Missbrauch: Vorwürfe gegen Ratzingers Stellvertreter

05.04.2010 | 21:14 |   (DiePresse.com)

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, die Nummer zwei des Vatikans, soll in den neunziger Jahren einen Missbrauchsfall in den USA vertuscht haben.

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Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, der wichtigste Mitarbeiter von Papst Benedikt XVI., soll einem Medienbericht zufolge in die Vertuschung eines Missbrauchsfalles aus den USA in den neunziger Jahren verwickelt sein. "Zeit online" zitierte am Montag ein geheimes Sitzungsprotokoll des Vatikans, das Bertone belaste. Das Protokoll sei Teil eines Briefwechsels zwischen dem Vatikan und dem damals für die Ermittlungen zuständigen Erzbischof von Milwaukee, Rembert Weakland, im sogenannten Fall Murphy, berichtet die Onlineausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der Briefwechsel wurde der "Zeit" den Angaben zufolge von Anwälten früherer Opfer des Direktors einer katholischen Gehörlosenschule, Pater Lawrence Murphy, zur Verfügung gestellt, der zwischen 1950 und 1974 bis zu 200 gehörlose Kinder sexuell missbraucht haben soll. Benedikts Nachfolger als Präfekt der Glaubenskongregation, der Kurienkardinal William J. Levada, soll Murphy versetzt haben, ohne die Mitglieder der betroffenen Gemeinde über den Kindesmissbrauch durch den Geistlichen zu informieren.

Laut "Zeit Online" belegen die Dokumente, dass das Hilfeersuchen des ermittelnden US-Erzbischofs im Fall Murphy zwar an den damaligen deutschen Kurienkardinal Joseph Ratzinger gerichtet war. Allerdings sei der Fall im weiteren vom damaligen Sekretär der Kongregation, Ratzingers Stellvertreter Bertone gehandhabt worden. Die "New York Times" hatte dem Papst kürzlich vorgeworfen, in die Vertuschung des Missbrauchsskandals verwickelt zu sein.

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Bertone hatte Federführung?

"Anders als bisher angenommen, hat nicht der heutige Papst, sondern Bertone den Fall offenbar vertuscht", sagte Patrick Schwarz, Stellvertretender Ressortleiter Politik der "Zeit", am Ostermontag der Deutschen Presse-Agentur. Die "New York Times" hatte im März den Fall aufgebracht und Joseph Ratzinger, den heutigen Papst, als Verantwortlichen genannt - Ratzinger leitete 1998 als Präfekt die Glaubenskongregation. "Dagegen zeigt das vertrauliche Sitzungsprotokoll der Glaubenskongregation, dass Bertone hier die Federführung hatte", sagte Schwarz.

Nach den vorliegenden Dokumenten war das Hilfeersuchen des ermittelnden US-Erzbischofs im Fall Murphy - wie schon die "New York Times" berichtet hatte - an Ratzinger gerichtet. Allerdings wurde der Fall von seinem Stellvertreter Bertone gehandhabt, wie inzwischen auch der Vatikan betont hat.

Von Kirchenprozess abgeraten

In einem vertraulichen Brief vom 6. April 1998 an den zuständigen Erzbischof der Diözese von Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin hat laut "Zeit" Bertone deutlich gemacht, dass der Vatikan von einem Kirchenprozess gegen den geständigen Täter abrate. Vorausgegangen war, wie aus den faksimilierten Dokumenten hervorgeht, eine Eingabe des beschuldigten Priesters beim Vatikan, ihn aufgrund seines angegriffenen Gesundheitszustandes, seines hohen Alters sowie seiner "friedlichen" Lebensführung im Priesterstand zu belassen. Diese Argumente habe Bertone sich in seinem Schreiben zu eigen gemacht, schreibt "Die Zeit".

