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Missbrauch: Erzabt hat Opfer 5000 Euro angeboten

10.03.2010 | 12:01 |   (DiePresse.com)

Ein Salzburger Erzabt gibt zu, vor 40 Jahren einen Minderjährigen sexuell missbraucht zu haben. Er hat dem Opfer Schmerzensgeld angeboten. Auch in einer Vorarlberger Klosterschule gibt es einen Missbrauchsfall.

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Die Welle von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche schwappt auf Österreich über. Am Montag gab Bruno Becker, Erzabt des Salzburger Benediktinerstiftes St. Peter, seinen Rücktritt bekannt. Die Benediktiner nahmen die Entscheidung mit sofortiger Wirkung an. In einer vom Stift ausgesandten Stellungnahme erklärte er, dass er vor mehr als 40 Jahren einmalig an einem damals Minderjährigen eine „sexuelle Handlung“ vorgenommen habe. Zum Zeitpunkt der Tat sei er 24 Jahre alt und noch nicht Priester gewesen. Danach, so heißt es in der Aussendung des Stifts, habe es in der gesamten seelsorgerischen Tätigkeit Beckers keinen einzigen Vorfall dieser Art gegeben.

Als Becker im Herbst 2009 zum Erzabt gewählt worden war, meldete sich allerdings der Betroffene über einen Ombudsmann. Zwar kam es zu Gesprächen zwischen dem Geistlichen und einer Vertrauensperson des Opfers, bei dem Becker um Verzeihung für seine Tat gebeten haben soll, allerdings habe das Opfer auf ein Gesprächsangebot nicht reagiert.

Aussprache im November

In einem Interview mit dem ORF-Radiosender Ö1 beschuldigt das damalige Opfer, ein heute 53-Jähriger, auch zwei frühere Benedktiner, ihn in St. Peter sexuell missbraucht zu haben. Sechs Jahre lang sei es immer wieder zu Missbräuchen durch die zwei Patres gekommen, auch in deren Zellen. Aus Scham und wegen des psychischen Drucks der Beschuldigten konnte er erst etliche Jahre später über die Vorfälle reden. Er wolle nun ein Ende der Vertuschungen erreichen und andere Opfer zum Sprechen bewegen.

Der Fall sei im vergangenen Jahr der Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs der Erzdiözese Wien bekannt geworden, schilderte Prior Korbinian Birnbacher. Am 22. November sei es dann zu einer Aussprache zwischen dem Opfer, Becker und dem Wiener Ombudsmann gekommen. Der Erzabt habe sich dort entschuldigt.

Der Leiter der Ombudsstelle, Hans Reißmeier, appellierte an alle eventuellen Opfer, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. "Ich stehe ganz klar auf der Seite der Opfer", hielt Reißmeier fest.

Schmerzens-, nicht Schweigegeld

In einem Schreiben bot der Geistliche dem 53-Jährigen 5000 Euro an. Laut ORF ersuchte der Erzabt in dem Brief das Opfer, keine weiteren Schritte mehr zu veranlassen. "Das ist der höchste Betrag, über den der Erzabt ohne Kontrollmechanismen alleine verfügen darf", sagte der Prior. Die angebotene Zahlung sei nicht als Schweige- sondern als Schmerzensgeld gedacht gewesen, sagte der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser im Morgenjournal von Ö1.

Der Fall ist auch der Salzburger Justiz bekannt. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren jedoch am 18. Jänner 2010 ein, "da das Opfer nicht aussagen wollte", wie Mediensprecherin Barbara Feichtinger mitteilte. Der Grund sei nicht erfragt worden, man könne niemanden zu einer Aussage zwingen. Da sich daher aber auch keine Tatzeiten ermitteln ließen, wurde das Verfahren eingestellt.

Missbrauch in Vorarlberger Klosterschule

Im Internat des Privatgymnasiums des Bregenzer Zisterzienser-Klosters Mehrerau ist in den 1980er-Jahren offenbar ebenfalls ein Schüler sexuell missbraucht worden. "Wir hatten einen Fall", räumte Abt Anselm van der Linde im Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten" ein. Der Pater habe den Missbrauch gestanden und sei anschließend nach Tirol versetzt worden. Eine Anzeige habe es nicht gegeben, erklärte Van der Linde, der die Leitung des Klosters vor einem Jahr übernommen hat.

