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Deutschland: Justiz ermittelt gegen Chef der Bischofskonferenz

03.06.2010 | 18:26 |   (Die Presse)

Freiburger Erzbischof Zollitsch wird Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Sein Sprecher Robert Eberle sagte, es gebe keinen Anlass für einen Rücktritt.

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Freiburg (ag.). Die Staatsanwaltschaft Freiburg (Baden-Württemberg) hat in der Nacht auf Donnerstag bestätigt, dass gegen den Chef der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wegen Beihilfe zum sexuellem Missbrauch von Kindern ermittelt wird. So soll es in der Erzdiözese Freiburg, die der 71-Jährige seit 2003 leitet, bekannt gewesen sein, dass ein Pater einst sexuelle Übergriffe begangen hat.

Zollitsch ist bis zum Wochenende auf Kur und wollte sich nicht äußern. Sein Sprecher Robert Eberle sagte, es gebe keinen Anlass für einen Rücktritt. Zollitsch soll 1987 als Personalreferent der Erzdiözese veranlasst haben, dass ein Pater, der wegen Missbrauchs an Jugendlichen in den 1960ern vorbelastet war, im Kloster Birnau am Bodensee angestellt wurde. Der Fall ist juristisch komplex, weil für den Pater kirchenrechtlich nicht das Erzbistum Freiburg, sondern die Zisterzienserabtei Mehrerau in Bregenz (Vorarlberg) zuständig war. Ob das auch nach weltlichem Recht gilt, prüft die Staatsanwaltschaft.

 

Sache der Zisterzienser?

Eberle sagte, Zollitsch habe erst 2006 von den Missbrauchsfällen erfahren. Überhaupt sei der Zisterzienserorden bzw. dessen Abt in Birnau allein für Personalentscheidungen innerhalb seines Territoriums zuständig.

Zollitsch hat sich zuletzt mehrfach für den vielfachen Missbrauch von Kindern durch Geistliche entschuldigt und den Augsburger Bischof Walter Mixa, gegen den wegen Missbrauchs ermittelt wurde, zum Rücktritt gezwungen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.06.2010)

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39 Kommentare
 
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Gast: Skydaddy
16.06.2010 03:48
0 0

Tarnen und täuschen

Es wird immer auf das "Territorium der Abtei" verwiesen. Die Mönche sind aber seit 1946 auch für die Katholiken des Bistums aus den umliegenden Orten zuständig - im Auftrag des Bistums.

Erzbischof Zollitsch hat diesen Auftrag Ende 2007 erneuert. Obwohl die Abtei damals im Fall des pädokriminellen Paters schon ein Jahr lang untätig war.

Spätestens diesen März hätte Zollitsch den Mönchen die Seelsorge in seinem Bistum wieder entziehen müssen. Da wurde klar, dass die Abtei drei jahre lang nichts unternommen hat, den Pater aus dem verkehrt zu ziehen. Trozu Zusage 2006.

Das Bistum wusste auch, dass der Pater Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre wieder in Birnau war. Nachdem es zunächst hierß, der Pater sei seit 1968 nicht mehr in Deutschland gewesen, musste das Ordinariat Freiburg später einräumen, dass der Pater in den damaligen Personalverzeichnissen der Erzdiözese aufgeführt war.

Das Bistum hat auch nie abgestritten, von der Pädophilie des Paters gewusst zu haben. Es bestreitet nur, vor 2006 von dem konkreten Fall des Opfers gewusst zu haben. Die Pädophilie des Paters war im Bistum Basel, wo er zuvor eingesetzt war, aktenkundlich.

Das Bistum erklärte gegenüber der Öffentlichkeit, es habe eine Aussprache zwischen Opfer und Täter stattgefunden - das Opfer bestreitet das.

Das Bistum erklärte jüngst, es gäbe "Hinweise" auf einen zweiten Aufenthalt des Paters in Birnau. Das Bistum _weiß_, das der Pater erneut in Birnau war.

Gast: Opfer
04.06.2010 11:20
0 0

Nicht nur die Justiz ermittelt

Die Heimerziehung hat die Menschen zu Bestien gemacht und daher wird der Justiz nicht mehr geglaubt. Auch in den 60/70zigern haben Leute versucht den Heimkindern zu helfen und sind selber in den Visier dieser Staatsleute geraten. Heute werden die Opfer zu Richtern und werden die Täter bestrafen.

Gast: Gast
04.06.2010 00:33
1 0

quod licet jovi

Warum legt Bischof Zollitsch bei sich andere Massstäbe an als er von Bischof Mixa verlangte, warum nur?

Gast: g1
03.06.2010 23:50
0 0

die Anklagen gegen Erzbischof Zollitsch sind offenbar total sinnlos

a) weil er nämlich nicht zuständig war
b) weil das ganze sowieso schon verjährt ist.

Aus denselben Gründen wäre eine Anklage gegen den Papst, der ja im Prinzip dasselbe gemacht hat ( Vertuschen+Wiedereinsetzen) ebenso sinnlos.