Als der amerikanische Erzbischof auf der Entlassung Murphys aus dem Priesterstand beharrte - auch unter Hinweis auf anhaltende Empörung bei den Vertretern katholischer Gehörloser - kam es den Angaben zufolge am 30. Mai 1998 zu einem Krisengipfel in Rom. In dem von der Glaubenskongregation verfertigten Protokolls des Treffens, bei dem Bertone den Vorsitz führte, heiße es: "Bezüglich der Möglichkeit eines kanonischen Prozesses wegen des Verbrechens der Belästigung in der Beichte lenkt der Sekretär die Aufmerksamkeit auf einige Probleme, die ein Verfahren aufwerfe".

Bertone habe seine nach Rom gereisten Bischofskollegen aus den Vereinigten Staaten gewarnt vor der "immanenten Schwierigkeit, ein solches Verbrechen in einem Verfahren zu ahnden, dessen Durchführung in strengster Geheimhaltung erfolgen muss". Der spätere Kardinal habe überdies darauf verwiesen, "die Schwierigkeit, Beweise und Zeugen beizubringen, ohne den Skandal zu vergrößern". Zusammenfassend habe Bertone auf die Schwierigkeiten hingewiesen, "die durch eine Verfolgung dieses Falles entstehen würden".

In einem internen Vermerk der Erzdiözese Milwaukee nach dem Krisengipfel heißt es: "Es wurde deutlich, dass die Kongregation uns nicht ermutigte mit irgendeiner förmlichen Entlassung (dpa: Murphys) fortzufahren." Unter dem Druck aus Rom teilte US-Erzbischof Weakland seinem vatikanischen Kollegen Bertone in einem ebenfalls als Faksimile dokumentierten Schreiben am 19. August 1998 mit: "Ich habe meinen Justiziarvikar angewiesen, das Verfahren förmlich zu beenden, das gegen Pater Murphy begonnen worden war."

Am 21. August 1998 starb Murphy im Alter von 72 Jahren. Aus dem Vatikan war jüngst darauf verwiesen worden, dass ein Kirchenprozess gegen den Sterbenskranken keinen Sinn mehr gemacht hätte und auch die US-Justiz kein Verfahren gegen Murphy eröffnet hatte.

(Ag.)

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73 Kommentare
 
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Was soll Bertone "vertuscht" haben?

Ich hätte noch eine Ergänzung zum Posting von Maria Stückler: Laut meinem Kenntnisstand wird im Kirchenrecht festgehalten, dass bei schweren Verbrechern, die geständig sind und sich in einem schlechten Gesundheitszustand befinden, die Anwendung von Milde vorgesehen ist. Aus diesem Grund wurde Murphy nicht aus dem Priesterstand entlassen (außerdem starb er ja kurz darauf). Und: Was hat ein kircheninternes Verfahren mit Vertuschung zu tun? Die Headline "soll in den neunziger Jahren einen Missbrauchsfall in den USA vertuscht haben" erinnert mich an die kirchenfeindliche Demagogie eines Joseph Goebbels. Schön langsam glaube ich, dass es tatsächlich eine großangelegte Medienkampagne gibt. Von einer Qualitätszeitung wie der Presse erwarte ich mir mehr journalistische Sorgfalt bzw. eine bessere Recherche.

Re: Was soll Bertone

Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine großangelegte Medienkampagne gegen die Kirche handelt.

Die Schriftsteller des Alten und Neuen Testaments lebten etwa zwischen 500 Jahre vor und 300 Jahre nach unserer Zeitrechnung. Sie brauchten sich keiner Diskussion mit der Öffentlichkeit zu stellen, denn viele konnten weder lesen noch schreiben.

Im Mittelalter waren immerhin Inquisitionen und andere Gräuel üblich, aber die Bibel wurde erst direkt für die Bevölkerung durch Luther zugänglich. Kritik gab es daher öffentlich gegen die Kirche kaum. Immerhin konnten diese Gräuel abgestellt werden.

Und heute gibt es das Fernsehen, die Zeitungen und insbesondere die Vernetzung durch das Internet. Das Letztere ermöglicht der Bevölkerung einen Informationszugang und -austausch, der für die Kirche unerwartet und offenbar unbewältigbar erscheint.