Der Vater des Jugendlichen habe damals auf eine Anzeige verzichten wollen, sofern der Pater sofort aus der Schule abgezogen wird, so Van der Linde. Die Mehrerau habe den heute 74-Jährigen daraufhin sofort nach Tirol versetzt und den Tiroler Bischof informiert, sagte Van der Linde. Der Pater habe eine Therapie absolviert und wirke heute noch als Priester in Tirol, so der Abt. Mittlerweile ist der Priester beurlaubt worden. In einem Schreiben bat der Abt die Opfer um Entschuldigung.

(APA/Red.)

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172 Kommentare
 
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Gast: Chikago
10.03.2010 20:59
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Vergewaltigung in der Familie

Noch ärger als diese Machenschaften ist nur noch Vergewaltigung in der eigenen Familie, wie meiner Lebensgefährtin es geschehen ist. Sie hat auch nach 30 Jahren noch Angst vor Ihrem Vater. Der Akt ist jetzt zwar Polizeibekannt, aber die Tat ist verjährt. Dem Vater passiert nichts, die Depressionen und Angst bleibt. Keine Hilfe ist zu erwarten.

Gast: erl
10.03.2010 15:08
0 0

-

Wann werdet ihr endlich verstehen, dass nicht die KIRCHE an dieser Sache schuld ist, sondern die männlichen Priester!
Der Verein an sich hat nichts damit zu tun!

Antworten Gast: LoL
13.03.2010 12:33
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Re: -

hätte es in einem andere verein, über so lang zeit so viel missbrauchsfälle gegeben wäre er längst verboten...
und übrigens:
"Verletzt ein Mitglied eines Vereinsorgans unter Missachtung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Organwalters seine gesetzlichen oder statutarischen Pflichten oder rechtmäßige Beschlüsse eines zuständigen Vereinsorgans, so haftet es dem Verein für den daraus entstandenen Schaden."

Gast: Schneeball
10.03.2010 12:04
0 0

Reaktion

Ich würde der katholischen Kirche dringend raten diese Angelegenheiten aufzuklären und auch strafrechtiche Konsequenzen in Kauf zu nehmen.

Die Abkehr von der katholischen Kirche, die Austritte und die daraus resultierende schlechte Meinung in der Öffentlichkeit spielen doch massiv den Scharfmachern des Islamismus in die Hände um uns als Ungläubige zu bezeichnen.
!!!Warum merkt denn keiner, dass der radikale Islamismus dadurch immer mehr an Stärke gewinnt!!!
Oder will das niemand wahrhaben.

Ich werde auch weiterhin die katholische Kirche unterstützen aber sie muß auch ihren Teil dazu beitragen

AUSTRITT



zuständige Behörde:

die BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT (in Städten mit eigenem Statut: der Magistrat, in Wien: das Magistratische Bezirksamt)

erforderliche Unterlagen:

1. amtlicher LICHTBILDAUSWEIS
2. NACHWEIS DER MITGLIEDSCHAFT in der Glaubensgemeinschaft z.B.:

* Taufschein
* Trauschein, Firm- oder Konfirmationsbestätigung etc.
* sonstige Bestätigung über die Mitgliedschaft
* Zahlungsnachweis
* Zahlungsaufforderung

für den Austritt fallen KEINE GEBÜHREN an.

Quelle: www.help.gv.at/Content.Node/82/Seite.820003.html
(Homepage der Bundesregierung)





dieses Posting wurde zuvor von einem Mitarbeiter der Online-Presse als „anstößig“ und „beleidigend“ empfunden und gelöscht






Antworten Gast: GuanYu
10.03.2010 10:43
0 0

Re: AUSTRITT

Ich hab für meinen Austritt vor 10 Jahren noch was blechen dürfen!

Antworten Gast: adami
10.03.2010 09:04
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Re: AUSTRITT

Sie haben wohl nichts besseres zu tun, als immer wieder mit dem selben Müll anzufangen.
Wenn Sie so gegen die Kirche sind, dann verbringen Sie ihre Zeit nicht damit, Beiträge darüber zu lesen!
Suchen Sie sich ein Hobby!

