Überraschender Schulterschluss: Schönborn trifft Opfer

Der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn nimmt eine Einladung der innerkirchlichen Reformbewegung "Wir sind Kirche" an. Er will Missbrauchs-Opfer bei einem Bußgottesdienst im Stephansdom treffen.

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ueberraschender Schulterschluss Schoenborn trifft
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Überraschender Schulterschluss Kardinal Christoph Schönborns mit der innerkirchlichen Reformbewegung "Wir sind Kirche": Der Wiener Erzbischof nimmt deren Einladung an und leitet am Mittwoch der Karwoche im Stephansdom eine Bußgottesdienst. Titel: "Ich bin wütend, Gott!".

Dabei soll auch Opfern von sexueller Gewalt durch Priester die Gelegenheit geboten werden, in Anwesenheit des Kardinals ihr Leiden zu formulieren, kündigte der Vorsitzende der Bewegung Hans Peter Hurka am Sonntag im Gespräch mit der "Presse" an. Hurka weiter: "Das ist ein sehr erfreuliches Zeichen Kardinal Schönborns." Bisher hatte zwischen Schönborn und "Wir sind Kirche" Eiszeit geherrscht.

Schuldeingeständnis der Kirche fehlt

Am Sonntag hatte der Vorsitzende der Plattform den Hirtenbrief des Papstes kritisiert. Es fehle eine strukturelle Analyse der kircheninternen Begünstigungen für Pädophilie. Der Brief sei zwar "geprägt von hoher Anteilnahme und einfühlsamen Worten an die Opfer und Strenge gegenüber den Tätern. Aber er ist in einer spirituellen Sprache abgefasst, die nichts Konkretes aussagt und die keinerlei Veränderungen erwarten lasse (mehr Reaktionen auf den Papstbrief).

Die Plattform "Wir sind Kirche" tritt für vieles ein, was Rom verbietet, und fordert unter anderem das Ende des Pflicht-Zölibats und die Zulassung von Priesterinnen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2010)

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