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Kirche: Missbrauch: Diözese begnadigt zwei Pfarrer

11.06.2010 | 18:35 |   (Die Presse)

Die steirische Diözese Graz-Seckau hebt Suspendierung von zwei Pfarren auf. Sie bleiben aber unter Aufsicht.

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GRAZ (hoe). Rund um die aktuelle Entschuldigung von Papst Benedikt XVI. bei Missbrauchsopfern (siehe S. 7) ist auch in zwei österreichische Fälle Bewegung gekommen. In der Steiermark sind zwei Suspendierungen von Priestern, die im Zusammenhang mit entsprechenden Vorwürfen verhängt worden waren, wieder aufgehoben worden.

Die Priester kehren dieses Wochenende in ihre Pfarren in der Weststeiermark (Deutschlandsberg) und Obersteiermark (Gußwerk) zurück. In Deutschlandsberg hat sich auch die Bevölkerung für eine Rückkehr starkgemacht. Grundlage für die Entscheidung der Diözese Graz-Seckau ist ein Expertengutachten, das besagt, dass ein Rückfall nicht zu erwarten sei. Die Geistlichen werden aber ein Jahr lang vom Diözesanvisitator und dem zuständigen Dechant begleitet. Es werde, heißt es in einem Begleitschreiben der Diözese an die Pfarrgemeinderäte, eine „besonders achtsame Erprobung dafür sein, ob diese Seelsorger die Leitung der Pfarren so wahrnehmen können, dass ihre Amts- und Lebensführung klar und voll der kirchlichen Ordnung entspricht“.

 

Kultur des Verzeihens

Die Diözese will die Entscheidung auch als Beitrag zur eingeforderten „Kultur des Verzeihens“ verstanden wissen. Die beiden Männer waren vor zwölf beziehungsweise zwanzig Jahren wegen Sexualdelikten vor Gericht gestanden und verurteilt worden, wobei in beiden Fällen keine Kinder beteiligt waren. In Prüfung ist ein dritter Fall. Mit dem Pfarrer von Graz-Puntigam, der sein Amt zurückgelegt hat, laufen Gespräche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2010)

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5 Kommentare
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Nach 5 Jahren werden Straftaten, auch Pädophile, aus

dem Strafregister gelöscht.

Und was macht man bei Priestern? Die beiden waren vor Jahren verurteilt und sind nicht mehr straffällig geworden und werden nun vorgeführt und die Kirchenleitung lässt das zu?

Wie weit sind wir gekommen?

Gast: Hella
16.06.2010 11:13
0 3

„Kultur des Verzeihens“

Wer kann da wem verzeihen? Die Mutter dem Vater, dass er ihr Kind missbraucht hat? Oder das Kind dem Vater?

Kultur de Verzeihens bedeutet in der RomKat Kirche immer Eineitigkeit. Die Guten vergeben sich gegenseitig ihre Todsünden, während sie gleichzeitig Menschen, die verzweifelt sind und Verzeihung bräuchten (so idiotisch die Idee auch ist) am langen Arm verhungern lassen.

Gerechtigkeit ist ein Begriff mit dem die Kirche nichts anfangen kann. Besonders nicht, wenn damit Bezug auf den Rechtstaat Österreich genommen wird. Man könnte ich ja VERANTWORTEN müssen und das passt nicht zum ethätischen Auftreten der Vertreter Gottes auf Erden. (Womit sich die Frage stellt ob Gott die Handlungen seiner Vertreter gut findet oder ob es sich doch ein klein wenig geniert. Wenn es ihn denn gibt...)

Gast: Pater Hansi
13.06.2010 07:41
0 4

Weiter so!

Auch bei Jack Unterweger wurde ja prognostiziert, dass er resozialisiert sei und keine Straftaten mehr zu erwarten seien! So wird das auch in den Fällen der steirischen Priester wohl auch sein!

Gast: me
11.06.2010 22:20
0 3

me

ich möchte gerne die kirche verstehen, wenn Sie den/die Pfarrer einfach abzieht, woanders den Dienst verüben lässt und dann nach Monaten einfach wieder zurückschickt um so weiter zu machen wie zuvor.
Doch wie soll das klappen? In der Zwischenzeit hat ein neuer Pfarrer neues Leben in die Gemeinschaft gebracht und die Chance auf Veränderung wird genommen. Es wird nicht so weitergehen wie zuvor, sondern viel schlechter, denn diese Entscheidung ist nicht nur ein Schritt zurück sondern 10 Schritte zurück.

Wenn die Kirche hier von verzeihen spricht, so soll sie das durchziehen und nachdenken wie das mit geschiedenen und erneuter Hochzeit aussieht - soetwas wird nicht verziehen, aber solche Vergehen - wo niemand genau informeirt wird was es ist - sagen wir mal sexuelle Vergehen - werden einfach verziehen?

Ich bin persönlich sehr enttäuscht und habe mich auf die Messe am Sonntag gefreut, doch den Segen von einem Pfarrer, der Wasser predigt und Wein trinkt benötige ich nicht!!!

Ich finde es einfach traurig was die Kirche uns Gläubigen, den freiwilligen Mitarbeitern (die Niemand gefragt hat) und schlussendlich sich selbst antut.

Der einzige Grund für mich liegt daran, dass es einen Priestermangel gibt, aber um das zu Ändern müsste das Zölibat angefasst werden und dass will niemand, da schicken wir lieber verbitterte Pfarrer in die Gemeinden zurück und nehmen den kritischen Bürgen den letzten Glauben an die Kirche!

0 0

Re: me

Können Sie eigentlich lesen? Die beiden Priester wurden verurteilt und haben ihre Strafe verbüßt. Es waren keine Kinder betroffen bei den längst abgesühnten Taten.

Wie groß mag Ihr Glauben wohl sein?