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Muslime entdecken den Atheismus

26.02.2010 | 18:42 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

Der Begriff des "Taufscheinkatholiken" ist analog auch in der muslimischen Community zu finden. Der Zentralrat der Ex-Muslime will Auffangbecken für säkulare Muslime sein und Hilfestellung beim Austritt geben.

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WIEN.Mehr als 500.000 Menschen in Österreich sind Muslime. Doch diese Zahl sagt nichts darüber aus, ob es sich dabei tatsächlich um gläubige Anhänger des Islam handelt. Der Begriff des „Taufscheinkatholiken“ ist analog auch in der muslimischen Community zu finden – Menschen, die vielleicht noch die eine oder andere Tradition leben, sonst aber ein weitgehend säkulares Leben abseits von Religion führen.

Von denen gibt es gar nicht so wenige, nur werden sie in der Gesellschaft von keiner Institution vertreten. Noch – denn gestern, Freitag, wurde in Wien der „Zentralrat der Ex-Muslime“ gegründet, der ein Auffangbecken für genau jene Menschen sein soll, die zwar auf dem Papier Muslime sind, in Wirklichkeit jedoch nicht viel damit anfangen können.

 

Telefonhotline für Jugendliche

Aufklärung unter Muslimen hat sich der Verein zum Ziel gesetzt: Kopftuch und Minarett seien elitäre Zeichen des Islam, Antisemitismus werde oft hinter Israelkritik versteckt. Abseits davon will man aber auch konkret für Menschen da sein: „Wir wollen Hilfestellung für Kinder aus muslimischen Familien anbieten, die keinen Ansprechpartner haben“, sagt Gründer Cahit Kaya. Eine Beratungsstelle à la „Rat auf Draht“ soll zu diesem Zweck eingerichtet werden. Finanziert werden soll die Arbeit durch Spenden und Sponsoren. „Aber“, so der 30-jährige Grafiker und Student der Politikwissenschaft, „da sind wir noch auf der Suche.“ Auch ein Vereinslokal oder eine Homepage kann man deshalb noch nicht vorweisen. Dass aus dem Verein eine Massenbewegung wird, die als Gegengewicht zu den zahlreichen religiösen Vereinen und der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), die sämtliche Muslime des Landes vertritt, auftreten kann, danach sieht es vorläufig noch nicht aus. „Die Basis“, sagt Kaya, „sind momentan an die 20 Leute.“ Um Mitgliederstärke geht es aber gar nicht vordergründig – eher um die Präsenz, das Sich-zu-Wort-Melden, wenn über muslimische Themen diskutiert wird.

Das deutsche Pendant und Vorbild, das bereits 2007 gegründet wurde, praktiziert das bereits erfolgreich. Im Frühjahr 2009 wurde ein Schweizer Ableger gegründet, nun sind die Österreicher dran. Galionsfigur ist die Islamkritikerin und Feministin Mina Ahadi, die wegen ihrer politischen Aktivitäten aus dem Iran fliehen musste – erst nach Wien, dann nach Deutschland, wo sie schließlich die Mutterorganisation der Ex-Muslime ins Leben rief. Für Ahadi blieb dieser Schritt nicht folgen-los – nach Drohungen gegen sie wurde sie unter Polizeischutz gestellt. Ein Schicksal, mit dem auch Cahit Kaya rechnet: „Ich rechne damit, dass mir Apostasie vorgeworfen wird.“ Zwar gilt im Koran der Grundsatz der Religionsfreiheit, doch im islamischen Recht gibt es Auslegungen, wonach Abfall vom Glauben im Extremfall mit dem Tod bestraft werden kann – auch wenn das selbst in islamischen Staaten kaum exekutiert wird. Doch in vielen Familien, so Kaya, gelte ein Austritt noch als Tabu.

 

Austritt am Magistrat

In Österreich kann der Austritt aus dem Islam wie aus jeder anderen Religionsgemeinschaft erfolgen – mit einem Formular bei der zuständigen Behörde, in Wien etwa dem Magistratischen Bezirksamt. „Man kann Menschen nicht zu etwas bewegen, was sie nicht glauben“, sagt IGGiÖ-Sprecherin Carla-Amina Baghajati.

Dass sich der Zentralrat formiert hat, sieht sie als „selbstverständlichen Vorgang, dass Menschen eine Interessengemeinschaft bilden“. Begeistert davon sei sie aber logischerweise nicht.

