26.05.2012 02:43 | Meine Presse Merkliste 0

Neuer Wirbel um Ex-Bischof: Mixa zurück im Palais

14.06.2010 | 15:37 |   (DiePresse.com)

Der ehemalige Augsburger Bischof ist wieder in seiner alten Wohnung - eine Anmaßung, heißt es aus Kirchenkreisen. Mixa nahm erstmals zu seinem Rücktritt Stellung: Er sei enttäuscht von den Verantwortlichen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Zwei Monate nach seinem Rücktrittsgesuch sorgt der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa erneut für Wirbel: In Zeitungsinterviews zeigte er sich "enttäuscht" von den Verantwortlichen". Die Missbrauchsanzeige gegen ihn hätte man sich ersparen können. Und seit Samstagabend wohnt er wieder in seiner Wohnung im Augsburger Bischofspalais.

In Augsburger Kirchenkreisen wurde Mixas Rückkehr als Akt der Anmaßung empfunden, wie ein hochrangiger Bistumsvertreter der "Augsburger Allgemeinen" sagte. Als emeritierter Bischof habe Mixa kein Hausrecht mehr und müsse sich die Erlaubnis des Diözesanadministrators Weihbischof Josef Grünwald einholen. Es sei unklar ist, ob dies bereits erfolgt sei. Sein Augsburger Rechtsanwalt sagte der Zeitung auf die Frage, wie lange Mixa bleiben werde, dass dies seine Entscheidung sei: "Er wohnt nach wie vor hier, zelten kann er nicht."

"Mit der Beruhigung ist es wieder vorbei"

Mit Kopfschütteln reagierte man auch bei der Reformbewegung "Wir sind Kirche" auf Mixas Rückkehr in das Bischofspalais. Damit lasse Mixa erneut jedes Fingerspitzengefühl vermissen, sagt "Wir sind Kirche"-Sprecher Christian Weisner. Mixas Rückkehr erschwere die dringend nötige Beruhigung der Lage im Bistum Augsburg.

Der oberste Laienvertreter des Bistums, der Diözesanratsvorsitzende Helmut Mangold, sagte dem DAPD, er habe Verständnis dafür, dass Mixa vorübergehend in seine alte Wohnung komme, um dort in aller Stille persönliche Dinge in Ordnung zu bringen und nach einer neuen Bleibe zu suchen. Dies müsse man ihm aus Menschlichkeit zubilligen. Die neue Bleibe sollte Mangolds Meinung nach aber möglichst nicht in Augsburg sein. Aber auch Mangold sagte: "Mit der Beruhigung im Bistum ist es jetzt wieder vorbei. Das ist ganz schlimm." In Anrufen hätten ihm etliche empörte Katholiken gesagt: "Das geht doch nicht."

Bistum: Keine kircheninterne Intrige

Mixa hatte am 21. April nach Prügel- und Untreuevorwürfen bei Papst Benedikt XVI. um seine Entlassung gebeten, die offiziell am 8.  Mai angenommen wurde. Vorermittlungen zu Missbrauchsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, die Prügelvorwürfe aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bestehen weiter.

Das Bistum wies Berichte zurück, Mixa sei das Opfer einer kircheninternen Intrige geworden und äußerte sich erstmals zu den näheren Umständen des Rücktritts. Weihbischof Anton Losinger berichtete in der "Augsburger Allgemeinen" erstmals über den Ablauf des Rücktritts: Die Mitglieder der Bistumsleitung hätten Mixa am 21.  April mit dem massiven Vertrauensverlust in der Diözese konfrontiert, mit dem enormen Anstieg der Kirchenaustritte und damit, dass selbst standfeste Stadtpfarrer Mixa in ihren Sonntagspredigten Lügen vorgeworfen hatten. Der Bischof habe daraufhin gesagt: "Wenn das so ist, müsste ich ja zurücktreten", zitierte Losinger den Bischof. "Und niemand hat ihm davon abgeraten."

Mixa: Anzeige verzichtbar

Mixa hat sich in einem Zeitungs-Interview vom Wochenende erstmals zu dem Anfang Mai vorgebrachten Missbrauchsverdacht gegen seine Person geäußert. "Hätte man mit dem jungen Mann gesprochen, hätte sich sofort herausgestellt, dass es kein Opfer gibt, und sich eine Anzeige ersparen können", sagte Mixa in der aktuellen Ausgabe der deutschen Zeitung "Welt am Sonntag" mit Blick auf das vermeintliche Missbrauchsopfer. Die Ingolstädter Staatsanwaltschaft hatte Mitte Mai nach wenigen Tagen die aufgrund einer kirchlichen Anzeige aufgenommenen Ermittlungen mangels Tatverdacht eingestellt.