Gast: erichkarl
09.03.2010 18:53
0 0

was ist Rechtens?

Jedes Offizialdelikt muß zur Anzeige kommen - warum ist dies nicht in der Kirche üblich - was alles muß noch vertuscht werden - wieviele Kirchenaustritt sind noch notwendig - tausende im Klerus haben sich nichts vorzuwerfen, mit Ausnahme der Tatsache, dass sie schweigen (müssen) !?

Antworten Gast: mexx
10.03.2010 10:03
0 0

Re: was ist Rechtens?

Es wurden doch Fälle gerichtlich aufgearbeiten, also bitte was erzählen Sie da?

Gast: gast
09.03.2010 18:34
0 0


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zu diesem Thema

kommt mir nur mehr das Weinen! :'(

Gast: peixe
09.03.2010 17:11
2 0

wann werden all die katholischen kinderschaender vor gericht gestellt

der staat sieht nicht nur wie immer zu, wenn es um die kriminellen verfehlungen der katholischen kirche geht, nein er unterstuetzt auch noch diese brutstaetten fuer den kindesmissbrauch aufgrund des konkordats.
der papst, selbst als obervertuscher "aktiv" soll endlich seinen kriminellen laden zusperren und den schluessel ins meer werfen.

Gast: Mandarin
09.03.2010 16:54
2 1

Mich wundert der Gleichmut der österreichischen Justiz!

Wird man bei solchen schweren Vergehen, wir sprechen von Kindesmissbrauch, nicht von selbst aktiv und sperrt die Verantwortlichen ein, oder reihen sich die Pfaffen in die privilegierte Gruppe der Millionengauner ein?
Auswandern ist immer eine gesunde Option!

Re: Mich wundert der Gleichmut der österreichischen Justiz!

Ich bin auch verwundert! Man stelle sich vor, diese Missbrauchsfälle an Kindern wären an Bildungseinrichtungen der Islamischen Glaubengemeinschaft passiert. Ich kann mir gut den Sturm von Entrüstung von FPÖ, ÖVP, SPÖ, BZÖ, Justizministerium, Kronen Zeitung, usw. vorstellen. Das Gefahrenpotential das von Geistliche ausgeht wird unterschätzt! Wieviel Kinder müssen noch leiden bis etwas gegen die Kirche unternommen wird?

Re: Mich wundert der Gleichmut der österreichischen Justiz!

Da unterschätzen Sie eben die Qualität der Vatikanischen Diplomatie

http://wien.orf.at/stories/418571/

WAS?

5000,-- euro als wiedergutmachung für ein kapitalverbrechen?

die summe würde für einen gebrochenen finger nicht reichen - geschweige denn für einen missbrauch.

ich weiss wirklich nicht, was ekelerregender ist: der begangene missbrauch oder die art wie damit umgegangen wird (eigentlich ein erneuter missbrauch).

Antworten Gast:
10.03.2010 10:52
0 0

Re: WAS?

Schauen Sie sich doch einmal an, was in Österreich für Vergewaltigung an Kindern an Schmerzensgeld so üblich ist.

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen:

Keiner Auszug aus dem Wikipedia Eintrag zum Thema „Sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche“:

USA: Das Erzbistum Los Angeles einigte sich im Juli 2007 außergerichtlich mit 500 klagenden mutmaßlichen Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche auf Entschädigungszahlungen in Höhe von 660 Millionen US-Dollar.

In einer von der Katholischen Bischofskonferenz der USA beim John Jay College of Criminal Justice in Auftrag gegebenen Studie wurde das vermutliche Ausmaß des sexuellen Missbrauch durch Priester und Diakone untersucht. Nach Auswertung der wurden darin für die Jahre 1950 bis 2002 insgesamt 4.392 Fälle mit 10.667 Opfern registriert.

