionsfreiheit so massiv eingeschränkt werde, müsse man sich auch ernsthaft um andere Menschenrechte sorgen, hatte Meisner gesagt. In der fehlenden Religionsfreiheit in der islamischen Welt sehe er einen Grund dafür, dass es in Deutschland eine "Abneigung gegen Muslime" gebe. Die muslimische Verbände in Deutschland sollten klare Fürsprache für die Christen in der Türkei einlegen.

Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischöfin Margot Käßmann von Hannover, erwartet sich ebenfalls von den Muslimen in Deutschland ein Eintreten für die Rechte unterdrückter Christen in islamischen Staaten.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
0 0

Die erfreuliche Meldung

aus der Türkei soll natürlich positiv bewertet werden. Allerdings ist es vorläufig nur eine Ankündigung, man muß also die Umsetzung abwarten, um sich wirklich darüber freuen zu können.

Gast: maestro
06.01.2010 03:39
0 0

Toleranz ist kein Verlust

Bin als Türke auf jeden Fall dafür. In der Toleranz liegt die Kraft der Begegnungen. Mit Verbote werden immer die Radikalen belohnt. Das sollte auch die Türkei am besten wissen. Im Osmanischem Reich war Toleranz gegenüber nicht muslimen so groß, dass viele nicht muslime bis höchsten Stellen im Amt gekommen sind. Es hat niemandem geschadet. Sonst hätten Sie nicht 700 jahre regieren können. Christen sind ebenfalls unsere Brüder wenn Mann überlegt, dass wir alle vom Abraham stammen.

Gast: Gast
06.01.2010 01:05
0 0

Hoffentlich ....

Dieser Schritt ist zu begrüßen (zumal er auch den Prozess zur einer EU - Mitgliedschaft der
Türkei befördern könnte). Seitens der Kath.
Kirche sollte man weiterhin sensibel vorgehen ...