Es liegt nur an der Kirche und am Vatikan, die Veränderungen auf der Welt wahrzunehmen und einen anderen Zugang zu ihren eigenen Fehlern zu finden.


Re: Re: Was soll Bertone

Eine solche Menge geballten Halbwissens zu schreiben ist auch eine Kunst, so wie die "Schriftsteller" die weder lesen noch schreiben konnten und dabei die Bibel geschrieben haben!

Antworten Gast: Thmasius
06.04.2010 16:59
2

Re: Was soll Bertone

Die kirchenrechtliche Sanktionen allgemein zielen auf die Verbesserung des Übeltäters - deswegen heißen sie auch Beugestrafen. Das amerikanische Recht hat wiederum Rache und Genugtuung zum Ziel.
Dass die Amerikaner damit nicht klar kommen liegt auf der Hand.
Aber dass die österreichische Medien das gleiche fordern gibt einem zu denken - Bald müsste in diesen Medien die Forderung der Todesstrafe laut werden - so wie in Amerika - sind wir so weit?

die kirche steht ueber den gesetzen


wenn diese missbrauchsvorfaelle in einer normalen schule oder sonst wo immer passiert waeren saessen die taeter laengst auf jahre ein - bei der kirche gibts in der regel nicht mal einen prozess gegen perverse priester. die kirche hat es sich gut gerichtet, siehe auch vatikan. auf was hinauf ist der vatikan ein staat? schon mal ueberlegt? traut sich ja auch keiner in frage stellen, oder? wie praktisch denn so entzieht sich die kirche jeder kontrolle.

Gast: pour le mèrite
06.04.2010 15:22
5

Genau so, wie man hier versucht "Umerziehungsunwillige"

ala Barbara Rosenkranz oder Martin Graf medial zu Tode zu steinigen,

versuchen nun ähnliche Kräfte, die katholische Kirche bis hinauf zum Papst, wenn schon nicht als schlimmste Nazis, dann zumindest als Kinderschänder zu brandmarken.

Ein besonders bösartiges wie bezeichnendes mediales Schauspiel zugleich.

Antworten Gast: gast
06.04.2010 16:19
0

Re: Genau so, wie man hier versucht

NA C Strache "LOL"

Antworten Antworten Gast: pour le mèrite
06.04.2010 17:03
1

Re: Re: Genau so, wie man hier versucht

... dieses Video dürfte allerdings sehr gut zu ihrem Niveau passen...

Antworten Antworten Antworten Gast: gast
06.04.2010 19:39
1

Re: Re: Re: Genau so, wie man hier versucht

wenn das ein narzistisch gestörter pseudointellektueller sagt stimmt es bestimmt "LOL"

Eine höchst merkwürdige Gesellschaft

Simon Petrus - der Stein in der österlichen Brandung, die Nummer zwei in der christlichen Hierarchie - war verheiratet, er wohnte zusammen mit seiner Frau, deren Mutter und seinem Bruder Andreas in einem Haus in Kafarnaum (Mk 1,21.29)

Simon Petrus, nach römisch-katholischer Auffassung Stellvertreter Christi und quasi der erste Papst, wäre nach meinem Dafürhalten vermutlich recht betroffen, wie beharrlich die Kirche der Neuzeit den "Satan" in der Hose ihres Personals ignoriert.

(Ob es sich tatsächlich um den Satan handeln dürfte, sei dahingestellt - aber in diesen Kreisen sagt sich so etwas eben doch leichter, als ernsthaft auf das Thema Sexualität zu reflektieren.)

Wie Jesus selbst solches Missverhalten sehen würde, entzieht sich leider meiner Vorstellungskraft.

Interessanterweise zeigt sich jedoch, dass sich viele Poster in diesem Forum dank ihres täglichen, persönlichen Gespräches mit Jesus Christus dazu berufen fühlen, die tausenden kleinen "Unzulänglichkeiten" in der irdischen Verwaltung weiterhin großzügig zu ignorieren.