Zugleich äußerte sich Mixa wörtlich "enttäuscht über das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche für diese Affäre". Die "Welt am Sonntag" berichtete unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse, dass die falsche Anschuldigung gegen Mixa lediglich auf einer acht Sätze langen Notiz des Bistums Augsburg beruhe, die außer Mutmaßungen keinen Hinweis auf eine Straftat enthalte. Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger habe dieses Papier am 3. Mai persönlich dem Münchner Generalstaatsanwalt übergeben.

Mixas Anwalt Gerhard Decker bezeichnete die Anzeige gegenüber der Zeitung als "Ansammlung von Banalitäten", die jeder "als Unsinn erkenne". Einen Missbrauchsverdacht habe man daraus nicht begründen können. Losinger verteidigte dagegen in der "Welt am Sonntag" sein Vorgehen, das "die volle Unterstützung der Bayerischen und der Deutschen Bischofskonferenz" habe. Das Bistum Augsburg sei verpflichtet gewesen, die Vorwürfe im Sinne einer neutralen Aufklärung der Staatsanwaltschaft zu übergeben.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

31 Kommentare
 
1 2
Gast: gastx
15.06.2010 18:47
4 1

Lustig! ein abgesetzter Bischof geht in den Bischofspalast und setzt sich dort fest.

Offensichtlich fehlender Realitätsbezug. Herr Mixa muss ja wirklich nicht in einem Zelt hausen, denn
er hat ja noch eine Zweitwohnung. Aber er bevorzugt seine "bischöfliche" Wohnung. obwohl er nicht mehr Bischof ist.

Durch dieses Verhalten riskiert er natürlich, dass seine alten Verfehlungen wieder hochgespielt werden und dass man ihm wieder und wieder sagen muss, WARUM er seinen Bischofssitz verloren hat. Da sind einmal die Watschn und Schläge, die ein bisserl zu deftig ausgefallen sind und seine finanziellen Unregelmäßigkeiten, nämlich Kunstgegenstände und Bischofsring auf Kosten der Waisen zu finanzieren.
Solche Finanzierungen sind in der Kirche üblich, der Petersdom wurde schliesslich auch aus dem Geld von Leuten in Gewissensnöten (siehe Ablass - Tetzel) erbaut.

Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seel' vom Fegefeuer in den Himmel springt.


Antworten Silvester
15.06.2010 21:05
1 2

Re: Lustig! ein abgesetzter Bischof geht in den Bischofspalast und setzt sich dort fest.

Recht hat er!

Gast: BeobachterInInIn
15.06.2010 05:01
2 4

Der Hauch des Satans oder wir sind kirche......

Paul der Sechste hatte ja zumindest in diesem Punkt recht. Der Marsch durch die Institutionen der Marxistisch-Leninistischen 68er ist auch in der Katholischen Kirche sehr erfolgreich.....
Nur das von dem unglueckseeligen Papst entdeckte wehende Luefterl ist mittlerweile ein Sturm Windstaerke 13 geworden.....

Antworten Gast: Nervenarzt
15.06.2010 18:43
3 2

Re: Der Hauch des Satans oder wir sind kirche......


Posting um 05:01 Uhr – leiden Sie an Schlafstörungen?


Antworten Antworten Silvester
15.06.2010 21:06
0 2

Re: Re: Der Hauch des Satans oder wir sind kirche......

tät mich nicht wundern, bei dem saustall

Gast: mens sana
15.06.2010 02:30
3 3

Linkiskatholen

Linkskatholiken, gleich ob Kleriker oder Laien, sind offenbar zu jeder Niedertracht fähig. Und selbst jetzt, wo sich die Verleumdung als solche herausgestellt hat, zeigen sie überhaupt kein Schuldbewusstsein.

Der Fall Mixa gehört dringend aufgeklärt.

Gast: mysterium
15.06.2010 00:54
3 3

Wir sind Kirche

Die wollen Christen sein? Das sind Pharisäer, gottlos, intrigant und falsch. Außerdem fehlen ihnen ein paar wichtige Eigenschaften, wie Wahrheit und Demut.

Antworten Gast: gast
15.06.2010 09:03
3 1

Re: Wir sind Kirche

Die Wahrheit fehlt aber dem Mixa auch. So wie dem Fischer

Gast: Versteher
14.06.2010 23:57
1 3

Der Mann hat Recht!