Gast: Heimkinder
03.06.2010 21:47
0 0

Nicht nur die Justiz ermittelt

Die Heimerziehung hat die Menschen zu Bestien gemacht.Der Justiz wird nicht mehr geglaubt. Auch in den 60/70zigern haben Leute versucht den Heimkindern zu helfen und sind selber in den Visier dieser Staatsleute geraten. Heute werden die Opfer zu Richtern und werden die Täter bestrafen.

Gast: Alter.Kämpfer
03.06.2010 19:18
0 1

Wie Du mir...

Jetzt merkt Exz.Zollitsch wie sich das anfühlt was er seiem Mitbruder im Bischofsamt Mixa angetan hat. Ich würde Exerzitien im Anschluß an die Kur empfehlen!

1 1

erschütternd

Unglaublich! Warum darf man zu dem Ereignis in der Türkei nichts posten?! DAS ist ja fast noch bestürzender und beängstigender als die tatsache des Mordes!!

Antworten Gast: Gast
04.06.2010 00:40
1 1

Re: erschütternd

Ist doch altbekannt, es handelt sich nicht um einen Mufti und schon gar nicht um einen Rabbi. Daher muss sich die Entrüstung über diese Gräueltat, die als von einen psychisch Kranken begangen hinstellt wird, sich auch in Grenzen halten. Natürlich darf nicht der leiseste Verdacht einer religiös motivierten Tat aufkommen. Die Türkei will doch in die EU.

Gast: Gast
03.06.2010 16:20
4 1

Türkei: Oberster katholischer Bischof ermordet

Sehr demokratisch den Kommentarbereich zu deaktivieren.

Antworten raeter
03.06.2010 17:18
1 1

Re: Türkei: Oberster katholischer Bischof ermordet

Das habe ich mir auch gedacht! Werden Katholiken Opfer, dann wird "totgeschwiegen". Trifft es Muslime wird aufgebauscht!

WARUM???

Antworten Gast: schau genau
03.06.2010 17:09
2 2

Re: Türkei: Oberster katholischer Bischof ermordet

Stimmt.
Und dass die Presse das Missbrauchsthema mit einer Freude ausschlachtet, ist auch nicht mehr normal.
Scrollen sie mal runter. Das dauert.
Irgendwie will man die Kirche fertig machen und gleichzeitig die Taten mancher Muslime fast schon verniedlichen.
Warum?
Was haben die österreichischen Medien davon?

Antworten Antworten Gast: Gast
04.06.2010 00:42
1 0

Re: Re: Türkei: Oberster katholischer Bischof ermordet

Was sie davon haben ist schnell gefunden, sie haben so weniger Angst.

Leo Naphta
03.06.2010 15:00
3 0

"Oberster Bischof"

Es gibt keinen obersten deutschen Bischof. Kein Bischof steht über einem anderen - "über" ihnen steht einzig der Papst.

Dass Zollitsch einem Debattierklub namens deutsche Bischofskonferenz vorsteht, heißt nicht, dass er der "Chef" der anderen Bischöfe ist.

Merlin
03.06.2010 14:46
2 1

Endziel

Das Endziel der Gutmenschen ist wohl erst dann erreicht, wenn jeder außereheliche GV und jede außereheliche Berührung als sexueller "Mißbrauch" kriminalisiert sind?

Gast: Denkste
03.06.2010 13:47
1 1

Man liebt den Verrat, nicht den Verräter.

Der allerhochwürdigste Herr Oberkardinal Zollitsch hat auch geglaubt, dass er er sich unangreifbar macht, wenn er gegen seine Kollegen Dreck schmeißt.

Antworten Gast: Denkste, aber richtig
03.06.2010 17:33
1 0

Re: Man liebt den Verrat, nicht den Verräter.

Ihr Kommentar zeigt eine von Haß geprägte Haltung.
S.E. Erzbischof Zollitsch ist nicht "der allerhochwürdigste Herr Oberkardinal" sondern, wie in einem anderen Kommentar bereits richtiggestellt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz nicht "der Chef" sondern bestenfalls "primus inter pares".

Zur Information: der Vorgänger in diesem Amt war der Bischof von Mainz, Karl Lehmann, der viele Jahre dieses als "einfacher" Bischof bekleidete bevor er von Papst Johannes Paul II zum Kardinal ernannt wurde. Er trat erst vor wenigen Jahren aus Gesundheitsgründen zurück, ist aber immer noch Bischof von Mainz.

Gehässigkeit macht blind!

Antworten Antworten Gast: Denkste
04.06.2010 11:41
0 0

Re: Re: Man liebt den Verrat, nicht den Verräter.

Gehässigkeit macht blind! Ja schon, aber sind Sie sicher, dass Sie Ihre Erkenntnis auch allumfassend anwenden? Oder wie soll man die Aussagen von Herrn Erzbischof Zollitsch über seinen Amtskollegen Mixa werten - wenn nicht als Gehässigkeit?