Hallelujaaaa.

Re: Eine höchst merkwürdige Gesellschaft

Heute sind viele Ministranten offenbar schon wieder angehalten worden, im Presse Forum rote Stricherl verteilen, anstatt schöne Lieder zu singen und dem Herrn (Pfarrer) zu gefallen.

Re: Eine höchst merkwürdige Gesellschaft

Die Apostel waren ja auch durchwegs verheiratet - die jüdischen Rabbi und somit Jesus auch - und mußten keine Kinder vergewaltigen. Zum Glück hat die Kirche jetzt Rotraud Perner, eine Psychologin die derzeit Theologie studiert und auf die Gewalt in Familien hinweist. Freudig wird dieses Argument aufgenommen, doch es trifft wohl kaum auf Akademiker-Familien zu. Und Priester sind doch Akademiker! Ein verheirateter Priester wird doch kaum Kinder vergewaltigen!

Gast: Maria Stückler
06.04.2010 13:15
6

Vertuschung?

Gegen den besagten Priester wurde in den 70er Jahren bei Gericht Klage eingebracht. Doch aus unerfindlichen Gründen erfolgte keine Verurteilung! Die staatliche Justiz hat also versagt.

1996, also 20 Jahre später, ging der Fall an die Glaubenskongregation: Vor dem Hintergrund der vielen virulent gewordenen Missbrauchsvorwürfe wurde dieser lange zurückliegende Fall vom damaligs zuständigen Erzbischof (der später wegen Betrugs und homosexueller Beziehungen zurücktreten musste) an die Glaubenskongregation herangetragen. Es ging um die Laisierung des Priesters, der damals bereits schwer krank war und abgeschieden lebte. Also eine rein innerkirchliche Angelegenheit, zumal sich der Priester seither diesbezüglich nichts zuschulden kommen ließ. Als der Priester dagegen Berufung einlegte, wurde dem stattgegeben; die Zurücklsetzung in den Laienstand ist die ultimative Strafe, die nur verhangt werden darf, wenn sonst kein Mittel mehr nützt - was bei diesem Priester aber nicht der Fall war. 4 Monate später starb der Priester.

Was da vertuscht worden sein soll, steht in den Sternen!

Eine an solche fundamentalen Fakten orientierte Berichterstattung stünde der Presse wohl gut an!

.

Versagen der Justiz?

Das kommt mir einfach zu billig vor - ich tippe eher auf einen Einfluß der Kirche. Wäre noch zu recherchieren, wie es dazu gekommen ist. Dass die Kirche bestrebt war, alle diese Fälle zu vertuschen, geht ja inzwischen aus vielen, vielen anderen Fällen hervor. Naiv von Erzbischof Weakland, in Rom um Rat zu fragen!

Antworten Antworten Gast: Maria Stückler
07.04.2010 10:54
1

Re: Versagen der Justiz?

Vertuschen durch die Kirche geht doch nur, wenn die Opfer mitmachen. Was hindert die Opfer zur Polizei und zur Justiz zu gehen? Die Verjährungsfrist endet zumindest in Österreich und Deutschland 10 Jahre nach Volljährigkeit des Opfers.

Und dass die Kirche zumindest jetzt nicht beabsichtigt irgendetwas zu vertuschen, zeigen doch die Anlaufstellen für Missbrauchsfälle. Damit soll das Aufdecken erleichtern werden, wenn die Opfer schon nicht zur Polizei gehen wollen, wo solche Fälle eigentlich zu melden wären - und zwar so schnell als möglich, um weitere Übergriffe zu verhindern!