Ich kann die Hetze gegen unsere Kirche nicht verstehen. Die Vorteile, die man als braver Kirchgänger in der Gesellschaft hat, sind doch mit Gold gar nicht auf zu wiegen. Andererseits, die Kinder oder gar die Ehefrau sollte man lieber nicht hinschicken. Sicher ist sicher!

Gast: Karl Marx
14.06.2010 22:42
3 3

Kichenbashing Folge 23234932709217

Hätte man all diese Aufmerksamkeit der Abtreibungsproblematik und Lebensbedingungen von Familien in Österreich zukommen lassen hätte sich hier vielleicht wirklich etwas verbessert.

Zumindest hätten vielleicht einige die Verantwortung der Elternschaft auf sich genommen und später - wer weiß was das Leben bringt, es gibt ja auch positive Wendungen, ev. sogar familienfreundliche Regierungen - Leben gerettet. Leben die so abgetrieben wurden.

Dass der Mensch eine Seele hat kommt in den Medien nur mehr vor wenn es mit Gewinnmöglichkeit verbunden ist, das letzte Jahrzehnt war eines der grenzenlosen Seelenlosigkeit, Leere, Materialismus und Ausbeutung in Österreich. Wie weit soll diese Diabolik noch gehen ?

ER als ES ist in den kleinen Dingen, im Materiellen in scheinbar "unwesentlichen" wie Millionen "selbstverständlicher" Atemzüge für die man reine Luft braucht, Millionen Schluck Wasser (ge-dank-enlos getrunken) für die man reines Wasser braucht , viele Bissen Brot (das man ge-dank-enlos oft wegschmeisst) zu dessen Entstehung aus Mineralstoffen und Kohlenstoff Millionen Schritte erforderlich sind, alle ideal aufeinander abgestimmt sein müssen, fehlerredundant, das Wetter muss stimmen bis endlich wir mit unserer "Arbeit" (die letzten paar Schritte) dieses "produzieren" und auf die Müllkippe befördern da "vom Vortag".

Wer dabei etwas fühlt hat sie noch -die Seele. Wer nicht, der möge daran arbeiten.

Vor allem aber ist ER als ES im Immateriellen, der Liebe.

Antworten Gast: g1
14.06.2010 23:54
3 2

Re: Kichenbashing Folge 23234932709217

Die Kirche spielt sich als Vertreterin Gottes auf Erden auf. Was sie aber leider nicht ist.

Die Kirche von heute ist nicht mehr Verwalterin von Gottes Aussprüchen, sondern Verwalterin eines Milliarden-, ja Trilliarden-Vermögens.

Oberflächliche Religion wird von der Kirche als Ersatz für echtes Christ-Sein angeboten und viele glauben, dass dies genug sei.

Die gewerbsmäßige Vertuscherei, der Papst mit seinen Vertuschungs-Erlässen zeigt ja deutlich, wo die Kirche wirklich steht. Der Name Jesu wird doch nur verwendet, um mehr Geld und mehr Macht anzuhäufen.
Petrus sagte aber: "Gold und Silber habe ich nicht "(Apg. 3:6).
Jesus musste zuerst ein Wunder wirken, um überhaupt die Steuer bezahlen zu können, die milliardenschwere Kirche von
heute läßt sich sogar einen Papstbesuch vom Staat und vom Steuerzahler finanzieren (durch eine Subvention vom BKA).

Die pädophilen und anderen Missbrauchspriester sind doch nur "baby-stuff" im Verhältnis zu den anderen Ungereimtheiten, deren sich die Kirche schuldig macht.

Das was die Kirche heute tut, die Verwendung des Namens Jesu zur Anhäufung von Geld und Macht steht so nicht im NT und widerspricht dem Geist des NT.

Jede Organisation muss sich auch Kritik für ihr Handeln gefallen lassen.

Berechtigte Kritik und Aufzeigen von Misständen ist Pflicht eines jeden Christen

Epheserbrief 5:11
Und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, decket sie vielmehr auf.

Antworten Antworten Darabimo
15.06.2010 09:26
0 2

Re: Re: Kichenbashing Folge 23234932709217

Themenverfehlung: setzen.