Wahrhaftigkeit ist oberste Christenpflicht - und als solche unbedingte Voraussetzung für Liebe. Und gerade daran scheint es mir den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen diverser Länder halt zu fehlen. All die Anwürfe, die gegen Mixa, aber auch gegen Küng (usw.) so vorgebracht worden sind, haben Quellen im kirchlichen Bereich. Über diese, dem modernistischen Lager zuzurechnenden Mietlinge hat Jesus durchaus auch Tacheles geredet (Mt23,29ff).

Antworten Antworten Gast: Gast
04.06.2010 00:47
0 0

Re: Re: Man liebt den Verrat, nicht den Verräter.

Richtig gedacht wurde Kardinal Lehmann nicht und nicht zum Kardinal ernannt, es war schon fast peinlich. Aber dann nachdem er nur noch Schalmeientöne von sich gab und seine grantigen Meinungen zurückhielt hat es geklappt. Hinterher war er wieder der alte.

Gast: Beckloeffel
02.06.2010 23:01
0 0

Die Revolution...

... frisst ihre Kinder.

Antworten Gast: gast
03.06.2010 12:51
0 0

Re: Die Revolution...

die haben die pfaffen schon gegessen

Gast: Gast
02.06.2010 21:19
6 1

„Anschuldigungen, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den Jahren 1975 bis 1996 Heimkinder massiv geprügelt und Stiftungsgeld zweckentfremdet, wurden inzwischen erhärtet, sind aber verjährt.“




Was hätte wohl Jesus dazu gesagt?




Antworten Gast: Gast
04.06.2010 00:49
0 1

Re: „Anschuldigungen, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den Jahren 1975 bis 1996 Heimkinder massiv geprügelt und Stiftungsgeld zweckentfremdet, wurden inzwischen erhärtet, sind aber verjährt.“

Wird auch durch ständige Wiederholungen nicht richtiger und stimmt einfach nicht.

Antworten Hackinger
03.06.2010 09:22
1 0

Re: „Anschuldigungen, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den Jahren 1975 bis 1996 Heimkinder massiv geprügelt und Stiftungsgeld zweckentfremdet, wurden inzwischen erhärtet, sind aber verjährt.“

wahrscheinlich hätte er das gesagt, was die heutigen Vertreter und Nachfolger sagen: Dieser Fall ist "aber verjährt".

Das ist natürlich zynisch gemeint, aber welche Antwort erwarten Sie wirklich?

Vielleicht sollten Sie die Frage anders stellen: "Wie hätte Gott des Alten Testaments reagiert?".

Wahrscheinlich mit einem Erdbeben und einem Feuer vom Himmel oder einer Entführung dieser Abgefallenen in ein fremdes fernes Land.

Antworten Gast: Bibel"zitat"schleuder
03.06.2010 03:30
1 0

Re: „Anschuldigungen, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den Jahren 1975 bis 1996 Heimkinder massiv geprügelt und Stiftungsgeld zweckentfremdet, wurden inzwischen erhärtet, sind aber verjährt.“

Bitteschön:

Der ohne Sünde ist werfe den ersten Stein;

oder

Die sich an den Kleinen vergehen, es wäre besser für sie sie stürzten sich mit einem Mühlstein um den Hals in die Fluten.

(frei zitiert dem Sinn nach).

Religion ist eben so perfide, dass es für alles eine geeignete Bibelstelle gibt um es zu belegen/untermauern. Man kann in der Bibel auch eine Stelle finden, die das Steinigen von respektlosen und aufmüpfigen Kindern anordnet. Es muss schliesslich jede/r für sich selbst entscheiden, ob eine Mitgliedschaft in so einem Verein vor dem eigenen Gewissen vereinbar ist.

Gast: Sachbearbeiter
02.06.2010 20:01
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Fakten

die Birnau gehört zum Kloster Mehrerau in Bregenz und einigen Schweizer Klöstern, deren "Chef ist der Abt" der auch der österreichischen Bischofskonferenz angehört und direkt dem Generaloberen bzw. dem Papst unterstellt ist.
Der nun "angegriffene" Bischof hat rein rechtlich mit diesem Vorgang NICHTS zu tun.
Das hätte man bei einer Recherche herausfinden können, bevor man "abschreibt", aber das leistet sich ja nicht einmal die PRESSE, Herr Fleischhacker!!!

Antworten galli leo
03.06.2010 09:24
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Re: Fakten

die presse recherchiert nicht mehr. aber dafür ja sie!
darum würde ich sie um folgende recherche bitten:
hat dieser pater seine untaten vielleicht ausserhalb des klosters begangen?
im auftrag der diözese, als religionslehrer oder erzieher?

sollte es tatsächlich so sein, wie sie in ihrem verteidigungsplädoyer schreiben, dann wird das die staatsanwaltschaft bzw das gericht auch nicht anders bewerten können.
also bitte um etwas weniger erregung!

 
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