Außerdem sei erinnert, dass es in Deutschland in letzten 15 Jahren zu 220.000 diesbzeüglichen Anzeigen gekommen ist, davon nur 94 gegen Personen aus dem kirchlichen Bereich (Laien und Priester). Wenn man das in Beziehung setzt zu den im kirchlichen Bereich Beschäftigten, dann ist die Wahrscheinlichkeit im kirchlichen Umfeld zum Missbrauchsopfer zu werden 36 mal kleiner als in der Gesamtgesellschaft. (siehe www.cicero.de: Man wird eher vom Küssen schwanger, als vom Zölibar pädophil)

Allein diese Zahlen belegen, dass in der jetztigen Debatte nicht das Wohl der Kinder, sondern die moralische Vernichtung der Kirche im Vordergrund steht.

Dies umso mehr, als es keinen Aufschrei gibt gegen die Legalisierung (!) des Kindesmissbrauchs im Islam durch das Beispiel Mohammeds. Allein in der Türkei sind mehr als ein Drittel aller Ehen Kinderehen!


"... ich tippe eher auf einen Einfluß der Kirche"

Sie wissen aber schon, daß in den 70er-Jahren die Justiz der USA noch weitestgehend in den Händen der "WASP" ("White Anglo-Saxon Protestants") war, deren Sympatie für die dreckigen Katholen (sind doch eh nur saufende Iren & Polen, mafiose Italiener und sonst so irgendein Latino-Kropzeug, das man am besten ausrotten sollte ...) SEHR in Grenzen hielt!

Antworten Antworten Antworten Gast: gast
06.04.2010 20:35
0

Re:

da sag ich doch nur NA C STrache braunes a

Gast: gast22
06.04.2010 12:49
4

Wenn schon die Nummer 1 des Vatikans,...

Joseph "Seine Heiligkeit" Ratzinger, bis zum Stehkragen in den Vertuschungsaktivitäten drinsteckt, will die Nummer 2, Tarcisio "Eminenz" Bertone, natürlich nicht zurückstehen.

Ehrensache.
Vatikan-internes Statusdenken?

Antworten Gast: Gast
06.04.2010 13:23
0

Re: Wenn schon die Nummer 1 des Vatikans,...

Um eine richtige Relation zu finden, hier eine kleine Erinnerungshilfe:
www.emma.de/index.php?id=1257

Gast: smilefile
06.04.2010 10:45
4


Re: Vatikan und die Mafia...

Warum denn "und die" - wollten Sie nicht einfacher ein "=" tippen?

merkwürdig...

plötzlich überkommt mich, die ich schon seit 20 Jahren aus der Kirche ausgetreten bin, die Lust wieder einzutreten...
Der Medienhype gegen eine ganze Institution, deren einzelne Mitglieder unentschuldbare Verbrechen begangen haben, ist derart überzogen, dass man schon System dahinter vermuten kann.

Will man mit der Zerstörung der Kirche eine weitere Säule des christlichen Abendlandes zu Fall bringen ?
(und wer ist "man" ?)

Re: merkwürdig...

Man sind z.B. die aufklärerischen totalitären Kräfte, die mit freimaurerischen Gedankengut das letzte Bollwerk der Wahrheit gegen den Geist der Lüge, zu Fall bringen wollen, um dann ihre Ideologie des anarchischen Utopismus als Selbsterschaffung des Menschen ohne den dreieinigen Gott auf die ganze Welt auszubreiten.
Doch die Pforten der Hölle werden die katholische Kirche nicht überwinden können. aber es werden viele Menschen die Auswirkungen zu spüren bekommen.
Wir erleben nur die kleinen Ausläufer gigantischer Kämpfe geistiger Mächte, denen der Finsternis und des Todes gegen die Mächte des Lichtes und des Lebens.
Wer es fasse, der fasse es! Die anderen können ruhig lachen. Es wird ihnen das Lachen bald vergehen.

Re: Re: das letzte Bollwerk der Wahrheit?

Ich möchte gerne Wissen, wie Sie zu Ihren Anschauungen gekommen sind.

Obwohl es keinen Sinn haben dürfte, mit Ihnen eine Diskussion zu versuchen, trotzdem:

Wer kann über das Alte und Neue Testament zu irgend einem Ereignis einen wissenschaftlich seriösen Beweis liefern?