Antworten Antworten Antworten Gast: g1
15.06.2010 18:19
2 1

Re: Re: Re: Kichenbashing Folge 23234932709217

Wer glaubt, dass ein weisser Rauch (CO2 etc.) - aber nur dann, wenn er aus dem Konklave aufsteigt - einen unfehlbaren Menschen erzeugt, irrt schwer.
Und wer glaubt, dass beim Paspt-Segen "urbi et orbi" nur durch blosses Anhören die Sündenstrafen vergeben bekommt (offizieller Ablass beim Anhören des Papst-Segens) der irrt ein zweites Mal schwer.
Die Kirche hat dem einst christl. Glauben sehr viel Aberglauben, Spiritismus (Medjugorje), sinnlose Tradition (Hausräuchern) und falsche Lehren (Ablass, ex-cathedra Unfehlbarkeit etc. etc.) beigemischt.

Wenn ein Priester ehrlich ist und heiratet, wird er ausgestossen,
wenn ein Priester unehrlich ist und die Geliebte nicht heiratet, dann darf er bleiben und die Diözese zahlt sogar für die ledigen Kinder.

Christsein != (Praxis und Lehre der Kirche).


Gast: busek
14.06.2010 20:33
5 5

Bischof Mixa bekam einen Platzverweis

Der papsttreue Bischof Mixa wurde von den Verrätern Erzbischof Robert Zollitsch, Erzbischof Reinhard Marx und Weihbischof Anton Losinger vertrieben. Der Vatikan wird diesen Verrat der verweltlichten und ungehorsamen Teile der dt. Kirche aufklären. Hoffentlich werden diese an den Zeitgeist angepassten Mitläufer exkommuniziert. In Österreich gehören auch dringendst einige gottlose Priester weg (Pfarrer-Initiative etc.).

Gast: radius
14.06.2010 19:33
5 6

"Wir sind Kirche" ist für mich,

Wir sind Egoisten und tun alles um der Kirche zu schaden. Christen sind wir eh keine, die würden diese Lügen alle nicht zulassen.

tikki
14.06.2010 19:05
4 5

Wir sind Kirche

„Wir-sind-Kirche“ schüttelt den Kopf.

Ein klares Zeichen, dass Mixa das Richte getan hat.

Ich an seiner Stelle würde es mir im Palais so richtig gemütlich machen, Füße hoch und entspannt zusehen wie es rundherum schäumt.

Gast: Kyniker
14.06.2010 18:40
7 1

@ Mixas Anwalt Gerhard Decker bezeichnete die Anzeige gegenüber der Zeitung als „Ansammlung von Banalitäten“






wie meinte auch Kardinal Sodano: „nicht von dem unbedeutenden Geschwätz dieser Tage beeinflussen lassen“…






Gast: Kyniker
14.06.2010 18:39
5 2

@ Mixa wörtlich „enttäuscht über das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche für diese Affäre“






das sind die Opfer auch…






Gast: Kyniker
14.06.2010 18:39
5 2

@ Mixa hatte am 21. April nach Prügel- und Untreuevorwürfen bei Papst Benedikt XVI. um seine Entlassung gebeten






im Gegensatz zum Voralberger „Watschn“-Bischof Elmar Fischer…






Cuchulainn
14.06.2010 18:02
1 0

Schön,

wie sich dieser Verein selbst demontiert.

Gast: Konrad U.
14.06.2010 18:00
0 0

Wer einem Kriminellen droht, seine (UN)Taten

publik zu machen, ist leider nach der gutmenschlichen Gesetzgebung der Deutschen selbst kriminell. Eine Schande.

Peregrin
14.06.2010 11:57
5 6

Wenn das Ruecktrittsgesuch erpresst wurde

... worauf nun einiges hindeutet, dann war es ungueltig und durfte nicht angenommen werden: Mixa waere wieder einzusetzen.

Antworten Gast: Udo23
14.06.2010 17:58
5 3

Man sollte ihn wohl

eher in den Angeklagtenstand versetzen und die Angelegenheit von einem Strafrichter klären lassen.

Antworten Antworten Peregrin
14.06.2010 22:32
2 3

Re: Man sollte ihn wohl

Daran ist niemand gehindert. Werfen Sie der Freidenkerin Leutheuser-Schnarrenberger Vertuschung von Mißbrauchs bzw. -handlungsdelikten vor?

Antworten Gast: gast
14.06.2010 16:26
4 1

Re: Wenn das Ruecktrittsgesuch erpresst wurde

tut das eigentlich weh soviel ignoranz

Antworten Antworten k19
14.06.2010 19:21
2 1

tut das eigentlich weh soviel ignoranz

Peregrin schreit wahrscheinlich vor Schmerzen beim Posten seiner Weisheiten.

 
1 2