Die IGGiÖ wird wohl auch einer der wichtigsten Sparringpartner für den neuen Zentralrat sein, stößt man sich doch an deren Alleinvertretungsanspruch. Und auch an der Deutungshoheit über islamische Themen. „Der Versuch, Menschen zu erziehen, kommt ja nicht immer aus der Familie“, meint Kaya, „sondern von außen. Und das lehnen wir ab.“

Auf einen Blick

Cahit Kaya(30) ist türkisch-kurdischer Herkunft und wuchs in Vorarlberg auf. Der Grafiker ist Gründer des „Zentralrats der Ex-Muslime“ in Österreich. [Clemens Fabry]

www.ex-muslime.de

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.02.2010)

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434 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Florianus
17.02.2012 18:20
0 0

Gute Sache!

Dieser Verein trägt aktiv zur Integration von Migranten bei!

Beide Daumen hoch!

Gast: Aufklaerer
16.06.2010 12:32
1 0

Volksverhetzung

Merkt hier denn keiner das Volksverhetzung betrieben wird?
Wem nutzt dies? Wieso sind die Menschen immer noch so dumm und lassen sich von den Medien derart leiten. Ich habe schon zahlreiche Kommentare geschrieben und keines wurde bislang veröffentlicht. Warum? Weil ich versuche den Dialog voran zu treiben und nicht keinen Keil zwischen die Menschen. Es geht bei diesen Artikeln nicht um Wahrheit. Die will gar nicht von derartigen Zeitschriften bzw. Seiten publiziert werden! Das was zählt ist Hass zu schüren. Die meisten Kommentare, die hier gepostet werden, stammen von denen selber.

Antworten Gast: Paul Vincent Riederer
11.04.2011 13:02
0 0

Re: Volksverhetzung

Und was genau ist jetzt das Ziel ihrer Aussage? Was Sie hier von sich gegeben haben ist blabla, verbaler Müll, Buchstabendurchfall, mehr nicht. Die Islamisierung Österreichs schreitet voran, das muss man auch in Zeiten des Multikulti- Pluralitäts- und Toleranzwahns straflos sagen dürfen. Ein Witz ist das... Jetzt schreinen die linken Gutmenschen schon bei eindeutig objektiven, sachlich-analytischen Artikeln... zum speiben!

Gast: glaubnix
25.04.2010 10:39
1 0

Österreich hat aber auch 400.000 Arbeitslose!

Ja soviele arbeitslose Gastarbeiter hätten wir wirklich nicht benötigt, es waren vor 40 Jahren die 180.000 Arbeitslosen schon zuviel, wer hat denn die alle herin geholt?

der graf
07.04.2010 19:45
2 2

Man wird den Ausspruch In Wien beginnt der Balkan aendern muessen

in In Wien beginnt der Orient. Man beachte aber die Vorteile! Endlich werden wir Maenner legal mehrere Frauen (wenn man sich es leisten kann) haben duerfen. 'Frau am Steuer' gibts dann auch nicht mehr, hurra, denn die duerfen nur Esel kutschieren. An jeder Ecke wirds dann Kaffeehauser, nur fuer uns Maenner geben. Wasserpfeife und Lederpatschen inklusive.

Gast: Adler
07.04.2010 18:23
1 1

Vielen Dank an die "Ö"VP !!!




Gast: Oberösterreicherin
07.04.2010 15:36
1 0

Staat und Religion

Staat und Religion gehören getrennt. Egal um welche Religion es sich handelt.

Wenn wir Österreichs Frauen nicht zum Kinder kriegen zwingen wollen, müssen wir die Zahl der Steuerzahler anders anheben. Also bin ich für Zuwanderung, aber ich bin für GEZIELTE Zuwanderung wie es sie zum Beispiel in Australien gibt.

Es sollte eine Liste geben mit Jobs die gefragt sind und diese Leute sollte ohne Komplikationen reingelassen werden. Ich habe Frende, die Akademiker sind und denen Steine in den Weg gelegt werden, wenn sie in Österreich eine Doktorratsstelle annehmen wollen. Österreich lässt die wirklich guten Leute nicht rein. Das ist ein Problem!