Frankreich: die französische katholische Bischofskonferenz erklärte 2001, dass 19 französische Priester wegen Vergewaltigung oder Missbrauch Minderjähriger angeklagt seien, sieben von ihnen befanden sich in Untersuchungshaft. Dreißig Priester hatten in den zurückliegenden Jahren Strafen erhalten, elf von ihnen Gefängnisstrafen

Italien: In einer Studie von Associated Press wurden 73 Fälle von sexuellem Missbrauch durch Priester mit mindestens 235 Opfern dokumentiert.

Fortsetzung folgt ......


Re: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen:

Sie haben halt kein Gefuehl fuer Zahlen. Das muss nicht jeder haben, aber wer Statistiken posten will, sollte sich schon darueber im Klaren sein, dass hier nur der Vergleich von bedingten Wahrscheinlichkeiten irgendeine Aussagekraft hat.

Re: Re: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen:

ich brauch kein Gefühl für Zahlen haben, ich brauche nur ein Gefühl für die Opfer haben! Und wenn es nur ein Opfer gibt, ist es eines zuviel! Aber anscheinend haben sie kein Gefühl für die Opfer sondern nur für die Kirche.

Re: Re: Re: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen:

Jaja, schlaue Sprueche und Attacken ad hominem interessieren hier aber nicht. Wenn Sie die Kirche als "Missbrauchsinstitution" hinstellen wollen, muessen Sie halt dartun, dass in kirchlichen Einrichtungen Missbrauchsfaelle in auffaellig gehaeufter Weise auftreten, und zwar auffaellig im Vergleich zu vergleichbaren nichtkirchlichen Einrichtungen, woran dank der Vielzahl an nichtkirchlichen Schulen, Internaten und Jugendgruppen ja kein Mangel ist.

Re: Re: Re: Re: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen:

Die Kirche sollte ein Vorbild sein und sich nicht am Durchschnitt messen!!! Die Kirche ist Werkzeug und Zeichen des Heils (Eigendefinition). Von diesem Heil ist aber nur noch wenig spürbar.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Jack
09.03.2010 16:40
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Re: Re: Re: Re: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen:

Wie verblendet kann man sein. Die Kirche scheint Ihnen sehr viel zu bedeuten, deren Werte aber gar nichts..... traurig

In einer Institution die Nächstenliebe, Menschlichkeit, Gerechtigkeit etc. predigt sollte es doch theoretisch zu gar keinen Übergriffen kommen. (Oder wird der Begriff Nächstenliebe dort falsch interpretiert.) Aber auf jeden Fall nicht in dieser massiven Form! Dabei ist es doch völlig egal, ob es jetzt hunderte oder tausende Fälle sind. Das macht doch keinen Unterschied! Vielleicht wurde Ihnen beigebracht, dass die römisch-katholische Kirche immer recht hat.... dann sollten sie jetzt nochmals darüber nachdenken! Mag sein das viele Priester und Pfarrer etc. gute Menschen sind und diese "katholischen" Werte wirklich leben, aber die Organisation "Kirche" als solche ist untragbar geworden. Dafür zahlt man doch keine Kirchensteuer.... um den Missbrauch an Kindern zu unterstützen. Man kann die "katholischen" Werte auch ohne die Kirche verkörpern bzw. leben.

Keine Glaubwürdigkeit …

Die Amtskirche füllt sich dazu berufen seinen Gläubigen Vorschriften über ihr Sexualleben zu machen (keine Kondome, Pillenverbot, Homosexualität ist Sünde) … und nun stellt sich schon zu x-mal heraus, dass die eigenen Mitarbeiter der katholische Kirche nicht mal selbst an die eigenen Moralvorschriften halten sondern sich systematische an Kinder vergehen.

So was kann man nur noch als „verlogen“ bezeichnen ….

noch eine Frage: dürfen Wiederverheiratet Geschiedene zum eucharistischen Mahl?
Antwort: NEIN
Dürfen katholische Priester die Kinder sexuelle Missbraucht haben zum eucharistischen Mahl??
Antwort: JA

das ist eben katholische Logik ...

Re: Keine Glaubwürdigkeit …

Die zweite Antwort ist ebenfalls NEIN.

Re: Re: Keine Glaubwürdigkeit …

leider falsch: die Täter werden sogar befödert, siehe Erzabt Becker.

 
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