Niemand!

Bei den beiden angeführten Alten Schriften, die nur einen kleinen Teil der vielen Schriften über die angeblichen Ereignisse darstellen und auch unterschiedliche Darstellungen derselben angeblichen Ereignisse enthalten, handelt es sich um verschiedene menschliche Verfasser, die selbst nie wirkliche Zeugen waren.

Diese Verfasser dieser Schriften haben ihre persönlichen gewünschten Vorstellungen in ihren Text eingearbeitet, wie es ein jeder tun würde, der ein bestimmtes Ziel erreichen will, für die diese Schriften bestimmt sind.

Sie selbst sind der Beweis und für mich "Zeuge", dass es so war, wenn Sie von einem "Bollwerk der Wahrheit" hier schreiben. Hier haben Sie Ihre persönlichen Vorstellungen mit dem Alten und Neuen Testament in Verbindung gebracht - worüber Sie selbst keinerlei ernsthaften Beweise vorlegen können.

Aber ich verstehe Sie. Es ist eben Ihre sicherlich gut gemeinte Art, eine Ethik auf diese Weise der Menschheit anzubieten. Sie vergessen aber etwas: wir leben nicht mehr im Mittelalter und wir können zunehmend selbst zwischen "Wahrheit und Unwahrheit" unterscheiden.

"wir leben nicht mehr im Mittelalter und wir können zunehmend selbst zwischen "Wahrheit und Unwahrheit" unterscheiden."

Na, das hat die Menschheit im 20. Jahrhundert ja treffend unter Beweis gestellt! Die Wahrheiten des Nationalsozialismus und des Marxismus-Leninismus lassen einen allerdings ein bisserl nostalgisch werden nach dem Mittelalter, denn an Auschwitz und Gulag reicht aus jener Epoche nichts heran.

Was Sie über die Bibel schreiben, findet durchaus meine Zustimmung — nur: was wollen Sie damit beweisen?

Mir reicht es jedenfalls, das Neue Testament genau durchzulesen und festzustellen, daß sich zwar darin jede Menge für mich unglaubwürdiger "Wunderg'schichterln" finden, aber ethisch Unannehmbares (wie im NS- bzw. ML-Gedankengut) finde ich darin nicht!

Und, ehrlich gesagt: mir ist eine Weltanschauung mit naiven Wunderg'schichterln, die aber ethisch anspruchsvoll ist, lieber, als ein sich "wissenschaftlich" gebender Marxismus-Leninismus oder als ein sich "schicksalsgewollt" gebender Nationalsozialismus, die alle beide im Grunde doch nur ein "Appell an den inneren Schweinehund im Menschen" sind !

Re: Re: Re: das letzte Bollwerk der Wahrheit?

Glaube kann nicht wissenschaftlich bewiesen werden ist aber vernünftig. Die Evolutionstheorie, mit dem vollkommen unwissenschaftlichen Ansatz der Höherentwichlung durch Zufall und Notwendigkeit, ist genauso eine Theorie wie die Schöpfungstheorie, aber die Evidenz geistiger Kräfte, die die Materie steuern und sich in ihr ausformen ist eindeutig. Je weiter die Wissenschaft vordringt, desto mehr Fragen entstehen im Mikro- und Makrokosmos wie z.B. neben der sichtbaren Materie 5%, die dunkle Materie (schwarze Löcher)20% und die neueste Entdeckung: die dunkle Energie 75% und die zunehmende Geschwindigkeit der Ausbreitung des Kosmos.

Schließlich die am besten wissenschaftlich erforschte Reliquie der katholischen Kirche:
Das Turiner Grabtuch mit dem Abbild des gekreuzigten Christus. Ein Abbild der gekreuzigten Liebe, die niemals wissenschaftlich bewiesen werden kann, so wie alle anderen geistigen Kräfte, auch die Mächte des Bösen.

Doch wer nicht guten Willens ist, wird auch nicht wahr denken können.

 
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