Antworten Gast: glaubnix
11.04.2010 08:30
0 1

Re: Staat und Religion

Sind für die Islamen nicht trennbar!
Wenn Sie in Ihrer Naivität das nicht kapieren, sollten Sie zuerst eine Weile das Wesen von Religion studieren und erst nach einiger Erfahrung öffentlich da posten.
Religion ist ein paranoides Kunstprodukt, erfunden in Asien und ein Fremdkörper in Europa.
Bei den archaischen Asiaten ist das eh Wurscht, die lassen sich durch unsere Einwände davon nicht abbringen, aber wir in Europa haben solch Bleifuß namens Religion nicht notwendig.
Wenn jemand einen Gott suchen möchte, dann vielleicht bei den 100 Milliarden mal 100Milliarden Galaxien in den umliegenden 14,5 Milliarden Lichtjahren!

tomschi
07.04.2010 14:58
2 0

Einfache Überschlagsrechnung:

Muslimin: 2.6 Kinder, sonstige Österreicherin: 1.3 Kinder. Verhältnis Moslems/sonstige: ungefähr 6/94, nach n Generationen: (6/94)*(2.6/1.3) hoch n. Nach 4 Generationen also ungefähr 1/1. In Nigeria war die Bevölkerungsentwicklung ähnlich, bei einem Stand von ca. 1/1 wollten die Moslems die Anwendung der Sharia auf das ganze Land ausdehen, Bürgerkrieg war die Folge.

Svenfekter
07.04.2010 13:39
2 0

Wenn die Moslems sich alle 10 Jahre verdoppeln,

müssten sie dann in 40 Jahren 8 Millionen Marke erreicht haben! Das hiesse, dass Österreich spatestens 2050 ein moslemischer Staat wird!
Mich interessiert viel mehr, was der meist benutzte Vorname sein wird!

Antworten der graf
07.04.2010 19:37
0 0

Re: Wenn die Moslems sich alle 10 Jahre verdoppeln,

Solche sachen sagen uns die politiker natuerlich NIE. In den USA werden die weissen in spaetesten 30 jahren die minderheit sein. wird dort auch verschwiegen. und ich moechte jede wette eingehen das wenn die alt-oesis in oesterreich, oder die weissen in usa die minderheiten stellen es dann KEINE extrawuerste geben wird. denn es wird heissen die haben eh lange genug alle macht gehabt.

Gast: Camry
07.04.2010 11:57
5 0

Sie fürchten sich nicht unbedingt

sie wollen einfach mit dem Islam nur nichts zu tun haben. Bei all den Meldungen die täglich über den Islam herein kommen und den Umständen und Zuständen denen sie Tag für Tag ausgesetzt sind. Wer kanns ihnen schon verdenken. Man muß den Islam nicht mögen,auch wenn es unsere Linken noch so wollen.Sie werden es bei der Mehrheit der Ö.Bevölkerung NIE erreichen.

ichmeine
02.03.2010 22:29
3 0

ein ganz schlagender Beweis

dass das mit der Parallelgesellschaft nicht stimmt

gibt es eigentlich einen einzigen Punkt, den Muslime ohne Islamisierung von ihrem Gastland übernehmen;
mal abgesehen von den gratis Sozialleistungen;

Gast: Adler
01.03.2010 17:09
4 1

Mehr als 500,000 krass

Also ich hätte jetzt vielleicht mit 450,000 Tausend gerechnet aber mit MEHR als eine halbe Million nicht O.o ...naja das zeigt mir nur dass ich auf meinen beiden Augen nicht Blind bin,und ich dachte jedes mal wenn ich durch Wien laufe... "Oh Jesus,die Zahlen die ich kenne stimmen aber nicht mit dem überein was ich hier auf der Straße sehe " ...naja nun wurde ich eines besseren belehrt!
Danke Grüne und danke SPÖ...lasst uns nochmal 10 Jahre warten und dann haben wir die Million geschaft!
Klar ist bei so einer großen Anzahl von Muslimen wird die SPÖ weiter regieren und die Grünen werden früher oder später auch etwas von Kuchen bekommen...Gute Nacht Vaterland

Antworten Gast: Österreicher
07.04.2010 11:49
2 2

Vielleicht bedeutet "Grün" in 20 Jahren nicht mehr

ökologisch, sondern ist die Grüne Fahne des Islam und unsere Grünen sind dann islamisch unterwandert und ein Islam-partei ......

Antworten Antworten Gast: Dr. Phil
07.04.2010 14:09
0 0

Re: Vielleicht bedeutet

ehmmm nicht in 20 Jahren ist schon längst passiert.

7 1

Henrik M. Broder ist nichts hinzuzufügen:


Wie meinte Henrik M. Broder:

"Kritische Geister, die gestern noch mit Marx der Meinung waren, Religion sei Opium fürs Volk, fanden plötzlich, man müsse doch Rücksicht nehmen auf religiöse Empfindungen, vor allem, wenn sie von Gewaltakten begleitet werden"

Antworten coldcase
07.04.2010 20:50
1 0

Re: Henrik M. Broder ist nichts hinzuzufügen:

Hej! Bitte richtig zitieren: Marx sagte nicht "Opium fürs Volk", sondern "Opium des Volkes", falls Sie den Unterschied begreifen!

Antworten Gast: schlÄchter
01.03.2010 08:54
4 0

Re: Henrik M. Broder ist nichts hinzuzufügen:

sg wolf!
es ist in der tat ertsaunlich wie willfährig strengagnostisch-säkulare oder eigentlich sogar strengantireligiöse "linke" versuchen den islam für sich zu instrumentalisieren.

leider war und ist das auch auf rechter seite so der fall: in den zeiten des kalten krieges wurden bewußt religiöse fundamentalisten als eindämmung des gottlosen kommunismus vermeintlich mit ins "rechte" boot geholt: im gesamten arabischen raum, in pakistan, mujahiddin in afghamnistan, massive unterstützung der moslem. miltärs in nigeria und indonesien....

auch khomeinis rückkehr aus dem westl. exil in paris war so moziviert, anstelle der monarchischen marionette eine religiös motivierte, letzterer machte aber den westl. strategen einen strich durch die rechtnung-löste die islamische revolution aus-die sich nun auf die gesamte umma mehr oder weniger ausbreitete mt der losung:
"wir sind nicht westlich, nicht östlich, wir sind islamisch"
der islam lässt sich nicht für andere ideologien vor einen fremden karren spannen! das sollte sich vor allem auch die linken merken, die ohnehin die macht der religion nie begreifen wollen/können.
damit isrt eigentlich alle sgesagt: fpr die umma ein mmn wichtiger und richtiger emazipatorischer schritt, aber mit gewalttätigen begleiterscheinungen und einer realen gefahr in den "grenzbereichen" zum weten und anderen kulturbereichen: insbes. auch mit dem islam in europa.

mfg
s.

12 0

super

Meine Spende sende ich ihnen gerne! Sowas muss man unterstützen!

Gast: Oskar
26.02.2010 22:24
10 1

ein weiser Mensch hat einmal gesagt

wenn Muslime die ganze Welt bevölkern dann kaufe Dir ein Raumschiff und schaue Dir die Katastrophe von der Ferne an - In den Letzten 30 Jahren wurden in muslimische Länder Zehntausende Schwule und Lesben hingerichet!
Mich wundert dass sich die Grünen nicht daran stossen,irgendwie pervers, da treten die Grünen für Gleichgeschlechtlichen Sex auf und auf der anderen Seite holen sie immer mehr Muslime ins Land, bei denen diese Partnerschaft mit dem Tode bestraft wird, perverser gehts nicht mehr!

Antworten Gast: Tom
07.04.2010 15:28
0 0

Re: ein weiser Mensch hat einmal gesagt

Wundert Sie das? Die Grünen waren schon immer die schlimmsten Heuchler!

3 0

Was sagen SPÖ und Grüne dazu?

Ich sehe für die genannten Linksparteien höchsten Handlungsbedarf, diese vielleicht nur einmalige Chance beim Schopf zu packen.


Antworten Justin
26.02.2010 23:21
2 1

Re: was verboten -----> begehrt

Gut für ihn. So kann er vielleicht auf etwas Gnade hoffen, wenn er demnächst abends nach einer Zigarette "gefragt" wird und er sein Handy verleihen möge.

Im Ernst jetzt: Moslems sind nicht die bösen, es sind Religionen. Man sieht an seinem Beispiel, wie leicht es spirituellen Menschen fällt, zu einer anderen Religion bekehrt zu werden. Mit einem areligiösen Menschen oder gar einem Atheisten würde das viel schwieriger sein.

Jeder Christ = potentieller Moslem und umgekehrt!

2 0

fragen:

und wieviele leben davon in wien?

und wieviele u-boote gibt es?

 
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